Film: Wo die wilden Menschen jagen

Wilderpeople
© Sony Pictures

Filmdaten:

Genre: Abenteuer-Komödie
Mit: Sam Neill, Julian Dennison
Jahr: 2016
Land: Neuseeland
Regie: Taika Waititi
Länge: 101 min
OT: Hunt for the Wilderpeople

Hallo Filmfreunde,

in der heutigen Besprechung geht es um „Wo die wilden Menschen jagen“, einen Film, den ich euch eigentlich als streng geheimen Filmtipp verkaufen wollte. Allerdings hatte ich dann während der Recherche gesehen, dass dieser neuseeländische Film weit über der von mir gesetzten Marke der 50.000 Bewertungen in der imdb liegt und damit für meine Beitragsreihe vollkommen überqualifiziert ist. Zudem hat mein geschätzter Kollege Bullion den Film vor wenigen Wochen auch schon besprochen.

Wo die wilden Menschen jagen“ ist der vierte Film des neuseeländischen Regisseurs Taika Waititi, der sich international in erster Linie durch seinen, aus meiner Sicht unsäglichen, „Thor: Tag der Entscheidung“ einen Namen gemacht hat. Mir persönlich ist sein 2014 erschienener Film „5 Zimmer Küche Sarg“ in positiver Erinnerung geblieben, sodass ich sehr gespannt auf dessen Nachfolger war.

In „ Wo die wilden Menschen jagen“ geht es um den 13-jährigen Ricky (Julian Dennison), der bereits mehrfach straffällig geworden ist und von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht wird. Das Jugendamt weist den rebellischen Jugendlichen einer neue Pflegefamilie zu, die auf einer Farm direkt an der Grenze des neuseeländischen Buschs lebt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lebt sich Ricky in seiner neuen Familie ein, als urplötzlich und ohne jede Erklärung seine Pflegemutter Bella stirbt. Der griesgrämige Witwer und Misanthrop Hector (Sam Neill) beschließt zur Trauerbewältigung eine Weile im Busch zu verbringen und Ricky seinem Schicksal zu überlassen. Dieser will auf keinen Fall zurück ins Jugendheim und begibt sich, vollkommen unfähig in der Wildnis zu überleben, ebenfalls in den Busch. Als das Jugendamt Ricky auf der Farm abholen möchte, finden sie diese verlassen vor und sind sich sicher, dass der als psychisch labil geltende Hector den Jungen entführt haben muss und eine polizeiliche Suchaktion wird eingeleitet. Hector und Ricky finden in der Zwischenzeit eher unfreiwillig zusammen und bemerken, dass sie quasi zum Jagdwild erklärt wurden und begeben sich auf die Flucht in den Wald.

Was sich hier vielleicht wie eine ausführliche Inhaltszusammenfassung liest, sind im Grunde lediglich die ersten knapp 20 Minuten des Films. Der eigentlich Film spielt dann eben auf dem Weg der beiden ungleichen Protagonisten. Dabei ist Waititis Humor, neben den sehr guten Hauptdarstellern, die tragende Säule dieses Films. Dieser wirkt zu keinem Zeitpunkt flach, auch wenn er an manchen Stellen Gefahr läuft dies zu tun. Beispielsweise wenn sich wiederholt über Rickys durchaus beachtliche Leibesfülle lustig gemacht wird. Durch den Humor gelingt es Waititi die verschiedenen Genres Abenteuerfilm, Drama und eben Komödie zu einem wunderbar harmonierenden Film zu vereinen. Lediglich das letzte Drittel des Films, in dem es dann für meine Begriffe etwas zu actionlasig zur Sache geht, fällt meiner Meinung nach da etwas ab.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Films sind die tollen Natur- und Landschaftsaufnahmen Neuseelands. Ähnlich wie bei der französischen Komödie „Willkommen bei den Sch’tis“ wirkt „Wo die wilden Menschen jagen“ wahrscheinlich noch besser, wenn man ein bisschen was über Land und Leute in Neuseeland und die hiesige Mentalität weiß. Im Übrigen hatte mir mein Kumpel Bullion dringend dazu geraten den Film im englischen Originalton zu schauen, was ich leider nicht getan habe. Im Rückblick schließe ich mich dem Kollegen jedoch an und empfehle ebenfalls den OT. Denn einige Dialoge wirken auf deutsch etwas merkwürdig. Wenn Ricky zum Beispiel die im Originaltitel enthaltene Wortneuschöpfung „Wilderpeople“ erklärt, macht das in der Synchro sehr wenig Sinn. Wie ganz nebenbei der komplette deutsche Titel des Films. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Unter dem Strich ist „ Wo die wilden Menschen jagen“ ein sehr gelungener Genre Mix und der beste Film Waititis, den ich bisher gesehen habe. Dieser Ausflug in den neuseeländischen Busch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Diesen Film habe ich im Rahmen der Filmreise Challenge gesehen.

Aufgabe 1: Schaue einen Film aus Australien oder Neuseeland.

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12 Kommentare zu „Film: Wo die wilden Menschen jagen

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          1. Nicht im Blog. Ich habe aber eine fortlaufende Liste, auf der ich alle Filme des jeweiligen Jahres sortiere. Da ich nicht ins Kino gehe, schaue ich die Filme in der Regel immer 1-2 Jahre versetzt.

            Gefällt 1 Person

  1. Freut mich sehr, dass dir der Film auch so gut gefallen hat, selbst wenn er nicht als ganz geheimer Filmtipp durchgeht. Auch für mich der bisher beste Waititi. Und den O-Ton kann man bei den meisten Filmen wohl als „Default“ empfehlen. Hier durch den Dialekt usw. jedoch noch besonders. Aber scheint ja auch im Deutschen einigermaßen mitgerissen zu haben 🙂

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