Film: Madre (Streng geheime Filmtipps #20)

Madre
© Cargo Records

 

Filmdaten:
Genre: Mystery-Thriller
Mit: Daniela Ramirez, Aida Jabolin
Jahr: 2016
Land: Chile
Regie: Aaron Burns
Länge: 95 min
OT: Madre

Hallo Filmfreunde,

heute habe ich mal wieder einen streng geheimen Filmtipp für euch, den ich kürzlich auf Netzkino gesehen habe. Am Ende des Beitrages findet ihr dieses mal sogar das eingebette Video zum Film, sodass ihr bei Interesse direkt mit dem Schauen loslegen könnt. Und das vollkommen umsonst, 100% legal und absolut glutenfrei.

Madre“ ist ein chilenischer Film des amerikanischen Regisseurs Aaron Burns, der auf diversen Filmseiten eher mäßige Bewertungen erhalten hat. Ich persönlich fand den Film insgesamt durchaus ansprechend, kann aber verstehen warum so viele Zuschauer ihn eher reserviert aufgenommen haben. Zum einen sollte man bei „Madre“, auch wenn der Film auf den großen Filmportalen mit dem Horrorlabel gekennzeichnet ist, nicht mit allzu gruseligen Erwartungen an den Film herangehen. Denn der Film ist nicht unbedingt das was die meisten unter einem echten Horrorfilm verstehen. Zum anderen gibt es da natürlich auch das Ende des Films, das wahrscheinlich nicht jeden Zuschauer zufrieden stellen wird. Aber der Reihe nach.

In „Madre“ geht es um die schwangere Diana, die sich neben dem Haushalt auch noch aufopferungsvoll um ihren autistischen Sohn Martin kümmert. Ihr Ehemann und Vater der Kinder weilt beruflich die meiste Zeit im Ausland und ist keine Hilfe. Im ersten Drittel des Films wird sehr nachvollziehbar gezeigt wie Diana zunehmend mit der Situation überfordert ist und daran zu zerbrechen droht. Eines Tages tritt eher zufällig das philippinische Kindermädchen Luz ins Leben der Familie und kümmert sich um Martin, der sich in der Folge zunehmend öffnet und unerwartete Entwicklungsschritte durchlebt.

Was zunächst als Segen für Diana erscheint, erweist sich bald als bedrohliches Szanrio. Dabei verzichtet der Film weitestgehend auf genretypische Jump-Scares und Schockmomente und setzt stattdessen auf eine eher unheimliche Atmosphäre. Im Zentrum des Unbehagens steht dabei das Kindermädchen Luz, das sich auf der einen Seite hingabevoll um Martin kümmert, gleichzeitig aber auch eine unheimliche Kälte und Emotionslosigkeit ausstrahlt. Hierbei bin ich mir nicht sicher, ob es sich bei Aida Jabolin, die trotz ihres doch fortgeschrittenen Alters in „Madre“ ihre einzige Rolle in einem Film überhaupt spielt, um eine extrem limitierte Schauspielerin handelt oder ob ihre Figur genauso vorgesehen war. Auf jeden Fall sorgt Luz dafür, dass der Film eine durchaus unheimliche und mysteriöse Atmosphäre versprüht.

Dem Film gelingt es meiner Meinung nach sehr gut ein gewisse Ambiguität zu schaffen, da man zu keinem Zeitpunkt weiß, ob Luz tatsächlich finstere Absichten mit Martin hat oder ob sich Diana immer mehr in einer Art Paranoiawahn verennt. Die Angst, dass das Kindermädchen Martin beeinfusst und gegen Diana aufhetzt, könnte begründet aber auch das Produkt einer gestressten Mutter sein, die sich nur das Beste für ihr Kind wünscht, selbst aber nicht in der Lage ist ihm dies zu bieten. Dianas Wahn geht letztendlich so weit, dass sie glaubt Luz hätte es nicht nur auf Martin sondern auch auf Dianas ungeborenes Baby abgesehen.

Und dann kommt das Ende, auf das ich an dieser Stelle natürlich nicht weiter eingehen werde. Ich bin ja der Meinung, dass es per se keine guten oder schlechten Enden gibt. Es gibt nur Enden die zu dem davorgesehenen passen oder eben nicht. Im negativen Fall liegt das Problem in der Regel nicht im letzten Akt selbst, sondern an der Art und Weise wie man als Zuschauer zuvor dorthin geführt wurde. Im Fall von „Madre“ ist das Ende keineswegs schlecht und würde in einem anderen Film wahrscheinlich funktionieren. Hält man sich jedoch vor Augen was der Film in der Stunde davor macht und dem Zuschauer erzählt, passt das große Finale dann für mich leider überhaupt nicht zum gelungenen Rest des Films.

Falls ihr Lust habt den Film selbst zu schauen, habt ihr hier wie versprochen die Chance dazu:

 

Vielleicht ist ja auch unter den bisherigen Beiträgen der Reihe etwas für euch dabei…

1. Spurlos – Die Entführung der Alice Creed

2. Inhale – Um jeden Atemzug

3. Everybody’s fine

4. Trust – Die Spur führt ins Netz

5. The Returned – Weder Mensch noch Zombie

6. Retreat

7. Them

8. Rabbit Hole

9. The Sessions

10. Jack

11. Lake Mungo

12. Civic Duty

13. Callgirl

14. The Salvation

15. Transfer

16. Speak

17. Afflicted

18. Die Melodie des Meeres

19. Ares

9 Kommentare zu „Film: Madre (Streng geheime Filmtipps #20)

Gib deinen ab

  1. Hmm, sonst machst du mir mit dieser Reihe ja immer Lust auf den jeweiligen Film, aber nach dieser eher durchwachsenen Meinung werde ich glaube ich nicht zuschlagen…
    Wie bist du denn auf den Film gekommen? Einfach nur geschaut, was es so bei Netzkino gibt?

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    1. So durchwachsen fand ich den Film jetzt auch nicht. Immerhin war er gut genug für diese Reihe.

      Ich hatte mir ganz am Anfang der Filmreise Challenge mal eine Liste von Filmen erstellt, die für die jeweiligen Aufgaben in Frage kommen könnten. Madre war für die Südamerika Aufgabe eine Option. Nachdem ich dafür dann eine anderen Film gewählt hatte, war Ich trotzdem neugierig und hab ihn hält geschaut.

      Ich finde der Film ist auch ein gutes Beispiel für eure aktuellste Podcast Folge

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  2. Danke für die Vorstellung – wir haben ihn auch auf der Watchliste – aber so glaube ich ist es eher nichts für meinen Mann – eher nur für mich….Der nächste Strohwitwen-Abend…:-):-)

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    1. Wenn du ihn eh nicht anschaust, kann ich ja genauer darauf eingehen.

      !Spoiler!
      Am Ende schlitzen das Kindermädchen und der autistische Sohn die Mutter auf, reißen ihr das Baby aus dem Bauch und machen sich als Familie vom Acker.

      Das Ende ist natürlich ein echter Schocker, der in einem anderen Film richtig krass gewirkt hätte. In diesem Fall, wo 80 min lang gekonnt damit gespielt wird was nun real und was eingebildet ist, wirkt das einfach nur plump.

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      1. Also durch dieses kompromisslose Ende wird der Film dann doch wieder eine Spur interessanter.
        Wobei ich deine Hoffnung nach einem offenen Ende verstehen kann. Wobei so Filme wie The Game zeigen, dass eine Auflösung durchaus sein Gutes haben kann.

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        1. Es hätte meiner Meinung nach gar nicht offen sein müssen. Von mir aus hätte rauskommen können, dass das Kindermädchen böse ist und die Mutter recht hatte. Nur dieser Voodoo-Opfer-Scheiß hat für mich einfach nicht gepasst

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          1. Um jetzt mitreden zu können, müsste ich ihn gesehen haben. Also wird es zu einer Fortsetzung dieses Gesprächs wohl nie kommen.
            Streng geheim ist der Film ja, nur wird es schwierig, ihn als Tipp zu verkaufen, wenn man gleichzeitig das Ende schlecht bewertet.

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          2. Ja, ich habe auch lange überlegt, ob ich den in die Reihe aufnehme. Letztendlich fand ich den Film davor sehenswert und gehe davon aus, dass sich nicht alle an dem Ende stören werden. Deswegen die eingeschränkte Empfehlung

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