Film: Warrior (Flimmerfreundschaft #2)

Warrior
(c) Universum Film

Filmdaten:

Genre: Kampfsport/Drama
Mit: Tom Hardy, Joel Edgerton
Jahr: 2011
Land: USA
Regie: Gavin O’Connor
Länge: 140 min
OT: Warrior

Bei dieser Beitragsreihe handelt es sich um ein Format, das ich von der lieben Friedl und dem lieben Michael übernommen habe. Bei der Flimmerfreundschaft geht es darum, dass ich mir in jeder Ausgabe eine/n Filmfreund/in einlade, der /die mir dann einen Film aussucht, den ich anschaue soll. Umgekehrt suche auch ich einen Film aus, der meinem Pendan gefallen könnte. Dazu stellen wir uns gegenseitig zehn Fragen zum Film, die es zu beantworten gilt. Die Fragen haben dann entweder direkt mit einzelnen Aspekte des Films zu tun oder sind eher persönlicher Natur und haben nur indirekt etwas mit dem Film zu tun.

In diesem Beitrag habe ich meinen Freund Zack von Zacksmovie eingeladen, der den Film „Warrior“ für mich ausgesucht und mir dazu folgende zehn Fragen gestellt hat. Ich selbst habe mir für ihn den Film „Loving Vincent“ ausgesucht, den ich kürzlich hier auch vorgestellt habe. Meine Fragen dazu hat Zack dann auch ganz brav hier beantwortet.

Nun aber zu Zacks Fragen an mich zu „Warrior“:

 

1. Gavin O’Connor ist der Regisseur des Films. Kennst du andere Filme von ihm? Wenn ja, welche und wie beurteilst du seine Arbeit bei „Warrior“?

Bevor ich mir „Warrior“ angesehen habe, kannte ich bereits „Jane got a gun“ (2015) und „The Accountant“ (2016). Den Western mit Natalie Portman fand ich ganz gut, den Thriller mit Ben Affleck eher schwach. „Warrior“ ist natürlich um Klassen besser als die beiden genannten. Allerdings schätze ich O’Connors Arbeit als Regisseur hier deutlich geringer ein als im Hinblick auf seine Rolle als Drehbuchautor. Denn hier liegen für mich die größten Stärken des Films.

 

2. In Warrior dreht es sich ja auch um Kampfsport. Inwieweit ist „Warrior“ anders als andere Kampfsportfilme, wie z.B. „Rocky“, „Southpaw“ oder „Karate Tiger“?

Die große Stärke des Films liegt für mich wie gesagt im Drehbuch. Die Erzählweise ist kurz und prägnant. Wir erfahren über die Figuren nur das Nötigste, die Charaktere und deren Hintergründe sind nur so weit ausgeleuchtet wie der Zuschauer es braucht, um der Handlung zu folgen. Das gefällt mir prinzipiell gut. Auch dass es nicht nur den einen Helden gibt, dem wir die Daumen drücken, finde ich sehr gut. Ein weiterer Unterschied wird dann auch noch bei Frage 3 deutlich.

 

3. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen findet man in diesem Film kaum professionelle Kampfsportler. Wie schätzt du die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller ein?

Prinzipiell machen alle Darsteller im Film für mich einen guten Job. Allerdings finde ich die Kampfszenen an sich jetzt nicht sonderlich erwähnenswert. Sie gehen zwar auf Grund ihrer Brutalität ordentlich unter die Haut. Trotzdem hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Schauspieler hier über die Maßen anspruchsvolle Choreographien einstudieren mussten und/oder ein Trainingslager besucht hätten, in dem sie so etwas wie Kampfkunst erlernt hätten. Das war beispielsweise bei Rocky oder ähnlichen Filmen ganz anders.

 

4. Würdest du für Geld in den Ring steigen und dich vielleicht, vielleicht auch nicht, verprügeln lassen?

Das hängt davon ab um was für eine Art Turnier es sich handelt. Wenn es wie in Warrior um ein „Winner takes it all“- Event geht, bei dem die besten und brutalsten Fighter der Welt teilnehmen, würde ich natürlich nicht mitmachen, weil ich keine Chance hätte etwas zu gewinnen. Wenn es ein Amateur/Hobby-Event wäre, bei dem z.B. Filmblogger mitmachen und jeder eine fixe Teilnehmer-Gage oder Aufwandsentschädigung bekommt, wäre ich möglicherweise dabei 😉

 

5. Findest du nicht auch, dass Tommy doppelmoralisch handelt, indem er den Verwandtenstatus zu seinem Bruder leugnet, gleichzeitig in Selbstmitleid badet und obendrein die Kammeraden bei der Armee als Brüder/Familie bezeichnet, ihr aber mutwillig fernbleibt.

Ich würde es nicht doppelmoralisch nennen. Dass er die Verwandschaft zu seinem Bruder leugnet macht er ja nicht aus Scham oder um sich einen Vorteil zu verschaffen, sondern um wie im Ring gezielt zu verletzen. Beide Brüder wissen das. Zudem ist sich Tommy seiner Fehler bewusst und lehnt den Ruhm für seine „Heldentat“ auch ab. Ich finde auch nicht, dass er in Selbstmitleid badet. Ich finde er badet in Zorn. Das ist schon etwas anderes.

 

6. Für mich ist Nick Nolte die stärkste Besetzung im Film. Wie siehst du das?

Natürlich ganz anders 😉

Ich kann nur noch mal wiederholen, dass alle Darsteller, auch Nick Nolte, einen tollen Job machen. Trotzdem fand ich gerade die Figuren des Vaters und Brendans recht austauschbar. Den Vater hätte Bruce Willis, Tommy Lee Jones, Kris Kristofferson oder Mickey Rourke genauso gut spielen können. Brendan hatte auch von Matt Damon, Jake Gyllenhall oder Tobey Maguire verkörpert werden können. Ganz anders sieht es da bei Tommy aus. Hier fällt mir kein Schauspieler ein, der die Rolle besser hätte ausfüllen können als Tom Hardy. Alleine schon auf Grund seiner Physis und seiner Mimik. Das war schon in „Bronson“ unglaublich und ist hier noch mal intensiver. Für mich ist also ganz klar Hardy die stärkste Besetzung im Film. Zudem ist es für mich auch seine Figur, die den Film trägt.

 

7. Für einen Kampfsportfilm hat „Warrior“ einen sehr tiefgründigen – weil passenden – Score. The Nationals „About Today“ ist für mich ein exemplarisches Beispiel für den Einsatz guter Musik zu einer passenden Szene. Wie empfandest du die musikalische Unterstützung im Film im Allgemeinen und im Besonderen auf den Song „About Today“ bezogen?

Ok. Ich muss sagen ich kann mich überhaupt nicht an den Score erinnern. „About today“ habe ich mir extra für diese Frage noch mal angehört. Der Song ist wirklich sehr schön. Allerdings kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern an welcher Stelle im Film der vorgekommen sein soll. Also habe ich auch das recherchiert und finde, dass du Recht hast. Im Film ist mir die Musik aber überhaupt nicht aufgefallen, geschweige denn in Erinnerung geblieben.

 

8. Welche Szene hat dich am meisten und welche am wenigsten beeindruckt?

Der Film hat einen ganzen Haufen toller Szenen, die mich beeindruckt haben. Das Aufeinandertreffen der beiden Brüder am Strand, der krachende KO, mit dem Mad Dog zu Boden geht. Am besten hat mir jedoch die Szene gefallen, in der sich Tommy im Hotel um seinen total besoffenen Vater kümmert. Am wenigsten beeindruckt hat mich der Kampf zwischen Brendan und dem unbesiegbaren Überkämpfer Koba, den der viel zu alte, lange nicht mehr aktive und selbst zu seiner besten Zeit allenfalls mittelmäßige Kämpfer Brendan mal eben so gewinnt. Das war echt schwach.

 

9. Wie würde der Film für dich weitergehen, wenn sein Ende 5,10 oder 20 Minuten später wäre? Käme es zu einer Versöhnung? Würden die Brüder gemeinsam trainieren oder geht alles seinen alten Gang?

Ich denke schon, dass die Brüder sich versöhnen. Allerdings haben sie nichts gemeinsam und haben sich im Laufe der Jahre in vollkommen unterschiedliche Richtungen entwickelt. Gemeinsam trainieren werden die beiden wohl eher nicht. Ich kann mir Tommy nicht in einem Schickimicki-Gym vorstellen, in dem klassische Musik gespielt wird. Ich denke Brendan zahlt seine Hypothek und lebt weiter mit seiner Familie. Tommy wandert als Deserteur für einige Jahre in den Knast. Vielleicht besucht ihn Brendan da ab und zu.

 

10. Wie hat dir meine Filmauswahl für dich abschließend gefallen und wie siehst du die Chancen auf ein Fortbestehen unserer Flimmerfreundschaft?

Sehr gut! Ich bin froh, dass du diesen Film für mich ausgewählt hast, da er ohnehin schon lange auf meiner Liste stand. Auch für die Filmreise Challenge konnte ich ihn nutzen. Alles in allem ist „Warrior“ auf jeden Fall ein Highlight seines Genres. Insofern denke ich kann unsere Flimmerfreundschaft auf jeden Fall bestehen bleiben. 🙂

 

Das waren meine Antworten auf Zacks Fragen. Habt ihr „Warrior“ gesehen? Wenn ja wie fandet ihr den Film? Und was hättet ihr auf die zehn Fragen des Kollegen geantwortet?

Ich freue mich auf eure Kommentare und lade für die nächste Ausgabe meinen Kumpel Benni von FilmkritikenOD ein, damit der auch mal wieder etwas Vernünftiges auf seiner Seite veröffentlicht.

13 Kommentare zu „Film: Warrior (Flimmerfreundschaft #2)

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  1. Mal ganz davon ab, dass dir der Score nicht im Ohr geblieben ist und du auch sonst offensichtlich nicht darauf geachtet hast, gefallen mir deine Antworten sehr gut.
    Vielen Dank, dass wir mal etwas zusammen gemacht haben.

    Gefällt 1 Person

  2. Weiß nicht, ob ich mich bedanken soll, oder eine gegenteilige Reaktion eher angebracht wäre, ob dieser Ehre 😉
    Aber gut, du hast es so gewollt, daher werde ich mir einen netten Film und zehn zugehörige Fragen einfallen lassen.

    Bis wann hättest du denn gerne die Auswahl und wie soll der Film zugänglich sein (bestimmter Streaming-Dienst, DVD, hüst, etc.)?

    Gefällt 1 Person

  3. Bei mir ist es schon länger her, dass ich den Film gesehen habe, ich erinnere mich also nicht mehr an alles. Obwohl ich z.B. die Band The Nationals mag, kann ich mich z.B. überhaupt nicht mehr an den Soundtrack zum Film erinnern, auch gar nicht mehr groß an irgendwelche Schauspieler abgesehen von den Brüdern und der Ehefrau von Joel Edgerton.
    (Kampf-)Sportfilme sind jetzt auch nicht unbedingt meins, aber ich erinnere mich noch daran, dass ich den Film ziemlich gut fand und mir vor allem die Brüder- und Familiengeschichte sehr gefallen hat. 🙂

    Schön, dass du ihn auch mochtest! 🙂

    Gefällt 1 Person

  4. Den Film habe ich vor gar nicht sooo vielen Jahren gesehen und kann mich noch erinnern, dass mir einige Aspekte gefallen haben, andere mich genervt haben. Aber an Spezifisches erinnere ich mich praktisch gar nicht mehr. Ob das nun was über den Film oder mich aussagt, wer weiß…

    Von daher kann ich auch zu den Fragen nicht mehr wirklich was sagen. Wobei ich meine, dass ich damals auch Nick Nolte am besten fand.

    Gefällt 2 Personen

  5. Hatte dir hier ja schon mal verraten, dass das für mich einer der stärksten Martial-Arts-Filme ist, die ich kenne. Ich sehe einige Punkte dann doch etwas anders, beispielsweise der Kampf gegen Koba. Den hat Brendan m.E. nicht mal einfach so gewonnen – das war schon ein extrem hartes Stück, bei dem all seine technischen Fähigkeiten rausholen musste. Für mich exemplarisch dafür, wie schön gegensätzlich die beiden Brüder dargestellt werden – der eine der brutale Haudrauf, der andere der Techniker – und damit die beiden Ansätze dieses Sports hervorheben.
    Für mich waren auch sowohl Nick Nolte als auch Joel Edgerton schauspielerisch sehr stark. Die beiden Szene, bei denen mir die Tränen gekommen sind (und das bei einem Film dieses Genres) waren die Hotel-Szene und das Ende. Beide für mich wahnsinnig emotionale Momente!
    Bei einem Bloggerturnier wäre ich sofort dabei! ^^

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    1. „Den hat Brendan m.E. nicht mal einfach so gewonnen – das war schon ein extrem hartes Stück“

      Ja das stimmt. Hab ich wohl zu lapidar dahin gesagt. Trotzdem fand ich es blöd, dass die besten Kämpfer der Welt sich an Koba die Zähne ausgebissen haben und der wie gesagt mittelmäßige Brendan es dann schafft. Technik hin oder her.

      „Bei einem Bloggerturnier wäre ich sofort dabei! “

      Moment mal! Hast du irgendwelche Kampfsportvorerfahrungen? Oder nur Street Fights und Kinoprügeleien? 😉

      Gefällt 1 Person

      1. Die sind durchaus vorhanden ^^
        Will aber nicht zu viel verraten, weil ich unbedingt so einen typischen Anime-Moment erreichen will, bei dem alle noch über mich lachen und nach dem einzigen Schlag, den ich brauche, total verdutzt aus der Wäsche gucken 😉

        Gefällt 1 Person

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