Filmlogbuch #15 – 10 kurze Kurzkritiken

Logbuch

Hallo Filmfreunde,

herzlich willkommen zu einem neuen Eintrag in meinem Filmlogbuch, in dem ich meine zehn zuletzt gesehenen Filme festhalte und kurz vorstelle. Viel Spaß mit folgenden zehn kurzen Kurzkritiken:

1. Barry Seal: Only in America (2017) – Biographie/Actionkomödie

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Von diesem Film hatte ich im Vorfeld nur sehr wenig gehört und dementsprechend kaum Erwartungen an ihn. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und handelt von dem windigen Piloten Barry Seal (Tom Cruise), der sich im Diensten des CIA als Drogen- und Waffenschmuggler ein wahres Kurrier-Imperium aufbaut und alsbald nicht mehr weiß, wohin mit seinem ganzen Geld. Der Film ist rasant und amüsant, gleichzeitig aber auch erschreckend, dass so etwas tatsächlich passiert ist. Von daher halte ich „Barry Seal: Only in America“ für durchaus sehenswert.

 

2. Tully (2018) – Drama

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In diesem Film spielt Charlize Theron Marlo, eine überforderte Mutter von drei Kindern. Der Ehemann ist keine Hilfe, die Schule macht Probleme und auch das Geld ist knapp. Der Film zeigt sehr schön, wie unromantisch das Elternsein manchmal sein kann und noch mehr wie anstrengend das Muttersein tatsächlich und ungeschönt ist. An Schlaf ist kaum zu denken, die Brustwarzen sind wund vom Stillen und auch die Toilettengänge werden zur Qual. Zur eigenen Entlastung engagiert Marlo eine Nachtnanny, die sich nachts um alles kümmert. Die beiden Frauen freunden sich an und Marlo bekommt ihr Leben allmählich wieder auf die Reihe und findet zurück zu sich selbst. Der Film ist sehr realistisch und dennoch warmherzig. Für mich einer der besten, die ich letztes Jahr gesehen habe.

 

3. Deadpool 2 (2018) – Superhelden/Actionkomödie

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Ich mochte den ersten Teil und war demnach sehr gespannt, was die Fortsetzung bringen würde. Um es kurz zu machen: Noch mehr lustiges Meta-Blabla, dafür umso weniger sinnvolle Handlungselemente. Für sich genommen wäre der Film stinklangweilig, wenn eben die zahlreichen Anspielungen, Querverweise und dummen Kommentare Deadpools nicht wären. Eigentlich ist der Film streng genommen ziemlich schwach, macht aber unter dem Strich dann doch irgendwie Spaß. Allerdings fürchte ich, dass diese Formel nicht noch einen weiteren Film tragen wird. „Deadpool 2“ ist für Fans des Vorgängers auf jeden Fall noch sehenswert.

 

4. Das Leuchten der Erinnerung (2017) – Drama/Komödie

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Dieser Film mit Helen Mirren und Donald Sutherland erinnert inhaltlich schon sehr an den deutschen Film „Honig im Kopf“. Die rüstige Rentnerin Ella unternimmt mit ihrem an Gedächtnisschwund leidenden Ehemann John eine letzte Reise, die sie schon immer gemeinam machen wollten. Dabei erleben sie einige Abenteuer und erinnern sich an die gemeinsame Vergangenheit. Ähnlich wie „Honig im Kopf“ ist der Film in Anbetracht des ernsten Themas doch ziemlich seicht geraten. Dennoch ist „Das Leuchten der Erinnerung“ alles in allem der deutlich bessere Film. Eine Mischung aus Roadmovie, Drama und Komödie, der meiner Meinung nach durchaus sehenswert ist.

 

5. The Death of Stalin (2017) – Politik-Groteske

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Dieser Film ist echt schräg. Von meinem Kumpel auf der Filmlichtung empfohlen habe ich mir „The Death of Stalin“ angeschaut. Nachdem der russische Diktator stirbt, streiten die Mitglieder des Zentralkomitees darum, wie es nun mit der Soviet Union weitergehen soll. Dabei ist allerlei Inkompetenz, Unmenschlichkeit und Machtgier im Spiel. Das alles vermischt der Film zu einer pechschwarzen Komödie, die es vermutlich mit der Geschichtstreue nicht ganz so ernst nimmt. „The Death of Stalin“ ist sicherlich kein Film für jederman, auch wenn er mir persönlich gefallen hat und ich ihn für sehenswert halte.

 

6. Tomb Raider (2018) – Action/Abenteuer

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Ich habe weder eins der unzähligen Videospiele jemals gespielt, noch einen der beiden Angelina Jolie Filme gesehen. Man kann also sagen, dass ich unvoreingenommen an den Film heran gegangen bin. Naja, ich mag Alicia Vikander. Ganz so unvoreingenommen war ich dann also doch nicht. Jedenfalls ist „Tomb Raider“ ein Abenteuerfilm, der jetzt nicht unbedingt schlecht ist. Aber so richtig spannend ist er auch nicht. Wir lernen die junge Lara Croft kennen, die auf einer japanischen Insel ihren Vater sucht, der seit Jahren bei einer Expedition verschollen ist. Einige Szenen sind total unnötig und ziehen den Film nur in die Länge. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.

 

7. It comes at night (2017) – Mystery-Thriller

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Auch wenn der Titel es möglicherweise vermuten lassen könnte, handelt es sich bei diesem Film nicht um einen Pornofilm. Es geht um eine Familie, die sich in ihrem Zuhause verbarrikadiert, nachdem ein tödliches Virus ausgebrochen ist. Schon bald ist nicht mehr klar, ob die wahre Gefahr außerhalb oder nicht doch innerhalb der eigenen vier Wände lauert. Der Film ist auf jeden Fall atmosphärisch gut gemacht und in seinem Aufbau interessant. Am Ende ist aber weder das Geschehen im inneren des Haus, die Interaktion der handelnden Figuren, noch die Gefahr draußen in Form des mysteriösen Virus packend genug erzählt. Das macht „It comes at night“ zu einem ganz netten Filmchen, das aber irgendwie nur halbgar daherkommt.

 

8. Alles Geld der Welt (2017) – Entführungsthriller

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Der Film erzählt die wahre Geschichte um die Entführung des Milliardärenkels John Paul Getty III, die 1973 die Welt in Atem hielt. Prinzipiell ist Ridley Scotts neuester Film durchaus sehenswert. Allerdings geht er meiner Meinung nach viel zu lang und Mark Wahlbergs Figur wirkt irgendwie fehl am Platz. Dafür spielt Michelle Williams die Mutter des entführten Jungen sehr überzeugend. Auf der einen Seite ekelt man sich als Zuschauer/in über die emotionale Verkommenheit des stinkreichen Großvater, der selbst in Anbetracht der Lage seines Enkels nur ans Geld denkt. Auf der anderen Seite wirken einige Szenen und Handlungselemente so überzogen, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass dies tatsächlich so passiert sein soll. Alles in allem ist „Alles Geld der Welt“ ein sehenswerter Film, der jedoch auch ein paar gröbere Schwächen aufweist.

 

9. Ein Kind zur Zeit (2017) – Drama/Mystery

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In dieser Verfilmung des Ian McEwan Romans spielt Benedict Cumberbatch einen Vater, der nach dem Verschwinden seiner Tochter mit dem Verlust klarzukommen versucht. Es geht generell um Trauer und Hoffnung, aber auch um Kindheit und Kindsein und irgendwie auch um eine Art Zeitreisen. Ein Film, der seine Geschichte sehr gemächlich erzählt, den ich aber vor allem dank der sehr guten Darsteller als sehr packend und interessant erlebt habe.

 

10. Green Book (2018) – Drama/Komödie Biographie

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Einen der aktuellen Oscar Kandidaten habe ich ganz frisch im Kino gesehen. Darin spielt Viggo Mortensen einen Chauffeur, der den genialen Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) auf einer Konzertreise durch die rassistischen Südstaaten der 1960er Jahre begleitet. Im Film geht es neben Rassismus und Vorurteilen vor allem um eine Freundschaft zweier grundverschiedener Typen. Das ist jetzt nicht unbedingt neu aber auf jeden Fall lustig, emotional und unterhaltsam. Ein sehr schöner Film zum Jahresbeginn.

 

Das waren die zehn Filme dieses Logbucheintrags. Habt ihr welche davon gesehen? Und stimmt ihr mir zu? Ich freue mich auf eure Kommentare. Bis bald,

Euer Ma-Go

20 Kommentare zu „Filmlogbuch #15 – 10 kurze Kurzkritiken

Gib deinen ab

  1. Tja, die beiden einzigen Filme, die ich gesehen habe (…Stalin und …at night) sehen wir ganz ähnlich. Tully ist auf meiner Liste. Bei Deadpool habe ich irgendwie das Gefühl, dass es keinen zweiten Teil gebraucht hätte, aber früher oder später sehe ich ihn wahrscheinlich doch. American made und vermutlich Green Book auch. Bei Letzterem muss ich erst mal die Umschreibung „Driving Miss Daisy 2: This Time The Racist Sits in The Front“ vergessen… 😉

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  2. Ich liebe Green Book, den Tomb Raider Film fand ich furchtbar (und nicht nur, weil ich die Spiele so mag). Tully und Death of Stalin will ich auch unbedingt noch sehen.

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  3. Barry Seal muss ich mir auch mal angucken. Ich empfand bei Deadpool das genaue Gegenteil, der zweite Teil war im Gegensatz zum ersten Teil richtig gut, mit einer Handlung die einen Film trägt, mehr Metaspielchen, selbst die Witze waren besser. The Death of Stalin empfand ich eher als Durchschnittlich, irgendwie war der nicht rund.

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  4. Gesehen habe ich davon nur „Death of Stalin“ und „All money in the World“.
    Den ersten mag ich etwas mehr als du (zumindest nach den Sternen). Besonders das Ende war nochmal ein Schlag in die Magengrube.
    Dem Scott-Film hat für mich jegliches Tempo gefehlt und Whalberg war eine krasse Fehlbesetzung. Keine Katastrophe von Film, aber doch ziemlich zäh.
    „Green Book“ will ich unbedingt noch sehen – im besten Fall noch vor den Oscars 😀

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    1. Da ich meine Beiträge immer schon sehr weit im Voraus plane, liegen die jeweiligen Sichtungen bei der Veröffentlichung schon eine Weile zurück. Bei All the money in the world z.B. bin ich selbst ein wenig über die 3 Sterne überrascht. Denn meine Erinnerung an den Film ist heute etwas negativer. Von daher vergiss das mit den Sternen. Das ist nur eine Spielerei.

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  5. 15 Likes aber kein Kommentar, da machen wir es doch mal andersherum:

    Death of Stalin fehlt mir noch eine Stunde, habe aber keine große Muße, den weiterzuschauen.
    Deadpool 2 stimme ich in den meisten Punkten überein, aber gerade das Ende verspricht einen grandiosen 3. Teil (wenn sie das Potenzial ausnutzen, versteht sich).
    Den Rest habe ich nicht gesehen.

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    1. Ja wie jetzt? Kein Like, obwohl ich dir folge und alle Beiträge like ohne sie gelesen zu haben? Ich denke ich werde dich (mal wieder) blockieren müssen.

      Welches Potenzial iehst du denn für Deadpool 3? Ich sehe nur die Möglichkeit lustige Zeitreisen ohne großen narrativen Zusammenhang aneinander zu reihen. 😛

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  6. Diesmal habe ich erstaunlich wenig von diesen Filmen gesehen 🙂
    Tomb Raider gegenüber bin ich etwas positiver gestimmt. Ich fand Vikander toll und die Story war eine solide Mischung aus dem ersten und zweiten Reboot der Spieleserie. Bei The Death of Stalin bin ich voll bei dir. Bei Deadpool 2 allerdings muss ich konstatieren, dass er mir im Kino noch gefallen hat – bei der Zweitsichtung zu Hause war ich dann aber herbe enttäuscht. Der erste Teil lebt ja von seiner Unkonventionalität – aber mit der Fortsetzung ist er selbst konventionell geworden.
    Tully, All the Money in the World und Green Book stehen schon lange auf meiner Liste 🙂

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    1. In der Tat erstaunlich. Zumal ich dieses mal fast nur aktuelle Filme auf der Liste habe. Naja, sind ja aber auc nicht alle sehenswert. Von Tully bin ich nach wie vor begeistert. Von Green Book mittlerweile nicht mehr ganz so. Aber schön und sehenswert ist er nach wie vor 🙂

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  7. Habe ganze drei von diesen zehn Filmen gesehen 😀 It Comes At Night und Deadpool fand ich beide besser als du, besonders bei Deadpool empfand ich es genau umgekehrt. Teil 1 hatte für mich nicht wirklich eine Handlung, während Teil 2 gerade mit dieser und einfach mehr von allem für mich überzeugen konnte 🙂
    Green Book fand ich wie du ebenfalls klasse, einfach ein Feel-Good Film und ja jetzt überraschender Oscargewinner 😉

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    1. Dass Green Book gewinnt hätte ich echt nicht gedacht. Zumal der Film ja doch recht kontrovers aufgenommen wurde.

      Die Sache mit Deadpool hat der Kollege Eccehomo auch schon angesprochen. Wie gesagt, ich erinnere mich nur noch verschwommen an den ersten Teil (und die Erinnerung an den zweiten verblasst auch schon wieder). Von daher könnte ich mich da auch täuschen 😉

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