Film: Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody
© 2018 20th Century Fox

Filmdaten:
Genre:
Musiker-Biographie
Mit:
Rami Malek
Jahr:
2018
Land:
USA
Regie:
Brian Singer
Länge:
134 min
OT:
Bohemian Rhapsody

 

Hallo Filmfreunde,

auch wenn mir jetzt wahrscheinlich einige von euch direkt entfolgen und mich noch mehr Leute blockieren werden, von den Beschimpfungen und Zurechtweisungen mal ganz abgesehen, sage ich es direkt zu Beginn ganz offen heraus. Ich mag die Musik von Queen nicht sonderlich. Jetzt da das gesagt ist, können wir von mir aus über den Film „Bohemian Rhapsody“ sprechen.

Als Nichtkenner der Bandgeschichte lasse ich den Aspekt der Faktentreue mal beiseite, obwohl mir glaubhaft versichert wurde, dass sich der Film hier und da ein paar dramaturgische Freiheiten nimmt. Ich verstehe, wenn das echte Fans verärgert. Ich selbst hatte aber nicht das Gefühl, dass der Film deswegen konstruiert oder unrund wirkt. Ganz im Gegenteil, die Geschichte fügt sich alles in allem wunderbar zusammen und weist so gut wie keine Längen auf, was im Hinblick auf die mit 134 Minuten doch nicht gerade kurze Laufzeit bemerkenswert ist.

Im Zentrum des Films steht weniger die Band selbst als viel mehr deren legendärer Frontmann Freddy Mercury. Für meinen Geschmack schafft es der Film sehr gut eine ausgeglichene Balance zwischen der Musik des Künstlers und dem Drama des Menschen dahinter zu halten. Man erhält Einblicke in einige wichtige Aspekte im Leben des Musikers, ohne dass dabei der Mythos um ihn ausgeschlachtet wird. Gespielt wird Mercury von Rami Malek, der für seine Darbietung von allen Seiten gelobt wird. Ich persönlich kann das nur teilweise nachvollziehen. Das erste, das mir bereits nach wenigen Sekunden in die Augen sprang, waren Maleks künstliche Zähne. Diese sind meiner Meinung nach bei aller Liebe etwas extrem groß geraten und es sah für mich so aus, als hätte der Schauspieler große Mühe überhaupt damit zu sprechen. Auch fand ich es zu Beginn äußerst irritierend wie oft und ausgiebig Malek sich über die Lippen und seine künstlichen Zähne leckte. Ich weiß, dass der echte Mercury das auch gemacht hat und auf Grund seiner Anatomie auch machen musste. Ich habe mir jedoch direkt im Anschluss an den Film extra ein paar Mercury Interviews angeschaut und finde nicht, dass der Sänger dort so intensiv mit seiner Zunge gearbeitet hat wie es Malek im Film tut oder tun muss.

Auf der anderen Seite gelingt es Malik jedoch sehr gut Mercurys Bewegungen, Blicke und Körperhaltung zu imitieren. Gerade die Bühnenauftritte sind ganz große Klasse.

Wenn wir schon auf der Bühne sind, führt das nahtlos zum eigentlichen Herzstück des Films. Die Musik von Queen. Wie ich eingangs erwähnt habe, bin ich absolut kein Queen-Fan. Doch selbst mir viel es in den allermeisten Szenen schwer die Füße still zu halten. Der Sound, der im Kino natürlich noch mal um einiges besser wirkt, war beeindruckend und die Energie, die die Band bei ihren Auftritten versprüht haben muss, kam auch bei mir sehr gut rüber. Insofern hatte der Gang ins Kino durchaus auch etwas von einem Konzertbesuch. Vor allem das Finale im alte Wembley Stadion fand ich grandios.

Bohemian Rhapsody“ habe ich mir im Rahmen der Filmreise Challenge angeschaut. Dort lauten die Aufgaben 48-50: Schaue drei Filme, in denen es um einen Musiker oder eine Band geht. In „Bohemian Rhapsody“ geht es gewissermaßen um beides und ich bereue es ganz sicher nicht dafür ins Kino gegangen zu sein.

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15 Kommentare zu „Film: Bohemian Rhapsody

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  1. Tatsächlich waren Maleks künstliche Zähne auch das erste, was mir im Werbematerial negativ aufgefallen ist. Klar, Mercury hatte einen Überbiss, aber das hier schien mir schon nahe an der Parodie.

    Aber jetzt ist der Film teils so negativ und teils so positiv besprochen worden, dass ich ihn früher oder später wohl doch mal selbst sehen muss.

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    1. Absolut. Der Parodiegedanke kam mir auch.

      Wie gesagt, ich kann ein paar Kritikpunkte ganz klar nachvollziehen. Warum der Film aber von manchen so richtig mies aufgenommen wurde, erschließt sich mir nicht.

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  2. Ich sehe den Film ja deutlich kritischer und muss sagen, dass ich Malek solide fand, mehr nicht. Technisch fand ich den Film schwach, gerade die LIVE Aid Sequenz ist nicht gerade gut. Auch das mit der Faktentreue ist so ein Sache. 70% des Films ist mehr oder weniger erfunden oder gelogen, was mich wirklich stört. Aber der Film reißt mit, was eindeutig an der Musik liegt.

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      1. Ich weiß es ist schwierig ein volles Stadion nachzubilden, aber während dieses Konzerts, bei dem 80.000 Zuschauer da waren, wirkt diese Computeranimation billig. Man hätte einen Teil der Menge (1.000-2.000 Leute) wirklich Filmen sollen, um eine höhere Authentizität zu schaffen, da hilft mir der Pepsibecher auf dem Flügel nicht weiter. So zeigt der Film nicht, wie stark dieses Konzert gewirkt hat, was er mit einer ziemlich billigen Szene aus dem Callroom versucht zu kompensieren.

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  3. Hm, die Kritik an den Zähnen kann ich voll und ganz nachvollziehen. Das sah wirklich grotesk aus. Erinnerte mich an den Loriot-Sketch mit Vic Dorn aka Viktor Dornberger 😊
    Was die Faktentreue angeht: Natürlich ist die Story arg gerafft und einige Details waren vielliecht nicht in der korrekten Chronologie angeordnet. Aber das hat mich nur bedingt gestört. Ich bin aber auch nicht der allergfrößte Queen-Fan auf Erden. Bei denen kann ich dann schon verstehen, dass man sich an den Ungenauigkeiten stört. Aber der Film erhebt letzlich auch nicht den Anspruch einer Dokumentation. Dann hätte das ganze Ding 5 Stunden dauern müssen, was die beinharten Queen- Fans ganz sicher entzückt, den Rest des Publikums aber abgeschreckt hätte.

    Für mich war der Film eines DER Kinohighlights in 2018.

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    1. Da ist er also! Der Kommentar ohne Like 😉

      „Dann hätte das ganze Ding 5 Stunden dauern müssen, was die beinharten Queen- Fans ganz sicher entzückt, den Rest des Publikums aber abgeschreckt hätte.“

      An der Stelle könn man dann fragen welche Nicht-Queenfans sich den Film überhaupt anschauen. Von uns beiden schrägen Vögeln mal abgesehen 😉

      Was waren noch so deine übrigen Highlights?

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      1. Den Like haben ich eben noch mal schnell nachgeholt. Sorry. Aber mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen fällt mir inzwischen zu erlegdigen, überfordert mich zusehends. 😊

        Ich denke, dass Queen – ähnlich wie The Beatles, ABBA und den Stones von vielen gemocht werden. Zumindest deren Musik ist zeitlos und alle hatten jede Menge radiotaugliche Hits. Bei Queen sind es dann Radio Ga Ga, We are the Champions und Anotherone bites the Dust. Im heutigen Formatradio werden die dann halt ständig gespielt. Habe ich mir zumindest sagen lassen🤔
        Hinzu kommt, dass Freddie halt eine ganz besondere Persönlichkeit war, von der man auch als Nicht-Queen Fan nicht vermeiden konnte, etwas aus den Medien zu erfahren.
        Ich kenne viele Leute, die in dem Film waren und nicht schon seit ihrer Jugend A Night at the Opera oder The Works im Schrank stehen haben. Dennoch sind diese Leute in den Film gegangen. Eben weil er halt gut ist und sich das rumgesprochen hat. Qualität setzt sich letzlich eben immmer durch….

        Mein Highligts 2018 (neben Bohemian Rhapsody)
        – A Star is Born
        – Deadpool 2
        – Werk ohne Autor
        – Avengers – Infinity War
        – in den Gängen
        (Reihenfolge soll keine Wertung sein)

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        1. „Den Like haben ich eben noch mal schnell nachgeholt. Sorry.“

          Das sollte kein Vorwurf sein. Ich wollte damit nur belegen, dass das vorkommt. Wie gesagt, sind mir Kommentare viel lieber und wichtiger 😉

          Deadpool 2 habe ich ja auch gesehen. DEr war (wieder) amüsant. Allerdings deutlich schwächer als der erste Teil. Des Rest habe ich (noch) nicht gesehen.

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          1. Na, Du kannst dir für deinen 2019er-Kinobesuch auch noch etwas Zeit lassen 😉
            Ach ja, Isle of Dogs von Wes Anderson war im letzten Jahr auch noch wirklich herausragend. Unbedingt anschauen

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  4. Ich habe den Film 3 mal im Kino gesehen. Das liegt daran,dass ich Queen nicht besonders gut kannte (ich kannte Freddie und die Musik,aber da hört es dann auch schon auf). Nachdem ich den Film aber gesehen hab höre ich fast nur noch Queen und auch Rami Malek und Freddie Mercury interessieren mich jetzt sehr. Ich hab eigentlich auch kein Problem mit den Fake-Zähnen und werde mir den Film definitiv kaufen.

    Gefällt 2 Personen

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