Film: Power Rangers – Über Nostalgie und falsche Erinnerungen

power rangers
© Studiocanal

 

Filmdaten:
Genre:
Action-Fantasy
Mit:
Dacre Montgomery, Naomi Scott, RJ Cyler
Jahr:
2017
Land:
USA
Regie:
Dean Israelite
Länge:
124 min
OT:
Power Rangers

Hallo Filmfreunde,

jetzt mal Hand auf’s Herz. Wer von euch hat denn als Kind gerne die Power Rangers geschaut? Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich vor über 20 Jahren meine Sonntage in der Regel damit begann, auf RTL den (zunächst) fünf Teenies in bunten Anzügen beim Durchdiegegendhüpfen zuzuschauen. Als Kind hatte ich, wie ihr wahrscheinlich wisst, wenig Interesse an Superhelden. Die X-Men fand ich cool. Die Turtles waren jedoch die Größten. Daneben war dann nur noch Platz für die Mighty Morphin Power Rangers.

Als 2017 dann für mich etwas überraschend ein neuer Power Rangers Film in die Kinos kam, hatte ich mir zunächst fest vorgenommen diesen zu schauen. Meine anfängliche Euphorie erlosch jedoch schnell wieder, als ich mich daran erinnerte was Jonathan Liebesman und Dave Green wenige Monate zuvor mit meinen geliebten Turtles angestellt hatten. „Teenage Mutant Ninja Turtles“ und „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of Shadows“ waren für mich nämlich jetzt nicht unbedingt cineastische Glücksmomente.

Im zweiten Anlauf hat es dann doch noch mit mir und den Power Rangers von 2017 geklappt. Auch dank mehrfachen Drängens meines Kumpels Zacksmovie, der den Film auf seiner Seite recht wohlwollend besprochen und ihn mir wiederholt empfohlen hat. Tja, was soll ich sagen? Wie so oft sind Zack und ich nicht einer Meinung. Denn „Power Rangers“ ist für mich alles andere als ein guter Film. Ganz im Gegenteil. Ähnlich wie die beiden angesprochenen Turtles-Filme hat „Power Rangers“ so viele Schwächen, dass der Film mir einfach keinen Spaß gemacht hat. Und das obwohl ich während der gesamten Laufzeit meine Nostalgiebrille nicht von der Nase nahm.

Für diesen Beitrag hatte ich mir ein paar Aspekte überlegt warum der Film aus meiner Sicht schlecht ist und musste feststellen, dass es im Grunde die gleichen waren, die mir bereits bei den Turtles negativ aufgefallen waren. Eine absurde Story, grauenhafte Dialoge, schwache Charaktere, langweilige Kampfchoreographien und bestenfalls mittelmäßige Schauspieler. Enttäuscht darüber was für ein Trauerspiel ich da gerade erlebt hatte, suchte ich mir auf Youtube ein kleines Best-Of der Originalserie aus den 1990ern, um in wohligen Erinnerungen zu schwelgen. Hier das Video dazu:

 

Nach diesem Video fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Alles was mir im Film missfallen hatte war in der Serie, an die ich nur die positivsten Erinnerungen abgespeichert hatte, in noch viel gravierenderer Form zu beobachten. Das Video spricht hier wahrlich Bände. Insofern müsste man ehrlicherweise konstatieren, dass der Film die Serie und vor allem deren Trashfaktor eigentlich sehr gut umgesetzt hat. Die Frage ist nun, ob das tatsächlich so gewollt war. Vielleicht liegt das Problem ja gar nicht im Film sondern bei mir.

Vielleicht fand ich den Film „Power Rangers“ auch deswegen so schlecht, weil er mir unterbewusst vor Augen führte, dass meine einst geliebte Serie damals auch schon scheiße war und nur in meiner Erinnerung von mir selbst zu etwas Großartigem verklärt wurde. Weil er mir mit schadenfreudigem Grinsen klar macht, dass meine Eltern am Ende Recht hatten und es sich bei meiner Serie lediglich um unsinnigen Schund handelte. Der Film wäre gewissermaßen ein Vandale, der das Denkmal meiner Kindheitserinnerung schändet und beschmutzt.

Doch kann man das einem Film wirklich vorwerfen? Dass er genauso schlecht ist wie seine Vorlage und damit die Erinnerung eines Fans zerstört? Vielleicht sollte man sich an einem gewissen Punkt einfach eingestehen, dass alles seine Zeit hat und die Vergangenheit und die damit verbundenen Erinnerungen einfach ruhen lassen. Für mich war das jedenfalls garantiert der letzte „Power Rangers“-Film. Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss mir den neuen Trailer zur Realverfilmung des „König der Löwen“ anschauen…

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14 Kommentare zu „Film: Power Rangers – Über Nostalgie und falsche Erinnerungen

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      1. Ja das ist ja meine Befürchtung… und wahrscheinlich gehe ich auch wieder ins Kino, wenn der läuft… auch wenn ich wahrscheinlich (wie schon bei die Schöne und das Biest) genau den gleichen Film wie 1994 bekomme, nur halt neu animiert. Eigentlich will ich mich jedes Mal weigern und lande dann doch wieder im Kino… scheiß Neugier^^

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  1. Tja, ich konnte mit den sich mächtig verformenden Forstbeamten nie viel anfangen. Ich glaube ich war damals schon etwas zu alt für die Serie. Deshalb hat mich der Film auch so gar nicht so interessiert. Ich habe aber letztens einen Ausschnitt der Schurkin gesehen und zumindest die Schauspielerin hat so wunderbar overactet, dass es eine Freude war. Aber das reicht vermutlich nicht, um den ganzen Film zu sehen.

    Gefällt 1 Person

  2. Du brauchtest erst den Film um zu realisieren, dass auch die Serie Trash war?? 😅
    Ich hab sie damals auch gerne geschaut. Kein Wunder: Bunte Ninjas, riesige Monster und Roboter – alles dabei, auf was man als Kind so steht. Da würde ich mich im Nachhinein nicht schämen – höchstens für die Dreistigkeit der Produzenten, uns mit solchem Müll zu füttern und ihn dann auch noch perfekt auf die Zielgruppe anzupassen.
    BTW: Den Film habe ich nicht geschaut und dabei wird es wohl auch bleiben 😄

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