Halloween Spezial: 31 Blogger’s Gruselstories (1) – Ein Kuss mit Christopher Walken

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Ein Text der lieben Franziska von Adoring Audience:

Ich habe mich nie gerne gegruselt. Aber ich habe mich immer dann gegruselt, wenn ich es „musste“. Wenn zum Beispiel ein Schauspieler mitspielte, den ich mochte. Einer der ersten Horror-Filme, an die ich mich erinnere und bei denen das der Fall war, ist Tim Burtons SLEEPY HOLLOW.

Manch anderer wird SLEEPY HOLLOW als harmlose Grusel-Fantasy abtun, aber es ist ja für jeden etwas anderes, was er als furchteinflößend empfindet. Der Grund, warum ich den Film sah, war natürlich Johnny Depp. Der war damals – als ich 14 war – auch noch cool. Zusammen mit meiner besten Freundin, die den Film mit mir angeschaut hat, saß ich auf ihrem Bett. Ich, im Schneidersitz, ein Kissen vor die Brust geklemmt, nur für den Fall, dass man es braucht. Meine Freundin kannte den Film schon und bekam von mir im Vorfeld die klare Anweisung, mir zu sagen, wann es gruselig wird. Geholfen hat es natürlich nicht. Besonders in Erinnerung geblieben, ist mir bis heute Christopher Walken als kopfloser Reiter. Oder genauer gesagt die Transformation des kopflosen Reiters gegen Ende des Films.

 

Ich fand es absolut furchteinflößend bei dieser Verwandlung zuzusehen. Wenn die Sehnen den Schädel umschlingen, die Haare in Millisekunden nachwachsen und die Zunge aus dem Mund hängt, da kann man es schon mal mit der Angst zu tun bekommen. Am schlimmsten war aber dann das Endergebnis. Das wilde Haar, die spitzen Zähne und der irre Blick von Christopher Walken und der blutige Todes-Kuss im Anschluss waren zuviel für mich.

 

Jahrelang hatte ich deshalb Angst vor Christopher Walken. Immer, wenn er in einem Film zu sehen war, bin ich innerlich schon zusammengezuckt. Es hat auch nicht geholfen, dass Walken in den anderen Filmen, die ich gesehen habe, immer den Bösewicht verkörpert hat. Das hat den ersten Eindruck nur noch verstärkt. Über meine Angst vor Christopher Walken bin ich zwischenzeitlich hinweggekommen. Durch den Film CATCH ME IF YOU CAN. Vielleicht lag es daran, dass er in diesem Film nicht den klassischen Bösewicht spielt. Vielleicht auch einfach daran, dass Walken ein großartiger Schauspieler (und Tänzer – ich sag nur „Weapon of Choice“) ist. Ich habe einfach nur länger gebraucht, bis mir das aufgefallen ist.

Im Studium habe ich dann ein Seminar zum Thema „Angst und Schrecken“ besucht. Gerade, weil ich so schreckhaft bin. Da haben wir dann u.a. den Splatterfilm HIGH TENSION von Alexandre Aja gesehen – ein französischer Horrorstreifen, der meines Wissen in Deutschland immer noch auf dem Index steht. Im direkten Vergleich dazu wirkt SLEEPY HOLLOW fast schon zahm. Auch wenn mir der Film definitiv zu blutig war, mochte ich die Geschichte und die Interpretation von HIGH TENSION mehr als das Geplänkel bei SLEEPY HOLLOW. Der Horrorfilm wird nie mein Lieblingsgenre werden, allerdings werde ich auch weiterhin beim Horrorfilm als Zaungast vorbeischauen. Mein nächster Ausflug in die Welt des Horrors wird A QUIET PLACE. Der Screener ist bereits bestellt.

 

Franziska teilt auf ihrem Blog adoringaudience.de schon seit über fünf Jahren ihre Leidenschaft für Filme, Serien, NT-Live-Übertragungen und britische Schauspieler mit dem Rest der Welt. So entstanden schon über 700 Kritiken und filmpolitische Texte. Schwerpunkt ist dabei die amerikanische und europäische Film- und Serienlandschaft.

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28 Kommentare zu „Halloween Spezial: 31 Blogger’s Gruselstories (1) – Ein Kuss mit Christopher Walken

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  1. Sleepy Hollow hat mich bei der ersten Sichtung auch noch ziemlich mitgenommen, bei der zweiten war der Gruselfaktor aber irgendwie dann schon wieder verflogen😅. Ich kann übrigens sehr gut nachvollziehen was da zu Walken geschrieben steht, mir ging es nämlich mit einem anderen Schauspieler ganz ähnlich…als ich Sam Neill in Event Horizon gesehen hab, konnte ich ihn danach eine ganze Zeit lang in keinem Film mehr sehen ohne mir sofort zu denken „Der führt was im Schilde, also passt auf und vertraut dem nur ja nicht!“ 🤣
    Und übrigens…A Quiet Place ist wirklich genial😍👍

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  2. High Tension ist tatsächlich ein Horrorfilm mit dem ich gut klarkomme, auch wenn ich dem Horrorgenre ansonsten wenig zugeneigt bin.
    Sleepy Hollow empfand ich tatsächlich immer eher als Fantasyfilm, vielleicht weil ich ihn in einem Atemzug mit anderen Werken Burtons gesehen habe.

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  3. Sleepy Hollow war für mich so ein richtig schön klassischer Grusler der alten Schule. Atmosphärisch stark an die Hammer-Filme der 1960er/1970er-Jahre angelehnt und mit einem tollen Spannungsbogen. Besonders der kurze Auftritt von Christopher Lee (nicht Walken) ist mir in Erinnerung geblieben. Der Film war – soweit ich mich erinnere – eine der ersten BluRays, die ich mir damals gekauft habe….oder war es noch zu DVD-Zeiten..? 😊

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          1. Ganz klar. So war es auch in der Siegerehrungen zu lesen. Aber als „Ersti“ hat unser September-Host wohl derzeit 10000 andere Dinge im Kopf als Arithmetik😊 Es sei denn, er studiert Mathematik, dann wäre es fatal. Aber über die Wahl des Studiengangs weiß ich nichts 🤔

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  4. Seepy Hollow ist toll und vielleicht die letzte Burton/Depp Kooperation, die ich wirklich mag. Übrigens: in einem Interview hat Christopher Walken mal, durchaus etwas traurig, gesagt, das hier war sein erster Filmkuss. Und dann sowas… 😉

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