Jurassic World: The Fallen Kingdom – Kommen jetzt endlich die humanoiden Supersaurier mit Laserkanonen?

Jurassic World
© Universal

Hallo Filmfreunde,

heute möchte ich ein paar Worte zu „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ verlieren, einen Film auf den ich mich sehr gefreut hatte, der mich aber maßlos enttäuscht hat und mich fast schon ängstlich rätseln ließ, in welche Richtung sich die Reihe nun entwickeln könnte. Wieso, weshalb, warum? Meine Gedanken dazu und zur möglichen Fortsetzung erfahrt ihr in der folgenden Besprechung.

Filmdaten:

Genre: Action/Abenteuer
Mit: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard und Dinos
Jahr: 2018
Land: USA
Regie: J.A. Bayona
Länge: 129 min
OT: Jurassic World: the fallen kingdom

Dinosaurier faszinieren mich schon seit frühester Kindheit. Daher dürfte es wenig überraschen, dass Stephen Spielbergs „Jurassic Park“ zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört. Auch wenn die beiden Sequels bei weitem nicht an den ersten Teil heran kamen, war ich stets ein großer Fan der Reihe. Als 2015 dann der vierte Teil „Jurassic World“ ins Kino kam, war ich total aus dem Häuschen und wurde nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich den vierten Teil des Dino-Abenteuers nämlich echt gut. Um nun zu erklären warum dies auf das gefallene Königreich nicht zutrifft, möchte ich kurz eine Stelle aus meiner Besprechung zu „Jurassic World“ von vor drei Jahren zitieren. Damals hatte ich geschrieben:

Insgesamt steht der Film unter dem Motto „Größer, Lauter, Cooler“ und hält damit ironischer Weise dem Zuschauer einen Spiegel vor. Die Parkbesucher im Film fühlen sich nämlich von herkömmlichen Dinosauriern nicht mehr ausreichend unterhalten und fasziniert, sodass eine neue Attraktion her muss. Eine Dinokreuzung aus mehreren verschiedenen Tieren: Der Indominus Rex. Genauso wie die Parkbesucher neigen auch die Besucher auf der anderen Seite der Leinwand nämlich oft zu einer schnellen Übersättigung. Immerhin liest man in den aktuellen Kritiken zum Film hier und da Stimmen, die bemängeln die Dinos sähen zwar realistisch und nett aus. Der Wow-Effekt von 1993 bliebe jedoch aus. Das mag vielleicht sogar korrekt sein. Aber um Chris Pratt zu zitieren: „Das sind Dinosaurier. Das ist wow genug!“

Vor allem auf der genannten Meta-Ebene besticht der Vorgänger zu „The Fallen Kingdom“ mit messerscharfer Ironie. Was Bayona dann in seinem Film macht, lässt sich vielleicht am besten mit folgenden Witz vergleichen.

Treffen sich ein Stegosaurus und ein Allosaurus in einer Bar. Sagt der eine: „Na, auch hier?“ Darauf der andere: „Ja.“

Ähnlich geistreich wie dieser „Witz“ ist dann auch die Handlung in „The Fallen Kingdom“. Es ist quasi so, als hätte der Film den Witz seines Vorgängers nicht verstanden, aus Verlegenheit jedoch trotzdem gelacht, um nun denselben Witz dann peinlicherweise falsch nachzuerzählen. Während „Jurassic World“ sich darüber lustig macht, dass normale Dinos nicht mehr cool genug sind und es quasi künstliche Superdinos braucht, um das Publikum zu begeistern, macht „The Fallen Kingdom“ prompt genau das und präsentiert uns ein noch coolers Vieh als im Vorgänger. Die Dinos schnüffeln jetzt an einer defekten Leitung, riechen Gas und wissen sofort, dass es sich dabei um ein hochexplosives Gemisch handelt. Tom Cruise Gedächtnissprung inklusive. Der neue Superdino aus dem Labor ist nun eine abgerichtete Kampfmaschine, der auf ein akkustisches Signal hin das Objekt vernichtet, das von einer speziellen Laserkanone angestrahlt wird. Als wäre das alles nicht schon einfältig genug, geht man in „Jurassic World 2“ sogar so weit, dass man die „echten“ Dinos aus den alten Filmen bei einem verheerenden Vulkanausbruch aussterben lässt. Als wollte man sicher gehen, dass man die lästigen Reliquien aus der Urzeit in künftigen Filmen nicht wieder einbauen muss.

Die Zukunft gehört also den ausgewählten Supersauriern, die mehr können als nur groß und imposant zu sein. Der große Twist im Film lässt für die Zukunft der Filmreihe sogar das schlimmste vermuten. (Spätestens jetzt sollte jeder aussteigen, der den Film noch nicht gesehen hat.)

Zum Ende des Films erfahren wir als Zuschauer, dass das obligatorische nervige Kind tatsächlich ein Clon ist. Welch Tabubruch! Im Jurassic Park/Wold Universum werden nicht nur Dinos sondern neuerdings auch Menschen gezüchtet. Die daraus entstehenden Möglichkeiten für Fortsetzungen machen mir Angst. Vielleicht sehen wir in „Jurassic World 3“ einen CGI-Clon der jungen Laura Dern, die sie sich weiterhin beharrlich weigert ihre alte Rolle aus dem ersten Teil wieder aufleben zu lassen.

Doch wisst ihr wovor ich am meisten Angst habe? Sowohl in „Jurassic World“ als auch in „Fallen Kingdom“ haben die verrückten Wissenschaftler nichts besseres zu tun, als Dinosaurier genetisch zu modifizieren und miteinander zu kreuzen. In „Fallen Kingdom“ wurden nun sogar Menschen geclont. Wie weit ist da der gedankliche Sprung, nur so zum Spaß, Dino-DNA mit menschlichem Erbgut zu mischen? Man stelle sich das vor. Eine Kreuzung zwischen Mensch und Dinosaurier, die man dann als Killermaschine in diverse Kriegsgebiete schicken kann.

Bevor ihr die Idee als Unsinn abtut, möchte ich eure Aufmerksamkeit auf ein Drehbuch lenken, das 2002 als Fortsetzung zu „Jurassic Park III“ im Raum stand. In diesem „Jurassic Park IV“ sollte es darum gehen, dass in einem schweizer Labor spezielle humanoide Superdinos gezüchtet werden, die von einem Charakter namens Nick gezähmt und kontrolliert werden sollen. Dinodompteur? Klingelt da was? Jedenfalls bekommen diese Menschendinos coole Kampfanzüge wie die X-Men und werden dann unter der Leitung Nicks nach Marokko geschickt, um dort eine heikle Mission durchzuführen. Das ist kein Witz! Das Drehbuch ist nach wie vor online verfügbar und stand seinerzeit ernsthaft zur Diskussion. Auf jurassicparkwikia.com kann man sich einen Eindruck verschafen wie die humanoiden Dinos hätten aussehen können.

Gott sei Dank wurde dieser Film nie gedreht. Trotzdem finde ich, dass sich die Reihe durch „The Fallen Kingdom“ verdächtig in diese Richtung bewegt. Ein paar der Aspekte des wahnwitzigen Drehbuchs wurden in den beiden „Jurassic World“ Filmen mehr oder weniger offensichtlich übernommen. Ich befürchte also das Schlimmste. Lasst uns hoffen, dass es dazu nicht kommt und die Dinos vielleicht bald endgültig aussterben und in Frieden ruhen können.

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7 Kommentare zu „Jurassic World: The Fallen Kingdom – Kommen jetzt endlich die humanoiden Supersaurier mit Laserkanonen?

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  1. Ich sage es immer wieder: Jurassic Park hätte nie auch nur eine Fortsetzung gebraucht. „Dinosaurierpark geht schief“ ist ein Konzept, dass man mit einem Film vollständig abhaken kann. Oder anders, mir wäre der Witz so lieber:

    Treffen sich ein Stegosaurus und ein Allosaurus in einer Bar. Sagt der eine: „Na, auch hier?“ Darauf der andere: „Nein, ausgestorben.“

    Mich wundert ehrlich gesagt keine Handlung mehr, seit mich jemand an die Szene mit der „Geiselverhandlung“ mit den Raptoren in JPIII erinnert hat (da hatten sie doch diese Dinotröte um mit ihnen zu „reden“, oder?). Eier gegen Rucksack oder so ähnlich. Und JW wird in meiner Erinnerung irgendwie immer schlechter. Diesen Teil werde ich mir wohl schenken, bis ich ihm zufällig irgendwo begegne.

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  2. Allein aus der Idee in deinem Titel könnte man wirklich einen herrlich trashigen Film machen, den ich mir irgendwie tausendmal lieber angucken würde als die Jurassic World Filme. Die fand ich bisher alle eher uninteressant

    Gefällt 1 Person

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