Film: Lion – Der lange Weg nach Hause (powered by Google)

Lion
Quelle: imdb.com

 

Hallo Filmfreunde,

in der heutigen Besprechung geht es um Garth Davis‘ Film „Lion: Der lange Weg nach Hause“, in dem die unglaubliche Lebensgeschichte des Inders Saroo Brierley erzählt wird. Worum es dabei genau geht und ob der Film meiner Meinung nach sehenswert ist, erfahrt ihr jetzt.

Kurzinhalt und Trailer:

Der kleine Saroo ist fünf Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern in einem kleinen indischen Dorf. Die Lebensumstände sind hart und auch die Kinder müssen anpacken, um das Überleben der Familie zu sichern. Nach einer Verkettung unglücklicher Umstände setzt sich Saroo alleine in einen Zug und schläft ein. Als er aufwacht ist der Zug in voller Fahrt und er selbst meilenweit von seinem Zuhause und seiner Familie entfernt. Verloren und auf sich allein gestellt begibt sich der Fünfjährige auf eine knapp 20 Jahre lange Odyssee nach Hause.

 

Lion“ lässt sich sehr schön in zwei etwa gleich lange Hälften einteilen. In der ersten Stunde geht es um den jungen Saroo. Der Zuschauer taucht in dessen Welt ein, erlebt die Lebensumstände der Menschen im Dorf und lernt Saroos Familie kennen. Nach der schicksalshaften Zugfahrt folgen wir dem Jungen durch die Großstadt Kalkuttas, wo er sich einigen Gefahren ausgesetzt sieht, bis er schließlich von einer australischen Familie adoptiert wird. Dieser erste Teil des Films ist unglaublich packend und aufwühlend. Es ist kaum vorstellbar, dass es tatsächlich Millionen Menschen und natürlich auch Kinder auf der Welt gibt, die so leben wie es Saroo erlebt. Die Tatsache, dass die ganze Zeit nur Hindi gesprochen wird, lässt das Ganze noch authentischer wirken.

Leider ist die zweite Hälfte des Films dann nicht mehr ganz so stark. In ihr sehen wir den erwachsenen Saroo (Dev Patel), der mit dem Studium beginnt und ein priveligiertes Leben führt. Allerdings wächst in ihm langsam aber sicher der Wunsch, seiner Herkunft auf den Grund zu gehen und seine echte Familie wiederzufinden. Da das Dorf unter dem ihm bekannten Namen nicht existiert, weiß er jedoch nicht wo er mit der Suche beginnen soll. Zum Glück kommt da die neue Anwendung Google Earth auf den Markt, die sich für Saroo als ausgesprochen nützlich erweist. Neben der Suche nach seinem Heimatsdorf geht es in der zweiten Hälfte des Films vor allem um Saroos Verhältnis zu seiner Adoptivfamilie und seiner Beziehung zu seiner Mitstudentin Lucy (Rooney Mara). Das alles wirkte auf mich ein wenig zu sehr wie aus einer Seifenoper und steht dem Erzählfluss leider etwas im Weg.

Das Finale wird dann natürlich wie (zumindest teilweise) erwartet emotional und sorgt dafür, dass garantiert die eine oder andere Träne kullert. Insgesamt ist „Lion“ meiner Meinung ein sehenswerter, weil emotional packender Film, der den Zuschauer vor allem in der ersten Hälfte in eine unglaubliche Welt entführt. Wäre die zweite Hälfte des Films ein bisschen geradliniger ausgefallen, wäre „Lion“ sogar ein echtes Highlight geworden.

Diesen Film habe ich im Rahmen der großen Filmreise Challenge gesehen. Aufgabe 56 – Schaue zwei Biopics über zwei männliche Personen (2). Für weitere Informationen mögen Interessierte einfach auf das hübsche Banner klicken.

Filmreise-Banner1

21 Kommentare zu „Film: Lion – Der lange Weg nach Hause (powered by Google)

Gib deinen ab

  1. Das deckt sich mit dem, was beinahe jeder sagt: faszinierende erste Hälfte, ganz okaye zweite. Du bist allerdings der erste, der die Bedeutung von Google Earth hervorhebt! 😉

    Den muss ich irgendwann auch nochmal sehen, oder nur die erste Hälfte?

    Gefällt 1 Person

    1. Na wenn das alle sagen, werde ich schon Recht haben 😉

      Das mit der Google Nennung kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. 😀 Ich meine in der Szene, in der Saroo von einem Freund auf die Anwendung aufmerksam gemacht wird, hatte nur gefehlt, dass der Freund die vierte Wand durchbricht und den Zuschauer direkt anspricht: „Probieren das nach dem Film auch mal aus. Ist der Hammer“ 😀

      In drei der Filmplakate ist sogar das Suchfenster integriert.

      https://www.imdb.com/title/tt3741834/mediaviewer/rm2445410304
      https://www.imdb.com/title/tt3741834/mediaviewer/rm3219332352
      https://www.imdb.com/title/tt3741834/mediaviewer/rm94977024

      Schau dir den Film ruhig ganz an 🙂 Die zweite Hälfte ist auch nicht schlecht. Außerdem bekommst du ein gratis Google Earth Tutorial spendiert 😛

      Gefällt 1 Person

          1. Ich habe eine echte (okay, nicht wirklich) Allergie gegen allzu dreistes Product Placement. Das hat mir schon ganze Filme versaut. I, Robot z.B.. Nicht das alles andere da so toll gewesen wäre. Das ist vermutlich der Grund warum ich mich nur an den PickUp Automaten aus Fack ju Göthe erinnern konnte. Weil ich da vermutlich den Fernseher angeschrien habe… 😉

            Gefällt 1 Person

          2. Aber um noch mal auf Lion zurückzukommen. Dass Google hier so rumgeistert, fand ich in diesem Fall gar nicht so schlimm. Immerhin war es dem echten Saroo tatsächlich nur durch dieses Werkzeug möglich seinen Heimatort zu finden. Das Produkt ist hier wirklich Teil der Geschichte.

            Gefällt 1 Person

          3. Es klang so als sei das gut eingebaut, deswegen will ich den Film auch durchaus noch sehen. Mir ging es auch eher um das Plakat mit dem Suchfeld, nicht nur darauf, sondern mitten im Zentrum. Das ist (mir zumindest) zu viel des Guten(?). Aber da können die Filmemacher wohl am Wenigsten dafür.

            Liken

    1. Das ist krass! Wir waren uns alle einig wie wenig einfühlsam und respektvoll Rooney Maras Figur ist. Zum Beispiel in der Szene bei Saroos Eltern wo sie wiederholt mit dem Thema anfängt, obwohl Saroo ihr eindeutig zu verstehen gab, dass er das auf keinen Fall möchte. Ich hätte sie vielleicht da schon verlassen 😉

      Gefällt 1 Person

      1. Hm… okaaaayyy…. vielleicht hab ich das übersehen. Trotzdem war mir Dav Patel in dieser zweiten Hälfte zu weinerlich. Ich würde ja sagen, ich schau ihn mir nochmal an, aber dafür fand ich ihn einfach zu schlecht ^^

        Gefällt 1 Person

        1. Echt? Zu welcher Wertung kamst du denn insgesamt? Dachte ich hätte was mit 7 im Kopf. Du hast ja diese 6 Sterne Wertung. Da ist es mit der Umrechnung manchmal etwas schwierig. 😉

          Gefällt 1 Person

  2. Ich fand die Rolle Rooney Mara’s furchtbar und einfach unbrauchbar. Da wollte man wohl die Frauenquote erhöhen und hat einfach mal ne sinnlose Figur noch hineingeschrieben. Den Film an sich fand ich sehr gut.

    Gefällt 1 Person

    1. Kennst du das Buch? Also Saroos Biographie meine ich. Wäre interessant ob er sie da auch so explizit erwähnt oder ob sie eher eine Art Randnotiz in seinem Leben war.

      Liken

Ja, hier darfst du gerne etwas schreiben. Trau dich! :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: