Film: The Founder – Oder der amerikansiche Burgertraum

Founder
Quelle: imdb.com

 

Hallo Filmfreunde,

nun hat mich die Filmreise Challenge doch tatsächlich an einen Ort geführt, an dem ich seit mindestens zehn Jahren nicht mehr war. Nämlich zu McDonald’s. „Schaue ein Biopic über eine männliche Person“ hieß meine nächste Aufgabe und ich habe mich für „The Founder“ entschieden, der die Geschichte von Ray Croc, dem (angeblichen) Gründer der berühmten Fast Food Kette, erzählt. Ob der Film etwas für cineastische Feinschmecker ist oder doch eher lauwarmer Kantinenfraß, erfahrt ihr in meiner Besprechung.

Kurzinhalt und Trailer:

Ray Croc (Michael Keaton) ist ein erfolgloser Verkäufer von Milkshake-Maschinen, der vergeblich von Restaurant zu Restaurant tingelt, um seine Geräte anzupreisen. Eines Tages trifft er auf die McDonald-Brüder, die ein kleines aber gut laufendes Burger-Restaurant betreiben. Croc erkennt das Potential des Ladens und will das kleine Familienrestaurant zu einem Franchise machen. Koste es was es wolle.

 

Meine Gedanken zum Film:

The Founder“ hat mich sehr positiv überrascht. Gerechnet hatte ich mit ein bisschen Foodporn und der strahlenden Verwirklichung des amerikanischen Traums, in der Michael Keaton als Ray Croc vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigt. Oder sagen wir besser zum Milliardär. Allerdings ist der Film deutlich mehr als das.

In den ersten beiden Dritteln des Films überlässt es Regisseur John Lee Hancock dem Zuschauer, ob er in Croc eine inspirierende Persönlichkeit sehen möchte, der allen Widrigkeiten zum Trotz beharrlich seinen Traum verfolgt oder vielleicht doch eher einen gierigen Geschäftsmann, der niemals genug bekommt und keine Grenzen akzeptieren will.

Im letzten Drittel wird dann meiner Meinung nach jedoch sehr deutlich, welche Botschaft der Film vermitteln möchte. Hier hat sich Croc von einem (über)ehrgeizigen Unternehmer zu einem skrupellosen Ekel entwickelt, dem weder Freunde noch Familie etwas bedeuten und dem jedes Mittel recht ist, um seine Ziele zu erreichen. Vor allem die letzte Szene zeigt, was für ein Mensch Ray Croc am Ende war.

Interessant fand ich auch wie sich McDonald’s vom kleinen Familienrestaurant zum riesigen Fast-Food-Imperium entwickelt hat. Der Film zeigt sehr schön wie die beiden McDonald Brüder, die ja eigentlich die wahren Gründer sind, ihren eigenen Traum verwirklichen wollten. Strenge selbst auferlegte Qualität- und Hygienestandards waren ebenso Teil der Vision wie die Unabhängigkeit von kommerziellen Einflüssen. Dieser persönliche Traum kollidiert im Film mit Crocs Version des amerikanischen Traums und macht die Brüder zu tragischen Figuren, die am Ende nicht nur ihre Vision begraben müssen, sondern auch gänzlich vom Kapitalismus verschluckt werden und im Gegensatz zu Croc bestenfalls eine Randnotiz in der Geschichte bleiben.

Insofern ist „The Founder“ deutlich mehr als ich nach Sichtung des Trailers vermutet hätte und sogar ein echtes Highlight, das ich auch Fast-Food-Muffeln nur wärmstens empfehlen kann.

Den Film habe ich im Rahmen der großen Filmreise Challenge gesehen. Aufgabe 55 – Schaue ein Biopic über eine männliche Person (1). Für weitere Informationen mögen Interessierte einfach auf das hübsche Banner klicken.

Filmreise-Banner1

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10 Kommentare zu „Film: The Founder – Oder der amerikansiche Burgertraum

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  1. Mhhh, der Film ist immer kurz davor mich zu interessieren aber seit mir jemand gesagt hat, er enthalte keine Szene in der Keatons Charakter in einen riesigen Bottich mit McNugget Pampe fällt und als Ronald McDonald wieder rausklettert, bin ich mir nicht mehr sicher. Da wurde ne Chance vertan, finde ich.

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        1. Die Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. Abgesehen von der Kanalisation fehlt aber auch der Teil wo der Clown dem Jungen den Arm abreißt. 😉

          So ein Spot wäre jedoch heute sicher undenkbar

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  2. Der Film zählt wohl auch zu Michael Keaton’s Wiedergeburt vor ein paar Jahren. Ist mir etwas entfallen oder ist er seit Birdman und Spotlight wieder von der Bildfläche verschwunden? Oder war er irgendwo bei Marvel noch unterwegs?

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    1. Vielleicht hat sich Keaton ja dazu entschlossen in Zukunft kürzer zu treten und noch ausgewählte Filme in Angriff zu nehmen. Ich persönlich mag Birdman nicht. Aber mit den genannten Filmen hatte er zumindest jedes Jahr einen (überwiegend) positiv aufgenommen Film im Kino. Und 2018 läuft ja noch eine Weile 😉

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