Die Brücke am Kwai (Tolle Filme, die noch älter sind als ich #21)

Hallo Filmfreunde,

in dieser Beitragsreihe möchte ich euch nach wie vor Filme vorstellen, die trotz ihres hohen Alters sehr unterhaltsam und liebenswert sind. So wie ich eben. Vielleicht fühlt sich der Eine oder Andere beim Lesen ja weniger alt, wenn er sieht was für tolle Filme es gibt, die auch schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben. So wie dieser Filmklassiker hier:

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Quelle: imdb.com

Im Rahmen der Filmreise Challenge habe ich einen Film gesucht, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit dem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet wurde. „Die Brücke am Kwai“ ist genau 30 Jahre älter als ich und fällt damit in diesen Zeitraum.

Im Film geht es um eine Gruppe britischer Kriegsgefangener, die auf Befehl der Japaner eine strategisch wichtige Brücke über den Fluss Kwai errichten sollen. Nach einigen Spannungen, identifizieren sich die gefangenen Soldaten mit ihrer Aufgabe und es kommt zu einem fatalen Interessenskonflikt.

Wie bereits erwähnt war vor allem die oscarprämierte Filmmusik der Grund, warum ich „Die Brücke am Kwai“ nachgeholt habe. Erstaunlicherweise gehörte jedoch gerade dieser Teil des Films zu den Aspekten, die ich als weniger gelungen empfand. Die vom Royal Philharmonic Orchestra aufwändig eingespielten Marsch- und Militärmelodien wirkten auf mich an einigen Stellen viel zu aufdringlich und dominant und durch den repetitiven Einsatz geradezu ermüdend und nervig.

Trotzdem hat mir „Die Brücke am Kwai“ aus zwei Gründen gut gefallen. Zum einen auf Grund der narrativen Struktur des Films, die zwei separate Handlungsbögen geschickt zu einem großen Showdown zusammenlaufen lässt. Dabei spielen natürlich auch die Figuren, die allesamt von großartigen Schauspielern verkörpert werden, eine wichtige Rolle.

Zum anderen beinhaltet der Film für mich eine sehr wichtige, wenngleich auch ziemlich ernüchternde Botschaft. Nicht wenige werfen David Lean vor, mit seinem Film gewissermaßen ein Meisterwerk des Kriegpropagandafilms geschaffen zu haben, dass militärischen Gehorsam und Loyalität bis hin zur Selbstzerstörung glorifiziert. Auf den ersten Blick kann man dies tatsächlich in „Die Brücke am Kwai“ so sehen. Allerdings gibt es im Film meiner Meinung nach unzählige Hinweise, die genau dieses Verhalten ironisieren und gar anprangern. Über den gesamten Film wird die Absurdität des Krieges und der Irrsinn des menschlichen Verhaltens aufgezeigt. Das Bedürfnis nach Ordnung und kategorischen Prinzipien, sowie der Wunsch etwas Bedeutsames zu schaffen, um letztendlich die eigene Existenz zu etwas Sinnhaften zu machen, führt den Menschen ins Chaos, in dem keiner mehr weiß was richtig und falsch, wer Freund und Feind und was überhaupt das übergeordnete Ziel des Handelns ist.

Meiner Meinung nach ist „Die Brücke am Kwai“ kein Kriegs- sondern ein ANTIkriegsfilm, der auf jeden Fall sehr interessant und sehenswert ist. Einen historisch korrekten Film sollte man jedoch besser nicht erwarten.

 

15 Kommentare zu „Die Brücke am Kwai (Tolle Filme, die noch älter sind als ich #21)

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  1. Die Debatte um Kriegs- oder Antikriegsfilm gibt es wahrscheinlich schon so lange wie es Film gibt. Für mich ist es immer ein guter Indikator, ob Kriegs-Befürworter diese Filme gut finden. Bei „Der Brücke am Kwai“ kenne ich zumindest nicht solche Diskussionen.

    Einmal ganz davon abgesehen ein super Film, aber jetzt habe ich wieder einen Ohrwurm vom Colonel Bogey March 😀

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    1. Echt nicht? Ic hab ein bisschen auf moviepilot in den Kommentaren gelesen und da waren von den ersten 15 vier bis fünf solcher Stimmen.

      Dann träller doch morgen beim Einkaufen einfach mal das Liedchen vor dich hin. 😉

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      1. Also ich habe nur mal einen Artikel über „echte“ Antikriegsfilme gelesen, da wurde der genannt. Dass war zur Zeit als „Dunkirk“ raus kam.
        Und mein Vater (Jahrgang ´49) hat mir schon öfter erzählt, dass sich Leute auf dem Dorf über diesen Film aufgeregt haben damals. Habe ich dann immer so interpretiert, dass der Film den Rest-Befürwortern von Krieg nicht so gut gefällt 😀
        Vielleicht wird der auch heute anders als damals wahrgenommen.

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  2. Toll, Titel gelesen und schon pfeife ich den Col. Bogey March… Dabei habe ich den Film nur einmal als Kind mit meinem Vater gesehen. Daher kann ich auch nix Kluges zur Propaganda Kriegs/Antikriegs Diskussion beitragen. Ich weiß nur noch das ich den Film mochte. Und das das ein verdammter Ohrwurm ist.

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  3. Toller Film!

    Und die wirklich alten Leute hier erinnern sich vielleicht noch an den folgenden Schenkelklopfer oberster Güte:

    Eine Großfamilie sitzt jeden Samstag vormittag vor dem Fernseher, wo eine Show läuft, in der Filme geraten werden sollen. Doch an einem Samstag stellt der Familienälteste den Fernseher ein, der daraufhin explodiert. Die Familie trauert um den Greis und den Fernseher. Daraufhin spricht der Vater: „Wir werden unsere eigene Show machen.“ Sprichts und tritt den Hund gegen die Wand. Die Mutter errät weise, „Ich habs, gemeint ist der Film ‚Hunde wollt ihr ewig leben?‘.“ – „Richtig.“ Die Mutter schnappt sich daraufhin den Papagei und spießt ihn am Kaktus auf. Etwas erstaunt ruft der Sohn ‚Dornenvögel‘!“ – „Korrekt.“ Die Oma tritt hervor, nimmt ihr Gebiß heraus und wirft es über den Elch, der über der Tür hängt. Schweigen. Daraufhin die Oma: „Das war ‚Die Brücke am Geweih!“

    (Kopiert von http://www.spitzenwitze.de/schwarzer-humor/1473/)

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