Film: The Disaster Artist – Ein schlechter guter Film über einen guten schlechten?

Disaster Artist

© Warner

Hallo Filmfreunde,

im Rahmen der großen Filmreise Challenge war ich mal wieder im Kino und habe mir „The Disaster Artist“ von und mit James Franco angeschaut. Darin geht es um die Entstehungsgeschichte des Films „The Room“, einem der schlechtesten Filme aller Zeiten. Ob ein Film über einen schlechten Film ein guter Film werden kann, erfahrt ihr in folgender Besprechung:

Kurzinhalt und Trailer:

In einem Schauspielkurs lernt der junge Möchtegern-Schauspieler Greg (Dave Franco) den mystriösen und offensichtlich talentfreien Tommy (James Franco) kennen. Die beiden freunden sich an und beschließen gemeinsam nach Hollywood zu ziehen, um dort eine ruhmreiche Karriere zu starten. Trotz aller Bemühungen bleibt der Erfolg leider aus, sodass die beiden Männer beschließen, ihren eigenen Film zu drehen, der den Titel „The Room“ tragen soll.

Ich selbst habe „The Room“ nicht gesehen und kann somit nicht beurteilen wie schlecht der Film wirklich ist. Die auf Youtube zu bestaunenden Einzelszenen lassen jedoch das Schlimmste erahnen.

 

Generell habe ich ein großes Problem mit Filmen, die absichtlich so schlecht sein wollen, dass sie schon wieder gut sind. Dieses Konzept erschließt sich mir nicht und ich kann in solchen Filmen nichts Vergnügliches finden. Tommy Wiseau, der seinen eigenen Film produzierte, das Drehbuch dazu schrieb und darin als einer der Hauptdarsteller auftritt, wollte jedoch keinen absichtlich schlechten Film drehen. Der mysteriöse und exzentrische Filmemacher ist/war davon überzeugt, dass sein Film in Sachen Dramatrugie den Werken Shakespeares in nichts nachsteht. Auch von seiner eigenen Leistung als Schauspieler ist Wiseau ebenso überzeugt wie von seiner Vision als Regisseur.

In dieser Besprechung soll es aber nicht um „The Room“, sondern um James Francos „The Disaster Artist“ gehen. Darin spielt Franco den angesprochenen Tommy Wiseau, der sich seinen großen Traum in einem eigenen Kinofilm mitzuspielen verwirklichen will. Da Wiseau offensichtlich ein lausiger Schauspieler ist, imitiert Franco neben all den anderen Eigenheiten seiner Figur eben auch dessen Schauspielkunst. Das führt zu einigen komisch-lustigen Szenen, ist manchmal aber auch ausgesprochen peinlich und bewirkt beim Zuschauer eine ungeahnte Form des Fremdschämens.

Desweiteren ist Tommy zumindest in „The Disaster Artist“ seinen Mitmenschen und Freunden gegeüber in einigen Szenen ein so unsympathsicher Zeitgenosse, dass man als Zuschauer fast hofft dass sein Film ein Flop wird. Wiseaus Verhalten führt im Film letztendlich dazu, dass während der Dreharbeiten zu „The Room“ die Beziehung zu seinem einzigem Freund Greg auf eine harte Probe gestellt wird.

Trotzdem präsentiert uns James Franco nicht nur einen egozentrischen Kotzbrocken und Clown. Denn immer wieder schimmert durch, dass sich irgendwo in Tommys Inneren ein missverstandener Sonderling befindet, der letztendlich nur akzeptiert und geliebt werden möchte. Dieser Teil der Geschichte, die Freundschaft zwischen zwei ungleichen Männern, die gemeinsam einem unerreichbaren Traum hinterjagen ist, durchaus interessant und unterhaltsam. Das Ende ist bekannt. „The Room“ wird aufgeführt und das Publikum sowie Kritiker finden ihn schlecht. Sogar so schlecht, dass „The Room“ in der Folge zum Kultfilm avanciert. Ob das für die Hauptfigur letztendlich ein Happy End darstellt, oder ob es sich um eine Geschichte des Scheiterns handelt, darf und muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Vielleicht hängt manchmal das eine ja auch mit dem anderen zusammen.

Den Film habe ich im Rahmen der großen Filmreise Challenge gesehen. Aufgabe 68 – Schaue einen Film, in dem es um einen Film geht. Für weitere Informationen mögen Interessierte einfach auf das hübsche Banner klicken.

Filmreise-Banner1

 

Weitere Meinungen zum Film:

Isabelle Dupuis

Die singende Lehrerin (8/10)

Der Filmkürbis (7/10)

Apokalypse Film (7,5/10)

Flighattendantlovesmovies (B-)

Ulrike tratscht Kino

Advertisements

4 Antworten zu “Film: The Disaster Artist – Ein schlechter guter Film über einen guten schlechten?

  1. Also ich hatte sehr viel Spaß im Kino und kenne die Vorlage fast auswendig (durch sehr viele Abende mit Kumpels und dem ein oder anderen Hopfengetränk 😀 )
    Es ist einfach eine Liebeserklärung an die Macher dieses Schrottwerks und eigentlich eine klassische Hollywood-Story: Tu was du willst, egal was andere sagen!
    Im Kino damals (Sneak-Preview) war das Publikum aber auch zweigeteilt und es hatten mit Abstand die Leute am meisten Spaß, welche „The Room“ kannten und liebten.

    Gefällt 1 Person

  2. Ich habe mir tatsächlich vorgenommen, „The Room“ irgendwann mal in der Mitternachtsvorstellung mit entsprechender Fan-Gemeinschaft zu sehen. Anders als Event kann man den Film wahrscheinlich nicht ertragen. 🙂

    Gefällt 1 Person

Ja, hier darfst du gerne etwas schreiben. Trau dich! :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s