Jahresrückblick 2017 – Teil 1: Das Jahr, in dem meine Liebe zum Kino erlosch

Hallo Filmfreunde,

ich hoffe ihr habt Weihnachten alle friedlich und besinnlich über die Bühne gebracht. Traditionell ist der Dezember ja der Monat der großen Rückblicke, des Fazitziehens und des Ausblicks auf das kommende Jahr. Ich beginne meinen diesjährigen Jahresrückblick mit einem etwas anderen Beitrag, da ich beim Erstellen der unter uns Filmbloggern üblichen Top- und Flop-Listen feststellte, dass dieses (Kino)Jahr für mich wirklich erstaunlich war. Um es direkt vorweg zu nehmen. Ich kann mich nicht erinnern wann ich zuletzt so selten im Kino war wie 2017. Insgesamt habe ich Stand heute 21 Filme gesehen, die im Laufe der letzten 12 Monate in den deutschen Kinos anliefen. 14 davon tatsächlich im Kino (eventuell kommen noch zwei Filme dazu). Den Rest konnte ich auf DVD/BD, im TV oder Stream nachholen. Zum Vergleich waren es beispielsweise 2015 noch knapp über 50 Filme. Zugegebenermaßen für mich eine Rekordzahl, an die ich wahrscheinlich so schnell nicht mehr rankommen werde. Trotzdem war ich erstaunt darüber wie wenig Kinobesuche es bei mir 2017 unter dem Strich letztendlich waren und habe mir Gedanken darüber gemacht, woran das gelegen haben könnte.

Lag es vielleicht daran, dass das Jahr 2017 nicht genug gute Filme für uns parat hielt, die eine Kinosichtung wert waren? Eher nicht. Denn wenn ich mir anschaue auf welche Filme ich mich wirklich gefreut habe und die ich mir im Kalender schon markiert hatte, komme ich alleine damit auf eine Auswahl, die vielleicht sogar als eigene Bestenliste durchgehen könnte. Hell or High Water, Hidden Figures, A Cure for wellness, Logan, Moonlight, Power Rangers, The Founder, Get Out, Pirates of the Caribbean 5, Die Mumie, Wonder Woman, The Party, Dunkirk, Killer’s Bodyguard, Baby Driver, The Circle, Mother!, Kingsman – The Golden Circle, What Happened to Monday? Und sicherlich noch einige mehr, die ich gerade vergessen habe. Keinen davon habe ich gesehen.

Mit Sicherheit hätten mir nicht alle der genannten Filme gefallen und alleine rein rechnerisch hätten es auch nicht alle auf meine Top10 des Jahres geschafft. Aber ich hatte es wirklich vor, mir diese Filme anzusehen. An der Auswahl lag es also eher nicht. Aber woran dann?

Kinobesuche sind mittlerweile ein recht kostspieliges Hobby geworden. Allerdings würde ich meinen Lebensstandard als ziemlich genügsam beschreiben, sodass ich mir über den finanziellen Aspekt meines Filmkonsums glücklicherweise keine Gedanken machen muss. Aber auch Zeit ist ja bekanntlich Geld. Doch auch davon hätte ich theoretisch dieses Jahr ausreichend gehabt, um die geplanten Filme zu sehen. Wenn also die Auswahl vorhanden war, ich sowohl das Geld als auch die Zeit hatte die Filme zu sehen. Bleibt wohl nur noch den traurigen Fakten ins Auge zu sehen.

Ich hatte einfach keine Lust. So jetzt ist es raus. Ich habe nicht mitgezählt wie oft ich dieses Jahr kurzfristig Pläne geändert habe, weil der Gedanke daran in Kürze in einem Kinosaal zu sitzen mir Unbehagen bereitet hat und mir spontan fünf Sachen einfielen, die ich lieber tun würde. Diese Unlust führe ich auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen kann ich, wenn es um das Thema Kauf- und Konsumverhalten geht, zuweilen ein ziemlich sturer Zeitgenosse sein, der ein Produkt entweder zu seinen Bedingungen haben will oder es eben bleiben lässt. Häufig war es beispielsweise so, dass ich relativ weit fahren musste, um einen gewünschten Film in 2D sehen zu können. Die naheliegenden Kinos haben nämlich größtenteils auf 3D umgestellt und/oder weigern sich die „normalen“ Versionen anzubieten. Bleibt also die Suche nach einer Alternative, die oft nur mit dem Auto und einer gesamten Fahrtzeit von knapp einer Stunde (zuzüglich Parkplatzsuche) zu erreichen ist. Meistens lief diese Aussicht dann darauf hinaus, dass ich lieber zuhause blieb und es mir stattdessen dort gemütlich machte.

Der wichtigste Grund warum ich keine Lust mehr auf Kinobesuche habe, sind jedoch die Mitzuschauer, die sich mittlerweile in allen Kinosälen der Welt finden lassen. Ich persönlich habe noch nie gerne im Kino Chips oder Popcorn gegessen. Keine Ahnung warum. Aber es gehörte dazu und so hatte ich keine Probleme damit, wenn meine Begleitungen oder die anderen Besucher während der Vorstellung knabberten. Womit ich aber sehr wohl ein Problem habe ist, wenn Leute im Kino offenbar zu Abend essen. Rechts wird genüsslich ein Döner verspeist, in Reihe 9 gibt es gebratene Nudeln vom Chinesen und von irgendwoher riecht es nach Bratwürsten und Pommes. Es ist gut möglich, dass es nur mir so geht – also nichts für ungut wenn sich jemand an dieser Stelle angesprochen fühlt 🙂

Die Kinos selbst verkaufen ja mittlerweile auch Alkohol. Neulich, ich glaube es war in der Vorstellung zu „Blade Runner 2049“, spazierten neben mir drei junge Männer in den Kinosaal. Jeder von ihnen ausgerüstet mit sechs Flaschen Bier. Ich brauche wohl nicht erzählen, wie sich die drei im Laufe des Films benommen haben.

Wenn nicht gerade gegessen oder gesoffen, gerülpst, gerotzt oder gestunken wird, beschäftigen sich viele mit ihren Handys. Es blinkt und leuchtet und piept und summt in allen Reihen und Ecken des Kinosaals. Es wird gecandycrushed, gechattet oder stellenweise sogar telefoniert. Wenn der Akku leer ist, wird lauthals geplaudert, jede Szene kommentiert oder gemeckert. Ich verstehe das nicht. Das müssen wohl diese Flüchtlinge sein, von denen man in letzter Zeit so viel liest. Diejenigen, die nach Deutschland kommen und unsere Regeln und Anstandsformen partout nicht akzeptieren wollen. Erstaunlich wie gut die alle deutsch sprechen. Die meisten dieser Störenfriede reißen sich ja zusammen, wenn man sie, je nach Gemütsverfassung, anfährt oder freundlich bittet den Mund zu halten. Meine Stimmung trübt das aber trotzdem. Und dann sind da natürlich noch die Supergescheiten, die sich nichts vorschreiben lassen wollen. Immerhin haben sie ja auch bezahlt. Und da körperliche Züchtigung (in diesem speziellen Fall LEIDER) verboten ist, bleibt einem nichts weiter übrig als sich zu ärgern und den Film mit Störgeräuschen zu genießen. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für diesen Scheiß. Jedenfalls erscheint mir die Aussicht einen Film gemütlich auf der Couch zu sehen, ohne Idioten und nervige Kommentare, ohne widerliche Gerüche und Quälgeister, die von hinten in die Lehne treten, um ehrlich zu sein ziemlich attraktiv.

Nun höre ich bereits die ersten Stimmen, die sagen ich soll mir von den Chaoten nicht meine Freude kaputt machen lassen. Natürlich haben sie Recht. Ich bin auch der Meinung, dass man den Idioten, und zwar nicht nur denen im Kino, das Feld nicht einfach kampflos überlassen sollte. Und so ganz erloschen ist meine Liebe zum Kino ja dann doch noch nicht. Für 2018 habe ich mir vorgenommen häufiger ein kleines Kino in unserer Nachbarstadt zu besuchen, das ausschließlich kleinere Independentfilme zeigt. Vielleicht trifft man dort ja ein weniger anstößiges Publikum. Wir werden es sehen. Auf ein hoffentlich lustvolles Kinojahr 2018 🙂

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68 Kommentare zu „Jahresrückblick 2017 – Teil 1: Das Jahr, in dem meine Liebe zum Kino erlosch

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  1. Ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Warum wird z.B. nicht einfach vor dem Kinosaal kontrolliert, dass Smartphones/Handys aus sind. Wer sich unterhalten und dabei essen will, der soll bitte in ein Restaurant. Man geht schließlich des Filmes wegen ins Kino.
    Das mit dem Programmkino ist eine sehr gute Idee. Ich habe meine Blödbuster-Quote auch heruntergefahren und seitdem mehr Spaß am Kino.

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    1. Dann bin ich gespannt, ob das bei mir auch klappt. Aus dem Bauch heraus würde ich meine Erlebnisse jetzt nicht unbedingt auf Blockbuster reduzieren. Aber ich werde das auf jeden Fall beobachten 😊

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    2. Super Idee, aber die Zuschauer mit den Smartphones sind auch eine große Zielgruppe für die Kinos 😀
      Ich finde man kann es nicht auf Blockbuster reduzieren, solche Idioten gibt es auch bei kleinen Filmen (meiner Erfahrung nach).
      Ich finde man kann schon viel steuern, in dem man den Film zu einer bestimmten Uhrzeit und Wochentag guckt.

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        1. Kommt meistens auf dem Film an, aber mit Premieren-Tagen kann man eigentlich nichts falsch machen weil dann (meistens) nur die Leute reingehen, die auch Bock haben.
          Sonst geht Nachmittags natürlich nicht (Kinder usw.), am WE spät abends würde ich auch eher abraten (Besoffene^^).
          Am liebsten gehe ich mittlerweile in die Sneak, da ist sehr angehnemes Publikum und man kann den Film in OV sehen. Die Hälfte meiner Kinobesuche dieses Jahr waren damit Überraschungsfilme.

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  2. Interessanter Bericht. Obwohl ich großer Filmfan bin, war ich dieses Jahr erst sechs mal im Kino und werde vielleicht eventuell noch einen Film gucken gehen. Vor allem seit Juli war ich in noch keinem Film.
    Mir gehen diese Begleiterscheinungen größtenteils nicht auf dem Senkel. Je nach Begleitung diskutiere ich sogar flüsternd über den Film.
    Im Gegensatz zu dir ist der Geldfaktor für mich ein Problem. Ich sagte mal zu meinem Vater, dass wenn eine Kinokarte fünf Euro kostet, ich mindestens zweimal im Monat ins Kino gehen würde. Dann würde ich auch automatisch nicht immer auch Geld für Getränk ausgeben. So bin ich in diesem Jahr vor allem zum Gesellschaftsgucker mutiert und habe die Filme gesehen mit denen ich mit meinen Freunden einigen konnte, sodass ich zum Beispiel GotG 2 The Founder vorgezogen habe oder gar Baywatch im Kino geguckt habe…

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    1. Die Kinopreise sind mittlerweile schon absurd. Von daher verstehe ich schon, dass der finanzielle Aspekt für manche ein Problem darstellt. Vor allem wenn man im Gegensatz zu mir armen Tropf noch andere Hobbys hat 😉
      Gesellschaftsgucker bin ich mittlerweile auch. Allerdings eher zuhause. Da habe ich dieses Jahr so viele Filme geschaut wie schon lange nicht mehr. Man muss eben schauen wo man bleibt 😊

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  3. Mit störenden Mitzuschauern hatte ich ja bisher immer Glück. Bis auf eine Ausnahme, wo aber dann eine Frau die Laberbacken (freundlich) dazu aufforderte, doch bitte ruhig zu sein und dann ging es auch. Ich wäre da aber auch knüppelhart, denke ich. Wenn mir jemand den Film versaut, für den ich gefüht 8000 Euro an der Kinokasse hinterlegt habe, dann würde ich den wohl zur Not auch eigenhändig aus dem Saal schmeißen, wenn es sein muss. Gäbe zwar Theater, aber das wäre es wert. Besser als solche Saftnasen 2 Stunden ertragen zu müssen.

    Der Grund, warum ich mit dem Kino abgeschlossen habe, ist eher die Entfernung. Die Filme, die ich gerne sehen würde, laufen nämlich nur selten in der unmittelbaren Umgebung, weil alle Leinwände schon von den Blockbustern, die 12 Wochen am Stück in drei Sälen laufen müssen, belegt sind. Wenn man dann 2 Stunden zum Kino fahren muss, dann 3 Stunden Film hat und 2 Stunden wieder zurück fährt, verkommt das schon zum Tagesausflug und da habe ich dann absolut keinen Bock drauf.

    Anfang des Jahres kommen zwar einige heiße Kandidaten, auf die ich richtig Bock habe mit „Killing Of A Sacred Deer“, „Shape Of Water“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ oder auch „The Disaster Artist“, aber ich gehe auch hier stark davon aus, dass ich davon keinen zu Gesicht kriegen werde, bevor nicht die Heimkinoversionen erscheinen. Zum Glück bin ich äußerst geduldig, was das angeht und vertreibe mir die Zeit eben mit anderen Filmen. Gibt ja genug zu gucken und nachzuholen. Schade ist es aber trotzdem.

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  4. Ich kann die Zuschauer inzwischen recht gut ausblenden. Zudem weiß ich, dass die meisten Vollhonks gegen 16/17 Uhr im Kino sind, dementsprechend werden diese Zeiten bewusst ausgelassen.
    Aber ich kann es extrem gut nachvollziehen – diese Lust auf Nicht-Kino. Mit den Zahlen ging es mir vor zwei Jahren exakt gleich, dieses Jahr kann ich an einer(!) Hand abzählen, wie oft ich im Kino war. Gut, bei mir ist es inzwischen auch der „fehlenden“ Zeit geschuldet (Effektiv habe ich derzeit nur 3 Tage Uni die Woche, zusätzlich noch ’nen Job. Da bin ich einfach für fünf Tage platt). Und Kino an sich.. ich weiß nicht. Es fühlt sich gerade extrem mühselig an. Wenn ich dann im Kino sitze, ist es okay, aber vorher. Der Weg dorthin… Puh. Und wir reden hier nur von 20 Minuten. Aber gut. Filme sind mir gerade eh ziemlich egal. Das kommt noch erschwerend hinzu. Es sind nicht mal die Filme selbst, aber irgendwie habe ich echt keine Lust mehr, mich mit dem ganzen Nonsense zu befassen. Viel zu oft bin ich von der zigsten Reboot-/Remakewelle genervt, die Hypemaschinerie tut ihr übriges dazu… aber… ach, weiß auch nicht. Irgendwie passt derzeit einfach gar nichts.

    Nächstes Jahr kommen wieder ein paar Filme, auf die ich mich schon sehr freue. Auch wenn mich der zeitliche Unterschied zwischen US- und DE-Release extrem stört (Call Me By Your Name, Lady Bird, I, Tonya, etc.) Da läuft derzeit alles schon wieder extrem heiß, wir kriegen die Euphorie ab, aber die Filme selbst kommen hier erst im April oder später. Nervt.

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      1. Awas, wird schon wieder. Spätestens wenn ich mit meinem Studium durch bin. Letztlich ist genau das eingetreten, vor dem ich mich damals am ehesten gefürchtet hatte: Die Lust an meinem liebsten Hobby zu verlieren. Trotzdem verliert man ja nicht die Lust, über Filme zu reden. Das ist die Hauptsache. 😉
        Aber auch du Kopf hoch! So lange du die Lust nicht ganz verlierst und trotzdem auf Streams zurückgreifst, ist das ganze noch in Ordnung und liegt nicht am Film selbst.
        Ich habe so ein wenig das Gefühl, dass sich das Kino erst wieder finden muss. Da ist etwas fundamentales aus dem Ruder gelaufen, aber auch das wird wieder besser. 🙂

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  5. Jetzt weiss ich, dass meine Entscheidung die Filme lieber auf der heimischen Couch zu geniessen, doch die richtige Entscheidung war. Ich war echt schon ewig nicht mehr im Kino. Wenigstens 10 Jahre – solange wohne ich hier – und ich weiss noch nicht mal wo hier ein Kino ist…hups…Ich bin definitiv zu alt um mir mein Filmerlebnis von anderen, ausser meinen eigenen Störgeräuschen, verderben zu lassen.
    Ich wünsche trotz allem ein schönes und ruhiges Kinojahr 2018. Bin auf die nächsten Berichte gespannt. Liebe Grüsse

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          1. Genau – ich räche mich dann gleich für Dich mit…;-) Allerdings muss ich gerade mitbekommen, dass meine Schwiegermutter auch alles kommentiert – wir schauen nämlich gerade den – mit Werbung gespickten – Marathon Herr der Ringe im TV…witzig ist, dass sie die Reihe auch schon öfter gesehen hat und sehr seltsame Fragen stellt. hihihi…

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  6. Ich bin auch schon seit Jahren nicht mehr im Kino gewesen. Mich stören die Chipsesser empfindlich. Diese Leute müssen eine ganz andere Anatomie haben als ich, ich verstehe die Schauspieler gar nicht, wenn ich etwas Knackiges esse.
    Oder ein Zweimetermann setzt sich vor mich, und ich darf seinen Hinterkopf bewundern.

    Dazu kommt, dass wir hier im Ortsteil ein Autokino haben, aber da kann sich auch ein SUV vor mich stellen. Und die nächsten Kinos sind 15 km weg, und ich bin nachtblind, kann also sehr schlecht abends sehen und schon gar nicht, wenn es regnet.

    Dazu kommen die Filme: High hell or water war im Kino sicherlich toll, überhaupt Filme mit Landschaftaufnahmen. Meine Cousine Rachel und Mord im Orient Express waren die einzigen Filme, die mir spontan einfallen, welche ich gerne gesehen hätte. Bei Der Schneemann hatte ich meine Eltern schon überredet, aber dann waren die kritiken so schlecht, dass wir es haben sien lassen.

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  7. Bin voll und ganz deiner Meinung, auch wenn ich noch keinen mit Döner im Kino gesehen habe. Das Aufblinken von Handys und das ständige Reden während der Szenen ist einfach furchtbar.
    Aber es geht auch anders: Ich war jetzt zweimal in „Star Wars“. Das erste Mal war der komplette Kinosaal gespannt, hat den Mund gehalten als der Film losging usw. Es war der vielleicht beste Kinobesuch des Jahres (das lag nicht unbedingt am FIlm…)
    Das zweite Mal war es das komplette Gegenteil: Neben mir ein junges Pärchen, wo das Mädchen ständig gefragt hat wer das ist, was der macht und warum. Auf der anderen Seite waren ein paar Nerds die jede Szene kommentierten. In Zimmerlautstärke!
    Naja, ich finde manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Und wenn man die Leute darauf anspricht, ist ja auch meistens Ruhe und man ist der Held es Kinosaals 😀
    Da haben mir die Preise und die Qualität der Filme schon öfter einen Kinoabend versaut…

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    1. Zuhause gewinnt man immer. Es sei denn der Film ist totaler Käse. Aber das kann im Kino auch passieren 😉
      Ganz ehrlich deine zweite Sichtung ist 100% der Grund warum ich noch nicht in Star Wars war. Ein perfektes Beispiel

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  8. Logischerweise hat man in einem Programmkino weit weniger (bis gar nicht) die Ich-kann-mich-benehmen-wie-ich-will,-ich-habe-schließlich-für-das-Ticket-bezahlt-Fraktion. Kaum einer dieser Typen will schließlich einen anspruchsvolleren Film gucken. Ich gehe zu selten in Deutschland ins Kino, aber es ist wahrscheinlich auch hier ein eher älteres Publikum in den Programmkinos zu finden. Nicht nur der besseren Filme wegen gehe ich am liebsten in die Programmkinos. Aber ich gehe auch häufig in die amerikanischen Kinocenter. Mir ist aufgefallen, dass sich das Publikum auch mit der Vorstellungszeit ändert. Ich gehe meistens in die Vorstellungen am Vormittag, Mittag oder frühen Nachmittag und habe in diesen frühen Vorstellungen auch nur sehr wenige Mitzuschauer und da sucht sich dann jeder seine Ecke im Kino. Am Abend beobachte ich ein ganz anderes, prolligeres Publikum in den Kinocentern. Schon alleine weil die Kinos dann relativ gut besucht sind und man enger zusammensitzt nervt mich das schon. In den amerikanischen Kinocentern hat man dafür das Problem, dass die Zuschauer gerne mal auch ihr Baby mit in den Kinosaal bringen. Letztens erst hatte eine Frau ihren Kinderwagen inmitten ihrer Reihe (zwei Reihen vor meiner) geschoben – hätte ich es nicht selbst erlebt, hätte ich es auch nicht geglaubt. So etwas ist in Deutschland undenkbar. Zugegebenermassen, wenn ich nicht den Job hätte und das Glück habe, in den U.S.A. ins Kino gehen zu können, würde ich wahrscheinlich auch nicht so oft einen Kinosaal von innen sehen. Aber, lass Dir das Kino nicht verderben, manche Filme muss man im Kino sehen, gehe lieber in ein Programmkino oder versuche Dir die frühesten Vorstellungen rauszusuchen.

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  9. Schön, das das Thema mal angesprochen wird. Ich dachte immer, ich wäre im Laufe der Jahre empfindlicher, wenn nich sogar übersensibel geworden. Aber jetzt lese ich, dass es offenbar nicht nur mir so geht. Wie schön…
    Als Bewohner einer Großstadt mit flächendeckendem öffentlichen Nahverkehr bereitet mir die Anfahrt ins Kino keinerlei Probleme. Auch die Auswahl an Kinos, respektive Filmen, ist in einer Stadt wie Hamburg natürlich riesig.
    Was mir aber in den letzten Jahren wirklich „auf den Sack“ geht, sind -wie bereits ausgiebig beschrieben, die anderen „Kinoliebhaber“, die ohne irgendeine Rücksichtnahme auf andere, genüsslich essen, trinken, quatschen, telefonierenden, chatten, spielen usw……(habe ich ein Attirbut vergessen?) Äußert anstrengend empfinde ich es auch, dasss -obwohl es meist Platzkarten gibt- sich viele einfach erst einmal da hinsetzen, wo sie sich am Wohlsten fühlen, in der Anname, die tatsächlichen Platzinhaber würden nicht auftauchen, was aber meist ein Irrglaube ist. So setzt kurz vor Beginn des Films oftmals eine lustige Reise nach Jerusalem ein, dass meist erst 5 Minuten nach Anfang des Films ein Ende findet. Jedes Mail ein Blutdrucktreiber für mich. Das muss doch nicht sein.
    Erstaunlich finde ich auch, die Attitude, dass sich keiner dieser „Filmfreunde“ je irgendeiner Art von Fehlverhalten bewusst ist. Schon erschreckend, wie gleichgültig und ich-bezogen einige Leute heutzutage sind.

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  10. Puh, ich habe mir nicht alle Kommentare durchgelesen, aber wahrscheinlich sind viele dabei, die dir zustimmen und einige die das alles anders sehen.
    Ich kann dich gut verstehen. Sehr gut sogar. In Hamburg ist alles noch viel schlimmer als auf dem platten Land.
    Und das mit der Lust kann ich auch absolut nachvollziehen, dann lieber einen Film in einer Umgebung schauen, die einem auch mehr zusagt und dann geht natürlich auch Qualität vor Quantität. Du hast also alles richtig gemacht.

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      1. Auch wenn du anderer Meinung bist: Meiner Meinung nach schaden sich die Kinos mit dem Verkauf von Chipstüten enorm. Wenn mal irgendwo das Thema aufs Kino kommt, ob privat oder in Online-Zeitungen, ist da ein sehr großer Prozentsatz, der wegen dem Geraschel nicht mehr ins Kino geht.

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  11. Ich sehe das ganz ähnlich wie Du. ich war vermutlich sogar noch weniger im Kino. Ich HASSE 3D Brillen (gar nicht so sehr 3D Filme an sich aber diese furchtbaren Brillen), der Preis schreckt ab und die Anfahrt und die Werbedauer etc.
    Der Hauptgrund ist aber wirklich das Leuchten der Smartphones und der „Duft“ der Nachos. Und diese furchtbaren Leute, die glauben man möchte ihre „geistreiche“ Rezension direkt während des Films hören.
    Dabei ist es eigentlich schade, Film sollte ein kommunales Ereignis sein. Mit einer großen, unbekannten Gruppe ein gemeinsames Erlebnis verbringen, an den selben Stellen zu lachen oder zu trauern macht definitiv einen Teil der Faszination aus.
    Aber es ist eben auch schön die Gruppe der Mitzuschauer und die Art der verzehrten Lebensmittel kontrollieren zu können. Und Pause drücken zu können, wenn man auf Klo muss… 😉

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  12. Mir sind in diesem Jahr auch relativ viele Störenfriede untergekommen – derart schlimm war es aber nicht. Da ich weit vorn sitze, bleibe ich von Handys meist verschont, warme Mahlzeiten oder übermäßiger Alkoholkonsum gab es ebenfalls nicht. Mich nerven vielmehr die, die bei jedem Gag lauthals lachen. Zum Glück geben die meist nach 10 Minuten auf

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    1. Das Lachen nehme ich keinem krumm. Auch wenn das natürlich ganz schön nerven kann. Aber das lässt sich meistens nicht so gut kontrollieren. Ich bin da einiges von meinem Vater gewöhnt….
      Ich glaube das macht im Kino keiner mit Absicht so laut. Essen, Handy etc ist eine bewusste Entscheidung

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  13. Interessante Veränderung!
    Mir geht es so ähnlich. Mein Filmkonsum hat sehr stark nachgelassen. Einerseits finde ich die meisten Erscheinungen sehr unspannend. Die wenigsten neuen Filme sprechen mich an.
    Für 2018 wüsste ich spontan nur 2 Filme, die ich gerne auf der großen Leinwand sehen möchte.
    Andererseits gebe ich dir vollkommen recht. Einige Zuschauer wissen sich nicht zu benehmen und wenn jemand sein Handy zuckt, dann könnte ich explodieren.
    Aber ich habe einen guten Weg gefunden mit kleineren (Programm)Kinos. Die Nicht-Hollywood-Mainstream Filme interessieren mich viel mehr und die Meisten sind eine Offenbarung. Zudem sehe ich gerne alte Filme auf der Leinwand, was an manchen Orten möglich ist. Ebenfalls zauberhaft und mit tollem Publikum, die sich auch für das Gezeigte begeistern können.

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  14. Ich gehe ja sehr gerne ins Kino und glücklicherweise scheint das Publikum in unserem Teil des Landes (noch) recht gesittet zu agieren (Ausnahmen bestätigen usw.). Der „magische“ Aspekt und Effekt auf mich setzt bei einem guten Film immer noch ein. Gestern habe ich eine andere Veranstaltung besucht und zwei Sitze neben mir düdelte einer die ganze Zeit am Ende, die andere nahm er einen hausgemachten Fingernagel-Snack zu sich. Aggressionen statteten mir da schon einen Besuch ab… Frage mich, warum sich diese Menschen nicht einfach das Geld sparen. Ich kann bei genannten Erlebnissen auf alle Fälle verstehen, wenn einem da der Sinn nach einem Kinogang abhanden kommt.

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  15. Ich lese häufig von diesen pöbelnden, lauten Kinogängern, muss aber immer wieder gestehen, das dies in meinen Kinos irgendwie nur extrem selten vorkommt. Entweder habe ich stets Glück und bin zu Zeiten dort, wenn die Störenfriede gerade anderweitig beschäftigt sind oder es sind hier generell gesittetere Zeitgenossen unterwegs. Dennoch schaffe ich es auch nie oft genug ins Kino (zumindest nicht so oft, wie ich gern wollte). Bei mir ist es aber auch vor allem eine Zeitfrage.

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    1. Einen Aspekt haben wir noch nicht angesprochen: Wir, die wir uns in diesem Blog tummeln, haben sicherlich eine andere Einstellung zum Medium Film und zum Kino als Stätte des Filmgenusses. Wir sehen Filme sicherlich zum großen Teil mit etwas anderen Augen, als der „normale Filmkonsument“. Wir geniessen da sicherlich etwas mehr abweichend vom Mainstream. Ich möchte mich damit nicht elitär über Andere erheben. Mich stören auch all die Kritikpunkte, die hier zur Sprache gekommen sind. ich überlege mir inzwischen auch häufig, ob ich nicht einfach die immer kürzer werden „Schonfrist“ zwischen Kinoeinsatz und Verwertung als DVD, bei Streamingdiensten usw. abwarte und mir einen Film gemütlich zuhause ansehe.
      Das Verhalten vieler Kinobesucher ist sicherlich auch ein Spiegel unserer geselltschaftlichen Entwicklung, in der Rücksichtnahme auf andere und soziales Miteinander immer weiter in den Hintergrund rücken. Eine schlimme Entwicklung. ich weiss aber leider auch nicht, wie sich da am besten gegensteuern lässt.

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  16. Schöner, wenn auch trauriger Text. Geht mir aber ganz ähnlich. Ganz ehrlich muss ich auch sagen, dass mich langsam das Angebot deutscher Kinos nervt. Alles was nicht vor Stars strahlt oder 0815-Blödelkram ist, bekommt die schlimmsten Uhrzeiten, wenn die Filme überhaupt noch gezeigt werden. Das hat mir den Kinobesuch auch versaut in den letzten Jahren. Dann lieber abwarten bis man die guten und in Deutschland weniger bekannten Filme im Stream schauen kann.

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    1. Absolut richtig. Die Spielzeiten nerven mich oft auch. Killing of a sacred dear zum Beispiel läuft immer nur ab 22:00. Das ist mir zu spät. Allerdings war ich dieses Jahr schon zwei mal im Kino. Und das ohne Zwischenfälle und zu humanen Zeiten 😉

      Kurze Frage: Lohnt es sich deinem Blog zu folgen? Kommen da in Bälde Artikel?

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  17. Ich weiß leider nicht woran es liegt, aber es wird immer noch auf meinen alten Blog verlinkt. Dabei nutze ich inzwischen whatmovie24, aber trotzdem gelangt man über meinen Namen nur auf dem alten Blog. Also darfst du da gerne mal schauen, wenn du magst 😊

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  18. Oh je, der Titel klang schon beängstigend und schlimm 😦 und als du das mit dem Essen angefangen hast zu erzählen, war mir schon klar, worum es geht. Mich hat es dieses Jahr auch zwei, drei Male getroffen, dass ich mit Deppen im Kino saß, die mir extrem den Spaß verdorben haben. Einer hat beispielsweise stark alkoholisiert beim rührenden Ende eines Films in dem gerade einer stirbt angefangen rumzupöbeln – da war ich noch am nächsten Tag sauer, weil das einfach alles ruiniert und unglaublich respektlos ist.

    Aber ich muss auch gestehen, dass sowas fast nur in den mega populären Popcornkinofilmen passiert und in den großen Lichtspielhäusern. Und irgendwie habe ich eine ziemlich Blockbuster-Abneigung entwickelt. Ich gehe immer noch sehr gern ins Kino, aber die Indie-Filme enttäuschen mich in letzter Zeit weniger und dort ist das Publikum meist eins, was auch den Film genießen will.

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    1. Hi!
      Ja du hast schon recht. Bei Blockbusterfilmen und großen Kinoketten kommt sowas schon häufiger vor. Aber leider nicht nur. Ich finde zum Beispiel das Sneak Publikum bei uns auch furchtbar. Letzte Woche war ich zum Beispiel dort und die Frau neben mir meinte zu ihrer Begleitung: „Ey, wenn jetzt so ein scheiß Männerfilm kommt, spiel ich Tetris.“ Hat sie dann nicht gemacht. Aber ich dachte mir da schon, warum geht man mit so einer Einstellung in die Sneak??? Ich will gar nicht wissen, wie die sich aufgeführt hätte, wenn der Film wirklich schlecht gewesen wäre.

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