Film: Es

Hallo Filmfreunde,

für den vorletzten Film der September-Challenge habe ich es nun sogar endlich mal wieder ins Kino geschafft. Zum insgesamt 13. mal dieses Jahr. Ich kann mich nicht erinnern wann ich zuletzt so selten den Weg ins Lichtspielhaus gefunden habe. Es muss aber schon eine ganze Weile her sein. Wie dem auch sei. Ich war nun für den letzten „E“-Film der Challenge dort und habe mir diesen Film hier angeschaut.

 

ES

IT
© Warner

Vor vielen Jahren habe ich Kings Roman gelesen und war echt begeistert. Allerdings fand ich damals eigentlich alles gut was vulgäre Sprache, Obszönitäten und blutige Szenen beinhaltete. An viele Szenen des Buches kann ich mich heute noch sehr genau erinnern. An den Film von 1990, den ich etwas zur gleichen Zeit gesehen haben muss, hingegen so gut wie gar nicht. 27 Jahre später bekommt jener Film nun passenderweise ein Remake. Passenderweise deshalb, weil im Roman „ES“ alle 27 Jahre nach Derry zurückkehrt und schlimme Dinge anstellt. Ich war sehr gespannt, ob das Publikum mit einer weiteren schlechten King-Verfilmung zu nerven auch dazu gehören würde. Der Trailer hatte mich zumindest schon mal neugierig gemacht.

 

Eine Sache lässt sich über „Es“ auf jeden Fall sagen. Der Film ist eine der besten King-Verfilmungen, die ich kenne. Vielleicht nach „The Shining“ sogar die beste. Aber das ist ja im Hinblick auf die recht bescheidene Konkurrenz jetzt auch keine Meisterleistung.

Andy Muschiettis Remake stellt eine interessante Mischung aus modernem Horrorfilm und Jugenddrama dar. Zentrale Elemente des Films wie Freundschaft, Erwachsenwerden, Liebe und Abgrenzung von den Eltern erinnern eher an einen Coming of Age Film und stehen in krassem Kontrast zum eigentlichen Horror, der dem Film zugrunde liegt.

Bill Skarsgard gibt einen wirklich gruseligen Pennywise, der nicht nur den jugendlichen Protagonisten immer wieder das Fürchten lehrt. Da wirkt es fast schon ein bisschen absurd, wie einfach der monströse Clown am Ende von einer Horde pubertierender Nervensägen erledigt werden kann. Leider verlässt „Es“ sich nicht ausschließlich auf die Wirkung seines Monsters, sondern greift immer wieder auf ermüdende Jump-Scares aus der Horror-Mottenkiste zurück. Dabei hätte der Film dies überhaupt nicht nötig.

Auch wenn der Film an einigen Stellen wirklich blutig und schonungslos ist, verzichtet er glücklicherweise auf einige der wirklich schockierenden und zum Teil geschmacklosen Elemente, die King in seine Romanvorlage eingebaut hat. So kommt es zum Beispiel nicht zu einer bizarren Sexszene zwischen dem gestörten Patrick Hockstetter und dem nicht minder abgedrehten Henry Bowers. Auch auf die Szene, in der der komplette „Club der Verlierer“ in der Kanalisation über die arme Beverly rutschen darf, nur um eine positive Gruppendynamik zu erzeugen, wird lobenswerterweise verzichtet.

Insgesamt ist „Es“ ein guter Horrorfilm mit Coming of Age Anleihen, der nicht nur für King-Fans eine Sichtung wert ist. Den Hype um Muschiettis Remake verstehe ich allerdings nicht.

Zum Abschluss ein paar spoilerfreie Gedanken zum Ende des Films. Dieser hört nämlich so auf, dass man die Handlung als Nichtkenner der Vorlage als abgeschlossen erachten könnte. Allerdings wurde bereits vor Veröffentlichung des Films bekannt gegeben, dass die Handlung auf zwei Kapitel ausgelegt werden soll. In Kapitel zwei wird es dann um die Rückkehr des Monsters gehen, das sich 27 Jahre später an den bis dahin erwachsenen Freunden rächen will. In der Romanvorlage erzählt King die Geschichte parallel aus mehreren Perspektiven und in mehreren Zeitebenen. Durch zahlreiche Rückblenden erfährt der Leser nach und nach, wie sich die Vorkommnisse in der Kindheit der Protagonisten ereignet haben und wie es den Kindern gelungen ist das Monster beim ersten mal zu besiegen. Genau das ist jedoch beim kommenden zweiten Teil total uninteressant, weil wir als Zuschauer all dies bereits aus dem ersten Teil wissen. Im Prinzip kann es in Kapitel zwei nur darum gehen, dass die erwachsenen Freunde erneut in die Kanalisation hinabsteigen und das Monster zum zweiten mal besiegen. Vielleicht bin ich ja zu pessimistisch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Warten wir es ab.

 

Meine bisherigen Filme der September-Challenge:

S —> Slumdog Millionär

E —> Enemy

P → Pulp Fiction

T → Toni Erdmann

E → Europa Report

M → Married Life

E → Es

 

Weitere Teilnehmer der Challenge:

Zacksmovie → „E“ wie Extrem laut und unglaublich nah

Shalima Moon → „E“ wie Escape Plan

9 Kommentare zu „Film: Es

Gib deinen ab

      1. Bei mir ist das definitiv so. Ich weiß nicht, ob du es schon mitbekommen hast, aber ich habe eine Soundbar und kann damit das Kino-Feeling auch daheim haben. Es bringt sogar richtig Spaß, weil man nicht übertrieben viel für Karten, Snacks und Getränke ausgeben muss.

        Gefällt 1 Person

Ja, hier darfst du gerne etwas schreiben. Trau dich! :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: