Tolle Filme, die noch älter sind als ich (5)

Hallo Filmfreunde,

zur Feier meines Jubiläumjahres habe ich diese kleine Beitragsreihe gestartet, in der ich euch 30 Filme vorstellen möchte, die trotz ihres hohen Alters sehr unterhaltsam und liebenswert sind. So wie ich eben.

Vielleicht fühlt sich der Eine oder Andere beim Lesen ja weniger alt, wenn er sieht was für tolle Filme es gibt, die auch schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Heute habe ich, nachdem es in Folge 4 um King Kong ging, direkt den nächsten Monsterfilm für euch:

 

Tarantula (1955)

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Tarantula“ ist nur 32 Jahre älter als ich und trotzdem scheint der Film aus einer komplett anderen Zeit zu stammen. Nichtsdestotrotz hat mich der Film sehr nachdenklich und ängstlich zurückgelassen. Allerdings weniger wegen der tödlichen Riesenspinne, sondern aus einem anderen Grund. Dabei sehen die Effekte auch heute noch größtenteils erstaunlich gut aus. Das liegt vor allem daran, dass anders als bei „King Kong“ kaum Gummimodelle oder Attrappen beutzt wurden, sondern eine lebende Spinne gefilmt wurde, die über Miniaturlandschaften kriecht. Schaut euch einfach mal den Trailer an…

 

Im Gegensatz zu „King Kong“ hält sich „Tarantula“ was die Monster-Action angeht deutlich zurück. In der ersten Hälfte des Films sieht man häufig nur die Spuren der monströsen Kreatur. Trotzdem ist der Film nicht langweilig. Das liegt vor allem an den zum Teil erstaunlich guten Dialogen der Hauptfiguren. In einer Szene erklärt der Biologe Professor Deemer, der die übergroße Spinne überaupt erst erschaffen hat, einem Kollegen woran er gerade arbeitet. Nämlich einem synthetisch hergestellten Super-Nährstoff, der eine langfristige Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung gewährleisten soll.

 

(Prof. Deemer)

The disease of hunger, like most diseases, well, it spreads. There are 2 billion people in the world today. In 1975 there’ll be 3 billion. In the year 2000, there’ll be 3,625,000,000. The world may not be able to produce enough food to feed all these people. Now perhaps you’ll understand what an inexpensive nutrient will mean.

(Dr. Hastings)

Well, not many of us look that far in the future, sir.

Prof. Deemer

Our business is the future. No man can do it on his own, of course. You don’t pull it out of your hat like a magician’s rabbit. You… well, you build on what hundreds of others have learned before you.

Rein von den Fakten gesehen hat sich Deemer mit der Zahl 3,6 Milliarden Menschen, die um die Jahrtausendwende auf der Erde leben sollten, ziemlich verschätzt. Tatsächlich waren es im Jahr 2000 bereits knapp 6 Milliarden. Mittlerweile sind wir gar bei etwa 7,5 Milliarden angelangt. Es ist durchaus möglich, dass die Weltbevölkerung noch während unserer Lebenszeit auf 10 Milliarden anwächst.

Ein unvorstellbare Zahl, die mir zugegebenermaßen etwas Angst macht. Zumal das Problem der Überbefölkerung und der daraus resultierenden Versorgungsknappheit bereits bei Veröffentlichung des Films vor über 60 Jahren bekannt war und vorausgesagt wurde. Umso erstaunlicher und schockierender finde ich es, dass wir auf diesem Gebiet nicht wirklich weiter gekommen sind. Tatsächlich werden die Lebensmittel und Wasservorräte immer weniger. Natürliche Lebensräume müssen weichen, damit die Menge an Nahrungsmittel für einen Großteil der Menschheit überhaupt angebaut werden kann. Und dabei werden noch lange nicht alle Menschen auf der Welt auch wirklich satt. Wenn man sich vor Augen hält, welche technischen und naturwissenschaftlichen Errungenschaften die Menschheit seit 1955 hervorgebracht hat, ist es fast unglaublich wie wenig sich im Hinblick auf das in „Tarantula“ beschriebene Problem getan hat. Wie gesagt, bei einem Blick in Zukunft kann einem da schon ein bisschen mulmig werden. Oder wie seht ihr das? Mache ich mir da zu viele Sorgen? Ihr dürft mich gerne beruhigen.

 

Wen die prognostizierte Entwicklung der Weltbevölkerung interessiert, darf sich gerne mal die Hochrechnung der UN hier anschauen.

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13 Antworten zu “Tolle Filme, die noch älter sind als ich (5)

  1. Oh Gott ja, Überbevölkerung, eigentlich DAS große Probleme, vor dem die Weltgesellschaft steht, von dem fast alle anderen Probleme ausgehen und das trotzdem immer wieder ausgeblendet wird. Stattdessen wird über sinkende Geburtenzahlen gestritten… Vielleicht bleibt uns tatsächlich irgendwann nur noch eine Ein-Kind-Politik á la China – oder die Expansion ins Weltall.

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  2. Tja, das einzig probate Mittel gegen Überbevölkerung ist der Wohlstand. Wo immer der einzieht gehen die Geburtenraten tatsächlich sehr schnell zurück. Okay, das ist etwa 10 Millionen mal leichter geschrieben als umgesetzt, das ist mir durchaus schmerzlich klar.
    Was Lebensmittel angeht würde ich nicht sagen, dass sich seit ’55 nichts getan hat. Genetisch modifizierte Organismen, wie zB. beim Golden Rice Project bieten durchaus eine Chance, die sich allerdings erstens noch bewähren muss, zweitens gigantische politische und soziale Hürden wird überwinden müssen. Die jahrzehntelange Schlammschlacht mit Greenpeace hilft da auch nicht gerade.
    Ein anderes Problem ist die ungleiche Verteilung von Lebensmitteln. Wenn man überlegt, wieviel bei uns weggeschmissen wird, kann einem schwindelig werden. Auch wenn daran, zumindest lokal, die städtischen Tafeln ja zumindest arbeiten (unter Dauerfeuer der Springer-Journaille).

    Und dann kommen wir zum echten, großen Buhmann. Dem Klimawandel. Der wird nämlich die Schwächsten zuerst treffen. Die Länder nahe des Äquators. Dort wird es akute Hungersnöte geben, politische Destabilisierung, die sich auf die Nachbarländer auswirkt und dann Flüchtlingsströme, die die letzten jahre wie einen Kindergeburtstag aussehen werden lassen. Was bei uns in Europa zu einem weiteren Rückzug ins Nationalstaatliche führen wird, was dafür sorgt, dass wir uns noch schlechter gemeinsam um zukünftige Probleme kümmern können…

    Sooo, jetzt habe ich mich selbst deprimiert… Riesenspinnen, heh? Ganz schön gruselig….

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    • Hi!
      „Was Lebensmittel angeht würde ich nicht sagen, dass sich seit ’55 nichts getan hat. “ Na gut, da muss ich etwas zurück rudern. Was ich meinte war, dass wir in der Zwischenzeit neue Planeten entdeckt haben, Sonden durch das All fliegen lassen und sogar schon auf dem Mond waren. Gemessen daran hät sich der Fortschritt auf dem Nahrungsmittelsektor doch deutlich zurück.

      Und ja, dein Buhmann ist wirklich ein Arsch. Aber man könnte jetzt natürlich acuh argumentieren, dass letztendich die Überbevölkerung am Klimawandel schuld ist. ZU viele Meschen = zu viel Vieh, zu viele Abgase etc…

      Wie dem auch sei. Fakt ist: Das Problem war wie in Tarantula gesehen 1955 bereits bekannt und konnte immer noch nicht gelöst werden. Fast so als wollte jemand, dass es HUnger gibt.

      P.S: Das Verschwenden von Lebensmitteln bei uns ist mir auch schon lange ein großer Dorn im Auge!

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      • Ha, der Beginn Deines Kommentars erinnert mich ein wenig an eine Zeile aus dem Song Eve of Destruction:
        „Ah, you may leave here for four days in space
        But when you return it’s the same old place“
        Schwer zu widersprechen.
        Klar sind die Menschen mitverantwortlich für den Buhmann. Das macht es ja so frustrierend. Das wir uns nicht einmal zusammenreißen können, um auf unserem Planeten eine Veränderung um zwei grad zu vermeiden. Wie sollen wir so jemals ein Terraforming schaffen? 😉

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  3. Jack Arnold ist ein großer Meister seines Faches gewesen und einige Meisterwerke geschaffen. Aber, Du hast Recht, TARANTULA traf damals den Zeitgeist und sieht heute noch verdammt gut aus. Und vom Storytelling können moderne Filme dort einige Scheiben abschneiden.

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  4. Aber- tolle Idee, die Du da aufgezogen hast.

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  5. Pingback: Universal Monsters (9): Der Schrecken vom Amazonas – Das Ende der goldenen Monster-Ära | Ma-Go Filmtipps

  6. Danke für den Artikel. Ich empfinde den starken Anstieg der Weltbevölkerung ebenfalls als beunruhigend. Allerdings ist es meiner Meinung nach ein Verteilungs- und Nutzungsproblem – Hunger wäre auch bei 10 Mrd. Menschen nicht nötig. Die Frage ist für mich wie viel Menschen die Erde auf Dauer verkraftet und auch dabei muss man ja berücksichtigen, dass gerade die weit entwickelten Länder sehr viele Ressourcen nutzen und mitunter auch verschwenden.

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    • Sehr gerne.
      Ja du hast Recht. Die Sache mit der Ressourcennutzung ist wirklich der Kern des Übels. Gestern habe ich übrigens „Pandorum“ gesehen. Darin war übrigens die Weltbevölkerung auf 10 Mrd. angestiegen und die Menschheit deshalb gezwungen die Erde zu verlassen. So viel also zu deiner These 😉

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  7. Pingback: Wer kennt den Film? – Pandorum | Ma-Go Filmtipps

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