In eigener Sache: Bye-Bye Filmkritik!

Hallo Filmfreunde,

wie ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich hier in letzter Zeit kaum noch Filmkritiken veröffentlicht. Das hatte um ehrlich zu sein einen ganz einfachen Grund: Ich hatte keine Lust.

Hinzu kam, dass ich in den letzten Monaten auch wenig Motivation verspührt habe ins Kino zu gehen. Und das obwohl mich einige Filme wirklich interessiert hätten. Manche habe ich dann doch gesehen, wollte aber nicht darüber schreiben. Und wer meinen Blog kennt wird wahrscheinlich mitbekommen haben, dass ich nur dann schreibe, wenn ich auch wirklich Lust dazu habe.

Wie dem auch sei. Ich habe darüber nachgedacht, warum mich die Freude am Kritiken schreiben verlassen zu haben scheint. Nach langem Grübeln und Forschen bin ich dann zu folgendem Ergebnis gelangt.

Meine Filmkritiken waren bisher in der Regel für Leser gedacht, die einen bestimmten Film noch nicht gesehen haben und (aus welchen Gründen auch immer) wissen wollten, ob ICH den Film empfehlen kann und warum. Ich selbst lese Filmkritiken ja meist erst nachdem ich einen Film gesehen habe, um mich dann mit anderen Kenner des Werks über das Gesehene auszutauschen. Das hat den Vorteil, dass ich mir Filme oft relativ unbefangen anschauen kann. Sofern das bei all den Trailern, Teasern und Previews überhaupt noch möglich ist.

Wenn man für Leser schreibt, die den Film in der Regel nicht kennen, muss man als Verfasser immer den Spagat vollziehen die eigene Meinung zu begründen, gleichzeitig aber auch nicht zu sehr auf inhaltliche Elemente einzugehen. Ihr wisst schon… „Spoiler Alarm!“ und so. Da ich aber ziemlich unbeweglich bin, fällt mir eine solche rhetorische Turnübung ziemlich schwer und macht mir auch nicht sonderlich viel Spaß. Am Ende hatte ich dann oft Texte produziert, die mir zu oberflächlich waren und die ich deshalb wahrscheinlich selbst gar nicht lesen würde. Also habe ich diese Art von Texten in Frage gestellt und mir überlegt, ob dieses Format überhaupt noch zu mir passt. Denn wieso sollte ich etwas schreiben, dass ich selbst nicht lesen würde?

Also was tun? Wie bereits erwähnt, ist mir der Austausch über Filme extrem wichtig. Um genau zu sein, ist das eigentlich DER Grund warum ich das alles hier überhaupt erst mache. Also werde ich natürlich weiterhin über Filme schreiben. Nur eben nicht mehr in der ursprünglichen Form meiner Filmkritiken. Ich möchte nicht mehr in erster Linie über Filme informieren, was ich im Rahmen meiner „Streng geheimen Filmtipps“ aber trotzdem auch noch tun werde. Viel mehr möchte ich über meine Gedanken zu Filmen schreiben, ohne dabei mit angezogener Spoilerbremse manövrieren zu müssen. Die „Original vs. Remake“ Reihe war dazu ein Anfang. Desweiteren habe ich vor, in unregelmäßigen Abständen mehr Artikel wie meine Interpretation zu „Birdman“ zu veröffentlichen. Zum Beispiel eine Interpretation zum Film „Enemy“, den ich kürzlich zum ersten Mal gesehen habe und mir bei Gelegenheit noch mal anschauen muss, um meine Theorien dazu zu überprüfen 😉

Außerdem werde ich in Bälde eine neue Kategorie mit dem Titel „Kinotratsch“ ins Leben rufen. Diese wird Artikel beinhalten, in denen ich ganz subjektiv über aktuelle und weniger aktuelle Filme schreiben werde. Darin wird es dann weniger darum gehen, ob in Film X die Schauspieler etwas taugen oder ob die Bilder schön anzusehen sind. Stattdessen werde ich darin über meine Gedanken und Gefühle während und nach der Sichtung berichten. Natürlich in der Hoffnung, dass das jemanden interessiert und dass die, die den Film auch gesehen haben, sich mit mir austauschen. Den Anfang wird der in Kürze startende Film „Verleugnung“ machen, den ich neulich im Kino gesehen habe und den ich für einen sehr wichtigen und sehenswerten Filme halte. Ich bin sehr gespannt wie sich das entwickelt. Ich bin mir im Klaren darüber, dass die Like- und Klickzahlen dadurch deutlich sinken werden. Immerhin waren die bisherigen Filmkritiken immer verlässliche Traffic-Garanten. Doch auch wenn solche Statistiken natürlich eine schöne Rückmeldung sind, geht es letztendlich doch um den Spaß und den Austausch. An dieser Stelle daher der Aufruf an alle: Kommentiert mehr! 🙂 Denn ein Kommentar zählt letztendlich mehr als 5 Likes. Oder?

Man liest sich,

euer Ma-Go

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36 Antworten zu “In eigener Sache: Bye-Bye Filmkritik!

  1. Dann mache ich hier mal den Anfang 😊 Das klingt spannend und ich bin schon neugierig, wie sich das entwickelt 😊 Deine Birdman-Interpretation fand ich super, das war sogar der Artikel, mit dem ich auf den Blog aufmerksam geworden bin.

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  2. Wenn du das so interpretierst (“ Stattdessen werde ich darin über meine Gedanken und Gefühle während und nach der Sichtung berichten.“) dann habe ich tatsächlich noch nie Filmkritiken geschrieben, da ich immer nur subjektiv über meine Gefühle während und nach der Sichtung schreibe, insofern: Ich bin gespannt! 🙂

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    • Ja da hast du Recht. Bei dir sind das eher Reviews oder so. Was ich immer sehr nett und interessant finde! Spontan würde da beispielseise dein Beitrag zu „Everest“ einfallen. Da unterscheiden sich unsere Texte doch deutlich finde ich. Und damit meine ich nicht unsere Bewertung des Films. Die war ja (glaube ich) durchaus ähnlich. Aber der Schreibansatz war bei dir finde ich viel persönlicher. Von daher könnte man sagen, dass ich beim Meister abgucke 😛
      Letztendlich sind das aber alles nur Begriffe. Fakt ist: Ich mach es ab jetzt anders 🙂

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  3. Ich freu mich darauf und bin gespannt! 👍👍🎬

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  4. Hört sich interessant an, obwohl ich deine Kritiken immer gerne gelesen habe und ich es auch schade finde. Aber ich kann dich gut verstehen. Auf deine Interpretation zu „Enemy“ bin ich gespannt. Gehört zu meinen Lieblingsfilmen.:-)

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  5. Ich freue mich, deine Theorien zu „Enemy“ bald zu lesen. 😉

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  6. Ist mir exakt genauso ergangen wie Dir, was die Filmkritiken angeht. Ich war in letzter Zeit auch im Kino und hatte keine Lust, darüber zu schreiben. Das ist sehr untypisch für mich, weil auch ich sehr gerne über Filme schreibe. Da ist es auch nicht mag, schon einen Film komplett erzählt und gedeutet zu bekommen, halte ich meine Kritiken zum Film auch eher kurz. Ich lese erfreut, dass Du schon eine Lösung für Dich gefunden hast. Bei mir ist es noch in der Schwebe. Liebe Grüße von Nebenan.

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    • Hi. Auf der einen Seite beruhigend, dass es nicht nur mir so geht. Auf der anderen ist es bei dir ja so, dass du mehrere Themen hast, über die du schreibst. Von daher ist das Kino-Problem nicht ganz so gravierend. Trotzdem würde mich interessieren, wie du es für dich lösen wirst. Zwischen was schwankst du denn? Oder hast du gar keine Idee?

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      • Hi zurück. 🙂 Ich schwanke zwischen Schließen des Blogs und doch weiter machen. Aber noch bin ich irgendwo dazwischen. Es stimmt, hauptsächlich schreibe ich derzeit in meinem Hauptblog. Wie und ob ich, wenn ich mit dem Kinoblog weiter mache, anders schreibe oder den Schwerpunkt anders setze, darüber habe ich mir noch nicht den Kopf zerbrochen.
        Schönen Sonntag Dir, liebe Grüße!

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  7. Na, dann bin ich schon mal sehr gespannt, was es hier demnächst zu lesen gibt. „Original vs. Remake“ find ich schon mal sehr schön, könnte aber sein, dass ich da parteiisch bin. 😉
    Enemy war tatsächlich auch für mich ein kleiner Wendepunkt beim Schreiben, weg von komplett „Clown gefrühstückt“ hin zu etwas nüchternerer Betrachtung. Und ist so oder so ein toller Film. Vielleicht sogar mein (bislang) liebster Villeneuve.

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    • So weit würde ich nicht gehen 😀
      Wenn du Lust hast, kannst du mir bei Gelegenheit mal deine Gedanken zu Enemy zukommen lassen. Würde mich interessieren, wie du das Ganze verstanden hast 🙂

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      • Ist ein bisschen lange her, dass ich das jetzt noch nachvollziehbar zusammenkriege. Aber ich habe hier: https://filmlichtung.wordpress.com/2015/11/28/gestern-gesehen-enemy-2013/
        zumindest interpretatorische Ansätze gegeben.

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      • Hast du eine Idee zu den Spinnen?

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      • Hmmm, der Professor ist ein Kopfmensch, der Schauspieler ist eher emotionsgesteuert. Die erste Spinne sehen wir ganz am Anfang bei dieser Stripshow, wo sie zertreten wird. Ich glaube wir erfahren nicht, wer die Show besucht hat (bin mir aber nicht mehr sicher), glaube aber es war der Professor. Durch den Kontakt mit dem Schauspieler sieht er (oder sein Unterbewusstes) eine Möglichkeit sich mehr ausleben zu können, was einerseits bedrohlich aber auch faszinierend erscheint (die „kleine“ Spinne seiner Triebe wird ein riesiges, weit entferntes Monster in der Skyline). Am Ende hat er sich seinen unbewussten Triebn so sehr hingegeben, dass der gute(?) Zwilling zum bösen Zwilling geworden ist. Seine unbewussten Wünsche haben die Kontrolle, die Spinne füllt den Raum aus. Das deckt sich mit seinen Vorlesungen zu totalitären Systemen in denen ja auch nie aus Vernunftgründen, sondern aus niederen Instinkten (Angst) die Macht einer Führungselite komplett übergeben wird. Sie folgen Mustern, wie der Professor sagt. Ebenso die Strom- und Elektrokabel, die sich, wie ein Spinnennetz (Kontrolle), um die Häuser winden.

        Das ist jetzt aber alles aus 18 Monate alten Erinnerungen, kann also alles totaler Blödsinn sein und ist definitiv sehr grob. 😉

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      • Ich habe es eher so verstanden, dass die Spinnen Jakes Frauen repräsentieren. (Jake’s Ehefrau, seine Mutter, Frauen die er attraktiv findet und die ihn zum Fremdgehen verleiten…)
        «Die erste Spinne sehen wir ganz am Anfang bei dieser Stripshow, wo sie zertreten wird»
        -> Jake ist untreu und zertritt seine Ehefrau bzw. Ehe.
        In der Schlussszene sehen wir eine riesen Spinne. Dies repräsentiert seine Ehefrau. Die Spinne/Ehefrau wirkt ängstlich, da sie bemerkt, dass Jake wieder rückfällig und sie wieder betrügen wird.

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      • Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Aber so ähnlich sehe ich das auch 🙂

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  8. *kommentier* Ich bin gespannt! Magst du mir mal deine E-Mail zukommen lassen. Ich hab da Text für dich 😉

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  9. *kommentier* Bin auch gespannt, was da noch von deiner Seite kommt. Ich denke auch schon länger darüber nach, andere Formate als nur klassischen Filmkritiken zu veröffentlichen. Doch etwas wirklich tolles ist mir dazu bisher noch nicht eingefallen… Vielleicht beteilige ich mich mal an einem deiner Formate 😉

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    • Sehr gerne! 🙂 Mir spukt auch schon länger ein Format im Kopf herum, zu dem mich der Filmlichter inspiriert hat. Der schreibt nämlich ab und zu in einer Kategorie mit dem Titel „Ist der wirklich so schlecht?…“ über Filme, die einen schlechten Ruf haben.
      Für meine Reihe habe ich den sperrigen Titel „Pfui! Wer hat den da auf die Leinwand geschissen?! Ach nein, das ist ja…“ im Kopf. Der kam mir in den Sinn als ich neulich „Taken 3“ gesehen habe 😀

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  10. Als ich die Headline gelesen habe, dachte ich, dass jetzt wieder ein Filmblogger Schluss macht und seinen Blog einstampft. Ich bin gerade auf dem umgekehrten Weg und versuche verzweifelt – trotz mangelnder Technik-Kenntnisse – meinen WordPress.com-Blog in einen WordPress.org-Blog umzuwandeln. Mit eigener Domain und allem Pi-Pa-Po.

    Ich glaube, auf lange Sicht sind eher Beiträge interessant, die offener sind. Wenn man eine Filmkritik formuliert, dann schränkt man die Leserschaft schon sehr ein, bei einem offenen Thema (z.B. Die Subjektivität in der Filmkritik) hat man sowohl mehr Leser als auch mehr Kommentare – zumindest ist das meine Erfahrung (und trotzdem mache ich es „falsch“ weiter so, weil sich eine Filmkritik schneller herunterschreibt als ein gut recherchierter Sachartikel).

    Ich wünsche dir für deinen Neustart alles Gute. Solltest du an einer filmbloggerischen Kooperation (sprich: einem guten recherchierten Sachartikel 😉 ) interessiert sein, darfst du dich gerne melden.

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    • Vielen Dank! Schön, dass du dir Sorgen machst 😉 Aber ich bin noch eine Weile da. So ein richtiger Neustart ist es ja eigentlich nicht. Ich habe ja schon immer einige andere Sachen zu schreiben versucht 😉
      Jetzt werden eben die „klassischen“ Filmkritiken weggelassen.
      Ob das langfristig für Leser interessant ist, wage ich zu bezweifen. Die guten/beliebten Filmkritiken lagen so bei 600 – 1000 Klicks. Die „erfolgreichen“ Sachartikel vielleicht bei 80-250 oder so. Ich weiß, dass Eigenlob stinkt. Aber die „Original vs. Remake“ Reihe macht mir total Spaß und ich finde die bisherigen beide Artikel sehr gelungen. Bei haben etwa 100 Aufrufe bekommen. Das ist finde ich ordentlich. Aber die Filmkritiken haben das eben locker weggeschnupft. Wie dem auch sei.
      Ich drücke dir natürlich auch die Daumen, dass das mit deiner Pro-Domain. Und an Kooperationen bin ich wie du weißt IMMER interessiert 🙂

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  11. Zu erst habe ich befürchtet, du stellt deinen Blog ein. Nun bin ich gespannt, was hier so neues kommt. 🙂

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  12. „Denn ein Kommentar zählt letztendlich mehr als 5 Likes. Oder?“ Das kann ich absolut unterschreiben. Damit kämpfen wir ja alle ein bisschen – manche mehr, manche weniger.

    Aber schön, dass du dich da so umstrukturierst. Ich dachte schon, es ist alles vorbei 😉 Ja, ich glaube, das Persönliche ist dann auch immer interessanter zu lesen.

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