Filmkritik: Snowden (Gastbeitrag)

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© Universum Film

Hallo Filmfreunde,

nach der mit dem Oscar ausgezeichneten Dokumentation „Citizenfour“ startet nun mit „Snowden“ der bereits zweite Film über den „Whistleblower“ und ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden in den Kinos. Da ich es in letzter Zeit eher selten ins Kino schaffe, bin ich sehr froh, eine Gastautorin gefunden zu haben, die ab jetzt (hoffentlich regelmäßig) ihre Gedanken zu aktuellen Kinofilmen hier veröffentlicht. Auf ihrer Facebook Seite schreibt die liebe Isa nicht nur über Filme, sondern auch über allerlei andere wichtige und weniger wichtige Probleme des Alltags. Schaut bei Gelegenheit unbedingt mal rein. Hier aber nun erst mal ihre Kritik zu „Snowden“.

Kurzinhalt und Trailer:

Der NSA-Mitarbeiter Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) leitet heikle Dokumente an die Medien weiter und deckt damit einen weltweiten Überwachungsskandal auf. Von vielen als Held gefeiert, wird Snowden schnell zum Verräter und Staatsfeind erklärt, von US-Behörden angeklagt und verfolgt.

 

Isas Gedanken zum Film:

„Snowden“ von Oliver Stone hat mich positiv überrascht. Ein Kollege von mir hatte den Film in der Sneak Preview gesehen und mir davon abgeraten, weil er ihn grottenschlecht fand. Daher war ich auf das Schlimmste vorbereitet und hatte befürchtet, man würde gar nichts über die politischen Verwicklungen und Hintergründe erfahren, sondern die ganze Zeit nur so langweiliges Privatgedöns. Aber siehe da, es gab zwar Privatgedöns und Liebesschnulz, es hielt sich jedoch in erträglichen Grenzen.

Das ist sicher auch Shailene Woodley zu verdanken, die Snowdens Freundin Lindsey mit Engagement und Lebensfreude füllt und sie sehr sympathisch wirken lässt. Sonst ist das ja oft so, dass die Frauen in solchen Geschichten blass und langweilig sind, sich für ihren Männe aufopfern und keine eigene Persönlichkeit haben. Lindsey ist anders und dient zudem für Zuschauer, die von Computern nur wenig Ahnung haben als Identifikationsfigur. Denn Snowden und seine Motive bleiben bis zum Schluss rätselhaft und undurchsichtig.

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Shailene Woodley spielt Snowdens Freundin © Universum Film

Es ist klar, dass er eine krasse Wandlung durchmacht, vom regierungstreuen Patrioten, der einfach nach geistigen Herausforderungen für seinen permanent auf Hochtouren laufenden Verstand sucht, über den Skeptiker und Paranoiker bis hin zum „Vaterlandsverräter“. Es liegt sicher mit daran, dass er immer mehr über das Ausmaß der Machenschaften des NSA herausfindet und am eigenen Leib spürt, welche Macht die US-Regierung und ihre Geheimdienste über die Menschen dieser Welt haben. Er begreift, wie unmenschlich es ist, Menschen sozusagen in ferngesteuerten Kriegen dahinzumetzeln, obwohl man keine hundertprozentige Sicherheit hatte, dass von ihnen eine Gefahr ausging. Dennoch wirkt er die ganze Zeit unnahbar, kühl und abweisend.

Übrigens wird auch Snowden hervorragend gespielt von Joseph Gordon-Levitt, der offenbar seine Hausaufgaben gemacht hat und die Gesten, die Mimik und Haltung des echten Snowden täuschend echt kopiert. Auch in den Nebenrollen ist „Snowden“ hochkarätig besetzt, es gibt ein Wiedersehen mit einem leicht aufgeschwemmten Nicolas Cage, und die anderen Schauspieler müssen sich ebenso wenig verstecken.

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Joseph Gordon-Levitt spielt Edward Snowden © Universum Film

Nichtsdestotrotz gab es schon ein paar Längen in dem Film. Zwischendurch bin ich ein paar Mal eingenickt, aber nur ganz kurz, wenn der Beziehungsquark dann doch etwas zäh wurde und die Handlung zu sehr dominierte. Aber, wie gesagt, es blieb im Rahmen des Aushaltbaren.

 

Fazit:

Man kann sicher darüber streiten, ob die privaten Hintergründe um Snowden zu viel Raum einnehmen oder noch in Ordnung sind. Mich hat es überraschenderweise nicht gestört und ich fand, das lockerte die Geschichte ganz gut auf. Die politischen Verwicklungen kamen meines Erachtens zum Glück nicht zu kurz und wurden so dargestellt, dass man dem auch als Laie gut folgen kann. Allerdings habe ich die Original-Doku über Snowden noch nicht gesehen und bin mit sehr niedrigen Erwartungen in den Film hineingegangen. Vielleicht hat er mir auch deshalb gut gefallen. Am besten, man macht sich selbst ein Bild, vorausgesetzt, man interessiert sich für die Thematik.

Vielen Dank an Isabelle Dupuis – Bloggerin für diesen Beitrag.Falls noch jemand Lust hat Gastbeiträge auf dieser Seite zu veröffentlichen, darf er sich gerne bei mir über das Kontaktformular auf der Über mich“-Seite melden 🙂

Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar und Like.

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Vielen Dank!

Weitere Meinungen zum Film:

Inglourious Filmgeeks (4/10)

Lethal Critics

Shalimas Filmwelten Kritik (8/10)

Going to the movies (6/10)

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13 Antworten zu “Filmkritik: Snowden (Gastbeitrag)

  1. Ich war auch wirklich positiv überrascht vom Film. Dabei haben mich vor allem die persönlichen Aspekte interessiert, da die politischen in der Doku (unbedingt ansehen) und in den Nachrichten schon ausreichend durchgekaut wurden. Bei den Schauspielern geb ich dir Recht, besonders Joseph Gordon-Levitt hat mich schwer beeindruckt und Nicolas Cage ist eh über alle Zweifel erhaben :’D

    Gefällt 3 Personen

  2. Ich hab ihn für Dienstag auf der Liste. Ich bin sehr gespannt, ob er mich mitreißen kann. Den Trailer fand ich sehr gut.

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  3. Mmh, bin noch unschlüssig ob der was für mich ist. Werde mit Stone nicht so warm. Den Dokufilm „Citizenfour“ sollte man auf jeden Fall mal sehen, wenn man sich für die Thematik interessiert.
    Dass es hier heißt, das private Leben von Snowden nehme hier viel Platz ein. stört mich schon ein wenig, ich hasse es, wenn immer zu viel unwichtiges Zeug im Film vorkommt.

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Snowden | Oliver Stone | Marks Filmblog | Review, Kritik, Meinung.

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