Filmkritik: „Die Unfassbaren 2“

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© Concorde

Hallo Filmfreunde,

immer wenn ein Film eine gewisse finanzielle Erfolgsquote erfüllt, kann man als Zuschauer ziemlich sicher sein, dass eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit sein dürfte. So auch im Falle des Überraschungserfolgs „Die Unfassbaren“, der 2013 ein großes Publikum fand und die Produktionskosten um ein vielfaches wieder einspielte. Ziemlich schnell wurde eine Fortsetzung angekündigt, die nun am 25.08.2016 in die deutschen Kinos kommt. Ob die vier Magier bei ihrem zweiten Auftritt erneut die Zuschauer in ihren Bann ziehen können, erfahrt ihr hier.

Kurzinhalt und Trailer:

Ein Jahr nach ihrem ersten großen Auftritt, tauchen die„Vier Reiter“ Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson), Jack Wilder (Dave Franco) und Lula (Lizzy Caplan) aus dem Untergrund wieder auf. Geplant ist ein noch spektakulärerer Trick, bei dem der fragwürdige Umgang mit Kundendaten aufgedeckt werden soll. Doch der Coup läuft schief und die vier Magier geraten in eine gefährliche Situation, in der sie zum ersten Mal die Kontrolle zu verlieren scheinen.

 

Meine Gedanken zum Film:

Fans des ersten Teils dürfen sich freuen. Denn nahezu der komplette Cast des Vorgängerfilms ist auch in der Fortsetzung wieder mit am Start. Und das sind mit Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Dave Franco, Mark Ruffalo, Morgan Freeman und Michael Caine nicht gerade unbekannte Gesichter. Lediglich Isla Fisher, die im ersten Teil noch die vierte Reiterin war, musste auf Grund ihrer Schwangerschaft ihre Rolle in der Fortsetzung ablehnen. Ihre Rückkehr soll aber für den bereits angekündigten dritten Teil geplant sein. Interessant wird dann sein, was mit Lizzy Caplan dann passiert, die in „Die Unfassbaren 2“ die toughe Lula spielt, die neu ins Team der Reiter dazustößt.

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Die vier Reiter sind zurück © Concorde

Neu dabei ist übrigens auch Daniel Radcliffe, der als exzentrisches Technik-Mastermind einen der Bösewichte im Film spielt und daran sichtlich Freude hat. Gemeinsam mit Michael Caine bildet Radcliffe ein ungleiches Schurken-Duo, mit dem es die vier Reiter zu tun bekommen. Hinzu kommt noch der böse Zwillingsbruder des Reiters Merritt (Woody Harrelson in einer Doppelrolle), der jedoch für die Handlung von keinerlei Bedeutung ist und auf den die Macher daher guten Gewissens hätten verzichten können.

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Daniel Radcliffe hat Spaß daran, als Schurke die vier Reiter vorzuführen © Concorde

Während die Reiter im ersten Teil als eine Art edelmütiges Rächer-der-Armen-Team auftraten, die einen langfristig bis ins kleinste Detail geplanten Plan verfolgten, verschiebt sich die Motivation der vier Magier in der Fortsetzung etwas. Nachdem ihr ursprünglicher Plan durchkreuzt wurde, müssen die Unfassbaren dieses Mal schleunigst versuchen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und ihre eigene Haut zu retten. Dadurch wird der Film zwar rasanter, leider aber auch noch unglaubwürdiger als sein Vorgänger.

Wo der erste Teil schon deutliche Logiklöcher aufwies, verfällt der zweite Akt an einigen Stellen fast ins absurd Unlogische. Durch das flotte Erzähltempo ist der Film zwar durchaus spannend. Es stellt sich jedoch an einigen Stellen die Frage, wie die Reiter spontan und unvorbereitet auf die sich ständig ändernden Situationen reagieren und ihre noch spektakuläreren Tricks in noch weniger Zeit durchführen können. Manche der Tricks werden dabei im Laufe der Handlung erklärt, viele andere hingegen überhaupt nicht. Und über die, die erklärt wurden, hätte man vielleicht besser den Mantel des Schweigens gehüllt.

Dieses für Fortsetzungen fast schon typische „lauter, größer, schriller“ lässt sich auch auf die bereits angesprochenen Figuren übertragen. Immerhin gibt es nicht nur einen Schurken, sondern gleich zwei, zudem vor allem Daniel Radcliffes Charakter wesentlich extravagneter ist als Michael Canes Figur im ersten Teil. Und auch Lizzy Caplans Lula wirkt wesentlich präsenter als die im ersten Teil anwesende Henley. Hinzu kommt dann noch ein Woody Harrelson in einer überflüssigen Doppelrolle. Wohlwollend könnte man sagen, „Die Unfassbaren 2“ wäre figurentechnisch komplexer als sein Vorgänger. Man könnte aber auch das Wort „überladen“ benutzen.

 

Fazit:

Wenn man (in noch höherem Maße als im ersten Teil) dazu bereit ist, über die angesprochenen Logiklöcher hinwegzusehen, bekommt man einen spannenden, an einigen Stellen lustigen und vor allem kurzweiligen Film mit tollen Charakteren und Schauspielern geboten. Allerdings leidet der Film auch an dem Fluch des Sequels. Zuschauer die den ersten Teil nicht gesehen haben, werden sich wahrscheinlich an der Show und dem Humor der Magier erfreuen, dafür jedoch nicht unbedingt alle Figurenkonstellationen durchschauen. Um zu verstehen, wer im ersten Teil wen genau übers Ohr gehauen hat und wer genau zu wem wie steht, ist es schon hilfreich, den ersten Teil gesehen zu haben. Zuschauer die diesen kennen, werden sich wahrscheinlich vorkommen, als würden sie denselben Trick zum zweiten Mal sehen. Dieser bleibt zwar interessant und unterhaltsam. Das ungläubige Staunen der ersten Sichtung bleibt aber aus.

 

Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar und Like.

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Vielen Dank!

Weitere Meinungen zum Film:

Inglourious Filmgeeks (4/10)

Filmspleen

Filmfutter (7/10)

Shalimas Filmwelten Kritik (7/10)

Filmkompass (5/6)

Bette Davis Left The Bookshop (6/10)

 

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13 Antworten zu “Filmkritik: „Die Unfassbaren 2“

  1. Das ist wohl der erste Film, in dem mich Daniel Radcliffe überzeugt hat. Ich fand den Film ganz OK (er ist so ziemlich auf dem selben Niveau wie sein Vorgänger, den ich auch nur mit Schulnote „3“ bewerten würde). Jesse Eisenberg ist allerdings derart unsympathisch, dass ich mich in meinem Kinositz regelrecht winde, wenn er auf der Leinwand zu sehen ist.
    Die Optik ist ganz fein und das „größer“, „prächtiger“, „ausschweifender“ -Prinzip ist hier noch halbwegs zu ertragen, da es zu den publikums-und effektegeilen Protagonisten passt. Die vielen Wendungen der Geschichte waren mitunter ziemlich hanebüchen, aber um die Story an sich geht es ja hier eh nicht.

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  2. Ich bin mal gespannt, ich fand den ersten Teil ja gar nicht gut, total unterkühlt, oberflächlich, lieblos und die Figuren holzschnittartig und unsympathisch. Werde mir den zweiten Teil aber trotzdem anschauen, weil ich erstens ein Kino-Abo habe und daher nichts dafür zahlen muss 😀 und weil ich zweitens noch vor Jahresende ein paar mehr Filme für meine Kinoflops-2016-Liste brauche, da tummeln sich derzeit erst zwei Filme, das ist für eine Liste echt mickrig 😀

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    • …das klingt aber gar nicht gut!
      Bei aller augenzwinkernden „Bitte komm doch mit“-Fragerei: Fühl dich nicht verpflichtet! Herzlichen Gruß von jemanden, dem der erste Film durchaus gefallen hat! 🙂

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      • Jaaaa, soooo schlimm war er nun auch wieder nicht 😛 😀 (Das wird echt eine kurze und strunzlangweilige Liste … nicht, dass ich doch noch „Bad Moms“ oder „Dings und Bums need Wedding Dates“ oder wie der heißt gucken muss, um die Liste aufzufüllen 😀 )

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  3. Hey, danke für das Pingback!
    Schöne Seite 😉

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  4. Huhu,
    werde mir mal den ersten Teil vorab anschauen. Hab über „die Unfassbaren“ bisher nur gutes gehört, bin da aber etwas skeptisch, ob mir die Filme gefallen werden.
    Ich verbinde sie irgendwie immer mit der „Oceans Eleven“-Reihe und die hat mir rein gar nicht zugesagt (alles zu stylish, zu cool und vor allem zu langweilig).
    Bin gespannt!😃

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  5. Ich mochte ja den ersten Teil, aber irgendwie reizt mich Teil 2 so überhaupt nicht, weil ich auch diese ganze Magier-Zirkel-Nummer, die am Ende des ersten Films offenbart wird, mich so überhaupt nicht beeindruckt hat. Vielleicht schaue ich mir den irgendwann mal so an…

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  6. Pingback: Zauberei oder doch nur ein fauler Trick? | thomasthomasius

  7. Pingback: Kritik: Die Unfassbaren 2 – filmexe

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