„FEMENISM MUST DIE! Don’t go on this film!“

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© Sony Pictures

Hallo Filmfreunde,

wie ihr sicher mitbekommen habt, startet am 04.08. der neue „Ghostbusters“-Film in den deutschen Kinos. Dabei handelt es sich um ein Reboot der Originalfilme, in dem dieses Mal mit Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Leslie Jones und Kate McKinnon vier Frauen in die Rolle der Geisterjäger schlüpfen. Ich muss an dieser Stelle ein mal sagen, dass ich die alten Ghostbusters um Bill Murray, trotz ihres Kultstatus, sterbenslangweilig fand. Gut möglich, dass mir das Reboot also auch nicht gefallen könnte.

Was mich jedoch ungemein stört, sind die Reaktionen einiger (überwiegend männlicher) „Fans“ auf die Idee, weibliche Ghostbusters auf die Leinwand zu bringen. Diese reichen von üblen Shitstorms gegen die Hauptdarstellerinnen und Regisseur Paul Feig, bis hin zu allgemeinen Aussagen zum Thema Feminismus, Weiblichkeit und Frauenbildern. Einige Zuschauer sehen durch die weiblichen Ghostbusters ihre Kindheitserinnerungen ruiniert. Andere fühlen sich von den „fucking feminists“ um ihre Kulturgüter betrogen. Und manch andere beschweren sich darüber, dass keine der neuen Ghostbusters attraktiv sei. Bei der Überschrift dieses Artikels handelt es sich beispielsweise um einen Youtube-Kommentar zum Trailer des Films.

Eine traurige Zusammenstellung der geistlosesten Kommentare findet ihr übrigens hier zum Durchklicken.

 

Kommentare und Posts wie diese machen mich traurig und wütend und lassen mich an der Intelligenz solcher Menschen zweifeln. Meine Kollegin Angela und ich haben uns aus unserem Ärger heraus dazu entschlossen, einen Artikel aus dem Archiv zu kramen, den wir vor einiger Zeit gemeinsam verfasst haben und der unserer Meinung zur aktuellen Diskussion wie die Faust aufs Auge passt. Darin geht es um Sexismus in Hollywood und der Gesellschaft und darum, welche Frauenrollen in Filmen akzeptiert, suggeriert und vielleicht sogar vom Publikum gefordert werden. Da der Beitrag uns sehr am Herzen liegt, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmt, den Artikel zu lesen (falls nicht schon geschehen), uns eure Meinung dazu da lasst und ihn vielleicht sogar via Facebook und Co. teilt, um dem geistigen Durchfall einiger Arschlöcher entgegenzuwirken.

Vielen Dank,

Euer Ma-Go

Zum Artikel:

Sexismus in Hollywood – oder können Frauen keine Helden sein? Ein Gespräch über Frauenrollen in Filmen

 

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26 Antworten zu “„FEMENISM MUST DIE! Don’t go on this film!“

  1. Oje! Hat bei sich den männlichen Ghostbusters jemand darüber beschwert, dass die zu hässlich sind? Kein Mensch hat sich damals Bill Murray übers Bett gehängt, weil er so sexy ist! Wie kommen normale Menschen auf die Idee, so hirnlose Kommentare zu posten?

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  2. Na, da muss ich ja mal etwas dagegen steuern. Ja, der Film kriegt einiges an Hass ab. Und gerade anfangs war ein nicht zu verachtender Teil der Kritik vor allem die am weiblichen Cast.
    Aber und das ist ein großes ABER: Sony, Paul Feig und alle anderen Beteiligten haben absolut alles dafür getan, genau diese Debatte immer wieder aufzuwühlen und Öl ins Feuer zu gießen. Und das nur, weil man sich nicht damit auseinandersetzen will, dass der Film vielleicht tatsächlich nicht so toll ist und die Kritik an dem Projekt durchaus berechtigt ist.
    Klar, wenn jemand sagt: „Was ein Scheiß! Da spielen ja Frauen mit!“ ist das Bullshit.
    Wenn aber, wie nach den ersten Trailern größtenteils geschehen, konstruktive Kritik von Seiten der Zuschauer kommt, im Sinne von: Schwacher Humor, schwache Charaktere, schwache Effekte, alles nur Fanservice usw. kann es ja wohl nicht sein, dass die Macher dahinter immer wieder alles darauf abwälzen, dass die Leute einfach keine Frauen in der Hauptrolle sehen wollen.
    Mir zB ist scheißegal ob die Hauptdarsteller Männer, Frauen, Transvestiten, Giraffen oder was auch immer sind. Die Trailer sind aber nun mal Grütze im Quadrat und eben genau der Scheiß, den jeder von dem unnötigen Reboot erwartet hat.
    Ja, der Film wird zu Unrecht so sehr gehasst. Und die Anti-Frauen-Kommentare sind totaler Müll. Aber alle am Film Beteiligten haben absolut alles dafür getan, dass genau diese Kommentare immer wieder aufkommen, einfach weil sie selber zu kleingeistig sind, um zu sehen, was das wirkliche Problem an dem Scheißfilm ist. Nämlich, dass er einfach Scheiße ist.

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    • Da gebe ich dir absolut Recht. Und ich habe ja auch gesagt, dass ich selbst bezweifle, dass der Film etwas taugt. Mir ging es lediglich um die geistlosen Kommentare. Und da sind wir ja einer Meinung. 🙂

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      • Ja, nur wie gesagt, ist das Thema spätestens mit dem ersten Trailer eigentlich durch gewesen. Nur eben scheinbar nicht für die am Film Beteiligten. Die sind nämlich sowas von kritikresistent, dass es einen wundern muss, wie die es jemals in dem Geschäft zu irgendwas gebracht haben.

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  3. Blöd, dass man über dieses Thema überhaupt diskutieren muss, aber was da im Zusammenhang mit dem neuen Ghostbusters verzapft wird, ist echt nicht mehr feierlich.

    Ich bin grundsätzlich auch kein Fan davon, bestimmte Rollen nur aus dem Grund mit Frauen/Männern/Afroamerikanern/Homosexuellen/wasauchimmer zu besetzen, um ein Statement zu machen, aber wenns sinnvoll für die Handlung ist, bin ich voll dafür.

    Und beim aktuellen Ghostbusters scheint es, nach zwei Filmen mit männlicher Besetzung (von denen der zweite schon ziemlich bescheiden war, wenn man mal ehrlich ist) doch gar keine doofe Idee zu sein, das bewährte Konzept mal aus weiblicher Perspektive abzufeiern.

    James Bond würde ich jetzt ehrlich gesagt auch eher ungern mit einer Frau besetzen wollen, einfach weil das in meinen Augen schlicht keinen Sinn macht. Wenn nun aber jemand auf die Idee käme z.B. „Lethal Weapon“ neu aufzulegen (was unabhängig vom Geschlecht der Hauptdarsteller keine soooo gute Idee ist), fänd ichs vielleicht sogar ganz spannend, wenns diesmal ein Team von zwei weiblichen Cops wäre.

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  4. Die Überschrift hatte mich jetzt kurzzeitig erschreckt ;).
    Ich komme vom anderen Ende des Spektrums, was Fantum des originalen Ghostbusterfilms angeht (und ja, nur des ersten, der zweite ist. . . durchwachsen) und dennoch habe ich mit der Idee dieses Remakes absolut null Probleme. Ich hätte vielleicht etwas (aber nicht viel) Verständnis für die Aufregung jener wütenden Netzbewohner, wenn die originalen Ghostbusters in irgendeiner Weise über ihre Männlichkeit definiert wären. Sind sie aber nicht (mit Ausnahme von Venkman, vielleicht), also sehe ich nicht das geringste Problem. Ich weiß aber aus meiner Umgebung, das viele Mädchen (in dem Alter, in dem ich war als ich den ersten GB sah) sich wahnsinnig auf den Film freuen. Und das kann nicht schlecht sein.
    Ich gebe zu selbst nicht besonders am neuen GB Film interessiert zu sein aber das liegt mehr daran, dass ich von 80er Remakes (von den dem-rentenalter-nahen-ninja-turtles bis Robocop) ehrlich gesagt die Nase voll habe.
    Vielleicht sollten wir direkt den brutalsten Schritt schlechthin tun und einen wirklich über seine Männlichkeit definierten Charakter ersetzen (nur um zu zeigen, das auch das möglich ist): Sommer 2017 Bond, Jane Bond mit Emily Blunt in der Hauptrolle. Die thermonukleare Reaktion in einigen Gebieten des Internet wäre sicher vernichtend. Ich fürchte aber die Reaktionen werden schon hässlich genug, sollten sich Gerüchte um Idris Elba als Bond bestätigen aber das ist ein anders (wenngleich ähnliches) Thema. . .

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  5. Also, Femenismus sollte sicherlich nicht aussterben, ich fand die barbusigen Femen-Damen meist ganz nett anzuschauen. Wo wir schon dabei sind: Von denen war in letzter Zeit erstaunlich wenig zu sehen! *schnief*

    Ansonsten: Wurde ja bereits gesagt, der Trailer war so umwerfend nicht, und ich hatte letztlich den Eindruck, dass der Film hauptsächlich über „in your face“ beworben wurde: Jetzt sind die Frauen dran und allein dadurch wird es schon tausendmal besser.
    Ich schrieb es bereits, wenn er im TV läuft, schau ich ihn mir an, aber im Kino sicherlich nicht. A), weil ich die Ghostbusters zwar ganz gut finde (die mit dem Gorilla sind trotzdem besser 😛 ), aber nicht umwerfend, und b), weil mich der Trailer sowas von nicht vom Hocker gerissen hat.

    Unabhängig davon sind interessante Frauenfiguren etwas Tolles, und davon kann und soll es ruhig mehr geben, egal ob in Büchern, Filmen oder Videospielen. Warum jetzt aber ein Femake als dermaßen großer Wurf für tolle Frauenfiguren gefeiert wird, das erschließt sich mir auch nicht.

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  6. Ok….ich hab den Film total ausgeblendet…da ich auch die Originalen nicht so toll fand…Aber…ich als Frau…würde – jetzt wo ich mir die Damen angeschaut habe – also wirklich jetzt erst- …eher dazu neigen rein zu schauen…denn ich will nicht immer mit diesen „Super-Heissen-Geräten“ konfrontiert werden…Was das Männer-Bild in den 80ern angeht…da war es noch nicht so wichtig gut auszusehen…da hat es gereicht Schauspielern zu können da musste man nicht gut aussehen…das Frauenbild der 80er brauchen wir gar nicht zu erwähnen….das war…na.ja…So..den Trailer habe ich jetzt auch gesehen…und wirklich…nur weil die Damen nicht gestylt sind…abgesehen davon..Melissa McCarthy…Also werde ich ihn doch schauen ;-)….Ähm…Ach ja…was mich mehr stört ist, dass „unattraktive“ Frauen hier gleich mit Trampel gleichgesetzt wird….so kam mir das Bild nämlich vor…das wäre bei Sexy-Ghostbusters nicht der Fall….Die würden als starke Kämpferinnen dargestellt werden….Ach …das könnte ein Thema wie Religion und Politik werden…ein unendlicher Kampf…und wir sind schon froh, dass es jetzt so ist…..aber ob es mehr wird…ich bezweifel es…Leider…

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  7. Eigentlich finde ich Reboots noch schlimmer als ein simples Remake oder eine schlechte Fortsetzung. Eigentlich habe ich mich noch nie für Ghostbusters interessiert und keinen der Originalfilme von Anfang bis Ende durchgehalten. Eigentlich hatte ich auch nicht vor, die Neuauflage im Kino zu sehen. Aber trotz all dieser Einwände hat mich die Farce um den neuen Ghostbusters dazu bewegt, den letzten Entschluss zu überdenken. Wie ein die Neuauflage die alten Filme und deren Effekt beeinträchtigen oder gar ruinieren könnte, ist mir ein Rätsel. Und die automatische Ablehnung nur weil es sich um weibliche Hauptfiguren handelt, ist Quatsch und nicht ernstzunehmen. Ich sehe den Film als das was er ist, Popcorn-Kino ohne Langzeitwirkungen. Ich fand die Trailer sogar ziemlich witzig.

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  8. Es heißt übrigens „Feminismus“.

    Ich habe den neuen Ghostbusters noch nicht gesehen, erwarte aber das Schlimmste – es ist ein Film von Paul Veig, der wie kein anderer für extrem dümmlichen Humor steht. Humor, der sogar mir zu dumm ist – und ich fand „Dirty Grandpa“ unterhaltsam.

    Die Reaktion auf Filme wie Ghostbusters 2016 hat IMHO auch mit einem allgemeinen Backlash gegen den Feminismus zu tun. Und daran sind nicht wenige Feministinnen selbst schuld. Unter dem Label „Feminismus“ findest man nämlich durchaus auch reinsten Kontersexismus. Das fängt an bei Solanas „Scum“-Manifest an, in dem die Autorin unverhohlen die Vernichtung(!) aller Männer fordert und geht bis zur wöchentlichen taz-Kolumne „Dumme weiße Männer“ (kein Witz – sie heißt wirklich so!). Abgerundet wird das Panoptikum der Borniertheit von Menschen wie Luise Pusch, die angesichts des German-Wings-Absturzes eine Frauenquote im Cockpit forderte. Dazu muss man wissen: Die Lufthansa sucht händeringend mehr Pilotinnen. Es gibt aber nur wenige geeignete Bewerberinnen. Und in den USA terrorisieren insbesondere hypersensible Feministinnen ihre Umwelt mit immer neuen, umfassenderen „Microagression“-Definitionen und fordern für alles und jedes Trigger-Warnungen. (Mehr zum Thema z.B. hier: http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/09/the-coddling-of-the-american-mind/399356/ )

    Dass Hollywood jetzt alle Stoffe PC-konform umstrickt, ist vielleicht der berühmte letzte Tropfen, der bei manchen das Fass zum Überlaufen bringt.

    „Neighbours 2“ greift das übrigens ganz klug auf. Er kritisiert einerseits den Chauvinismus und Sexismus der amerikanischen Studentenverbindungen, nimmt aber auch die zeitgenössischen Auswüchse des Feminismus auf die Schippe. So heißt es in einer Szene, in der es um das Thema „Sexismus gegen Männer“ geht: „Oh, no, it’s not sexism if it’s against men!“

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    • Ich meinte natürlich „Paul Feig“, nicht „Veig“…

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    • Hi!
      Also zunächst einmal weiß ich, wie das „F-Word“ heißt 😀

      Was Paul Feig angeht, habe ich so weit ich weiß noch keinen Film von ihm gesehen. Seinen Humor kann ich also nicht beurteilen. Von „Spy“ habe ich jedoch viel Gutes gehört.

      „Unter dem Label „Feminismus“ findest man nämlich durchaus auch reinsten Kontersexismus.“

      Das ist absolut richtig. Nur findet man unter dem Label „Islam“ beispielsweise auch eine Menge “ islamistischen Terrorismus“. Ob man sich deswegen menschenfeindlich und rassistisch gegenüber „echte“ Moslems äußern muss, halte ich für sehr fragwürdig. Genauso verhält es sich mit den sog. „Feministen“, die in Wirklichkeit „Sexismus-Terroristen“ sind und mit der eigentlichen Thematik gar nichts zu tun haben wollen. Die von mir angesprochenen Kommentare richten sich aber eindeutig gegen Frauen im allgemeinen.

      Danke für den interessanten Link, da werde ich nachher noch genauer reinschauen! 🙂

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  9. „Spy“ war gar nicht so schlecht, das stimmt. Aber „The Heat“ ist dafür umso schlimmer… 😉

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