Filmkritik: Daddy’s Home – Ein Vater zu viel

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© Paramount

 

Hallo Filmfreunde,

In „Daddy’s Home – Ein Vater zu viel“ stehen Mark Wahlberg und Will Ferell nach „Die etwas anderen Cops“ bereits zum zweiten mal in einer Komödie gemeinsam vor der Kamera. Ob das ungleiche Paar hier überzeugen kann, erfahrt ihr hier:

 

Daddy’s Home – Ein Vater zu viel

Komödie, 2015

Mit Mark Wahlberg und Will Ferell

Kurzinhalt und Trailer:

Der bodenständige aber etwas tollpatschige Brad (Will Ferell) hat einen schweren Stand bei seinen Stiefkindern, obwohl er nach Kräften versucht der perfekte Vater zu sein. Als plötzlich der leibliche Vater der Kleinen (Mark Wahlberg) auf den Plan tritt und Brads Platz in der Familie einnehmen möchte, beginnt ein Duell um die Gunst der Kinder.

 

Meine Gedanken zum Film:

Wie ihr wisst, lässt sich über Humor nicht streiten. Was beim einen einfach nur Fremdschämen provoziert, lässt den anderen vor Freude jauchzen. Deswegen stelle ich meiner folgenden Ausführung die Anmerkung vorweg, dass ICH nicht ein einziges Mal während des Films lachen musste. Und das hatte verschiedene Gründe:

1. In einem Film, in dem sich zwei grundverschiedene Männer um den Titel des besten Vaters duellieren, wäre viel Platz für gegensätzliche Erziehungskonzepte und -methoden und eine satirische Betrachtung sog. Helikopter-Eltern und der Flut an Erziehungs- und Elternratgeber. Im Film ist davon jedoch so gut wie nichts zu sehen. Viel mehr basieren beinahe alle Gags auf einer einfachen Formel:

Mark Wahlberg kann, Will Ferell nicht.

Mark Wahlberg kann ein Baumhaus inklusive Skatepark bauen, Will Ferell nicht. Mark Wahlberg kann einhändige Liegestütze und Klimmzüge, Will Ferell nicht. Mark Wahlberg kann skaten, Will Farell nicht. Mark Wahlberg hat einen 30cm Monsterpenis, Will Ferell nicht.

Dieses Muster wird spätestens nach der vierten, fünften Wiederholung langweilig und verliert seinen Witz. Sofern man diesen überhaupt sehen möchte.

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Rusty und Brad kämpfen um die Vorherrschaft im Kinderzimmer © Paramount

 

2. Selbstverständlich stehen in Komödien nicht unbedingt Logik und Realismus oder gar unvorhersehbare Twists im Vordergrund der Filmbetrachtung. Dennoch sollten auch Filme dieses Genres eine gewisse Plausibilität des Plots aufweisen. Wenn zum Beispiel plötzlich ohne Grund ein völlig Fremder, afroamerikanischer Mann in Brads Haus einzieht, lassen sich zwar wunderbar ein paar politisch unkorrekte Witze einbauen. Plausibel ist das allerdings nicht. Auf diese Weise wirkt der Film wie eine Aneinanderreihung von Gags, die irgendwie notdürftig und mit Gewalt in eine „Rahmenhandlung“ gepresst wurden und dabei auch noch zum Großteil komplett vorhersehbar sind.

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Ob der Ratgeber da hilft? © Paramount

 

3. Richtig ärgerlich wird es dann sogar, wenn man sich die Rolle der Mutter (Linda Cardellini) genauer ansieht. Wäre Brad im Film ein alleinerziehender Vater, wären einige der genannten Ungereimtheiten gar nicht zu Stande gekommen. Die Anwesenheit einer Mutter, die bei der Erziehung ihrer Kinder auch ein Mitspracherecht haben sollte, sich aber aus allem heraus hält und dem Chaos in ihrem Haus Tür und Tor öffnet, wirkt vollkommen fehl am Platz. In einer Szene, in der Rusty einen nicht sehr familientauglichen Straßenhund ins Haus bringt, kümmert sie sich nicht weiter darum und überlässt Brad die Entscheidung, ob das knurrende und möglicherweise kranke Tier bleiben darf oder nicht. Dieser willigt natürlich, um die Gunst der Kinder ringend, ein. Diese unglaubwürdig passive Rolle wiederholt sich mehrfach im Verlauf des Films und wird mit der Zeit zu einem echten Ärgernis.

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Rusty drängt sich zwischen die Familie. Sara juckt das nicht. © Paramount

 

Fazit:

Eine Komödie soll den Zuschauer zum Lachen bringen. Das hat bei mir leider überhaupt nicht geklappt, wenngleich im Kino doch einige Lacher zu hören waren. Meiner Meinung nach ist „Daddy’s Home – Ein Vater zu viel“ langweilig und größtenteils unsinnig erzählt. Eine Aneinanderreihung einzelner Gags und Slapstick-Elementen ohne Sinn und Verstand. Kann man machen, muss aber ganz sicher nicht sein.

 

Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar und Like.

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Vielen Dank!

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4 Antworten zu “Filmkritik: Daddy’s Home – Ein Vater zu viel

  1. Nein, ich habe nicht vor, diesen Film zu sehen. Deine Rezension hat meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt 😨

    Gefällt 1 Person

  2. oho :D, das wir mal einer Meinung sind,bin erstaunt 😀 !

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Film: Casino Undercover – 5 Gründe warum (amerikanische) Komödien dieser Tage scheiße sind | Ma-Go Filmtipps

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