Star Wars: Oder wie viel Nostalgie verträgt ein Film?

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Quelle: starwars.com

Hallo Filmfreunde,

zum Jahresabschluss habe ich mir „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ im Kino angesehen und war zunächst total begeistert. Bereits kurze Zeit nach Verlassen des Kinos wich diese Begeisterung jedoch langsam und ich sah den Film mit etwas anderen Augen. Es war fast so, als hätte ich während der Sichtung unter einer Art Zauber gestanden, der erst nach dem Film an der frischen Luft wieder gebannt werden konnte. Mit nun wieder klarem Kopf dachte ich über das Gesehene nach, las bei Blogger-Kollegen, wie deren Erfahrungen mit dem Film waren und überlegte hin und her, ob es sich bei Episode VII nun um einen guten Film handelt oder nicht. All diese Überlegungen führten mich immer wieder zurück zur Ursprungstrilogie und die damit verbundene Nostalgie bei den Zuschauern. In folgendem Beitrag berichte ich von meinen eigenen Erfahrungen mit dem neuen Film, wie ich ihn im Kontext der kompletten Saga sehe und habe mir prinzipiell Gedanken darüber gemacht, welche Rolle nostalgische Gefühle beim Schauen von Filmen spielen können und sollen. Achtung! Dabei werde ich gezwungener Maßen an einigen Stellen sehr detailliert auf Figuren und Handlung in Episode VII eingehen. Wer also den Film noch nicht gesehen hat, kommt besser später noch mal vorbei 😉

Star Wars Poster

© Disney

Das alte „Star Wars Feeling“

Selten war der Hype um einen Film so groß wie bei „Das Erwachen der Macht“ und auch die Erwartungen an den Film standen dem in Nichts nach. Regisseur J.J. Abrams stand vor der schwierigen Aufgabe einen Film zu präsentieren, der nach der von vielen Fans verrissenen Sequeltrilogie wieder „Star Wars Feeling“ erzeugt. Und hier kann ich für mich nur sagen, dass dieser Auftrag mit Bravour erfüllt wurde. Die neuen Figuren Rey und Finn passen hervorragend in den Film und auch altbekannte Gesichter wie Han Solo, Prinzessin (mittlerweile General) Leia und zum Schluss auch Luke Skywalker sind wieder mit von der Partie. Den neuen Schurken Kylo Ren halte ich jedoch für eine jähzornige Witzfigur, der mit Gewalt in die Rolle des neuen Vaders gezwängt wurde. Und auch wenn ich der einzige Mensch in unserer Galaxie bin: BB8 ist ein nerviger rollender Haufen Weltraumschrott! Sorry, aber diese Figur hat mich einfach nur gestört.

 

Was die Handlung in Episode VII angeht, geht Disney gehörig auf Nummer sicher und erzwingt die angestrebte Star Wars Nostalgie mit fast schon billigen Tricks. Niemand wird ernsthaft auf die Idee kommen zu sagen, dass Episode VII kein echter Star Wars Film sei. Immerhin kopiert Disney bei genauerem Hinsehen ganz einfach fast die komplette Handlung von Episode 4…

  • Invasion von Sturmtrupplern
  • Ein Droide wird mit wichtigen Informationen versehen und als Bote auf den Weg geschickt
  • Der Droide gelangt zufällig auf einen Wüstenplaneten und in Besitz der Hauptfigur
  • Die Hauptfigur hat nun die wichtigen Informationen und trifft auf einen Helden aus früheren Schlachten (Früher Obi Wan Kenobi – heute Han Solo und Chewbacca).
  • An Bord des Millenium Falkens bringt die Heldin die Informationen zu den Guten.
  • In der Zwischenzeit erfahren wir, dass die Bösen in Besitz einer Waffe sind, die per Knopfdruck Planeten pulverisieren kann.
  • Die Guten kennen jedoch den einzigen Schwachpunkt der gigantischen Waffe und starten einen Angriff.
  • Unsere Heldin gelangt in Besitz eines Laserschwerts, das zuvor ihrem Vater (?) gehört hat
  • Der Weg zur Schwachstelle führt durch einen engen Graben, in dem munter durch die Gegend geschossen wird.
  • Während des Angriffs kommt es zum Kampf zwischen dem Schurken und dem Helden aus früheren Schlachten. Letzterer stirbt.
  • Die Guten zerstören die gigantische Waffe. Der Schurke entkommt jedoch.

Ich gebe zu, dass ich bei dieser Zusammenfassung einige Details des neuen Films ausgelassen habe. Dennoch finde ich die Parallelen zwischen Episode IV und VII frappierend. Doch obwohl man all dies weiß, wird der Film zu keiner Sekunde langweilig. Für das wohlige Gefühl der Nostalgie nimmt man scheinbar billigend in Kauf, dass Disney uns letztendlich ein modernisiertes Remake eines bereits bekannten Films als etwas sehnlichst herbei gesehntes Neues verkauft. Wir freuen uns über die alten Gesichter und wollen wissen, wie es ihnen in den letzten 30 Jahren ergangen ist. Wir sehen die alten Raumschiffe, die dank der modernen Technik um Welten besser aussehen als in der Urspungstrilogie.

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Imposante Bilder verzaubern den Zuschauer © Disney

Doch reibt man sich diesen Zauber aus den Augen, muss man feststellen, dass man eigentlich gar nichts Neues präsentiert bekommt. Wir erfahren, dass Solo und Leia mittlerweile getrennt leben, allerdings einen Sohn haben, der sich der dunklen Seite zugewandt hat, dass Luke Skywalker irgendwo im Exil lebt (Yoda lässt grüßen…) und dass sich im Grunde nach der Zerstörung des zweiten Todessterns und der Vernichtung des Imperiums in Episode VI rein gar nichts verändert hat. Die Bösen sind genauso mächtig wie zuvor, haben sogar eine noch gefährlichere Waffe, die jedoch genauso leicht zu zerstören ist wie die erste und es gibt eine kleine Gruppe von Widerständlern, die sich dagegen wehrt.

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Altbekanntes in neuem Look © Disney

Wenn man sich an einer objektiven Analyse versucht, liest sich diese Zusammenfassung wie ein Todesurteil. Und trotzdem hat mir (und wie ich gesehen und gehört habe vielen anderen auch) der Film Spaß gemacht.

Die dunkle Seite der Nostalgie

Ähnlich wie das Mysterium der Macht im Star Wars Universum, kann das Gefühl der Nostalgie im echten Leben den Zuschauern die Fähigkeit geben, einen Film trotz seiner vorhandenen Mängel zu genießen und das Gute darin zu erleben. Aber hütet euch vor der dunklen Seite der Nostalgie! Sie verleitet den Zuschauer dazu, nur das Schlechte im Film zu sehen und erfüllt den Zuschauer mit Hass, Wut und Enttäuschung. Verfällt man der dunklen Seite, schwelgt man in falschen Erinnerungen daran, wie perfekt die ursprünglichen Filme waren und sieht alles Neue als Bedrohung für das über Jahre gepflegte Denkmal.

So bemängeln einige Kritiker beispielsweise die unzähligen Logiklöcher in Episode VII. Und tatsächlich sind diese Einwände absolut berechtigt! Man darf fragen, warum der Widerstand, der alle notwendigen Informationen über die Schwachstelle des Starkillers hat, diesen nicht schon früher angreift. Auch die Frage, warum sich R2D2 eigenständig in den Energiesparmodus versetzen und damit niemand auf seinen Datenspeicher zugreifen kann, muss erlaubt sein. Warum ist Chewie plötzlich ein weinerlicher Waschlappen? Warum versammelt General Hux sein komplettes Heer, nur damit dieses bestaunt, wie er einen Knopf drückt? Warum steht der Millenium Falke einfach so, voll betriebsbereit als Wäscheständer getarnt ein einem Hinterhof? Warum kann Rey binnen fünf Minuten alles was Luke in Monaten unter Yodas Leitung mühevoll erlernen musste?

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Seht her, Nazitruppler! Ich drücke einen Knopf… © Disney

All diese Fragen finde ich berechtigt und verstehe, dass der Mangel an plausiblen Erklärungen viele Fans und Kritiker stört. Dennoch sollte man seine Gefühle erforschen. Denn obwohl Episode VII voll von hanebüchenen Szenen und Ungereimtheiten ist, sollte man sich überlegen, ob das auf die alten Episoden nicht ebenfalls zutrifft. Meiner Meinung nach ist nämlich auch die Ur-Trilogie voll von solchen Fehlern. Wenn auch zugegebener Maßen nicht so krass und offensichtlich wie hier. Warum kann Luke, als er am Boden der Wolkenstadt Bespin hängt, geistigen Kontakt zu Leia herstellen, später auf Endor aber nicht mehr? Warum setzt Luke den Zwei-Finger-Todesgriff nicht häufiger ein, z.B. in Kämpfen gegen größere Gegner wie das Monster auf Hoth?

Wenn man sich in Episode VII kritisch mit solchen Fragen auseinandersetzt, muss man das auch mit der für viele heiligen Ur-Trilogie tun. Allerdings halte ich das grundsätzlich für fragwürdig, da es sich bei Star Wars bei allen Weltraumschlachten und Science-Fiction Elementen eben um ein Weltraummärchen handelt. Und keiner (zumindest kein Erwachsener) würde auf die Idee kommen zu fragen, warum in einem Märchen die Stimme lieblich werden sollte, wenn man Kreide frisst. Oder wie sieben ungekaute Geißlein in den Magen eines Wolfes passen sollen. Warum Pech nicht mehr abwaschbar sein sollte, ein Prinz eine scheinbar tote Prinzessin küssen sollte, oder ein verrücktes Männlein ums Feuer tanzt und dabei seinen Namen singt.

Man darf die Sequelfilme u.a. dafür kritisieren, dass Hayden Christensen ein mieser Schauspieler ist. Aber wollt ihr mir ernsthaft erzählen, Mark Hamill sei ein gute Schauspieler? Auch hier wird meiner Meinung nach wie so oft, geblendet von der dunklen Seite, mit zweierlei Maß gemessen.

 

Fazit:

Star Wars“ ist und bleibt ein Phänomen und genießt in gewisser Hinsicht Privilegien, von denen andere Filme und Franchises nur träumen können. Kein anderes Sequel hätte inhaltlich so sehr seine Vorlage kopieren dürfen ohne dafür komplett verrissen zu werden. Auf der anderen Seite haben es Sequels und Prequels aber auch selten so schwer ihrem Publikum gerecht zu werden, weil die ursprünglichen Filme für so viele Menschen auf einem unerreichbaren Podest stehen. Ich verstehe, dass viele im Hinblick auf die Story des neuen Star Wars Films enttäuscht oder gar verärgert reagieren. Auch den kritischen Umgang mit Logiklöchern kann ich sehr gut nachvollziehen. Allerdings kann man all dies der heiligen Ur-Trilogie ebenfalls vorwerfen.

Nun stellt sich die Frage, ob man sich dem positiven Nostalgiegefühl während der Sichtung hingeben darf/soll/muss, obwohl man sich mit etwas Abstand den objektiven Mängeln bewusst ist.

In einem sehr lesenswerten Artikel meiner Kollegen von Duoscope bin ich auf einen schönen Satz gestoßen, der es meiner Meinung nach sehr gut trifft:

 

„Star Wars ist und war niemals ein Filmphänomen, es ist ein Gefühlsphänomen!“

 

Genauso ist es. Und „Das Erwachen der Macht“ hat mich in der Tat bewegt, zum Lachen gebracht und um einen alten Helden trauern lassen. Aber vor allem hat der Film in mir das gewünschte und sicherlich gewollte „Star Wars Feeling“ hervorgerufen. Und für mich wiegt das die billig kopierte Geschichte und die eklatanten Ungereimtheiten wieder auf.

Wie fandet ihr den neuen Star Wars Film? Und welche Rolle sollen oder dürfen Emotionen bei der Bewertung von anderen Filmen wie z.B. Jurassic World spielen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Feedback zum Artikel und hoffe auf eine rege Diskussion.

Euer Ma-Go

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26 Antworten zu “Star Wars: Oder wie viel Nostalgie verträgt ein Film?

  1. Ganz genau so wie du es im Fazit zusammenfasst, sehe ich das auch. Solange er IM Kino alles richtig macht, ist das Rumgemosere nur halb so wild. Auch wenn mir die gravierenden Parallelen ebenfalls schon während des Sehens gegen Ende unangenehm ins Auge fielen, den Spaß an der Sache konnte sie mir trotz allem nicht rauben. Finde ihn daher schwierig zu bewerten. Noch steht er in Gedanken bei 8,5/10. Aber was solls. Am Ende zählt das Gefühl dass er hinterlässt, nicht das rumanalysieren, wie man ihn am besten in Grund und Boden stampfen könnte. Wobei das natürlich auch Berechtigung hat… wie gesagt. Schwierig.

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    • Bei mir pendelte die Wertung zwischen 10 und 5. Aktuell hat sie sich bei 8 eingegroovt 😉

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      • Solide. 🙂

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      • das ganz große Problem (oder die ganz große Furcht) ist – zumindest bei mir – dass das aber deutlich auf Kosten des Mehrsehwerts geht

        (uneigennütz 😉 ) habe ich dem kleinen Bruder das Kinoticket zu Weihnachten geschenkt und teilweise erhebliche Längen gespürt

        selbstverständlich kann es sein, dass es daran lag, dass die zweite Sichtung auf deutsch und 3D war, oder dass die eineinhalb Wochen die dazwischen lagen einfach zu kurz waren; aber beim ersten mal sehen hatte ich einen Gänsehautmoment nach dem anderen, ich bin geflash vor dem Abspann gesessen und hab in meiner gedanklichen Kritik die kurze Laufzeit bemängelt um dann kurz darauf festzustellen, dass das fast zweieinhalb Stunden ging

        noch habe ich meine 8,5 nicht nach unten korrigiert, aber eine leichte Furcht beschleicht mich schon, dass der Film mit der Zeit deutlich schlechter wird, sobald er sich nicht ausschließlich auf emotionale Werte berufen kann und mehr liefern muss

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      • Ging mir ähnlich. Grundsätzliche Frage (die ich für mich selbst auch noch nicht final beantwortet habe): Reicht es nicht manchmal auch, wenn Filme, so wie andere Produkte auch, nur ein mal funktionieren? Ich denke da beispielsweise an die ganzen Sitcoms, die in der Regel auch nur beim ersten Mal lustig sind. Zumindest geht mir das oft so. Aber deswegen sind sie noch nicht unbedingt schlecht.

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  2. “Star Wars ist und war niemals ein Filmphänomen, es ist ein Gefühlsphänomen!”

    Bullshit.
    Natürlich hat jeder ein Recht darauf den Film zu mögen und zu lieben und jeder hat sich sicherlich ein anderes Verständnis davon, was für ihn das „Star Wars Feeling“ ist. Nostalgie dagegen ist das Totschlagargument in jeder Diskussion. Es gibt Millionen Fans, die bei Episode I in Nostalgie schwelgen, das können sie natürlich machen, aber es ist das dann das Ende jeder Diskussion über den Film.

    George Lucas hat 1977 ein Filmphänomen geschaffen und wer den Wert seines Werkes nicht erkennt, der soll mit Episode VII glücklick bis in alle Ewigkeit werden.

    Und es sind ganz sicher nicht die ganzen kleinen Logikfehler, die Episode VII herunterziehen. J.J. Abrams ist halt nur ein Verwalter, jemand der es schafft, die ganzen Mängel eines Films mit einer optischen Opulenz zu überblenden. Aber je länger man über seine Filme nachdenkt, oder sie sogar mehrmals sieht, umso mehr fallen sie langsam in sich zusammen.
    Da helfen auch alle zwanghaften Vergleiche nicht, mit einem Film, der 38 Jahre älter ist und im Gegensatz zu Abrams Film, seiner Zeit weit voraus.

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  3. Ich verstehe, was du meinst. Dennoch bin ich der Meinung, dass die emotionale Wirkung eines Films auf jeden Fall zu beachten ist. Ganz egal, ob das nun Nostalgie, Heimatverbundenheit oder sonst was ist. Oder wie erklärst du dir den Erfolg (und damit meine ich BELIEBTHEIT) des Films, wenn auf rein inhaltlicher Ebene offensichtlich nicht viel zu holen ist?

    Welche Mängel hast du denn für dich ausgemacht, wenn man von den Logikfehlern absieht? Und zu welchem Fazit bist du letztendlich gelangt?

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    • Avatar, Furious 7, Jurassic World. Der Hobbit. Finanzieller Erfolg an den Kinokassen hat schon lange nichts mehr mit herausragender (inhaltlicher) Qualität zu tun.
      Ich habe auch nicht gesagt, dass Episode VII ein schlechter Film ist oder das es auf der inhaltlichen Ebene nichts zu holen gibt. Rey/Daisy Ridley, die ersten 40 Minuten bis Han Solo sind klasse, die Inszenierung der Action ist gut, die Sets und Kulissen.
      Die Kritikpunkte sind Handlung, Figurenmotivation und Charakterdesign, einige Schauspieler und der Soundtrack. Der Film erzählt einem wenig und zeigt einem nur das Nötigste. Und ja, dass Drebuch wurde unter Zeitdruck mehrmals bearbeitet und musste fertig werden.
      200 Millionen Dollar wirken schon wie ein Sparbudget, angesichts des Umsatzes. Warum muss Star Wars unter den anderen Disney Flops der letzten Jahre leiden? Warum bekommt man nicht die grösste Raumschlacht, die die Filmreihe je gesehen hat? Warum bekommt man kein R2 und Luke? Warum hat man die alten Schauspieler, wenn man sie nicht richtig nutzt, ausser für billige Witze über Müllpressen und schlecht gespielte Emotionen.
      Episode VII wäre unter fast allen Umständen bei Disney einer der finanziell erfolgreichsten Filme geworden. Statt einer neuen Vision von Star Wars mit Spektakel und Epos, hat man ein Grundgerüst mit dem Disney noch mehr Geld verdienen kann und den Fans in bester Marvel (MCU) Manier den Fans Sachen vorenthält.
      Ich bin auch Fan. Ich hatte bei dem Film nie das „Star Wars Feeling“ und betrachte den Begriff „Fanservice“ in diesem Fall eher negativ.

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      • Jetzt stehen wir praktisch wieder am Ausgangspunkt der Diskussion. Ich kann die meisten deiner Argumente nachvollziehen und sehe sie sogar fast genauso. Wobei wir bei der größten Raumschlacht aller Zeiten (die wahrscheinlich noch kommt…) wiederum die Diskussion hätten, warum immer alles größer, lauter, mehr sein muss. Dass inhaltlich nichts zu holen ist, wollte ich auch nicht dir in den Mund legen, sondern ist meine eigene Sicht. Ich überspitze es aber jetzt mal und frage: Was sollen Leute wie ich machen, die all diese Kritikpunkte sehen und sich trotzdem nicht verarscht fühlen? Sich selbst einreden, dass es „falsch“ ist den Film gut zu finden, obwohl man beim Schauen ein gutes Gefühl hatte. (Ich weiß, dass du das nicht gesagt hast 😀 ) Scheinbar schafft es Disney die Gefühle der Zuschauer so zu manipulieren, dass die meisten mit dem Gesehenen zufrieden sind, obwohl es sich um einen, wie ich meine, bestenfalls durchschnittlichen Film handelt. Nun ist natürlich die Frage, ob man das als Leistung anerkennt. Im alltäglichen Leben außerhalb des Kinosaals gibt es genügend Beispiele, in denen Menschen genau das tun. Du scheinst, wie einige andere auch, für solche Manipulationen nicht empfänglich zu sein. 😉

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  4. Sehr gutes Fazit! Auch uns fiel nach dem Verlassen des Kinos auf, bzw. sprachen wir dann davon, welche Parallelen es gab zwischen alt und neu. Das waren einige. Ein Teil davon lässt sich wegdiskutieren. Das Imperium hat einen beträchtlichen Teil des Universums kontrolliert, wenn man da nur Vader und co. tötet, dürfte noch genug übrig sein, um die erste Ordnung aufzubauen. Nicht zu vergessen, dass unter den Sturmtrupplern genug Leute sein werden, die im Imperium aufgewachsen sind und es nicht anders kennen, sich also gegen die neue Republik wehren werden.
    Der Todesstern 3.0, naja, die Waffe funktioniert nun einmal und stellt einen schnellen Weg dar, seinen Feinden einiges an Schaden zu bescheren. Dass die Schwachstelle nicht besser gesichert ist, ja mei, ein Ding von der Größenordnung hat nun mal eine, auch wenn es sich zum dritten Mal ähnlich zuträgt.
    Kylo Ren, Rey und die Macht, aber auch Luke, das sind Fragen, die Teil 8 beantworten muss, denn damit steht und fällt ein Teil von Episode 7. Ohne eine vernünftige Begründung von Lukes Exil gibt es nämlich keinen Grund für die Handlung von 7, wenn Rey einfach nur ein neuer Anakin sein sollte, wird die Handlung zum Abklatsch der Prequels. Und wenn Kylo Ren keine vernünftige Hintergrundgeschichte bekommt, die erklärt, wie er der Dunklen Seite verfallen konnte, wird er zu dem, was Quadrataugenrunde schreibt. Was an sich nicht schlimm wäre, es gibt auch solche Bösewichte, aber gut.
    Das Potential für „gute“ Antworten auf diese Fragen ist durchaus da, wenn man sich Reaktionen im Netz anschaut. Rey als junger Padawan auf Jaku ausgesetzt, inklusive Gedächtnisblockade. Kylo, der im Schatten von Vader und Luke aufwächst und selbst vielleicht gar nicht so ein begabter Jedi ist, wie er sein sollte, bei dieser Familie, und deswegen ausrastet.

    Wie auch immer, als Film funktioniert Episode 7, und ich wurde sehr gut unterhalten. Definitiv besser als die Prequels.

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    • Was Kylo Ren angeht, spekuliere ich einfach mal seinen Hintergrund zusammen: Er ist vielleicht wirklich weniger begabt als andere Padawane und/oder hatte von vorne rein keine Lust von seinen Eltern getrennt zu werden. Er fühlt sich abgeschoben und nicht gewollt. Als er erfährt, dass Luke am Tod seines Großvaters schuld ist, wird er dann endgültig böse und wütend auf die Jedi.Vielleicht tötet er wie Anakin auch alle anderen Padawane. Daraufhin heult Luke rum und zieht sich zurück, weil er sich verantwortlich für den Tod der Kinder sieht. Warum er (Han Solo übrigens auch) tatenlos zusieht, wie die erste Ordung einen Planeten nach dem anderen ausradieren will, während Leia sich den Arsch aufreißt und dagegen vorgeht, wird spannend sein… 😉

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      • Das kann natürlich auch sein, dass er die Trennung von den Eltern nicht verkraftet hat. Und die Familiengeschichte ist auch nicht so ohne, gerade dann, wenn man das im falschen Alter erfährt. „Wie, mein Opa war die rechte Hand des Imperators und der zweitmächtigste Mann im Universum, bis mein Onkel kam? Derselbe Onkel, der in den komischen Gewändern rumläuft von kleinen grünen Männlein unterrichtet wurde?“ oder so.

        Deine Frage hätte ich auch gerne beantwortet, das stimmt. Wobei Han ja eh so ein Schlawiner ist, der in die Ereignisse mehr oder weniger reinschlittert, bei der Ersten Ordnung war diesmal kein Luke da, der Han auf den rechten Pfad brachte.

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      • Ja ok. Aber den Sohn einach so seinem bösen Schicksal überlassen und Monster fangen? Ich weiß nicht 😉

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      • Hm, wir wissen ja noch nicht, ob sich Kylo gleich diesen Rittern von Ren angeschlossen hat, was auch immer die sind, und inwiefern es da für Han Möglichkeiten gab, einzugreifen. Da muss Episode 8 was bringen.

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      • Genau. Warten wir es einfach mal ab. 🙂

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  5. Nun gut, ich persönlich habe gegen den Film ja schon eine Art Hass entwickelt. 😉 aber zumindest bei Kylo Ren sind wir uns einig 😀

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  6. @Ma-Go
    „Was sollen Leute wie ich machen, die all diese Kritikpunkte sehen und sich trotzdem nicht verarscht fühlen?“

    Sich auf Episode VIII freuen und hoffen, dass Episode VII seinen Glanz auch bei der nächsten Visionierung für einen behält.

    Ich fühle mich auch nicht wirklich verarscht, es ist für mich kein Weltuntergang, nur schade.

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    • Dann hoffen wir das mal. Wobei ich ja in einem anderen Kommentar schon mal gesagt habe, dass es vielleicht (!!!) manchmal auch ok ist, wenn ein Film nur ein mal funktioniert. Immerhin hab ich an der Kinokasse auch nur für ein mal bezahlt. 😉

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  7. Viele schöne Ansätze und Punkte. Aber wieso mochtest du BB8 nicht 😦
    (Wo wir wieder bei Gefühlsmäßiger Beeinflussung wären)

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  8. Spannendes Thema 🙂 Ich habe oft den Eindruck, dass Nostalgie bei der Erwartungshaltung eine sehr große Rolle spielt. Viele Zuschauer nörgeln und zerrupfen ein Pre-/Sequel oder ein Remake in Grund und Boden, weil sie den Film einfach doof finden WOLLEN. Da liest man in den Kommentarspalten dann ganz oft „Reicht nicht ans Original heran“, „Im Vergleich zum Original ist der Film total schwach“, „Hat lange nicht den Charme des Originals“ blablabla 😛

    Ich versuche meistens, die Filme recht unabhängig vom Original zu bewerten, aber auch mir gelingt das selbstredend nicht immer. Bei „Star Wars“ ist es ein wenig anders, weil ich nie zu den Riesenfans gehört habe, sondern die alten Filme allenfalls ganz nett fand, Episode I auch noch in Ordnung und die Episoden II und III grauenhaft. Dann bin ich einfach mit einer leichten Neugier und der Hoffnung, der Film möge nicht in CGI-Effekten und Materialschlachten völlig ertrinken, ins Kino gegangen – und hatte Spaß. 🙂

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