Filmkritik: Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

Poster

Hallo Filmfreunde,

alle Jahre wieder werden zum Ende des Jahres die Tage kürzer und Weihnachten kommt unaufhaltsam näher. Und alle Jahre wieder finden zur selben Zeit auch vermehrt Weihnachtsfilme den Weg in die Kinos. Dieses Jahr zum Beispiel „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“. Ob es der Film schafft, weihnachtliche Gefühle zu entfachen, erfahrt ihr hier:

Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

Komödie, 2015

Mit: John Goodman, Diane Keaton, Ed Helms, Alan Arkin, Marisa Tomei

Kurzinhalt und Trailer:

Wie jedes Jahr will die Familie Cooper ein gemeinsames, besinnliches Weihnachtsfest feiern. Wären da nur nicht die unzähligen Probleme, die jedes Familienmitglied mit sich herumschleppt und die es vor dem Rest der Familie zu verbergen gilt.

Meine Gedanken zum Film:

Die Erwartungen an Weihnachtsfilme sind erfahrungsgemäß eher bescheiden und lesen sich wie ein Backrezept für Weihnachtsplätzchen: Man nehme zwei Teelöffel märchenhafte, romantische und schneebedeckte Szenarien und gibt diese in eine Schüssel. 100g Heiterkeit und Frohsinn dazu geben und verrühren. Zu guter Letzt eine Prise emotionale Momente und eine Messerspitze Denkanstöße dazu geben und daraus einen schönen Teig kneten.

Wenn man sich die Zutatenliste von „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“ in Ruhe anschaut, stellt man fest, dass eigentlich alle wesentlichen Ingredienzien verarbeitet wurden. Nur weiß jeder Hobby-Bäcker, dass das bloße Zusammenrühren von Zutaten noch lange keine leckeren Plätzchen ausmacht.

Der Film ist optisch sehr schön und weihnachtlich anzusehen. Es schneit fast durchgehend und es leuchtet und glitzert an allen Ecken und Enden. Für ein bisschen Weihnachtsnostalgie sorgt auch ein geheimnisvoller Erzähler aus dem Off, der uns an die vertrauten Weihnachtsgeschichten von früher erinnert.

Dieser arme Kerl (im Originalton übrigens gesprochen von Steve Martin) hat gerade in der ersten Hälfte des Films jedoch eine ganze Menge zu tun. In dieser Phase stellt uns der Erzähler nämlich in voneinander unabhängigen Episoden nach und nach alle Mitglieder des Cooper-Clans vor. Und das sind nicht gerade wenige. Da wären das ältere Paar Charlotte (Diane Keaton) und Sam (John Goodman), die sich nach 40 Jahren Ehe eigentlich auseinander gelebt haben und für ein letztes gemeinsames Weihnachtsfest noch einmal gute Miene zum bösen Spiel machen wollen. Tochter Eleanor (Olivia Wilde) trifft am Flughafen den Soldaten Joe (Jake Lacy), den sie ohne ihn wirklich zu kennen mit nach Hause nimmt, um ihn als vorzeigbaren Freund ihrer Familie vorzustellen. Der geschiedene und alleinerziehende Sohn Hank (Ed Helms) hat gerade seinen Job verloren (was er seiner Familie verschweigt) und hat kein Geld für Weihnachtsgeschenke. Charlottes Schwester Emma (Marisa Tomei) wiederum wird beim Geschenkeklauen von Officer Williams (Anthony Mackie) erwischt und hat auch sonst nicht das beste Verhältnis zu ihrer Schwester. Opa Bucky (Alan Arkin) ist mit der Kellnerin Ruby (Amanda Seyfried) befreundet und erfährt, dass diese die Stadt verlassen will. Hinzu kommen dann noch Hanks drei Kinder Charlie, Bo und Madison, sowie Tante Fishy und der Weihnachtstisch ist voll.

Charlotte und Sam

Zwischen Charlotte und Sam läuft es nur scheinbar gut.

Diese Vorstellung der Charaktere erstreckt sich beinahe über die Hälfte des Films, bevor es dann endlich zur großen Zusammenkunft kommt und der eigentliche Spaß beginnt. Wobei man, trotz der ausführlichen Einführung, dann dennoch nicht genau weiß, wer eigentlich die Schwester, Tante, Mutter, Freundin oder sonst etwas von irgendwem ist.

Der Cast ist zwar mit diversen Hollywood-Größen verschiedener Generationen besetzt. Warum aber die fast 20 Jahre jüngere Marisa Tomei die Schwester von Diane Keaton spielen muss, obwohl in Rückblenden gezeigt wird, dass die Schwestern nur 3-4 Jahre auseinander liegen, bleibt mir ein Rätsel und erleichtert das Durchschauen der Zusammenhänge für den Zuschauer nicht unbedingt.

Des Weiteren fragt man sich mit fortlaufender Filmdauer, wozu diese Unmenge an (nutzlosen) Figuren eigentlich gut sein soll. Warum sitzt Hanks geschiedene Ex-Frau plötzlich mit am Tisch? Welche Rolle spielt die demente Tante Fishy?

Charlie

Sohn Charlie hat eigene Probleme. Ob der Film diese braucht? Eher so mittel…

In diesem Wirrwarr an Personen gibt es mindestens vier Figuren, die man getrost hätte herausschneiden können, ohne dass der Film auch nur ein Nuance an Witz, Handlung oder Emotionalität verloren hätte. Beispielhaft kann dabei die Episode um Emma und Officer Williams genannt werden, in der sich der Polizist der Verhafteten öffnet und von seinem Mutter-Komplex erzählt. Diese Szenen wirken sehr gekünstelt und passen nicht so richtig zum Rest des Films.

Trotz dieser ärgerlichen Mängel, bekommt der Film Ende dann irgendwie doch noch die Kurve und bietet ein nettes, weihnachtliches Finale, in dem sich alle auf das Wesentliche besinnen und zusammenrücken. An Weihnachten geht es eben nicht darum, für einen Tag den perfekten Schein zu erschaffen, um Erwartungen zu erfüllen und Liebe und Gegenliebe gegeneinander aufzuwiegen. So verlässt man das Kino am Ende doch mit einem angenehmen Gefühl und in besinnlicher Weihnachtsstimmung.

Coopers

Die Coopers – eine Familie wie jede andere.

Mein Fazit:

Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“ hat eigentlich alles, was einen guten Weihnachtsfilm ausmacht. Allerdings verheddert der Film sich im eigenen Netz von unzähligen (unnützen) Figuren und Nebenhandlungen. Ein Film, den man sich zur Einstimmung auf Weihnachten durchaus ansehen kann. Allerdings würde man mit einem Weihnachtsmarkt-Besuch auch nichts falsch machen.

Meine Wertung: Note 3/4 (In Sternen: 5/10)

 

Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar und Like.

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Vielen Dank!

Bildquelle: Studio Canal Dutschland
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2 Antworten zu “Filmkritik: Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

  1. Hallo. Eine gute Filmkritik. Ich bin da übrigens ähnlicher Meinung. Lieber auf einen Weihnachtsmarkt. VG

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