Filmkritik: Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Martian Poster

Hallo Filmfreunde,

mit reichlich Verspätung habe ich es nun endlich geschafft „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ zu sehen. Wie der Trailer bereits vermuten ließ, handelt es sich bei dem Film um einen Mix aus McGyver und Robinson Crusoe. Ob das für mich ein gelungener Mix geworden ist, erfahrt ihr hier:

Kurzinhalt und Trailer:

Mark Watney (Matt Damon) ist Mitglied einer NASA-Expedition auf dem Mars. Bei einem schweren Sturm wird er von seinen Crew-Mitgliedern getrennt, für tot gehalten und zurückgelassen. Alleine auf dem unbewohnbaren Planeten, steht Watney vor einer neuen Mission: Überleben, bis Hilfe eintrifft.

Meine Gedanken zum Film:

Mark Watneys Mission ist einfach und doch eigentlich unmöglich. Er muss lediglich auf einem Planeten überleben, auf dem man keine Lebensmittel anbauen kann, auf dem es kein Wasser gibt und dessen Atmosphäre für Menschen ohne Schutzvorrichtungen unverzüglich zum Tod führt. Doch mit dem eingangs beschriebenen Mix aus wissenschaftlichem Erfindergeist, dem urmenschlichen Überlebenstrieb und einer gehörigen Portion Optimismus stellt sich Watney seiner aussichtslosen Lage und beginnt Lösungen zu suchen. Um die eingangs gestellte Frage direkt zu Beginn zu beantworten: Ja, dieser Mix funktioniert. Denn der Film ist im Grunde spannend und dank Matt Damons Darstellung des unverzagten Astronauten auch unterhaltsam und amüsant. Der Rest des Cast ist zwar zum Teil prominent besetzt, bleibt jedoch neben Matt Damon eher blass. Gerade Jessica Chestain, die ich im Übrigen sehr schätze, wurde vielerorts für ihr Darbietung im Marsianer gelobt. Für mich kommt ihre Figur allerdings nicht über eine leere Hülle hinaus. 

Zur Erheiterung des Publikums soll sicherlich auch der Soundtrack dienen, der einen gewollten Kontrast zum futuristisch gestalteten Film darstellt. Dabei wird Watneys Abneigung gegen die Discomusik der 80er Jahre zum Running-Gag, der immer wieder für Lacher sorgt.

Vor allem visuell jedoch weiß Ridley Scott mit seinem Film zu beeindrucken. Die Bilder der Marslandschaften sind spektakulär und faszinierend. Auch wenn die Szenerie hin und wieder an die Wüste Arizonas erinnert, die wir aus zahlreichen Western bereits kennen. Aber ich bin kein Mars-Experte und kann deshalb nur begrenzt beurteilen, wie es auf dem roten Planeten wirklich aussieht. (Anmerkung: Gedreht wurde übrigens in Jordanien)

Fantastische Marslandschaften sind ein Markenzeichen des Films

Fantastische Marslandschaften sind ein Markenzeichen des Films

Insgesamt ist der Film ein zweistündiges Loblied auf die Wissenschaft. Vor allem die NASA wird in einem strahlenden Licht präsentiert. Dabei wirkt es allerdings extrem unglaubwürdig, dass eine Behörde in einem solchen Fall ohne große Einwände ein milliardenschweres Rettungsprojekt initiieren würde, um einen einzelnen Mann zu retten, dessen Überlebenschancen ohnehin verschwindend gering sind.

Die NASA scheut weder Kosten noch Mühen, um Watney zu retten. Warum nicht?

Die NASA scheut weder Kosten noch Mühen, um Watney zu retten. Warum nicht?

Genauso verwunderlich scheint es, dass Mark Watney trotz seiner aussichtslosen Lage eigentlich niemals den Mut verliert. Er ist stets gut gelaunt und macht seine Witze. Bei all den Problemen gegen die er kämpfen muss, wird ihm nie langweilig und auch die streng rationierten Essensvorräte, die Einsamkeit oder die nächtliche Kälte auf dem Mars scheinen ihn niemals aus der Ruhe zu bringen. Auf diese Weise bleibt der Film leider nicht durchgehend spannend. Man staunt zwar über den Einfallsreichtum des Astronauten und die grandiosen Bilder, fiebert aber nicht so richtig mit. Bei aller Hoffnung und Überlebenswille, hätte dem Film etwas mehr Dramatik gut getan, damit die Aussichtslosigkeit und das Leiden des Protagonisten deutlicher wird.

Alles kein Problem. Bio-Tomaten vom Mars.

Alles kein Problem. Bio-Kartoffeln vom Mars.

Fazit:

Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ ist ein optisch famoses Science-Fiction-Drama, mit einem tollen Matt Damon in der Hauptrolle. Der Film ist durchgehend unterhaltsam aber emotional zu selten mitreißend. Zudem wird die Geschichte für meinen Geschmack zu weichgespühlt und idealisiert erzählt. Grundlegende moralische, philosophische oder zwischenmenschliche Fragen wie beispielsweise zuletzt in „Interstellar“ gesehen werden beinahe komplett vernachlässigt. Trotzdem ist „Der Marsianer“ auf jeden Fall ein guter Film, aber sicher kein Meisterwerk.

Meine Wertung: Note 2/3 (In Sternen 7/10)

Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar und Like.

Alle bisher auf dieser Seite veröffentlichten Filmkritiken gibt es hier.

Um keine neuen Kritiken und Filmtipps zu verpassen, einfach auch hier auf Facebook folgen.

Vielen Dank!

Advertisements

13 Antworten zu “Filmkritik: Der Marsianer – Rettet Mark Watney

  1. Stimmt, die Momente, in denen Wattney verzweifelt, die kommen nur selten ans Licht, wenn überhaupt. Ich meine, das ist im Buch etwas besser, aber auch dort zeigen sich hauptsächlich sein Optimismus und sein Sarkasmus angesichts der Rückschläge.
    Was die Bereichtschaft der NASA betrifft, fand ich das so extrem unglaubwürdig nicht, denn die Folgen des Zurück- und Sterbenlassens von Wattney wären sicher katastrophal. „Wir haben kein Geld, also lassen wir ihn sterben und schicken in zwei Jahren die nächsten rauf“ wäre ein PR-Desaster. 😉

    Gefällt 1 Person

    • Das stimmt natürlich auch wieder. Aber man hätte sagen können: „Wir schaffen es nicht die Versorgungskapsel rechtzeitig fertig zu bekommen.“ Außerdem wäre ein “ Wir lassen die anderen Astronauten nicht umkehren, obwohl sie es gerne gemacht hätten, weil wir die Mission zu Ende bringen müssen“ auch nicht sehr PR tauglich 😉

      Und warum diese asiatische Organisation ihr streng geheimes Raketenprogramm auffliegen lässt, nur um Watney zu helfen, gehört meiner Meinung nach auch dazu. 😛

      Gefällt mir

      • Stimmt, aber bis die Astronauten zurückgewesen wären, hätte es einige Zeit gegeben, sich etwas auszudenken. 😛

        Hm,joa, die Chinesen sind schon etwas deux ex machina, das stimmt. Andererseits, denen geht es ja auch um Kooperation, und wenn ich mich richtig erinnere bekommen sie im Austausch dafür einen chinesischen Astronauten bei der nächsten Mars-Mission garantiert. So unbedeutend isses auch wieder nicht, politisch betrachtet. 😉

        Gefällt 1 Person

      • Das war so weit ich weiß nur im Buch so! Im Film habe ich von einem solchen Deal zumindest nichts mitbekommen. Außer, dass der Chef der Chinesen am Ende bei der neuen Ares-Mission mit am Kontrollpult stehen darf 😉

        Gefällt mir

      • Stimmt, das hätte ich vielleicht etwas präziser ausdrücken sollen. 😉
        Die 30 Sekunden dafür hätten sie aber ruhig in den Film investieren können.

        Gefällt 1 Person

  2. Da ich in die Lobgesänge auf das Buch nie einstimmen konnte, habe ich mir den Film nicht angesehen. Dass Mark Watney immer relativ gut gelaunt ist, mit den Problemen locker umgeht und wenn die eine Lösung nicht funktioniert direkt eine andere hat, die natürlich klappt, war auch meine größte Kritik am Buch. Im Film kann man mit Effekten und Soundtrack natürlich noch einiges rausreißen, aber für mich bleibt es eine oberflächliche Robinsonade mit McGyver-Effekt.

    Gefällt 1 Person

  3. Ich muss zugeben, ich habe deine Review nicht gelesen, aber auch nur weil ich hier den Roman liegen habe 😀

    Also auf ein wohliges Lesen und hoffentlich einen grossen Erfolg ! 🙂

    Gefällt 1 Person

  4. Moinsen 😉

    Ich kann deine Kritik am Film ebenfalls durchaus nachvollziehen und finde auch, dass Mark Watney stellenweise mehr wirkt wie ein kleiner Pfadfinder der im Zeltlager vergessen wurde. Für mich überwiegen aber die optische Ästhetik und der positive Aspekt der Lockerheit, weshalb der Film bei mir noch ein bisschen besser wegkommt 😉
    https://eyelevelreviews.wordpress.com/2015/11/19/der-marsianer-review/

    Aber insgesamt super Review! Meinungsverschiedenheiten sind ja auch das Schöne an dem Ganzen 😀

    Mfg
    Sven.

    Gefällt 1 Person

Ja, hier darfst du gerne etwas schreiben. Trau dich! :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s