Wann ist ein Film ein „Klassiker“? Der Versuch einer Definition

Hallo Filmfreunde,

im Rahmen des Blogprojekts 31 Tage – 31 Filme sah ich mich diese Woche einer äußerst kniffligen Aufgabe gegenüber gestellt:

Nenne deinen liebsten Filmklassiker.

Diese Aufgabe ist insofern schwierig, als es keine einheitliche Definition gibt, wann ein Film überhaupt ein Klassiker ist und wann nicht. Welche Kriterien muss ein Film erfüllen, damit er von Fans und Kritikern als „Klassiker“ bezeichnet werden kann? Ich habe mir zu diesem Thema ein paar grundlegende Gedanken gemacht, die ich mit euch teilen möchte und auf eure Meinungen dazu gespannt bin. 🙂

Wenn wir uns das Wort „Klassiker“ genauer anschauen, erhalten wir eine erste Vorstellung davon, was der Begriff eigentlich bedeutet. Wenn mich mein irgendwo im Regal verschollenes Latinum nicht im Stich lässt, bedeutet das Wort „classis“ so viel wie Klasse und ein „classicus“ war ein Römer, der der höchsten Bürger- und damit auch Steuerklasse angehörte. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff „classicus“ im Mittelalter dann auch auf weitere Lebensbereiche übertragen. Ein classicus wurde nun zu einem übergeordnetem Vorbild oder einem Muster für andere Exemplare oder Angehörige der selben Klasse oder Gattung. (im Detail hier noch mal nachzulesen

Für einen classicus im filmischen Bereich lässt sich also folgende vorläufige Definition formulieren:

Ein Filmklassiker ist ein Film, der als Vorbild für andere Filme fungiert.

Aber worauf bezieht sich die Vorbildfunktion eines Klassikers? Hierfür habe ich sechs Ebenen ausgemacht, die sicherlich noch erweitert und mit passenden Beispielen unterstützt werden können. Also ran an die Kommentare und macht eure Vorschläge. 🙂

1. Filme als Vorbild auf gestalterischer Ebene:

Es gibt Filme, die aus verschiedensten Gründen unser Verständnis eines Genres maßgeblich geprägt haben. So ist zum Beispiel „Blair Witch Project“ aus dem Jahr 1999 meines Wissens der erste (Kino)Film, der im Found-Footage-Stil gedreht wurde und kann damit als DAS Vorbild für das mittlerweile fast schon inflationär produzierte Horror-Subgenre gesehen werden. Auch wenn ich selbst kein Fan des Films bin und er im Bezug auf Filmklassiker eher selten genannt wird, gehört er meiner Meinung nach auf jeden Fall in diese Kategorie.

Auf gestalterischer Ebene ist beispielsweise auch die Erzählstruktur eines Films zu nennen. Der Film „Pulp Fiction“ (1993) zum Beispiel erzählt in nicht chronologischer Reihenfolge drei scheinbar unabhängige Einzelepisoden, die am Ende jedoch zu einem großen Ganzen zusammenlaufen. Diese Erzählstruktur ist auf jeden Fall besonders und vorbildhaft, was „Pulp Fiction“ für mich ebenfalls zu einem Klassiker macht.

2. Filme als Vorbild auf inhaltlicher Ebene:

Auch wenn es in letzter Zeit nicht mehr allzu häufig vorkommen mag, gibt es auch solche Filme, die uns auf inhaltlicher Ebene mit einer Geschichte faszinieren, die wir so noch nie gesehen haben. Diese Filme wirken in der Folge oft als Vorbilder für Ableger oder Nachahmer, die das klassische Vorbild aber in den seltensten Fällen erreichen. Ein perfektes Beispiel hierfür ist der Film „King Kong und die weiße Frau“ aus dem Jahr 1933. Dabei handelt es sich nicht nur um einen der ersten Monster-Filme überhaupt. Neu ist hierbei auch, dass das Monster als eigentlicher Star des Films zwar als gefährlich und wild, aber niemals als böse oder blutrünstig dargestellt wird. Auch das Motiv der menschlichen Überheblichkeit und Gier (der Riesenaffe soll als Attraktion in Ketten gelegt und für zahlende Kunden zur Schau gestellt werden), hat es in der Form auf der Leinwand noch nicht gegeben. Vor allem das letztgenannte Motiv wurde später von zahlreichen anderen Filmen (z.B. Jurassic Park) aufgegriffen und verarbeitet.

3. Filme als Vorbild auf moralischer Ebene

In vielen Filmen liegt einer oft komplexen Handlung eine einzige grundlegende ethisch-moralische Frage zu Grunde. Ein oft behandeltes Thema wäre hierbei das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und moralischer Vertretbarkeit. Einer der ersten Filme, der diesen zeitlosen Konflikt behandelt, ist „Frankenstein“ aus dem Jahr 1931. Der Film basiert auf dem Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ von Mary Shelley aus dem Jahr 1818, das seinerseits ein literarischer Klassiker ist. Darin erweckt der Wissenschaftler Viktor Frankenstein ein aus Leichenteilen zusammengeflicktes Monster zum Leben, was er später bereuen soll.

Die Grenzen zwischen der moralischen und der inhaltlichen Ebene sind fließend. Denn wie oben am Beispiel King Kongs gezeigt, gehen neue moralische Ansätze häufig mit ebenfalls neuen Inhalten einher. Das ist jedoch nicht zwangsläufig so. Nehmen wir zum Beispiel die alten „Winnetou“ Filme. Diese sind weder gestalterisch, noch inhaltlich neu. Moralisch hingegen schon. Immerhin zeichnen die Filme ein deutlich Indianer-freundlicheres Bild, als zum Beispiel die älteren amerikanischen Western. Von daher wäre die Winnetou-Reihe auf moralischer Ebene auf jeden Fall auch als Klassiker zu bezeichnen.

4. Filme als Vorbild auf Figuren-Ebene

Viele Filme verzichten heute darauf, ihren Figuren so etwas wie eine Persönlichkeit oder ein Profil einzuverleiben. Viel mehr greift man auf altbewährte Stereotype und Rollenklischees zurück. Da haben wir die attraktive, aber naive Blondine, hier den grummeligen, einsamen Polizisten und manchmal taucht dann auch noch der kiffende Nichtsnutz auf. Doch Stereotype wie diese gab es nicht schon immer. Auch wenn es schwer vorstellbar erscheint, war das was wir gefühlt schon zig mal gesehen haben, irgendwann mal neu und innovativ. Manche Filme haben es geschafft, Figuren zu kreieren, die anderen Filmen bis heute als Vorbild und in diesem Fall sogar als Schablone dienen. Zu dieser Kategorie fallen mir spontan die meisten Beispiele ein. Ich begrenze mich jedoch auf eine Figur, die sehr gut verdeutlicht was ich meine. Wenn wir uns einen Mafia/Gangsterfilm ansehen, dann erwarten wir einfach, dass der Gangsterboss aussieht, auftritt und handelt wie Marlon Brando als Don Vito Corleone in „Der Pate“ von 1972. Hinzu kommt auch noch, dass „Der Pate“ auch auf inhaltlicher Ebene ein Vorbild für viele spätere Gangsterfilme darstellt. Ein absoluter Klassiker eben.

5. Filme als Vorbild auf technischer Ebene

Diese Ebene ist die für den gemeinen Filmfan (zu dem ich mich selbst zähle) vielleicht am wenigsten relevante. Kennt ihr den Film „Schwarzwaldmädel“? Ich gebe zu, dass ich den Film nicht kenne und bis vor einigen Tagen noch nie von ihm gehört habe. Allerdings habe ich während meines Kurzurlaubs im Schwarzwald gelernt, dass es sich bei dem Film um den ersten westdeutschen Farbfilm handelt. Damit war der Film in technischer Hinsicht sicherlich ein Vorbild für zahllose weitere deutsche Filme und kann daher auf jeden Fall auch als deutscher Klassiker bezeichnet werden.

Ähnlich verhält es sich mit Disneys „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ (1937), der einer der ersten (vielleicht sogar DER erste) Zeichentrickfilme in Farbe war. Oder nehmen wir den Film „Toy Story“, bei dem es sich um den ersten vollständig computeranimierten Spielfilm handelt. Auch auf dieser technischen Ebene können Filme also als Vorbild dienen und damit zu den Klassikern gezählt werden.

6. Filme als kulturelles Zeugnis oder Porträt einer Epoche

Diese Kategorie ist zugegebenermaßen etwas schwammig. Trotzdem versuche ich zu erklären, wa ich damit meine. Ein Film wie zum Beispiel „Casablanca“ (1942) ist weder inhaltlich-moralisch, noch technisch oder von den Figuren her ein Film, der als Vorbild herhalten könnte. Eine romantische Dreiecksbeziehung war selbst zur damaligen Zeit nicht sonderlich innovativ. Und dennoch gehört der Film heute noch zu einem der beliebtesten Filmen überhaupt. Für mich ist „Casablanca“ ein authentisches Muster für das Leben in der Zeit während des zweiten Weltkriegs, in der die Menschen neben der existenziellen Bedrohung auch schwierige private Entscheidungen treffen müssen. Auch diese Authentizität kann meiner Meinung nach einen Film zu einem Klassiker machen.

Ein weiterer Aspekt, der für mich einen Klassiker ausmacht, wird am Beispiel des Films „Das Leben des Brian“ deutlich. Der Film weist keines der ersten fünf Merkmale eines Filmklassikers auf und darf sich meiner Meinung nach trotzdem dieses Labels erfreuen. Denn wenn man von dem berüchtigten britischen Humor spricht, wird man keinen Weg an diesem Film vorbei finden. Genau das macht den Film zu einem Zeugnis der englisch-britischen Kultur und damit ebenfalls zu einem echten Klassiker.

Nach dieser Vorstellungen der sechs Ebenen, erweitere ich nun meine oben formulierte Definition wie folgt:

Ein Filmklassiker ist ein Film, der im Hinblick auf die Charakterisierung seiner Figuren oder in inhaltlicher, technischer, moralischer oder gestalterischer Hinsicht als Vorbild für andere Filme fungiert oder ein Porträt einer Kultur oder geschichtlichen Epoche darstellt.

Ich denke, diese Definition ist recht kompliziert und sperrig. Dennoch wisst ihr hoffentlich, was ich damit meine. Zum Abschluss möchte ich noch zwei Aspekte in den Blick nehmen, die bei Gesprächen über Filmklassiker auch immer mal wieder auftauchen.

Alles eine Frage der Zeit?

Schaut man sich Listen der größten Filmklassiker aller Zeiten an, fällt durchaus auf, dass so gut wie nie Filme genannt werden, die nach 1980 oder gar 1990 erschienen sind. So drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass Klassiker per se ein gewisses Alter erreicht haben müssen, um sich zu dieser erlesenen Kategorie zählen zu dürfen. Natürlich braucht es oftmals ein wenig zeitlichen Abstand, um bestimmte Merkmale eines Films genauer einschätzen zu können. Trotzdem denke ich, dass man mit Hilfe der oben genannten Ebenen auch in jüngerer Vergangenheit Beispiele für moderne Klassiker finden kann. Mit „Blair Witch Project“ habe ich ja bereits eins genannt.

Ebenso stellt sich die Frage, ob ältere Filme automatisch zu einem Klassiker werden, wenn sie nach etlichen Jahren immer noch eine große Fangemeinde haben und ständig neue Filmfans begeistern. Aus meiner Sicht ist das nicht unbedingt der Fall. Ich persönlich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich die „Star Wars“-Reihe zu den Klassikern zählen würde. Ich mag die Filme, aber irgendwie passen sie nicht so recht zu meiner formulierten Definition. Wenn wir schon unbedingt Labels auf Filme kleben wollen, dann schlage ich als Kompromiss den Aufkleber „Kultfilm“ vor.

Der Klassiker als höchstes Qualitätsmerkmal?

Das „Star Wars“ Beispiel zeigt, dass die Qualität eines Films nicht unbedingt damit zusammenhängen muss, ob wir einen Film als Klassiker bezeichnen oder nicht. Nicht jeder Film, der in der Vergangenheit ein Erfolg war und auch heute noch gerne gesehen wird, muss mit etwas Abstand auch ein Klassiker sein. Andersherum muss ein Film, der laut meiner Definition als Klassiker gelten kann, nicht unbedingt erfolgreich gewesen sein oder heute noch vom Publikum gemocht werden. Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich den Film „Blair Witch Project“ zum Beispiel nicht sonderlich mag. Trotzdem gilt es die Vorbildfunktion des Werkes auf andere Filme anzuerkennen.

Wie ist eure Meinungen zu Filmklassikern und zu meiner Definition dazu? Fallen euch Beispiele für die einzelnen Ebenen ein? Ich hoffe auf eine rege Diskussion und freue mich wie immer über eure Likes und Feedback. Ich selbst habe mir vorgenommen ab sofort die Reblogg-Funktion in häufiger zu nutzen. Wem der Artikel also gefällt und ihn auf seiner Seite teilen möchte, darf das natürlich auch gerne tun 🙂

Klassische Grüße,

Euer Ma-Go

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20 Antworten zu “Wann ist ein Film ein „Klassiker“? Der Versuch einer Definition

  1. Schöner Artikel – als Bogartus schreibe ich jetzt aber mal – Casablanca wird sehr mit Humphrey Bogart verbunden und dieser wurde durch diesen Film zu einem Kult-Schauspieler und darum würde ich mich für einen anderen Film-Ausschnitt entscheiden! Sieh mir in die Augen Kleines! Uns bleibt immer noch Paris! Ich glaube, das ist der Beginn …………! In kaum einen Film gibt es mehr Sätze, die nach so vielen Jahren noch immer für einige Filmliebhaber ein Begriff sind, die meisten dieser Sätze wurden von Humphrey Bogart gesprochen – darum …………………! 😉

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  2. Sehr interessanter Beitrag. Toll, wie intensiv Du Dich mit der Frage auseinander gesetzt hast. Ich würde aber auch zwischen allgemeinen Klassikern und persönlichen unterscheiden. Und manchmal sind die auch identisch.

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  3. Toller Artikel!!! Die Fragestellung ist wirklich schwierig. Ich finde, deine Herangehensweise durchaus hilfreich, da du das Problem anhand verschiedener Aspekte durchleuchtest. Ich denke auch, dass man Star Wars nicht wirklich als Klassiker bezeichnen kann. Vielleicht deswegen nicht, da es von Anfang an zu kommerziell ausgerichtet war. Und richtig innovativ war Star Wars auch nicht, da es sich teilweise um Ideen des SF-Autors Edmond Hamilton aus den 40er/50er Jahren handelte.

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  4. „Katzenmenschen“ von Jacque Tourneur zählt als Klassiker des Film Noir, da er zum ersten Mal eine in der Gegenwart spielende Liebesgeschichte mit Horroraspekten vermischt. Der Stil hat seitdem sehr viele weitere Horrorfilme und Mystery-Thriller beeinflusst.

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  5. Interessante Frage und eine exzellente Herangehensweise, wie ich finde – Du beleuchtest das Thema von verschiedenen Standpunkten aus und so entsteht eine relativ gute und allumfassende Definition.

    Wenn man sich das so durchliest, klingt es tatsächlich so im ersten Moment, als ob es heutzutage praktisch keine Klassiker mehr geben könnte, da einfach zu vieles schon auf zu viele Arten und Weisen gezeigt worden ist.

    Was denkst Du denn darüber? Ist es für heutige Filme schwieriger, Klassiker zu werden? Fließt kommerzieller Erfolg auch in die Kategorisierung Klassiker/Kein Klassiker mit ein? Ich würde da zum Beispiel eindeutig „ja“ sagen. Wenn man sich das Beispiel Star Wars anguckt, so hat Film und Buch schon Recht – viele Elemente (grundlegende Story, soweit ich weiß, Darth Vader-Design, Einsatz von Wischblenden,…) sind tatsächlich in irgendeiner Weise schon einmal eingesetzt worden. Der Erfolg von Star Wars allerdings hat diese Elemente erst einem (viel) größeren Publikum zugänglich gemacht. Insofern würde ich definitiv sagen, dass Star Wars ein Klassiker ist…

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    • Erst mal danke für deinen ausführlichen Kommentar und den Denkanstoß. Die Frage nach dem Kommerziellen Erfolg habe ich mir beim Schreiben des Artikels auch schon gestellt, mich aber dazu entschlossen diesen Aspekt außen vor zu lassen. Wenn man eine in Zahlen messbare Größe wie den Erfolg mit einfließen lässt, müsste man das konsequent machen und nicht nur bei ausgewählten Filmen. Die Transformers“-Filme zum Beispiel hatten auch ziemlich großen Erfolg. Genauso wie die Twilight-Saga, die keiner mag aber jeder im Kino gesehen hat 😉 Natürlich lässt sich der Erfolg der beiden genannten nicht mit dem Star Wars Universum vergleichen. Trotzdem halte ich es für unfair zu sagen: Star Wars war/ist ein gigantischer Erfolg, also ein Klassiker. Transformers/Twilight waren große Erfolge, waren aber trotzdem scheiße 😉
      Für mich ist Star Wars nicht zuletzt auf Grund seines Erfolgs auf jeden Fall ein Kultfilm, was vielleicht sogar die größere Auszeichnung ist (?). Denn seien wir mal ehrlich. Wenn ich ein Film wäre, würde ich lieber von Millionen Menschen geliebt und gefeiert werden, als eher unbekannt im Regal zu stehen, dafür aber anderen Filmen als Inspiration und Modell gedient zu haben.

      Was die heutigen Filme angeht denke ich schon, dass es weiterhin Klassiker geben KANN. Viele Filmemacher stehen sich dabei aber selbst im Weg. „Birdman“ z.B. könnte auf gestalterischer Ebene auf jeden Fall ein Klassiker werden. „Mad Max: Fury Road“ hat dank Furiosa auf der Figuren-Ebene auch das Zeug dazu. Die neuen Ghostbusters übrigens auch.Vielleicht sogar als Zeichen der Geschlechterrollen-Bewegung auf ethisch/moralischer Ebene. Auf technischer Ebene gilt es abzuwarten, was die nächsten Jahre bringen werden. Auf inhaltlicher Ebene wird es allerdings wirklich schwierig, da in der Tat sehr vieles bereits schon aufgeworfen und abgegrast wurde. Auf der letzten Ebene (Kultur/Zeitgeist) sehe ich noch das meiste Potential. Allerdings ist hier nur mit zeitlichem Abstand erkennbar, welche Filme unsere Epoche am treffendsten abgebildet haben. Mir fällt so aus der kalten Hose kein Film ein, aber vielleicht wäre das ein Film über die Angst vor Terror, soziale Verarmung oder andere Themen der laufenden Dekade. Fällt dir da ein Film ein, über den man in 20 Jahren sagen könnte „Schau dir den Streifen an. So waren die damals drauf.“?

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      • Uff, jetzt wirfst Du mich aber ins kalte Wasser! 😀 Hmmm…ein Film, der in 20 Jahren als Klassiker gelten könnte…ich sehe da momentan keinen. Es werden zwar viele Filme gemacht, die den Zeitgeist aufgreifen, aber keiner ist irgendwie so erfolgreich bzw. eher bekannt, als dass er ein Klassiker genannt werden könnte. Wenn ich jedoch ein bisschen die Augen zukneife, über den Daumen peile und das großzügig auslege, könnte ich vielleicht Inception als Klassiker sehen. Für mich ist das ein Film, der komplexe narrative Strukturen und Gedanken nicht nur recht beliebt und für den „Massenmarkt“ kompatibel gemacht hat (zusammen mit den Serien, die ich mal wieder erwähne), sondern diese Komplexität spiegelt sich auch in den visuellen Elementen wider. Aber ich gebe zu, dass das ein bisschen sehr weit hergeholt ist. Und: Interessanter Punkt über den neuen Ghostbusters-Film – aus der Perspektive habe ich das noch gar nicht betrachtet.

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      • Ich mag Inception. Aber kompliziert und komplex sind nicht unbedingt dasselbe. Aber du hast Recht. Auf inhaltlicher Ebene könnte Inception auf jeden Fall ein Klassiker werden.

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  7. Toller Beitrag, und interessante Ansätze. Ich denke, „Klassiker“ als Begriff ist auch deshalb so schwierig zu fassen, weil letztlich drei Menschen vier deiner Ansätze vertreten werden. 🙂

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  10. Also zunächst einmal: Großartiger Artikel.
    Hab vor eine eigene Filmliste zu erstellen, in der ich auch Filme als „Klassiker“ betiteln möchte. Deine Auffassung von einem Filmklassiker hat dabei sehr geholfen. Birdman ist ein genialer Film und für mich deutlich ein persönlicher Klassiker. Aber ich finde, dass bei einem Film mehr als nur ein kleiner Zeitraum vergehen muss um ihn wirklich als Klassiker zu bezeichnen. Zeitlose Themen oder Geschichten spielen hier eine große Rolle, aber auch die Fanbase und Beliebtheit des Streifens. So kommt es, meiner Meinung nach, dass man unter den neueren Filmen keine Klassiker zunächst ausfindbar machen kann. „Time will tell.“

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