Filmkritik: Regression

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Hallo Filmfreunde,

ihr erinnert euch doch sicher an „The Others“ mit Nicole Kidman, oder? 14 Jahre ist es nun schon her, seit Regisseur Alejandro Amenabar den düsteren Mystery-Thriller in die Kinos brachte und damit einen großen Erfolg verbuchte. Leider kam danach aber nicht mehr viel nach. Bis jetzt zumindest. Denn mit „Regression“ startet der chilenisch-spanische Regisseur nun sein Comeback. Ob er damit an seinen früheren Erfolg anknüpfen kann, erfahrt ihr hier:

Regression

Mystery/Thriller

Mit: Ethan Hawke, Emma Watson

Kurzinhalt und Trailer:

In den 90er-Jahren versetzen Berichte über sich ausbreitende satanische Sekten die amerikanische Bevölkerung in Panik und Entsetzen. Bruce Kenner (Ethan Hawke) ist Polizist in einer Kleinstadt. Als die 17-jährige Angela (Emma Watson) berichtet, sie sei im Rahmen einer satanischen Zeremonie von ihrem Vater und einigen anderen Sektenmitgliedern misshandelt und vergewaltigt worden, gerät Kenner in einen Fall, der ihn an die Grenze seiner psychischen Belastbarkeit bringt.

Meine Gedanken zum Film:

Auf den Hinweis „beruht auf wahren Begebenheiten“ oder „nach einer wahren Geschichten“ darf man heutzutage wohl nicht mehr viel geben. So versichern uns die Infotafeln zu Beginn des Films, dass die folgende Handlung (wie so viele andere auch) auf Tatsachen beruht. So weit ich das beurteilen kann, bezieht sich diese Aussage jedoch nur auf zwei Aspekte. Zum einen gab es in den 80/90er Jahren vor allem in den USA vermehrt Berichte über satanische Sekten, die im Rahmen ihrer Rituale und Zeremonien furchtbare Gräueltaten vollbracht haben sollen. Damit einher ging eine durch die Medien entfachte und angeheizte Panik in der Bevölkerung. Zum anderen war die umstrittene Regressionstherapie in wesentlicher Teil der psychologischen Praxis. Dabei wurde versucht, verdrängte Erinnerungen von Patienten mit Hilfe von Hypnose wieder an die Oberfläche zu holen. Auf Grundlage dieser beiden Fakten baut Amenabar seinen Film auf.

Und das gelingt zum Großteil wirklich gut. Ohne große Umschweife ist man mit Protagonist Bruce Kenner mitten in den Fall verwickelt, erfährt nach und nach schockierende Einzelheiten des Missbrauchs an der 17-jährigen Angela und verhört im Rahmen der Ermittlungen Verdächtige und Familienmitglieder des Opfers. Einige der betroffenen Figuren, wie zum Beispiel der Hauptverdächtige Vater des Opfers (David Denciks), erscheinen dabei geistig verwirrt und können sich an den Tathergang nicht oder nur bruchstückhaft erinnern.

Der geistig labile Vater verhält sich mysteriös und verdächtig

Der geistig labile Vater verhält sich mysteriös und verdächtig

Die durch die besagte Regression hervorgerufenen Erinnerungen werden als verschwommene Rückblenden in die Handlung eingebaut. Diese traumartigen Sequenzen und die eher in tristen Grautönen gehaltene Aufmachung des Films erzeugen eine drückende und düstere Atmosphäre, in der vor allem der gewohnt gut aufspielender Ethan Hawke in seiner Rolle zunehmend die Orientierung verliert und nicht mehr zwischen Realität und Phantasie unterscheiden kann. Lange Zeit rätselt man als Zuschauer mit, ob es sich noch um einen gewöhnlichen Fall handelt, oder ob vielleicht nicht doch dämonische Kräfte am Werk sind.

Ethan Hawke wächst der Fall über den Kopf.

Ethan Hawke wächst der Fall über den Kopf.

Leider wird dann ab etwa der Hälfte des Films zu schnell zu offensichtlich, wohin sich das Ganze entwickelt und was der Film dem Zuschauer aufdrücken will. Das geschickte Wechselspiel zwischen dem komplexen und leicht zu manipulierenden menschlichen Bewusstsein und eventueller übernatürlichen Phänomene wird gerade in der zweiten Hälfte leider nicht konsequent durchgeführt. Auch bei der Auflösung eröffnen sich Ungereimtheiten, die das Vergnügen deutlich trüben. Neben dem bereits gelobten Ethan Hawke liefert übrigens auch Emma Watson eine solide Leistung ab, wobei man ihr mittlerweile die minderjährige Unschuld vom Lande nicht mehr uneingeschränkt abnimmt. Und um mit einem Gerücht aufzuräumen, von dem ich im Vorfeld gehört habe: Es gibt auch in diesem Film keine Nacktszene mit Emma Watson. Ihr alten Lüstlinge!

Emma Watson spielt das traumatisierte Opfer Angela

Emma Watson spielt das traumatisierte Opfer Angela

Mein Fazit:

Regression“ ist unter dem Strich ein atmosphärisch guter Thriller, der lange Zeit gekonnt zwischen Krimi und Mystery hin und her pendelt. Allerdings schöpft Amenabar das Potential der menschlichen Psyche für die Handlung nicht vollends aus. Damit bleibt der Film ein solides Genre-Werk, aber auch hinter der Qualität von „The Others“ zurück. Auch wenn sich beide Filme nur schwer eins zu eins vergleichen lassen.

Meine Wertung: Note 3 (In Sternen 6/10)

Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr? Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar und Like.

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8 Antworten zu “Filmkritik: Regression

  1. Interessant, danke für Deine Einschätzung. Ich war vom Trailer ja auch nicht restlos überzeugt. Scheint also kein außergewöhnliches Werk zu sein – schade eigentlich…

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  2. Erinnert wohl tatsächlich ein wenig an „The Others“. Gut zu wissen dass es kein Reinfall ist, aber dann schaue ich wohl doch lieber noch einmal o.g. Film, anstelle dieses Teils. Wenn man zu schnell die Richtung erahnt, dann hat es sich sowieso schon erledigt, speziell bei diesen Themen. Schade.

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  3. Kann ich so unterschreiben! Würde dem Film auch 6/10 geben.

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  4. Fand den Trailer an sich ganz gut, aber ich denke True Story ist dennoch viel, viel besser… Wieder Kinogeld gespahrt. Dankeschön 🙂

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  5. Was ist daran falsch, ein Lüstling zu sein? 😮

    Ansonsten, das wäre wohl eher ein Film für einen DVD- oder Fernsehabend. Mal schauen, klingt auf jeden Fall interessant.

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  6. gebe dem film nur 3/10 da ist der Roman „Vater Unser in der Hölle“ von Ulla Fröhling doch ausführlicher und zu empfehlen

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