Blogprojekt: 31 Tage – 31 Filme (23)

Welcher Film hat das beste Ende?

Hallo Filmfreunde,

diese Frage erinnert mich an einen Artikel eines geschätzten Kollegen mit dem TitelWas ich hasse: Alternative Enden“. Darin beschreibt der liebe Kerzengeist nicht nur seine Abneigung gegen das im Titel genannte Phänomen, sondern wirft auch die Frage auf, ob es so etwas wie „schlechte Enden“ überhaupt gibt. Ich denke, wir haben alle schon mehrfach Filme gesehen, von deren Ausgang wir enttäuscht waren. Aber war in diesen Fällen wirklich das Ende schlecht? Oder waren Handlung und Figuren zuvor schlecht geschrieben, sodass nicht das Ende an sich schlecht ist, sondern lediglich in dieser Konstellation keinen Sinn ergibt oder nicht ins Gesamtbild passt. Der Kerzengeist vergleicht das mit folgender Alltagssituation:

Wenn man einem Kind verspricht, dass es ein Eis bekommt, wenn es 10 Minuten lang still ist, und man gibt ihm dann eine Cola, ist das Kind unzufrieden – weil es nicht das bekommen hat, was es erwartet hat. Stattdessen hätte man ihm sagen sollen: ,,Wenn du 10 Minuten lang still bist, dann bekommst du ETWAS.” Gibt man ihm dann eine Cola, ist alles gut.

Denkt man diesen Ansatz weiter, lässt er sich genauso gut auf ein von uns für gut befundenes Ende übertragen: War das Ende wirklich per se gut? Oder war der Film zuvor so logisch und rund, dass es keine plausible Alternative gab und wir letztendlich nur das bekommen haben, was man uns versprochen hat?

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn man kann das Ende eines Films auch gut oder schlecht finden, weil man sich im Film vollkommen mit einer der Hauptfiguren identifiziert hat und mit dieser mitleidet. Nach dem Motto: „Ich finde das Ende doof. XY hätte überleben müssen.“ Oder: „Das Ende war wirklich schön. Gott sei Dank hat er seinen Fehler eingesehen und ist doch zu ihr zurückgekommen.“

Als Antwort auf die heutige Frage nehme ich nun einen Film, der mein ganzes bisheriges Blabla ad absurdum führt und für mich das am wenigsten vorhersehbare Ende hat.

Remember Me

Liebesdrama; 2010

Mit Robert Pattinson und Emilie De Ravin

Ich bin ganz ehrlich. An die Handlung des Films erinnere ich mich nur sehr dunkel. Es geht um zwei junge Menschen (Robert Pattinson und Emilie de Ravin), die beide gezeichnet von privaten Schicksalsschlägen eine Beziehung beginnen. Nach einem dramatischen (aber selten kitschigen) hin und her, in dem die Väter der beiden Verliebten ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, wendet sich natürlich alles zum Guten. Und dann kommt das Ende… Tja, und dazu möchte ich eigentlich nichts mehr sagen, da ich sonst vielleicht zu viel verraten könnte. Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Ende um eine große Überraschung, die den Film schlussendlich sogar auf eine ganz andere Ebene hebt und den Zuschauer nachdenklich zurücklässt.

Habt ihr „Remember Me“ gesehen? Was sagt ihr zu meiner Wahl?

Interessanter Beitrag? Dann folgen, liken und kommentieren nicht vergessen! 🙂

Eine Übersicht zu allen Artikeln des Projekts findet ihr hier –>

Euer Ma-Go

 

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12 Antworten zu “Blogprojekt: 31 Tage – 31 Filme (23)

  1. Zunächst einmal vielen Dank für die Erwähnung! Ist tatsächlich ein sehr spezielles Thema, das Ende eines Filmes. Und hier hast Du wirklich absolut den Nagel auf den Kopf getroffen, was das Thema „Eindrucksvolle Enden“ angeht. Aber… 😉

    Ich habe den Film auch gesehen und als er wirklich komplett zuende war, war ich vom Ende auch geflasht – wie Du so schön beschreibst, hebt er den Film tatsächlich auf eine etwas andere Ebene. Trotzdem bin ich hin- und hergerissen, denn wie Du selbst schon sagst, ist Dir das vorher Passierte praktisch gar nicht in Erinnerung geblieben. Und so bleibt der Film, wie man im Englischen so schön sagt, ein „One Trick Pony“, also ein Ding, was eigentlich nur eine Sache gut kann oder eine Sache, was es auszeichnet. So ist es auch bei Remember Me, finde ich.

    Wenn man nämlich böse ist und andersrum denkt, dann kann man sich als fauler Filmproduzent auch einfach sagen „Joar, wir machen jetzt irgendeine x-beliebige Geschichte und verbinden das mit [Spoiler], und fertig ist unser beeindruckendes Ende!“

    Ich finde den Film per se nicht schlecht, nur etwas…vorhersehbar, bis eben auf das Ende. Von daher kann ich Deine Wahl durchaus nachvollziehen – er wäre für mich wahrscheinlich auch in die nähere Auswahl gekommen – aber das Ende erinnert mich so ein bisschen an den letzten Strohhalm, an den sich die Filmemacher geklammert haben, um den Film besonders zu machen…

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    • MIt dem „1 Trick Pony“ hast du teilweise recht. Gerade in Krimis oder Thrillern folgt ein Twist dem nächsten, nur damit es am Ende dann noch den ganz großen Brüller gibt, den dann am besten gar keiner hat kommen sehen. Häufig sind diese final twists dann aber so abgedreht und unrealistisch, dass das Ganze ins Negative abdriftet. Bei „Remember Me“ war ich auch hin und her gerissen. Ich bin nun aber der Meinung, dass es hierbei nicht NUR um den reinen Paukenschlag am Ende geht. In diesem Film verleiht das Ende einem durchschnittlichen (und wenig spektakulären) Film in eine ungeahnte philosophische Tiefe. Das Hauptmotiv wechselt von Liebe und Familienbanden, zu ungenutzen Chancen und der Unvorhersehbarkeit unserer Lebenswege. Von daher fand ich das Ende nicht nur überraschend, sondern im Hinblick auf die Qualität des Films auf jeden Fall gewinnbringend. 🙂

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    • Ich weiß nicht so ganz ob das jetzt passt, aber witziger weise gibt es ebenfalls einen Film namens „One Trick Pony“, sehr guter Film übrigens den ich nur weiter empfehlen kann 😀

      Ich habe leider nie Remeber me gesehen, aber welches Ende ich ebenfalls wirklich gut fand war Coconut Hero oder das Leben bei meiner Schwester so weit ich mich erinnern kann…

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      • Ein Filmtipp passt immer. 😉 Coconut Hero habe ich mir auch gemerkt. Ich vermute einfach mal, dass der besser ist als „About a girl“, der ein ähnliches Thema behandelt.

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      • Ich habe „About a girl“ ehrlich gesagt nie gesehen, weil ich bis eben gedacht habe, dass es die Verfilmung von „Eine wie Alaska ist“ … Ich sehe, irren ist menschlich. Dennoch, ich gehe einfach mal mit Coconut Hero, alleine wegen des Namens 🙂

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  2. Ich hab das Ende schon vergessen…

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  3. Den Film kenne ich zwar nicht, deine Überlegungen zum Thema „Ende“ finde ich aber gut!

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  4. Ich habe gerade erstaunt festgestellt, wie schlechte die Kritiken zu Remember Me sind. Ich mochte den Film damals sehr, auch wegen Frau DeRavin. Das Ende hat mich auch beim zweiten Mal ansehen extrem berührt.

    Ansonsten, mein Lieblingsende. ^^

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    • Was die schlechten Kritiken betrifft, gilt das aber nicht unbedingt für den gemeinen Zuschauer. Laut imdb liegt der Film in der Userwertung bei guten 7.0. Das ist schon eine deutliche Diskrepanz wenn msn sich die vielen eher schlechten Kritiken von „Profis“ anschaut

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  5. Pingback: Blogprojekt: 31 Tage – 31 Filme (31) | Ma-Go Filmtipps

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