Filmkritik: The Visit

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Hallo Filmfreunde,

bereits vor einigen Tagen habe ich M. Night Shyamalans neuen Film „The Visit“ gesehen und war mir beim Verlassen des Kinos nicht ganz sicher, ob es sich dabei um einen überraschend guten, oder doch um einen total miesen Streifen handelt. Auf jeden Fall ist der Film nicht das, was ich dem Trailer nach erwartet hätte. Zu welchem Fazit ich nun mit etwas Abstand gelangt bin, erfahrt ihr hier:

The Visit

Horror/Thriller; 2015

Mit: Olivia De Jong, Ed Oxenbould, Deanna Dunagan, Peter McRobbie

Kurzinhalt und Trailer:

Die beiden Geschwister Rebecca (Olivia De Jong) und Tyler (Ed Oxenbould) verbringen eine Woche bei ihren Großeltern, die sie bisher noch nicht kennen. Bereits nach kurzer Zeit müssen die Kinder jedoch feststellen, dass mit Oma und Opa etwas nicht stimmt und das vor allem bei Nacht merkwürdige Dinge im Haus der älteren Herrschaften passieren.

Meine Gedanken zum Film:

The Visit“ ist im Found-Footage-Stil gedreht und erzählt die Geschichte aus Sicht der beiden Kinder Becca und Tyler, die mit ihren Handkameras eine Dokumentation über den Besuch bei ihren Großeltern drehen wollen. Found-Footage-Filme haben im Horror-Genre zur Zeit Hochkonjunktur. Gefühlt jeder zweite Horrorfilm drückt seinen Hauptfiguren eine Kamera in die Hand und lässt sie wackelnde Aufnahmen von dunklen Gängen machen. Wenn es sich dann wie hier bei einer der beiden Hauptfiguren um einen rappenden, zwölfjährigen Möchtegern-Youtube-Gangster-Rapper handelt, stellt sich beim Zuschauer nach den ersten 20-30 Minuten das Gefühl ein, dass die kommende Stunde sehr langsam vorüber gehen könnte.

Alle mal lachen. Wir drehen eine Doku!

Alle mal ganz natürlich verhalten. Wir drehen eine Doku!

Aber weit gefehlt! Nach der Ankunft der Geschwister in der großelterlichen Herberge wird der Film dann wirklich gut und unterhaltsam. Das liegt vor allem an einer großartig aufspielenden Deanna Dunagan, die sichtlich Spaß an der Rolle der Gruseloma hat. Der Trailer zeigt ja bereits einige der gruseligen Szenen des Films, die wirklich gut funktionieren und eine tolle Horroratmosphäre erzeugen.

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Großmutter, warum hast du denn so wirre Augen?

Was der Trailer nicht zeigt, sind die vielen witzigen Szenen und Momente, die der Film ebenfalls parat hält. Oftmals verursachen Horrorfilme auf Grund von inhaltlichen oder handwerklichen Mängel unfreiwillig Lacher bei den Zuschauern. In „The Visit“ wirken die amüsanten und zum Teil skurrilen Einschübe jedoch gezielt eingebaut. So rechnet man in einer Szene, in der Großeltern und Enkel sich zu einem Spieleabend zusammensetzen, dass jeden Moment etwas Schlimmes passieren könnte. Mitten in die bedrohliche Atmosphäre am Tisch passiert dem inkontinenten Opa dann ein kleines Missgeschick. Shyamalan lässt es sich auch nicht nehmen, einige satirische Seitenhiebe auf die Qualität der aktuellen Horrorfilme und TV-Produktionen abzufeuern.

Opa reinigt sein Gewehr und schaut dabei ganz genau in die Mündung.

Opa reinigt sein Gewehr und schaut dabei ganz genau in die Mündung.

Die große Stärke des Films ist in meinen Augen der gelungene Mix aus Horror und komödiantischen Elementen. Allerdings ist es auch durchaus verständlich, wenn einige Kinobesucher letztere als störend und unangemessen empfinden. Zudem drängt sich auch in „The Visit“ wieder die Frage auf, warum in Found-Footage Filmen die Protagonisten selbst in Momenten der Angst, Panik und Gefahr stets ihre Kamera mitschleppen und weiter filmen.

Das zunehmend merkwürdige Verhalten der Großeltern wird im Laufe des Films immer wieder auf Alterserscheinungen seitens der Großeltern und eine sich ausbreitende Form von Demenz zurückgeführt. Allerdings kann man sich als Zuschauer nie sicher sein, ob dies tatsächlich die Wahrheit ist, oder ob nicht doch höhere, böse Mächte am Werk sind. Zumindest bis zur großen Auflösung, die in einem fast schon absurden Finale mündet.

Fazit:

The Visit“ ist auf jeden Fall einen Blick wert. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass im Film, neben den im Trailer aufgezeigten Horrorelementen, auch eine nicht unwesentliche humoristische Komponente mitschwingt. Alles in allem ein gelungener Mix, der nach den letzten Flops Shyamalans angekratzten Ruf als Regisseur zwar nicht vollkommen wiederherstellt, aber sicherlich zu überzeugen weiß.

Meine Wertnung: Note 2-3 (In Sternen: 7/10)

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Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr?

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Vielen Dank!

Bildquelle: Universal Pictures
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7 Antworten zu “Filmkritik: The Visit

  1. Hm, Horror ist nicht so mein Fall, aber der Film könnte mich mal wieder reizen. Ich fand The Village ganz gut, und wenn ich das Hauptelement von Sixth Sense nicht schon gekannt hätte, hätte ich mir den Film vielleicht auch mal angeschaut. *seufz*

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    • „The Village“ war so ein klassischer Fall, bei dem ich auf den Trailer reingefallen bin. Ich hatte ein „Creature-Feature“ erwartet und bekam das… Dementsprechend groß war die Enttäuschung. Im Nachhinein finde ich den Film gar nicht so übel.

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      • Ah, siehste, da ging es mir insofern besser, als ich nur den TV-Trailer als Ankündigung der Ausstrahlung kannte. Gut, ich ging zwar auch von Viechern aus, aber ich fand den Film trotzdem ganz gut. Und gar nicht mal so abwegig, wenn ich an diverse Gruppen in den USA denke…

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  2. Ja, ich überlege auch tatsächlich, ob ich mir diesen Shyamalan mal wieder im Kino angucken sollte. Die Idee klingt ganz witzig, die ersten Bilder sahen ja auch ganz gut aus… und die Tatsache, dass da wohl auch viel Humor drin zu stecken scheint, macht mich neugierig. Denn so mit Humor gab’s ja bei Shyamalan auch nicht so viel (es sei denn, wir zählen die ungewollte Komik der letzten Filme mit dazu)

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  3. ich fand das das lediglich eine weitere bestätigung dafür war,das das horror genre nicht mehr ernst zu nehmen ist. eigentlich eine nette story idee. für mich gibt es zwei arten von horrorfilmen,einerseits der typisch ´´herzbleibtstehen oh mein gott hatte ich grade schiss´´ und der ´´ok,das ist abartig krank wie genial´´ (herzbleibt stehen = jumpscares = the conjuring) (abartig krank= idee/umsetzung = saw) the visit jedoch hat davon nichts. nen halbwegs netten plot twist,und die szene wo sie unter dem haus fangen gespielt haben,das wars dann aber auch.
    erzeugte bei mir 0 atmo,0 nix,für mich ein reiner flop

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