Filmkritik: Everest

everest_plakat

Hallo Filmfreunde,

ich weiß ja nicht wie es euch geht. Aber ich freue mich wirklich, dass hier auf meiner Seite endlich mal wieder eine Filmkritik erscheint. Und dann ausgerechnet zu einem Film, den ich zwar vom Trailer her sehr interessant fand, der mich auf Grund des Inhalts jedoch gleichzeitig auch etwas abgeschreckt hat. Immerhin habe ich so viel mit Bergsteigen zu tun wie Reinhold Messner mit dem neuen Nivea Men Sensitive After Shave Balsam. Und nein, ich bekomme für diesen Vergleich kein Geld oder sonstige Vergütungen. Warum eigentlich nicht? Ob mich „Everest“ (3D) trotzdem begeistern konnte erfahrt ihr hier in meiner Kritik.

Everest

Drama/Biopic; 2015

Mit Jason Clarke, Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, John Hawkes

Kurzinhalt und Trailer:

Der erfahrene Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke) bietet für gut zahlende Kunden kommerzielle, geführte Expeditionen auf den Gipfel des Mount Everest an. Während einer Tour gerät seine Gruppe jedoch unverhofft in einen heftigen Schneesturm, der die Abenteurer in eine tödliche Lage bringt.

Meine Gedanken zum Film:

Die Handlung des Films basiert im Wesentlichen auf dem Bestseller „In eisigen Höhen“ des amerikanischen Journalisten Jon Krakauer (im Film gespielt von Michael Kelly), der als einer der Überlebenden der Ereignisse im Mai 1996 seine Sicht auf die Katastrophe veröffentlichte. Ich denke es ist kein Spoiler, wenn ich sage, dass einige der Figuren des Films den Weg vom Berg runter nicht überleben. Bei der im Film verarbeiteten Expedition verloren insgesamt 8 Menschen ihr Leben, was als die bisher größte Katastrophe rund um den Everest gilt.

Obwohl der Film sich mehr als ausreichend Zeit nimmt die zentralen Figuren des Films einzuführen und dem Zuschauer näher zu bringen, fällt es dem Zuschauer später zuweilen schwer mit den Figuren in ihrer Not mitzuleiden, da diese sich der Gefahr vollkommen bewusst aussetzen und sich ziemlich naiv und blauäugig ins Abenteuer stürzten. Gleichzeitig gelingt es dank der fantastischen Landschaftsaufnahmen jedoch, auf beeindruckende Art und Weise die Faszination und Anziehungskraft des 8.848 Meter hohen Berges auf das Publikum zu übertragen. In einigen Szenen entsteht ein toller Kontrast zwischen den kleinen Menschen, die sich wie Würmer an ihre Seile klammern und versuchen die steilen Felshände hinauf zu klettern, und der immensen Kraft und Gewalt der Natur, die in Form des Mount Everest majestätisch auf die Eindringlinge herabblickt. Der 3D-Zusatz ist allerdings auch hier wieder total unnötig.

Tolle Kulisse. Die Bergsteiger auf dem Weg zum Dach der Welt.

Tolle Kulisse. Die Bergsteiger auf dem Weg zum Dach der Welt.

Immer wenn Hollywood sich einer wahren Geschichte annimmt, muss man natürlich aufpassen, in wie weit das Geschehen auf der Leinwand den tatsächlichen Fakten entspricht. Ich hatte vor der Sichtung des Films noch nichts über die behandelte Katastrophe oder die darin involvierten Personen gehört oder gewusst und hatte daher im Kino manchmal das Gefühl, dass hier und da etwas zu dick mit dem Dramatikpinsel aufgetragen wurde. Nach einer etwas ausführlicheren Recherche (ich arbeite mich gerade durch Krakauers genannten Bericht) habe ich jedoch den Eindruck, dass „Everest“ sich im Wesentlichen ziemlich genau an die dokumentierten Ereignisse und Beschreibungen der handelnden Personen hält. Manchmal vielleicht sogar etwas zu sehr, da manche Figuren im Film zwar so eingeführt werden, dass sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich ziehen, am Ende jedoch ohne jede Bedeutung für die Handlung bleiben. Vor allem die ebenfalls bekannten Bergsteiger Scott Fischer und Guy Cotter sind mit Jake Gyllenhaal und Sam Worthington populär besetzt und wirken alleine deshalb schon wichtig für die Ursache und Ausgang der Ereignisse während der verheerenden Expedition. Allerdings fragt man sich am Ende des Films schon, warum ausgerechnet diese beiden Personen so hervorgehoben wurden.

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Kiera Knightley spielt die schwangere Frau, die zu Hause sitzt und sich Sorgen macht…

Fazit:

Nichtsdestotrotz ist „Everest“ ein wirklich spannendes Drama mit guten Schauspielern und spektakulären, packenden Bildern. Auch wenn ich nach wie vor keine große Lust auf’s Bergsteigen verspüre, hat mich die Geschichte des Film, trotz einiger Längen und Mängel doch so sehr gepackt, dass ich unbedingt mehr über die Protagonisten erfahren wollte. Von daher ist der Film für mich auf jeden Fall einen Blick wert!

Meine Wertung: Note 2/3 (In Sternen 7/10)

Kleine Zusatzinfo:

Im April 2014 kam es in der Nähe des Everest Basislagers zu einer riesigen Lawine, die 16 einheimische Sherpas, die gerade die Aufstiegsrouten für die anstehende Klettersaison präparierten, in den Tod riss. Obwohl hier doppelt so viele Menschen starben wie bei den im Film dargestellten Ereignissen von 1996, war diese Katastrophe scheinbar weder einen Film noch eine weitere Erwähnung wert…

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Habt ihr den Film gesehen oder habt es vor? Wie fandet ihr ihn oder was erwartet ihr?

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Vielen Dank!

Bildquelle: Universal
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12 Antworten zu “Filmkritik: Everest

  1. Der Film reizt mich, nicht nur aufgrund der hochkarätigen Besetzung, sondern, weil ich nach Lektüre von „Gipfel der Götter“ ziemlich vom Everest geflasht bin. Ich glaub, das könnte wirklich etwas für mich sein. 🙂

    Dass da natürlich wieder einmal Verlogenheit angesichts des Todes auftritt, das ist leider nur zu westlich.

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  2. Ich muss sagen, dass der Film mich trotz allem doch sehr wenig reizt.
    Zu deinem abschließenden Satz: Ist das nicht immer so? Es wird sich eine Katastrophe rausgepickt, verfilmt und alle anderen bleiben unerwähnt. Andererseits würde man jede Katastrophe verfilmen, wäre in den Kinos kaum Platz für andere Filme. Traurig, aber leider wahr.

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  3. Ya Man, endlich wieder mal eine Filmkritik! 🙂 Hatte Everest eigentlich nicht auf dem Zettel. Cast und Kritik hört sich aber gut an. 3D schreckt mich hingegen wieder ab.. Sollte man den Film im Kino gesehen haben oder reicht eine spätere Sichtung auf Blue-ray aus?

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    • Huch da freut sich aber jemand 😀 Was deine Frage angeht, bin ich noch etwas unentschlossen. Da der Film aber Ende von seinen visuellen Stärken lebt und diese wohl auf der großen Leinwand besser zur Geltung kommen, tendiere ich dann letztendlich doch eher zur Kinoempfehlung. Vorausgesetzt der Trailer (und mein Blabla) haben dich angesprochen 😉

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  4. Pingback: Unfassbar vage Kino-Previews: KW 38 | haltstop

  5. „Der 3D-Zusatz ist allerdings auch hier wieder total unnötig.“ Schade… ich hatte ja gerade bei dem Film gehofft, dass das 3D hier nochmal was bringen würde. Würde sich ja eigentlich anbieten…

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    • Es ist auch zugegebener Maßen immer etwas gewagt zu sagen „mit 3D war es gut, ohne wäre es aber genauso gut gewesen“. Ich glaube aber, dass die Landschaft auch ohne 3D für sich gesprochen hätte. Außerdem wirkt der Kontrast „Großer Berg – Kleiner Mensch“ ebenfalls ziemlich gut. 😉 Es ist jetzt aber nicht so, dass man das Geühl hätte eine Lawine würde auf einen zurollen oder man würde gleich in die Tiefe stürzen.

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  6. everest ist ein richtih beschissener film..gerade gesehen,,,amischrott. das mädchen heisst dann am ende sarah, ahja.

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    • Über den Namen des Mädchens musste ich auch kurz den Kopf schütteln. Allerdings beruht der Film nun mal auf Tatsachen und meiner Recherche nach, haben sich 90% der Ereignisse des Films wirklich so zugetragen. Von daher hat das dieses Mal nichts mit „Amischeiß“ zu tun.

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  7. War selbst schon dreimal am Fuss des Everest.Sogesehen habe ich die fantastischen Landschaftsaufnahmen genossen.Sehr gut fand ich die Darstellung des Kommerzrummels, um die Besteigung selbst völlig unerfahrenen Touristen als machbar zu verkaufen.Ansonsten vielleicht etwas zuviele Windgeräusche,aber von der Sache her ist der Film eher eine Kritik daran,dass ein derart herrlicher Berg for soviele Leute ein Lebensziel ist und die zu ahnungslos oder zu dämlich sind um zu erfassen,dass sie ohne Not ihr Leben riskieren.Aus meiner Sicht kein Amikitsch,sondern ein durchaus sehenswerter Film.

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  8. Pingback: Liebster Award (3) | Ma-Go Filmtipps

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