Filmkritik: It Follows

Hallo Filmfreunde,

ItFollows72dpiCMYK_webdseit einigen Tagen läuft mit „It Follows“ der laut Filmplakat beste Horrorfilm des Jahres in den deutschen Kinos. Und tatsächlich, viele Kritiker überschlagen sich vor Begeisterung und greifen ins oberste Regal der Superlative. Ob der Film mich auch so aus den Socken gehauen hat, erfahrt ihr hier.

It Follows

Horror; 2014

Mit Maika Monroe, Keir Gilchrist, Olivia Luccardi

Kurzinhalt und Trailer:

Nachdem die 19-jährige Jay (Maika Monroe) Sex mit ihrem Freund hatte, muss sie feststellen, dass sie von einem mysteriösen Wesen verfolgt wird. Gemeinsam mit ihren Freunden versucht Jay ihren Verfolger loszuwerden und zu entkommen.

Meine Gedanken zum Film:

It follows“ ist einer dieser Horrorfilme, der mehr auf Atmosphäre und Setting als auf plumpe Schockmomente setzt. Dabei wirkt der Film wie ein visuell überarbeiteter Horror-Klassiker aus den 1980er Jahren . Sowohl der Look des verträumten Vororts, als auch der sehr basslastige Synthesizer-Sound, der bereits im Trailer auffällt, erinnern an Filme wie beispielsweise Halloween. Diesen Sound, der von vielen Kritikern als ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Films gelobt wird, fand ich jedoch auf Dauer ziemlich störend und nervtötend.

Trotzdem schafft „It Follows“ das, woran viele andere Werke im Horrorgenre scheitern. Das Verursachen von Horror in Form von Angst und Unbehagen, statt wie so häufig in Form von plötzlichem Erschrecken und Ekel. Natürlich greift auch „It follows“ hier und da auf die oftmals verteufelten Jump-Scares zurück, die meiner Meinung nach zu Horrorfilmen gehören wie der Kuss in die Romanze, der Schusswechsel in den Western oder der Gag in die Komödie. Den eigentlichen Horror verströmt jedoch der mysteriöse Verfolger, der meist ganz langsam im Hintergrund auftaucht und dann unbemerkt von den Protagonisten auf sein Ziel zu schlendert. Der Zuschauer kann sich richtig gut vorstellen, wie unheimlich es ist, von einer fremden Person verfolgt und angestarrt zu werden. Deswegen entwickelt man auch eine regelrechte Paranoia und erwischt sich dabei, ständig den Bildhintergrund nach auffälligen Personen abzusuchen, die geradewegs auf die Kamera und die Protagonisten zulaufen.

So war das nicht geplant. Jays sexuelles Abenteuer bringt sie in eine misslige Lage.

So war das nicht geplant. Jays sexuelles Abenteuer bringt sie in eine unangenehme Lage.

Bei dem bereits genannten Verfolger, im Film schlichtweg als „Es“ bezeichnet, handelt es sich um einen Dämon oder Geist, der es auf einen bestimmten Menschen abgesehen hat, diesem folgt und ihn umbringen will. Als Verfolgter kann man das Monster nur loswerden, indem man mit einer anderen Person schläft und den Fluch somit wie eine Geschlechtskrankheit weitergibt. Wenn das Monster sein neues Ziel erwischt hat, ist man selbst wieder an der Reihe usw. Auf der Jagd nach seinem Opfer kann der Dämon die Gestalt eines jeden Menschen annehmen. Also sowohl die eines engen Vertrauten, als auch einer wildfremden Person. Allerdings kann er nicht sprechen, ist sehr langsam, aber nicht dumm.

Jeff erklärt, was es mit dem Fluch auf sich hat und wie man ihm entkommt.

Jeff erklärt, was es mit dem Fluch auf sich hat und wie man ihm entkommt.

 

Zumindest erklärt das Jeff (Jake Weary) der armen Jay (Maika Monroe) im Film so, nachdem er ihr den lästigen Dämon angehängt hat. Woher er diese Informationen hat und ob diese Theorie tatsächlich so zu einhundert Prozent stimmt, wird nicht abschließend geklärt. Überhaupt verzichtet der Film darauf, viel über die Hintergründe der Figuren und vor allem des Monsters zu verraten. Das ist zum Einen sehr positiv zu sehen, da hier nicht versucht wird mit Hilfe einer peinlichen Aufklärung, jedes Detail zu erklären. Oftmals taucht nämlich im gemeinen Horrorfilm ein kauziger Universitätsprofessor auf, der irgendwo auf der Welt Fluchologie unterrichtet und rein zufällig das passende Buch zum jeweiligen Dämon, Geist oder übernatürlichen Phänomen zu Hause im Regal stehen hat.

Auf der anderen Seite wirkt die Story in „It Follows“ auf diese Weise zum Teil ein wenig unausgegoren und ziellos und die Charaktere bleiben zum Großteil blass und irrelevant. Zudem gibt es ein paar logische Mängel, über die man hinwegsehen kann, die den Film aber begleiten.

In diversen Kritiken und Foren diskutieren Fans des Films über eine mögliche verborgene Metaphorik und Symbolik im Film und wie diese interpretiert werden könnten und sollten. Die Ideen dazu sind vielfältig und abwechslungsreich. Allerdings hat mich bisher noch keine der gelesenen Interpretationen überzeugt und auch meine eigenen Gedankenspiele dazu sind bisher im Nichts verlaufen. Irgendwie hat man nach der Sichtung das Gefühl, dass der Film etwas Tiefgründigeres sagen möchte, vielleicht aber selbst nicht so genau weiß, was das eigentlich sein soll. Auf jeden Fall regt er dazu an, sich selbst über mögliche Interpretationen Gedanken zu machen, lässt es aber auch zu, einfach einen Film zu sehen, in dem ein Dämon Jagd auf eine Gruppe Teenager macht.

Fazit:

It Follows“ funktioniert mit erstaunlich einfachen Mitteln wirklich gut und erzeugt beim Zuschauer ein konstantes Gefühl von Unbehagen und Paranoia. Letztendlich ist es genaus das, was ein Horrorfilm in erster Linie tun soll. Leider wirkt die Story jedoch zuweilen nicht ganz durchdacht und das Gesamtbild des Films etwas verschwommen. Der Film wirkt unentschlossen, ob es eine Botschaft gibt und wenn ja, welche das sein soll.

Meine Wertung: Note 3 (In Sternen 6/10)

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Vielen Dank!

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11 Antworten zu “Filmkritik: It Follows

  1. Pingback: Filmkritik: Unknown User | Ma-Go Filmtipps

  2. Habe ich schone lange auf dem Zettel. Läuft leider bei mir nirgends 😦

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  4. Pingback: +++ Gewinnspiel +++ Gewinnspiel +++ | Ma-Go Filmtipps

  5. Habe mir IT Follows gestern endlich anschauen können. 🙂 Kann deine Kritik fast 1:1 unterschreiben. Den Soundtrack fand ich allerdings durchgehend Klasse und nicht störend. Leider verschenkt der Film aber auch viel Potential. Vor allem das Ende fand ich langweilig. Würde ingesamt auch 6/10 Punkte geben. Aber definitiv einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre.

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  6. Pingback: Die besten Filme 2015 (Platz 20-11) | Ma-Go Filmtipps

  7. Auf den Film hatte ich mich so sehr gefreut, aber irgendwie konnte ich die Begeisterung von vielen nicht verstehen. Leider eher langweilig 😦

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