Filmkritik: Escobar – Paradise Lost

Hallo Filmfreunde,

ESC.PL_A4_300dpi_RGBsagt euch der Name Pablo Escobar etwas? Ich gebe zu, dass ich den Namen vor diesem Film noch nie gehört hatte. Escobar war ein kolumbianischer Drogenbaron, Politiker, Wohltäter, Terrorist und Milliardär, der vor allem in den 1980ern und 90ern wirkte. Der Film „Escobar – Paradise Lost“ porträtiert diese Figur etwas genauer. Ob sich eine Sichtung meiner Meinung nach lohnt, erfahrt ihr hier.

Escobar – Paradise Lost

Drama/Thriller, 2014

Mit: Benicio del Toro, Josh Hutcherson

Kurzinhalt und Trailer:

Der junge Surfer Nick (Josh Hutcherson) will sich an der kolumbianischen Küste den Traum einer eigenen Surfschule erfüllen. Dort verliebt er sich in Maria (Claudia Traisac), die Nichte des Drogenbarons Pablo Escobar (Benicio del Toro). Fasziniert von der Ausstrahlung Escobars, lässt sich der unbedarfte Nick in die schmutzigen Machenschaften des Kartells verstricken, bis er schließlich vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt wird.

Meine Gedanken zum Film:

Der Film basiert grundsätzlich nicht auf einer wahren Begebenheit, allerdings auf einigen realen Eckpunkten. Die Liebesgeschichte zischen Nick und Maria ist rein fiktiv, während die Figur des Pablo Escobars und dessen Handeln und Wirken auf Tatsachen beruhen. Die eigentliche Hauptfigur des Film ist Nick (Josh Hutcherson), aus dessen Sicht der Zuschauer nach und nach die Persönlichkeitsmerkmale, Eigenheiten und vor allem die kriminellen Hintergründe des „Patrons“ entdeckt.

Der Gangsterboss nimmt Nick unter seine Fittiche

Der Gangsterboss nimmt Nick unter seine Fittiche

Dabei versucht der Film möglichst viele Aspekte des Menschen Pablo Escobar darzustellen. Er wird als liebender Vater und fürsorglicher Familienmensch gezeigt, aber auch als kaltblütiger Mörder. Ein skrupelloser Geschäftsmann und Politiker, aber gleichzeitig ein Wohltäter des Volkes, eine Art moderner Robin Hood, der Schulen und Krankenhäuser für die Armen bauen lässt. Ein Psychopath und Terrorrist und dennoch eine witzige und charismatische Persönlichkeit, der man sich nur schwer entziehen kann.

Benicio del Toro als Pablo Escobar

Benicio del Toro als Pablo Escobar

Gespielt wird der Gangsterboss von Benicio del Toro, der einen wirklich herausragenden Job macht. Del Toros Darstellung erinnert ein wenig an Marlon Brandos Don Corleone. Auch wenn dieser Vergleich im oberen Filmregal vielleicht etwas zu hoch gegriffen ist, gelingt es del Toro auf beeindruckende Weise die zwiespältige Figur Escobars mit einer enormen Ausstrahlung zu versehen, die den Film in der ersten Stunde belebt und trägt.

Wie bereits erwähnt ist „Escobar – Paradise Lost“ keine Dokumentation, sondern der Versuch ein vielschichtiges Persönlichkeitsbild einer historischen Figur zu zeichnen. Zwar wird durchaus deutlich, dass der Escobar im Film ein skrupelloser Krimineller ist, der um seine Interessen durchzusetzen oder die Familie zu beschützen im Zweifelsfall auch mal Angebote unterbreitet, die seine Gegenspieler nicht ablehnen können. Dennoch wird meines Erachtens die Dimension der Grausamkeit des realen Escobars im Film nicht richtig deutlich. Nach der Sichtung des Films habe ich etwas recherchiert und bin dabei auf einige unglaublich brutale und gewissenlose Taten gestoßen. So war Escobar nicht wie im Film dargestellt nur ein durchaus durchtriebener Krimineller, sondern viel mehr ein Psychopath und Terrorist, der führende Politiker exekutieren ließ, ein Flugzeug mit Zivilisten explodieren ließ, Bomben in Wohnviertel der Großstädte platzierte und öffentlich eine hohe Belohnung für jeden getöteten Polizisten versprach.

In der zweiten Hälfte des Films gerät Escobar selbst dann in den Hintergrund und der Film entwickelt sich zu einem Thriller, in dem Nick (Josh Hutcherson) versucht sich aus dem Strudel der Gewalt und Kriminalität, in den er da geraten ist, zu befreien und sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen. Auch wenn Josh Hutcherson seinen Part ebenfalls gut spielt, verliert der Film in dieser Phase leider etwas an seiner Wirkung und Faszination, wenngleich die Brutalität der Auftragskiller des Patrons den Zuschauer einige Male schockiert und tief trifft.

Nick versucht dem Einfluss des Gangsters zu entkommen

Nick versucht dem Einfluss des Gangsters zu entkommen

Fazit:

Der Film startet als Liebesdrama und entwickelt sich zu einem gelungenem Porträt eines der gefürchtetsten Verbrecher der jüngeren Geschichte. Ein grandios aufspielender Benicio del Toro verleiht Pablo Escobar ein Gesicht und eine Ausstrahlung, die den Zuschauer in seinen Bann ziehen. Leider wird die Grausamkeit des realen Escobars nicht ganz deutlich. Auch die schwächere letzte halbe Stunde, die man eher als Thriller denn als Drama sehen muss, wird der sehr starken ersten Hälfte nicht ganz gerecht. Trotzdem ein wirklich sehenswerter Film.

Meine Wertung: Note 2-3 (In Sternen 7/10)

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Vielen Dank!

Bildquelle: Alamode Filmverleih

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3 Antworten zu “Filmkritik: Escobar – Paradise Lost

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