Filmkritik: Jurassic World

11138609_10152692170441086_4976216922208383347_nHallo Filmfreunde,

zu Beginn des Jahres hatte ich eine Liste meiner 10 Kinohighlights des Jahres erstellt, die ich zum Großteil auch tatsächlich bisher fleißig abgearbeitet habe. Nach endlos langer Wartezeit habe ich nun mit „Jurassic World“ meinen persönlichen Favoriten des Jahres bereits im Juni abgehakt. Ob meine großen Erwartungen und Hoffnungen erfüllt, übertroffen oder enttäuscht wurden erfahrt ihr hier:

Jurassic World

Action, 2015

Mit Chris Pratt, Indominus Rex, Velociraptor, Mosasaurus

Kurzinhalt und Trailer:

22 Jahre nach den Ereignissen im Jurassic Park ist nun mit dem Nachfolger Jurassic World der erste Dinosaurier Themenpark in Betrieb. Um die Besucherzahlen noch zu steigern, entwickelt die Forschungsabteilung des Parks eine neue „Attraktion“. Den monströsen Indominus Rex, der noch schneller, größer, stärker und gefährlicher ist als der berüchtigte T-Rex.

Meine Gedanken zum Film:

Fortsetzungen stehen ja immer vor der schwierigen Aufgabe, neue Aspekte und Figuren einzubauen und eine passende Geschichte zu entwickeln, die dem Ausgangsfilm gerecht werden ohne diesen einfach nur plump zu kopieren. Wenn man ganz ehrlich ist, handelt es sich bei „Jurassic World“ inhaltlich um eine überarbeitete Version von „Jurassic Park“. In beiden Fällen haben wir den Dino-Park auf der Insel Isla Nublar, in dem ein gefährliches Tier ausbricht und Jagd auf die Besucher macht. Außerdem gibt es zwei nervige Kinder, die alleine im Park unterwegs sind als das Unglück seinen Lauf nimmt und von Sam Neill/Chris Pratt und Laura Dern/Bryce Dallas Howard gerettet werden müssen. Der jüngere der beiden Nervensägen ist in beiden Filmen ein echter Dino-Nerd, der zu jedem Saurier etwas Schlaues zu sagen hat. Der ältere (im Original ein Mädchen) ist mitten in der Pubertät und hat natürlich keine große Lust mit seinem kleinen Bruder in Dinoland festzusitzen.

Die Kids staunen: Die Dinos sind ja echt...

Die Kids staunen: Die Dinos sind ja echt…

Eine weitere – allerdings sehr positiv zu erwähnende – Gemeinsamkeit ist das gemeinsame Original Jurassic Park Theme, das den Zuschauer von damals sofort in die Welt des Films hineinzieht und nostalgische Gefühle entfacht. In dieselbe Kerbe schlagen dann auch die zahlreichen Anspielungen und Querverweise auf „Jurassic Park“, die jedoch für Dino-Neulinge kein großes Verständnishindernis darstellen.

Trotz dieser offensichtlichen Gemeinsamkeiten bietet „Jurassic World“ jedoch auch ausreichend neue Ideen und Elemente, um mehr als eine modernisierte Kopie zu sein. Neue Dinos wie der im Trailer zu bestaunende Mosasaurus, sowie zahlreiche technische Spielereien und liebevoll eingebaute Attraktionen im Park sorgen dafür, dass der Film zu keiner Sekunde langweilig wird.

Insgesamt steht der Film unter dem Motto „Größer, Lauter, Cooler“ und hält damit ironischer Weise dem Zuschauer einen Spiegel vor. Die Parkbesucher im Film fühlen sich nämlich von herkömmlichen Dinosauriern nicht mehr ausreichend unterhalten und fasziniert, sodass eine neue Attraktion her muss. Eine Dinokreuzung aus mehreren verschiedenen Tieren: Der Indominus Rex.

Genauso wie die Parkbesucher neigen auch die Besucher auf der anderen Seite der Leinwand nämlich oft zu einer schnellen Übersättigung. Immerhin liest man in den aktuellen Kritiken zum Film hier und da Stimmen, die bemängeln die Dinos sähen zwar realistisch und nett aus. Der Wow-Effekt von 1993 bliebe jedoch aus. Das mag vielleicht sogar korrekt sein. Aber um Chris Pratt zu zitieren: „Das sind Dinosaurier. Das ist wow genug!“

Chris Pratt zähmt die Raptoren

Das ist Chris Pratt. Das ist für viele „wow“ genug 🙂

Obwohl ich persönlich gerne mehr von den „klassischen“ Dinos wie Triceratops, Stegosaurus oder Apotosaurus gesehen hätte, bieten die Hauptattraktionen wie Raptor, Pteranodon oder eben der neu gezüchtete Indominus Rex genug an Dino-Action, damit der gemeine Fan(osaurus) auf seine Kosten kommt. Gerade die Dino vs. Dino Kämpfe sind richtig stark und münden am Ende in einen der coolsten Showdowns überhaupt.

Natürlich gibt es bei aller Begeisterung meinerseits auch hier und da eine Logiklücke und moralische Grundfragen oder ethische Problemstellungen (Haben ausgestorbene Tiere aus dem Reagenzglas Rechte? Sollten wir wirklich Gott spielen und Tiere wiederbeleben, die die Evolution von unserem Planeten getilgt hat?) werden lediglich angedeutet. Allerdings sollte man nicht vergessen, was der Film will. Nämlich Unterhalten. Ich habe von einer Kinosichtung des Films das erwartet, das ich auch von einem Freizeitparkbesuch erwarte. Wenn ich in den Europa Park fahre, möchte ich nichts über die dargestellten Länder und deren politischen Beziehungen zueinander erfahren, sondern mich lediglich amüsieren. Genau dies war bei „Jurassic World“ der Fall, was den Fil meiner Meinung nach bereits jetzt zu einem der tollsten Kinoerlebnisse des Jahres macht.

Fazit:

Hierzu möchte ich dieses Mal meinen Kollegen zitieren, der in seiner eigenen Kritik zum Film mir aus der Seele spricht:

Ich glaube, viele Filme wollen heutzutage einfach viel zu viel sein. Inmitten von den ganzen Ideen und moralischen Einstreuungen und hier und da und hiervon noch etwas geht dann der eigentliche Kern der Idee unter. Indem sich Jurassic World einfach darauf beruft, was den ersten Film so großartig gemacht und, und indem man sich überlegt hat, was man von welchen Dingen wieviel braucht, hat die ganze Universal-Truppe hier einen tollen Sommer-Blockbuster hingekriegt, der alle Eigenschaften mitbringt, die ein solcher Film haben sollte: Spannend, lustig, ein bisschen gruselig, einfach durch und durch – unterhaltend. Dafür ist so ein Film da – Unterhaltung. Wie so oft sage ich: Man muss einfach schauen, wer sich solche Filme anguckt. Und ich kann Euch eins sagen, liebe Freunde: Weder die zehnjährigen miteifernden Kids neben mir, noch der Blogger, der diese Zeilen schreibt, haben es bereut, den Film gesehen zu haben. Und anhand des applaudierenden Publikums nach dem Film denke ich mal, dass es vielen so ging wie mir.“

Ich denke damit hat der Bursche alles gesagt…

Meine Wertung: Note 2 (In Sternen 8/10)

Zum Abschluss ein Ausblick auf kommende Sequels:

Auch wenn ich den Film nun wirklich toll fand, mache ich mir ein bisschen Sorgen um die Handlung der angekündigten Fortsetzungen. Die Idee eines im Labor designten Pseudodinosauriers funktioniert hier noch ganz gut, obwohl ich den Indominus Rex auch gerne als „Alleskönnosaurus“ bezeichne, da er je nach Bedarf einfach zu allem in der Lage ist. Wenn die Macher der neuen Filme ihrer Idee treu bleiben und immer größere und coolere Dinos erfinden wollen, könnte das in Zukunft auch schnell in eine vollkommen falsche Bahn abdriften. Ich sehe schon Dinos im Stil von Emmerichs Godzilla gegen überdimensionale Schlangensaurier mit nachwachsenden Köpfen kämpfen. Das wäre für mich die Katastrophe, die die Dinos dann endgültig aussterben lassen würde.

Was sagt ihr zum Film?

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Vielen Dank!

Bildquelle: Universal Studios Entertainment, Universal (Facebook-Seite)

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27 Antworten zu “Filmkritik: Jurassic World

  1. Das Publikum hat wirklich applaudiert? Ist ja mal ne coole Sache, kenne ich sonst nur von den Amis. Was die Fortsetzungen angeht, hab ich jetzt schon große Bedenken. Naja, lassen wir uns überraschen.

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  2. Schee! Wieder eine Besprechung für meine Vorfreude-Liste… 😀

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  3. Puh… ich hatte ja in deinem Kino-Highlights noch gesagt, dass ich keine Erwartungen habe und mich überraschen lasse. Hat mir aber auch nichts gebracht… ich mochte den Film nicht. Ich fand ihn langweilig und reichlich unspektakulär.. sowohl von der Story als auch den Charakteren.

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  4. OK, du siehst den Film etwas positiver als ich. In unserem Kino wird ja auch manchmal applaudiert, hier aber nicht. Allerdings war das auch eine Abendvorstellung in OV, euphorische Kids waren da schon mal nicht dabei (mal ganz abgesehen davon, dass für mich immer noch 10-Jährige nicht in einen Film mit FSK 12 gehören, aber inzwischen scheint das ja auch in D mit „Parental guidance“ zu gehen. Was anderes ist es vielleicht, wenn man den Film zu Hause ansieht, wo man auch zwischendurch mit seinen Kids reden kann).

    Ich stimme aber zu, unterhaltsam war der Film allemal. Aber es ist einfach kein Film, den ich mir unbedingt nochmal ansehen würde.

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  5. Sehr gute Rezension! – Interessant finde ich auch deinen Ausblick auf mögliche Fortsetzungsideen. Das erinnert mich an die Filme der Produktionsfirmen Asylum und U.F.O., in denen gelegentlich diverse Monster sich gegenseitig verkloppen. Es wäre wirklich erstaunlich, falls eine solche Richtung bei den Dino-Fortsetzungen eingeschlagen werden würde, da sich die Großfirmen dadurch erneut in den Trash-Bereich vorwagen und den Trash-Firmen das Wasser abgraben würden.

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  6. Toll geschriebene Kritik. Die Anspielungen auf Teil 1 sind mir auch aufgefallen. 🙂
    Aber die Story und die Charaktere waren mir doch irgendwie zu langweilig. War doch enttäuscht.

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    • Erst mal danke und schade, dass dir der Film nicht so gefallen hat. Ich habe mittlerweile schon mehrere Simmen gehört, die ähnliches sagten wie du. Aber zum Glück auch viele, die den Film auch gut fanden. So ist das eben mit den Geschmäckern 😉

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  11. Ich liebe den ersten Film und bin immernoch großer Fan, da er auch technisch irrsinnig gut gealtert ist. Jurassic World hat mir auch Spaß gemacht, aber für mich ist so langsam wirklich die Luft raus bei den Dinos.

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