Filmkritik: Big Game

Big Game

Action, 2014

Mit Onni Tommila, Samuel L. Jackson

BIG-GAME_1SHT_AW_GER_A1_300dpi_kl_A4Hallo Filmfreunde,

laut Filmplakat kommt am Donnerstag mit Big Game ein spektakulärer, witziger und atemberaubender Actionfilm in die Kinos. Ob es sich dabei tatsächlich um einen großen Wurf handelt, erfahrt ihr hier.

Kurzinhalt und Trailer:

Der 13 jährige Oskari (Onni Tommila) muss einer alten Tradition entsprechend eine Nacht alleine im Wald verbringen und dabei nur mit Pfeil und Bogen bewaffnet ein Tier erlegen. Statt auf das erhoffte Wild stößt Oskari jedoch auf eine Rettungskapsel des amerikanischen Präsidenten (Samuel L. Jackson), der seinerseits von Top-Terroristen gejagt wird. Gemeinsam machen sich Präsident und Kind auf den Weg zurück in die Zivilisation.

Meine Gedanken zum Film:

In einem Interview vor Kinostart beschrieb Regisseur und Drehbuchautor Jalmari Helander seinen Film mit folgenden Worten:

Angesichts unserer 13 Jahre alten Hauptfigur könnte man einen Kinderfilm erwarten, aber das ist BIG GAME definitiv nicht. Die bösen Jungs im Film stammen eher aus Stirb langsam als aus Kevin allein zu Haus. Sie sind keine tollpatschigen Clowns, sondern finstere Verbrecher.“ (Quelle: Presseheft des Verleihs)

Präsident Moore und Oskari müssen zusammenhalten.

Präsident Moore und Oskari müssen zusammenhalten.

Der Film nimmt sich bei allem unterschwelligem Humor in den Dialogen zwischen Samuel L. Jackson und Ommi Tommila also doch recht ernst.

Da darf man sich dann aber schon die Frage stellen, warum es den „finsteren Verbrechern“, die ja keine „tollpatschigen Clowns“ sein sollen, nicht gelingt einen 13-jährigen Jungen auszuschalten, der nicht einmal einen Pfeil über fünf Meter abfeuern kann. Das erinnert dann doch eher an Kinderfilme wie eben Kevin allein zu Haus. Allerdings deutlich brutaler und für einige Figuren tödlicher.

Lässt man sich auf diesen gedanklichen Spagat ein, kommt Big Game gerade in der ersten halben Stunde mit einem interessanten Genre-Mix von Abenteuer-, Kinder- und Actionfilm frisch und voller unverbrauchter Ideen daher. So hat mir beispielsweise der Kontrast zwischen der Hightech-Ausrüstung der Amerikaner auf der Suche nach ihrem abgestürzten Präsidenten und den phantastischen Naturaufnahmen der bayrischen Alpen gefallen. Bei dem Film handelt es sich nämlich um eine finnisch-deutsch-amerikanische Koproduktion, deren Handlung zwar in den finnischen Bergen spielt. Allerdings wurde der Film zum Großteil in den Bavaria Film Studios gedreht.

Auch die Motive der Terroristen das amerikanische Staatsoberhaupt zu jagen sind mal etwas Anderes und entsprechen nicht einem der gebräuchlichen, politischen 08/15 schwarz-weiß Mustern. Selbst die Effekte sind in dieser Phase des Films überraschend gut.

Böse Terroristen machen Jagd auf den Präsidenten.

Böse Terroristen machen Jagd auf den Präsidenten.

Leider baut der Film dann in der Folge massiv ab und verkommt zu einer Aneinanderreihung von Logiklöchern und Klischees, die man vor allem aus gängigen Kinderfilmen so kennt. Es wirkt fast so, als sei dem Film ab der zweiten Hälfte das Budget ausgegangen, da urplötzlich die Qualität der Effekte und der Handlung abfällt. Der obligatorische Twist zum Ende ist nicht nur meilenweit vorhersehbar, sondern macht sogar alles kaputt was vorher noch so erfrischend neu war. Statt den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen, schlägt Big Game kurz vor Schluss dann nämlich doch konventionelle Wege ein. Am Ende bleiben sogar einige wichtige Fragen offen, bei denen der Zuschauer sich nicht sicher sein kann, ob diese ein Resultat der aufgebrauchten Mittel oder eines lieblos geschriebenen Schlusskapitels sind.

Fazit:

Big Game ist ein Film, der stark anfängt, dann aber noch viel stärker abbaut. Einige frische Ideen und interessante Aspekte verlaufen ins Nichts. Der zunächst geschickt dosierte Mix der verschiedenen Genres, entwickelt sich mit zunehmender Dauer zu einem halbgaren Ganzen, mit dem man nur schwer etwas anzufangen weiß.

Meine Wertung: Note 4-5 (In Sternen 3/10)

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Vielen Dank!

Bildquelle: Ascot Elite Filmverleih

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9 Antworten zu “Filmkritik: Big Game

  1. Nach der Kritik bin ich ja fast froh, dass er nicht bei uns in der Sneak lief. Nach dem Trailer hätte ich einen stärkeren Film erwartet

    Gefällt 1 Person

  2. Bei dem Trailer war ich schon etwas zwiegespalten, aber nach der Kritik hier lasse ich ihn wohl besser aus. Scheint für einen gemütlichen DVD-Abend zu reichen.

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