Sexismus in Hollywood – oder können Frauen keine Helden sein? Ein Gespräch über Frauenrollen in Filmen

Hallo Filmfreunde,

schon seit längerer Zeit spiele ich mit dem Gedanken, einen Artikel zum Thema „Frauenrollen in (Hollywood)-Filmen“ zu verfassen, weil mir das Thema wirklich sehr am Herzen liegt und es mich beschäftigt. Bei zahlreichen Gelegenheiten, wie den diversen Blogparaden und Umfragen, an denen ich ab und an teilnehme, wird mir immer wieder deutlich, wie wenig gute, einprägsame und starke Frauenfiguren in den großen Kinofilmen eigentlich existieren. Und dabei rede ich noch nicht mal von emanzipierten Frauenbildern, sondern einfach nur von Frauen, die entweder die Hauptrolle des Films spielen, oder zumindest für die Handlung von tatsächlicher Relevanz sind. In den meisten Filmen dominieren nämlich die Männer, während Frauen im besten Fall attraktive Sidekicks sind oder als austauschbare dramaturgische Elemente dienen. Wie kommt das? Oder ist das alles am Ende nur die Wahrnehmung frustrierter Feministen? Letzteres lässt sich relativ einfach widerlegen, wenn man sich die am Einspielergebnis gemessen erfolgreichsten Filme der laufenden Dekade einmal ansieht:

(Anmerkung: Das aktuelle Kinojahr 2015 ist noch nicht berücksichtigt. Farblich markiert sind die Filme, die eine weibliche Figur in der Hauptrolle haben)

Erfolgreichste Filme

Lediglich vier der 25 Filme dieser Liste, drehen sich also um eine weibliche Hauptfigur. Das macht laut meinem Taschenrechner eine Quote von 16%. Ich denke man kann da schon von einer deutlichen Unterrepräsentation sprechen. Um dem Thema genauer auf den Grund zu gehen, habe ich mir Verstärkung durch meine geschätzte Kollegin Angela vom Filmsalon geholt, auf deren Blog ihr bei Gelegenheit auch mal vorbeischauen solltet. Gemeinsam haben wir uns zu dem Thema Frauenrollen in Filmen und Sexismus in Hollywood Gedanken gemacht und ausgetauscht. Unsere Gedanken und Meinungen, sowie einige (hoffentlich) interessante Daten, Fakten und Links zum Thema, könnt ihr im folgenden Gespräch nachlesen. Für eine hoffentlich angenehme Lesbarkeit habe ich meine eigenen Beiträge in einem klischeehaft maskulinem blau und kursiv geschrieben, während die Beiträge der lieben Angela in einem femininen rosa neutralem schwarz gehalten sind 😉

Hallo Angela,

erst mal vielen Dank dafür, dass du dir Zeit nimmst an diesem Artikel mitzuarbeiten. Wenn ich dich nach deinen liebsten weiblichen Filmfiguren fragen würde, wer käme dir da spontan als erstes in den Sinn?

Danke ebenfalls. Ich freue mich zu diesem interessanten Thema zu schreiben. Wenn ich an Frauenrollen denke die mir gefallen oder mich inspirieren, fällt mir der Film „Erin Brockovich“ aus dem Jahr 2000 ein. Es gefällt mir, dass die Geschichte einer mutigen Frau so einer großen Öffentlichkeit gezeigt wurde. Sie ist stark, aber auch verletzlich, verfügt über einen gesunden Hausverstand und hat nicht den Anspruch anderen zu gefallen. Auch wenn sie oft durch ihre direkte Art aneckt, bleibt sie sich treu und tritt für die Rechte derer ein, die wie sie kaum die Möglichkeit haben zu Wort zu kommen.

Eine Figur die mir auch sehr gut gefallen hat, obwohl sie eigentlich ursprünglich aus einem Roman stammt ist Hermione Granger aus den „Harry Potter“-Verfilmungen. Sie stellt meiner Meinung nach ein sehr schönes Vorbild für Mädchen und junge Frauen dar, da sie zeigt, dass Lesen und Lernen, neu- und wissbegierig zu sein, nichts ist was man verbergen sollte oder weswegen man sich schämen muss. Am Ende ist oft sie diejenige die durch ihr großes Wissen die Situation rettet. Hermione darf stark, aber auch schwach sein und ist eine sehr facettenreiche Figur.

Von dieser Jugendbuchreihe führt mich der gedankliche Weg weiter zu einem Filmgenre das sehr oft starke weibliche Figuren bereithält: der Animations- und Zeichentrick-Film. Besonders gut gefällt mir „Merida“ (2012). Ich mag nicht nur die starke und neugierige Hauptfigur, sondern auch den Umstand, dass es in dieser Geschichte keinen Prinz oder männlichen Retter gibt. Es geht um die Liebe zwischen Mutter und Tochter und darüber, dass jeder einen Schritt auf den anderen zugehen muss, wenn man sich in der Mitte treffen will.

Eine Figur die es in dieser Form in ihrem Genre sehr selten gibt ist Ellen Ripley aus der „Alien“-Filmreihe. Es gibt zwar in der Science Fiction- und Action-Welt gute Frauenrollen, doch diese sind meist eher Sidekicks. Hier nicht. Ellen Ripley ist kompetenter als ihre Kollegen, beweist sich in einer von Männern dominierten Welt und bewahrt auch in Krisensituationen die Ruhe.

Hermione hätte ich in diesem Zusammenhang jetzt nicht unbedingt genannt. Auch wenn es sich bei ihr um eine wie du sagst facettenreiche Figur handelt, ist sie unter dem Strich jedoch eine Nebenrolle in einer Geschichte um einen Zauberlehrling, der mit seinen Freunden (darunter eben auch Hermione) fantastische Abenteuer erlebt.

Ellen Ripley wäre mir spontan auch eingefallen. Lustiger Weise bin ich während meiner Recherche zu diesem Artikel auf eine Liste der 100 größten Filmcharaktere gestoßen, auf der Sigourney Weaver alias Ripley als einzige Frau unter den Top 40 geführt wird. Insgesamt findet man auf dieser Liste überhaupt nur 11 weibliche Charaktere. ELF! Davon 4 auf den Plätzen 90-100. Meinst du die Leute, die diese Liste erstellt haben, sind alle Sexisten? Oder wie kommt eine solche Liste zustande?

Es stimmt schon, dass Hermione keine Hauptfigur ist, aber sie ist oft diejenige, die schwierige Situationen durch ihr Wissen zum Guten wendet, sie ist also sehr wesentlich für die Geschichte. Interessant ist daran auch, dass Emma Watson die Darstellerin der Hermione Granger der Romanfigur sehr ähnlich ist und sich zurzeit nicht nur durch ihre filmische Arbeit, sondern auch durch ihren Einsatz für Gleichberechtigung der Geschlechter auszeichnet.

Es wäre interessant zu wissen, aus welchen Personen sich die Jury die diese Liste erstellt hat zusammen setzt bzw. ob man hier nach Einspielergebnissen oder Publikumsbefragungen gegangen ist. Solange das nicht feststeht, würde ich den UrheberInnen der Liste nicht pauschal Sexismus unterstellen. Selbst wenn es vor allem Männer sind, die hier eine Auswahl getroffen haben, muss ihre Wahl nicht aus diskriminierenden Gründen auf männliche Hauptrollen fallen. Es ist nun einmal so, dass wir uns eher mit Figuren identifizieren die unser Geschlecht haben. Dass die Mehrheit, nämlich rund 80 Prozent der Drehbuchautoren Männer sind, führt dazu, dass es immer noch mehr männliche Hauptrollen gibt. Hier müsste man wohl ansetzen, damit sich hier etwas ändert: mehr Frauen dazu animieren als Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen tätig zu werden. Weibliche Kinobesucherinnen gäbe es genug.

Laut der „Motion Picture Association of America“ werden mit 52% sogar knapp über die Hälfte aller Kinotickets an Frauen verkauft. Der Markt wäre demnach auf jeden Fall da. Umso erstaunlicher ist dann doch die Tatsache, dass Frauen der Art unterrepräsentiert sind. Die Universität von San Diego hat in ihrer Studie „It’s a Man’s (Celluloid) World: On-Screen Representation of Female Characters in the Top 100 Films of 2013“ ein Paar Zahlen dazu gesammelt. Nur 15% der Protagonisten, 29% der sog. wichtigen Charaktere und 30% aller Sprechrollen überhaupt waren demnach von Frauen besetzt. (Im Detail hier noch mal nachzulesen.)

Deine These, dass die weibliche Unterrepräsentation auf der Leinwand mit der Unterrepräsentation auf den entscheidenden Schlüsselpositionen zusammenhängt, macht durchaus Sinn. Immerhin waren 2013 laut der „Celluloid-Studie“ lediglich 16% dieser Schlüsselpositionen (Regie, Produktion, Drehbuch) weiblich besetzt. Mal ganz doof gefragt: Hast du eine Idee wie man dieses Ungleichgewicht ein wenig kippen kann? Braucht Hollywood etwa auch eine „Frauenquote“?

Wie in allen Bereichen macht eine Frauenquote am Beginn durchaus Sinn. Kritiker meinen hier oft, dass man dann verpflichtet ist einen bestimmten Prozentsatz an Frauen einzustellen und dass die Gefahr besteht, dass die Qualität der Arbeiten nicht zwangsläufig gut ist. Die Frage nach der Qualität ist allerdings sehr schwer zu beantworten, da es eine sehr subjektive Entscheidung ist was man als „qualitativ hochwertig“ betrachtet. Momentan gibt es auch genügend Filme von Männern die mir nicht gefallen und es wird auch Filme von Frauen geben, die mir nicht gefallen werden. Aber eine andere Frau kann sich vielleicht mit einer Hauptfigur identifizieren und einen persönlichen Nutzen daraus ziehen. Es geht vielmehr um die Vielfalt und da kann eine Frauenquote tatsächlich helfen. Diese sollte sich jedoch nicht nur auf Regie, Drehbuch und Produktion beschränken, sondern auch bei den Jurys und Gremien ein Thema sein, die eine Auswahl treffen, welche Filme eine finanzielle Förderung erhalten, welche Filme in den Verleih genommen und welche prämiert werden. Frauen haben oft eine andere Herangehensweise an Dinge, eine andere Sichtweise auf das Leben als Männer. Diese Betrachtung wird eine Frau die in der Jury sitzt anders wahrnehmen als ein Mann. Und wenn, wie du festgestellt hast 52% der Kinobesucher Frauen sind, sollten in den Gremien die die Filme auswählen die in die Kinos kommen auch Vertreter dieser 52% sitzen. Ein Punkt der in einer Diskussion mit dem Thema „Gender Equality & Film Business: a never ending story?“ auf dem diesjährigen Crossing Europe Festival in Linz zur Sprache gekommen ist, ist das Problem, dass Frauen sich oft zu überkritisch betrachten, weshalb viele Drehbücher von Frauen nicht über das Treatment hinauskommen. Mehr Workshops und Wettbewerbe für junge Autorinnen könnten vielleicht helfen, neue Talente zu entdecken und junge Frauen ein bisschen aus der Reserve zu locken. Schön wäre natürlich auch, wenn sich mehr etablierte Schauspielerinnen durch Förderprojekte für andere Frauen einsetzen würden. Da gibt es schon einiges, aber es gibt auch immer noch viel Raum für Neues. Meryl Streep hat erst vor kurzem verkündet, dass sie ein Screenwriters Lab für Frauen über 40 unterstützt und wie bereits kurz erwähnt, hat UN Women Goodwill Ambassador Emma Watson mit der UN-Kampagne „HeForShe“ darauf aufmerksam gemacht, dass Männer und Frauen gemeinsam für Feminismus eintreten sollten. Es gibt also bereits Frauen die ihre Popularität für die Anliegen der Frauenbewegung einsetzen, aber ein stärkeres Netzwerk unter Filmemacherinnen würde sicher mehr Frauen motivieren ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

Mehr Frauen in entscheidenden Gremien wären natürlich sehr wünschenswert. Allerdings nur dann, wenn sich diese in ihren Entscheidungen nicht auf den – in meinen Augen – unsäglichen „Bechdel Test“ beziehen. Der Bechdel Test wird oft benutzt, um die aktive Präsenz weiblicher Figuren in Filmen zu bestimmen. Dazu analysiert man einen Film auf eine simple Frage: Kommen darin zwei weibliche Figuren vor, die einen Namen haben und miteinander über etwas anderes reden als einen Mann? Das klingt zunächst ziemlich banal. Schaut man sich aber bekannte Filme genauer an, ist es erstaunlich wie viele Werke dieses einfache Kriterium nicht erfüllen. „Der Herr der Ringe“ (1-3), „The Imitation Game“, „Exodus“, „The Amazing Spider Man 2“, „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ und selbst die ursprüngliche „Star Wars“-Trilogie… alle durchgefallen. Andere Filme wie zum Beispiel „Fast and Furious 7“ oder „Kingsman -The Secret Service“ haben den Test hingegen erstaunlicher Weise bestanden. Wenn man dann bedenkt, dass Filme wie „Gravity“ oder „Lola rennt“, in denen eindeutig starke weibliche Figuren die Hauptrolle spielen, durchgefallen sind, kann man an der Sinnhaftigkeit dieses Tests schon mal zweifeln. Der Test sagt nämlich lediglich etwas über die quantitative Präsenz von Frauen in Filmen aus. Ob zwei Frauen, die sich über Nagellack, Kinderkriegen oder Märchenhochzeiten unterhalten, das Problem tatsächlich lösen, bezweifle ich doch sehr stark. Die qualitative Präsenz, also „WIE treten Frauen im Film auf?“ und „“Welche Werte verkörpern sie?“ bleibt dabei außen vor. Nehmen wir als Direktvergleich die genannten Filme „Fast and Furious 7“ (bestanden) und „Gravity“ (durchgefallen). Welcher Film transportiert das günstigere Frauenbild oder projiziert eine positivere Rolle der Frau? Ich denke doch der durchgefallene „Gravity“. Auch wenn ich von diesem Test also ziemlich wenig halte, ist er zumindest eine hilfreiche Spielerei, um die Unterrepräsentation von Frauen in Filmen nachdrücklich zu dokumentieren.

Ja der Bechdel-Test kann sicher nur ein erster Schritt sein, denn wie du sehr richtig ausgeführt hast, sagt er relativ wenig über die Qualität der Szenen aus, in denen Frauen auftreten. Vermutlich würde es dafür eine Stelle benötigen, die Filme für interessierte Zuschauer und Zuschauerinnen aufbereitet. Zum Beispiel könnte man einfach kurz in Themengruppen zusammenfassen, worüber die Frauen im Film reden und worüber die Männer. Wenn ich dann lese, dass die Damen hauptsächlich über Schuhe, Beziehungen und Traumhochzeiten reden und mich das alles recht wenig interessiert, kann ich den Film schon mal auslassen. Auf Dauer wird man sich sicher einen umfangreicheren Test einfallen lassen müssen. Auch wenn die Analyse so mehr Zeit in Anspruch nimmt, wäre es für Statistiken und Erhebungen wesentlich wertvoller.

Ganz aktuell rast ja in „Mad Max: Fury Road“ die grandiose Furiosa (Charlize Theron) mit Frauen-Power quer durch die postapokalyptische Wüste. Und prompt brandete eine Woge der Empörung seitens sogenannter Männerrechtler auf, die ihren geliebten Mad Max zu einem Schwächling und Gehilfen einer Frau degradiert sehen. Sogar vom Boykott des Films war die Rede. Angela, zum Abschluss unseres Gesprächs möchte ich dich bitten, zu folgender Frage kurz Stellung zu beziehen: Kann es sein, dass es Männern einfach schwerer fällt sich auf Filme mit weiblichen Identifikationsfiguren einzulassen, als Frauen auf Filme mit männlichen?

Ja diese Berichte habe ich auch gelesen und fand sie absolut lächerlich. Es war jedoch schön zu sehen, dass die meisten Männer die unter den Online-Berichten kommentiert haben, es ebenso lächerlich fanden. Es gibt also Hoffnung 😉

Um auf deine abschließende Frage zu antworten: ja ich denke, dass es vielen Männern noch recht schwer fällt sich mit weiblichen Figuren zu identifizieren, weil sie bisher auch nie Grund dazu hatten. Frauen sind da wohl gezwungenermaßen etwas geübter drin. Ich denke aber Männer müssen sich auch gar nicht mit Frauenfiguren identifizieren können und ich verstehe, dass Ihnen das schwer fällt. Es geht vielmehr darum Frauen auch diese Bandbreite an unterschiedlichen Figuren zu geben, in denen sie sich wieder erkennen und so Filme viel intensiver erleben können. Ich denke das ist auch im Sinne männlicher Film-Fans, denn das Spiel auf der Leinwand sollte immer eine Spiegelung oder eine Weiterentwicklung des überaus komplexen Spiel des Lebens sein und das ist nur der Fall, wenn alle Charaktere einen Platz darin haben.

Mit diesem passenden Schlusswort möchten wir gerne euch als Leser/innen mit ins Boot holen. Schreibt uns in den Kommentaren eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema und natürlich auch zu unserem Artikel. Für Feedback jeglicher Form sind wir sehr dankbar. Das Schreiben an diesem Beitrag hat zwar eine Menge Spaß gemacht, war aber auch ziemlich zeit- und arbeitsintensiv. Deswegen wären wir euch auch sehr dankbar, wenn ihr uns dabei unterstützt möglichst viele Leser zu erreichen, indem ihr teilt, „gefällt mir“ klickt, retweetet, rebloggt, den Link an Freunde weiterleitet und was weiß ich nicht alles damit macht 🙂

Es wäre schön, wenn eine Diskussion entstünde, an der möglichst viele Leute teilnehmen. Vielleicht gelingt es uns so ein Bewusstsein bezüglich der beschriebenen Problematik zu verbreiten und so unseren Beitrag für mehr Frauenrollen in Filmen zu leisten.

 

Ma-Go und Angela

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52 Antworten zu “Sexismus in Hollywood – oder können Frauen keine Helden sein? Ein Gespräch über Frauenrollen in Filmen

  1. Ein superspannendes Thema und ein interessantes Interview! Ich denke auch, dass es daran liegt, dass Hollywood (oder die Filmbranche an sich) auch hinter den Kulissen von Männern dominiert wird, dass es so wenige starke oder auch komplexe Frauenrollen gibt. An der Auswahl an Schauspielern kann es nicht liegen – an Schauspielschulen sind Frauen wesentlich überrepräsentierter als Männer. Dabei ist es auch in der Theater- und Dramenliteratur so, dass es nur sehr wenige richtig coole Frauenrollen gibt. Was aber auch damit zusammenhängt, dass es das Theater schon viel länger gibt als das Kino und in der Geschichte noch nie Frauen die Bestimmerinnen waren. In den griechischen Tragödien findet man interessanterweise häufig krasse Frauenfiguren: Antigone, Medea, Elektra, Penthesilea … Wobei, eigentlich kann man auch ein Gretchen in Goethes Faust als starke Frau inszenieren, das macht bloß selten jemand.

    Jetzt bin ich wieder ins Schwafeln geraten 😀 Auf jeden Fall geistert mir auch schon seit längerem die Idee im Kopf herum, auf meinem Blog https://hamburgischedramaturgie2punkt0.wordpress.com/ einen Artikel über Frauenfiguren in US-Serien zu schreiben (vor allem Carmela Soprano, Skylar White, Debra Morgan fallen mir da ein). Oder auch meine persönliche Heldin: Lisa Simpson 😉

    Starke und/oder komplexe Frauenfiguren in Filmen sind zwar selten, aber einige gibt’s zu den von euch genannten noch zu ergänzen: Grace aus „Dogville“, die Frauen aus „Im August in Osage County“, Marla aus „Fight Club“ (ein Film, der meines Erachtens zu Unrecht von einigen Kritikern als frauenfeindlich und frauenverachtend angesehen wird), Trinity aus „Matrix“, …

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    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Was das Theater angeht, hast du natürlich den besseren Einblick.

      Von „Dexter“ habe ich nur die ersten beiden Staffeln gesehen, finde aber dass Debra nicht gerade eine starke Frauenfigur dort abgibt. Sie wirkt zwar stark, weil sie flucht und vulgär ist. Allerdings ist sie genau genommen ein eher unsicheres und schwaches Mädchen, das ihrem toten Vater gerecht werden will, indem sie ein guter Cop und damit ein „guter Sohn“ wird.

      Bei Trinity sehe ich das ähnlich. Eine Figur, die meines Erachtens beliebig ersetzbar ist und nur für die obligatorische Lovestory nötig war. Ach ja, und natürlich um Neos Wunden zu versorgen und zu flennen 😉
      Ok, das war jetzt gemein.

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    • Hilary Swank als Mary Bee Cuddy in „The Homesman“ fällt mir noch ein. Eine komplexe und starke Frauenfigur 🙂 Hilary Swank spielt ohnehin oft sehr coole Rollen, in „A Million Dollar Baby“ fand ich sie ebenfalls großartig.

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  2. Hahaha 😀 Na gut, bei Trinity würde ich dir zustimmen, sie ist für die Handlung nicht wirklich unverzichtbar. Debra würde ich zwar auch als schwach ansehen, allerdings finde ich sie psychologisch sehr komplex, vielschichtig, ambivalent und widersprüchlich. Sie ist außerdem absolut unentbehrlich für die Handlung der Serie. Ich denke, man sollte bei diesem Thema nicht nur nach im wörtlichen Sinne starken Frauen Ausschau halten, sondern spannende Frauenfiguren, die für die Handlung Ausschlag gebend sind, allgemein berücksichtigen. Das können ja auch weibliche Loser-Figuren sein 🙂 Was in eine ähnliche Richtung geht, aber vielleicht noch ein anderes Thema ist, sind wirklich komische Frauenfiguren. Komik ist ja meist auch eher eine Männerdomäne, aber in letzter Zeit denke ich gibt es immer häufiger auch Frauen in witzigen Rollen, die auch über weibliche Themen Witze reißen und nicht bloß Männerrollen darstellen, die zufällig mit weiblichen Schauspielern besetzt wurden.

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    • Na gut, was Debra angeht hast du dann wohl Recht.

      Was das Thema Komik/Komödien angeht bin ich auch sehr verwundert, wieso dieses Feld eigentlich eine Männerdomäne ist. Im echten Leben sind die witzigsten Personen, die ich so kenne zum Großteil Frauen.
      In FIlmen habe ich jedoch für mich festgestellt, dass ich über „Frauenkomödien“ nur selten lachen kann. Ein Sinnbild dafür ist für mich Melissa McCarthy, die ich überhaupt nicht lustig finde. Irgendwie erinnert sie mich an Keven James (den ich auch nicht witzig finde), der auch meint, dass dick sein alleine schon die Leute zum lachen bringt. Eine Person durchschnittlichen Gewichts auf einem Segway ist eine durchschnittliche Person auf einem Segway. Eine übergewichtige Person auf einem Segway ist witzig??? Scheinbar finden es auch viele schon witzig, wenn übergewichtige Menschen Sex haben oder sexuelle Anspielungen machen.

      „Spy“ habe ich noch nicht gesehen, habe allerdings bisher nur Gutes gehört. Vielleicht gebe ich ihr da ja noch mal eine Chance 😉

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      • Witzig, an Melissa McCarthy habe ich auch gedacht, ich mag sie ja sehr gern. Wahrscheinlich, weil ich einfach ein Riesenfan der Serie „Gilmore Girls“ bin und die Figur der Sookie, die sie spielt, unheimlich mochte. Ich hab mich auch bei „Brautalarm“ gekringelt vor Lachen 😀 Wobei, da spielt Melissa McCarthy ja tatsächlich sehr „maskulin“ und das ist wohl auch schon die ganze Komik dahinter, dass da eine übergewichtige Frau sich absolut unweiblich benimmt und komplett darauf pfeift, ob man sie nun sexy oder anmutig oder nett oder sonstwas findet. Also als Beispiel für wirklich feminine Komik wohl eher ungeeignet. Tina Fey fällt mir aus dem amerikanischen Raum noch ein, die in „30 Rocks“ absolut großartig ist, oder die wunderbare Elizabeth Perkins in „Weeds“ (wo sie allerdings nur eine Nebenrolle spielt). Sandra Bullock kann man da vielleicht auch noch nennen, sie ist in „Taffe Mädels“ (Ui, der deutsche Titel ist echt schlimm!) zusammen mit Melissa McCarthy (die wieder eine sehr „maskuline“ Rolle spielt) oder auch in „Miss Undercover“ ziemlich lustig. Im deutschsprachigen Raum fallen mir derzeit als Komikerinnen Carolin Kebekus, Martina Hill und Anke Engelke ein. Als lustige Schauspielerinnen außer Anke Engelke vielleicht noch Karoline Herfurth und Alwara Höfels (z. B. in „Fuck ju Göhte“).

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      • „Gilmore Girls“ habe ich jetzt nicht wirklich verfolgt, finde aber die Figuren hier zumindest so amüsant, dass man sich nicht fremdschämen muss. Bei „2 broke girls“ ist das schon wieder ganz anders aus…

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      • „2 Broke Girls“ konnte ich mich allerdings auch nie mit anfreunden. Ich hab mal eine Folge gesehen, da stand bei denen irgendwie ein Pferd auf dem Balkon und das war dann auch schon der ganze Witz. Finde ich auch nicht lustiger als das Pferd auf dem Flur von Klaus&Klaus 😀

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  3. Oh, und Zooey Deschanel in „New Girl“ finde ich auch toll 🙂

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  4. Wow! Lob für den enormen Aufwand. Ich kann mir irgendwie keine Meinung zu dem Thema bilden… Ich freue mich immer wieder, wenn ich eine starke Frauenfigur sehe. Aber um ehrlich zu sein geht mir die ganzen Debatten um Gleichstellung gewaltig auf den Sack. Immer her mit der Gleichberichtigung! Aber einem kreativen Medium eine Quote aufzuzwingen wäre bescheuert. Mir gehts nur um das Produkt.

    Ich finds auch lächerlich, dass eine starke, weibliche Hauptfigur jedes mal aufs Neue wie das originellste Konzept ever gefeiert wird, was an sich ja wohl ziemlich sexistisch ist.

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    • Prinzipiell geht es mir auch so, dass ich jetzt nicht auf die Straße gehen würde und mehr Frauenrollen FORDERN würde. Aber immer wenn ich einen Film sehe, fällt mir das extrem auf, dass Frauen scheinbar nie etwas handlungsrelevantes zu sagen haben. Das finde ich schon auffällig und macht mich nachdenklich. So ist dann auch dieser Artikel entstanden.

      Zum Thema „Frauenquote“:
      Natürlich wäre es dumm und unlogisch zu fordern, dass ein Film x Frauen enthalten muss und diese mindestens Y % des Sprechanteils einnehmen müssen. Trotzdem finde ich Angelas Idee mit einer Frauenquote in Jurys und Gremien durchaus erstrebenswert.

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      • Aus 7 Psychos:
        „Hans: Marty, I’ve been reading your movie. Your women characters are awful. None of them have anything to say for themselves. And most of them get either shot or stabbed to death within five minutes. And the ones that don’t probably will later on.
        Marty: Well, it’s a hard world for women. I guess that’s what I’m trying to say.
        Hans: Yeah, it’s a hard world for women, but most of the ones I know can string a sentence together.“

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  5. Bei Platz 19 Breaking Dawn Part 2 fehlt ein Buchstabe und Bella ist die Hauptfigur. 😉

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    • Habe ich mir auch überlegt. Dachte mir dann aber, dass bei kitschigen Liebesgeschichten in der Regel von jedem Geschlecht eine Figur vertreten sein muss. Könnte man aber sicher dazu zählen. Witziger Weise habe ich mal gelesen, dass die meisten der überwiegend weiblichen Kinobesucher Bella eher nervig fanden und den Film eher wegen Edward oder Jake sich angeschaut haben. Weiß natürlich nicht in wie weit das stimmt, fand ich aber ganz amüsant 🙂

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      • Hach, Jacob *schmacht* 😀 Das kann ich bestätigen, ich hatte die Bücher von Stephenie Meyer gelesen und fand sie ganz spannend und kurzweilig, aber Bella hat mich fürchterlich genervt. Die Nebenfiguren hingegen waren sympathisch, vom Schnösel Edward mal abgesehen, der hat genauso genervt wie Bella. Die Filme sind einfach nur grandios schlecht, aber wenn man mit seinen Lieblingsmädels reingeht und den Kram nicht ernst nimmt, macht es Spaß 😀 Bella ist für mich auch der Inbegriff einer Frauenfigur, wie sie nicht sein sollte. Kein eigener Wille, einziger, selbstgewählter Daseinsgrund ist die Liebe zu einem reichen Langweiler mit Kontrollzwang und überhaupt keine Ambitionen, irgendetwas im Leben zu erreichen, außer die Schönste für ihren Mann zu sein.

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      • Dann nehme ich jetzt deine Aussage hier als Begründung, warum Twilight in der Liste oben nicht blau markiert ist 😀

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      • Bella ist die Erzählerin, sie ist der zentrale Punkt der Dreiecksbeziehung, sowie der gesamten Handlung und sie ist auf allen Filmplakaten im Zentrum. Katniss muss sich auch zwischen zwei Männern entscheiden in The Hunger Games.
        Das das Zielpublikum sich in die Rolle der Hauptfigur hineinfühlen soll und sich auch zwischen Jakob und Edward entscheiden muss, ist von der Autorin auch gewollt.

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      • Na gut, dann sind es eben 20%. Das ändert dennoch nichts an der Grundproblematik.

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  6. Wirklich interessantes Thema. Aus dem Bereich der Gender Studies kommt ja der Begriff des „männlichen Blicks“, den die Kamera einnimmt, was eine Sexualisierung der Frauenfiguren zur Folge hat. Mit Sicherheit werden – vor allem im Blockbuster-Kino – die weiblichen Figuren auf diese Weise darsgestellt, wobei natürlich auch immer ein gewisses Augenzwinkern dabei ist, denn diese Filme arbeiten nun einmal mit diesen Aspekten und ziehen sie zugleich durch den Kakao. – Dass es mehr männliche Hauptfiguren als weibliche gibt, hängt wahrscheinlich damit zusammen, da wir noch immer in einer „Man’s World“ leben, sprich in einem Patriarchat. Filme spiegeln die Gesellschaft wider und damit auch die sozialen Machtverhältnisse.

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    • Danke für den Beitrag zum Thema! Der „männliche Blick“ als Konzept macht durchaus Sinn. Allerdings bin ich mir nicht so sicher wie viel Augenzwinkern und Kakao dann wirklich dabei sind. Ich denke auch, dass Filme (und Kunst im Allgemeinen) immer die jeweilige Gesellschaft und den aktuellen Zeitgeist widerspiegeln. Die Frage ist, ob in unserer Welt Frauen wirklich so wenig zu sagen und erzählen haben, oder ob das Medium Film diesen Eindruck (ungewollt) erweckt und somit in die Gesellschaft hineinträgt und verfestigt.

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    • „spiegeln die Gesellschaft wider und damit auch die sozialen Machtverhältnisse.“
      Das muss nicht sein. In den Screwball-Komödien der 30/40 hatten Frauen oft den dominanten Part inne und selbst der klassische Film Noir oder Hitchcocks späte Meisterwerke zeigen eher dominante Frauen. Zwar liegt der Focus dieser Filme oft auf dem männlichen Part, jedoch ist dieser oft eher psychopatisch veranlagt, eher passiv und oft getrieben von starken Frauen.

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  7. Wie ich bereits sagte, echt toller Beitrag und unglaublich viele angesprochene Punkte – so viele, dass ich mich gar nicht auf einen genau hängen will. Deswegen einfach mal ein paar allgemeine Gedanken von mir zum Thema (die sich auch mit den im Text überschneiden können)…

    Was ich auf jeden Fall unterschreiben würde, ist die Tatsache, dass es zu wenige kreative weibliche Köpfe in Hollywood gibt. Frauen sind tendenziell einfach viel emotionaler als Männer und verfügen dementsprechend über mehr Erfahrungen, was den Umgang mit Gefühlen angeht. Deswegen könnte ich mir schon vorstellen, dass wirklich tolle und einzigartige (weil anderer Blickwinkel und so) Projekte entstehen könnten, wenn mehr Frauen dahinter involviert sind. Insbesondere im Bereich der Drehbuchautoren muss da natürlich etwas kommen, weil man bei diesem Posten die größten Stellschrauben hat, was das Zeichnen von Figuren angeht.

    Interessant fande ich auf jeden Fall die Statistik mit den Kinobesuchern – oder sollte man eher sagen Besucherinnen. Hätte ich in dieser Klarheit gar nicht erwartet. Mitunter denke ich aber nicht, dass diese Statistik Anlass dazu geben kann, Filme femininer zu besetzen. Ich überspitze den Satz einfach mal der Klarheit wegen: Ich könnte mir vorstellen, dass Frauen gerne in Filme gehen, um Männer zu sehen, die attraktiv anzuschauen sind, smart sind, immer eine Antwort parat haben – die „larger than life“ sind. Bei Männern gibt es diesen Effekt bei Frauen natürlich auch, aber auch diese Smartheit ist etwas, was Männer glaube ich insgeheim schon bewundern, ich denke da an James Bond oder so. Das soll natürlich nicht heißen, dass es keinen Raum gibt für „andere“ Filme, im Gegenteil – je unterschiedlichere Filme zu sehen sind, desto besser. Es ist ja auch, wie ich anfangs schon sagte, immer gut, andere Blickpunkte zu sehen.

    Hollywood (als Filmindustrie, die maßgeblich unseren Kulturkreis in Sachen Film prägt) ist nicht blöd, und deswegen könnte ich mir gut vorstellen, dass ein paar kluge Köpfe hier sicherlich schon nachgehört haben, was dieses Thema angeht, und wenn es eine große Meinungsgruppe gegeben hätte, die für viel mehr starke Frauenrollen in Filmen eingetreten wäre, so hätten wir das mit Sicherheit schon gesehen. Aber scheinbar ist das (noch) nicht der Fall – was schade ist. Hollywood spielt ja leider sehr oft die sichere Karte, was Neuerungen, Kreativität etc. angeht. Deswegen erwarte ich da auch eigentlich mehr aus der Independent-Szene, die hier einen Anstoß geben könnte (inwiefern das schon passiert ist, weiß ich nicht, dafür bin ich zu wenig involviert). Aber natürlich muss eine Independent-Szene auch erst einmal auf den Trichter kommen – und das wiederum könnte auch schwierig sein…

    Ich denke, vieles an dem Thema könnte auch einen kleinen Teufelskreis darstellen. Aber wie so oft sind frische Ideen (und vor allem frische, junge Leute) gefragt, die hier wirklich etwas ins Rollen bringen können. Wenn diese dann von großen Hollywood-Namen unterstützt werden, umso besser.

    Soweit meine daher geblubberten Gedanken… 😀

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    • Hey!
      Erst mal danke für deinen Kommentar. Wie du sagst ist Hollywood nicht blöd. Allerdings habe ich bei der Recherche zu diesem Artikel eine Statistik gefunden, laut der weiblich besetzte oder von Frauen geschriebene/umgesetzte Filme prozentual mehr Kohle generieren als „Männerfilme“. In der Regel sind da natürlich keine Gelddruckereien dabei wie z.B. die Avengers. Aber gemessen an den Produktionskosten sind Filme wie zuletzt „Still Alice“ echte Kassenschlager. Gerade aus dieser wirtschaftlichen Sicht wäre es für Independent Label eigentlich schon sinnvoll auf diese Karte zu setzen. Ich muss mal schauen, ob ich den Link zur Statistik irgendwo noch mal finde.

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      • Wow, interessant! Hätte ich so gar nicht gedacht. Aber tatsächlich eine potenziell richtungsweisende Sache. Eventuell gibt es dann ja auch demnächst mal einen „weiblich dominierten“ echten Blockbuster – wäre sicherlich spannend zu schauen, wie sich dieser entwickelt.

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      • Hi. Hatte den Link noch abgespeichert. War nicht ganz richtig was ich da eben geschrieben habe. Bei der Statistik geht es darum, dass Filme die den BECHDEL-TEST bestehen prozentual mehr einspielen als solche Filme, die durchfallen. Wie im Artikel aber erwähnt, halte ich von diesem Test aber nicht sehr viel. Fast and Furious 7 zählt da nämlich mit in die Statistik rein. Gravity hingegen nicht…

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  8. Pingback: haltstop | Ein sehr interessanter Artikel…

  9. Hat dies auf ShalimasFilmweltenKritik rebloggt und kommentierte:
    Auf jeden Fall einmal durchlesen! Bietet interessante Gedanken

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  10. Ein ganz großartiger Artikel, der mir sehr viel Spaß gemacht hat und der mich in vielen meiner „Vermutungen“ bestärkt hat bzw mir gezeigt hat, dass ich eben keine frustrierte Feministin bin, sondern dass da in Hollywood tatsächlich ein Defizit herrscht.

    Ich werde mir da definitiv noch mehr Gedanken dazu machen, jetzt gerade habe ich keine Zeit, das braucht ja doch etwas mehr Ruhe, aber ich hab mir den Beitrag abgespeichert und werde da noch mal in mich gehen, wie ich Frauen im Film wahrnehme und wo ich starke Frauen finde.

    Weil oben in den Kommentaren das Thema auf Melissa McCarthy gekommen ist, möchte ich noch auf einen aktuellen beitrag von mir verlinken, ich hoffe das ist okay 😉 http://frau-margarete.de/melissa-mccarthy-dick-und-doof/

    Liebe Grüße!

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    • Danke für deinen Kommentar und den interessanten Link. Habe ihn gerade gelesen und werde in den kommenden Tagen auch meinen Senf dazu abgeben 🙂
      Ich bin auch auf deine weiteren Gedanken zum Thema Frauenrollen gespannt!
      Bis bald also 🙂

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  11. Sehr gelungener Beitrag und vorallem gute Hintergrundrecherche! Dafür erst einmal Hut ab!

    Ich denke über ein ähnliches Thema schon eine Weile nach und war daher fasziniert, als ich diesen Beitrag las. Denn mir als Bücherwurm ist die ständige Unterbesetzung von Frauen in Filmen gar nicht so stark aufgefallen, denn in der Bücherwelt gibt es ein sehr ausgeglichenes Verhältnis. Aber wenn man die Filme, die man selbst gesehen hat mal so Revue passieren lässt, fällt einem das schon auf.

    Die Frage, die mich beschäftigt hatte, gab es einmal einen weiblichen Filmbösewicht, der einfach grundauf böse ist? Also kein böse gemachter, sondern jemand, der Böse aus reinstem Herzen ist, wie z.B. der Joker.
    Mir ist bisher niemand eingefallen.

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    • Erst mal vielen Dank!
      Um deine Frage zu beantworten: Auf der Liste der coolsten Filmschurken aller Zeiten, die wir kürzlich beide erstellt hatten, ist mir eigentlich nur Kathy Bates in Misery eingefallen. Eventuell noch Sharon Stone in „Basic Instinct“, wobei das natürlich nicht sooooo böse ist wie z.B. der Joker 😉

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  12. Bei mir waren als weibliche Filmschurken Nebula und die Herzkönigin vertreten. Aber Nebula ist so erzogen worden und die Herzkönigin würde ich auch nicht mit dem Joker vergleichen. Deswegen tu ich mich da echt schwer. Misery und Basic Instinct kenn ich beide leider nicht.

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  13. Ich setz es mal auf meine „Filmlücken“-Liste. Gerade bei den etwas älteren Klassikern hab ich da noch Nachholbedarf… Werd da öfter mal komisch angeguckt^^

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  14. Pingback: Feminismus im Film: Wo sind die starken Frauen? | Frau Margarete

  15. Ich habe mir meine Gedanken gemacht und einen eigenen Beitrag verfasst. Vielen Dank für die Inspiration!
    http://frau-margarete.de/feminismus-im-film/

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  16. Super Thema – und ich konnte es mir nicht verkneifen und habe eine zum Thema passende Blogparade gestartet 😉 : https://singendelehrerin.wordpress.com/2015/06/15/blogparade-best-heroines-top-10-der-besten-starken-frauenfiguren-in-film-und-tv/

    Ich finde übrigens den Ansatz einer Frauenquote im Filmbusiness nicht wirklich zielführend. Als ob z. B. Regisseurinnen automatisch dann Filme über Frauen machen würden… Man denke nur mal an „The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow… Das Umdenken muss meines Erachtens eher von unten kommen.

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  17. Und was ist mit der Rolle der Scarlett O-Hara nach dem Roman von Margaret Michtell? Der Erfolg des Filmes beruht nicht zuletzt auf der schauspielerischen Leistung von Vivien Leigh, also dem tatsächlichen für den Film verantwortlichen Handeln. Der Film „Vom Winde verweht“ dreht sich zu 100 % um um die absolute weibliche Hauptrolle.
    Oder Gefährliche Liebschaften mit Michelle Pfeiffer und Glenn Close?. Der Erfolg eines Filmes bemisst sich nicht allein nach dem monetären Gewinn, sondern auch nach der Wirkung auf kulturelle Entwicklungen.
    Gruß
    Fritzi

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    • Hallo Fritzi und danke für deinen Kommentar!
      Du hast natürlich Recht! Die Frage ist halt nur, in wie weit die aktuellen Filme eine Wirkung haben können, wenn es so wenige Frauenrollen gibt. Natürlich gibt es sie. Aber eben sehr selten. Und die Filme die du nennst sind ja bei aller Qualität nicht unbedingt taufrisch 😉

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  22. Okay, mein Herz ist erstaunlich ruhig geblieben 😉
    Habe hier mit extremeren Meinungen und EInstellungen gerechnet, muss ich gestehen. Dass du oben Harry Potter nicht markeirt hast, ist mir aber auch mit als erstes aufgefallen. Der bietet nicht nur Hermine als eine der Hauptfiguren, sondern mit Bellatrix Lestrange und Rons Mutter zwei Schlüsselfiguren im letzten Band, wenn es um die Frage nach der stärke von Liebe geht.
    Gravitiy finde ich insofern interessant, dass ich mir gut vorstellen kann, dass der Film auch mit vrtauschten Gschlechtern, bzw. zwei Männern in den Hauptrollen funktioniert hätte. Und das, denke ich, macht den Film gerade so heraushebenswert, wenn es um die Fruenfigur geht. Oder eben Alien, bei dem es nicht das Großartige ist, dass es sich um eine Frau handelt, sondern um eine Figur mit Stärken und vor allen Dingen Schwächen und einer realistischen Sozialkompetenz.
    Fifty Shades of Grey und zahlreiche romantische Komödien bieten dagegen nur Klischees und Abziehbilder für einen romantischen Blick auf die Welt.
    Ich persönlich freue mich über jede starke Frauenfigur in FIlmen. Aber nicht, weil es sich um eine Frau handelt, sondern weil es sich um eine starke Figur handelt. Aber da häufig Frauenfiguren nur sex Sidekicks sind, ist es dann häufig doch der wunsch nach stärkeren Frauenfiguren, der hängenbleibt.

    Was mich bei den 52% noch interessieren würde, ist die FIlmverteilung. Stereotpisch würde man sicher denken, dass die ROmann mit 90% von Frauen bevökert würde und die Actionfilme von 90% mit Männern, aber ich nehme an dass sich das auch hier in etwa (oder 60-40) die Waage hält.

    Auf jeden Fall ein interessantes Gespräch.
    Entsprich das Geschriebene deiner Meinung, oder hast du an mancher Stelle des Teufels Advokat gespielt, um eine DIskussion hervorzurufen?

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    • Witzig, dass du der erste bist, der mich das fragt😀
      Also generell versuche ich in solchen Gesprächen schon hier und da durch platte oder provokante Fragen eine Dikussion anzuregen. Das muss dann nicht unbedingt meine Meinung sein. z.B. das mit der Frauenquote halte ich jetzt nicht für des Rätsels Lösung.
      An denen Stellen, an denen ich betont meine Meinung sage (oder es versuche betont zu machen), da meine ich das auch so. z.B. Wenn ich sage, dass der Bechdel Test kacke ist😉
      An wecher Stelle warst du dir denn unsicher?

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      • Das war mehr eine generelle Frage als auf eine bestimmte Stelle bezogen. Es kam mir beim Durchlesen ein wenig so vor, deswegen kam ich darauf. Und ja, den Bechdel-Test finde ich auch sehr dürftig. Wobei die Erfüllung des Tests durchaus ein Indiz sein kann, dass aussagekräftige Figuren geschaffen wurden. Aber als Alheilmittel darf man ihn auf gar keinen Fall sehen.
        Lustigereise musste ich während Passengers an diesen Artikel hier denken und werde evtl. bei meiner Kritik darauf eingehen. Das Thema ist noch lange nicht tot.
        Vielleicht kannst du dich mal mit den Mädels von Buchstapelsalat zusammensetzen, die dürften evtl. eine etwas extremere Sichtweise haben, wenn du dazu einen zweiten Tel machen möchtest.

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  23. Pingback: Keine Geschlechtertrennung bei Preisverleihungen? – Ein Experiment | Ma-Go Filmtipps

  24. Was? Echt? Männerrechtler fühlen sich von Charlize Theron in Fury Road unterdrückt?! Das ist ja unglaublich lustig, dieser Widerspruch auf mehreren Ebenen … diese böse, weil starke Furiosa, der arme Max, der eigentlich nur stark sein will (oder muss?), der neue Mann … ein komplizierter Geist er ist!

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