Filmkritik: San Andreas

sanandreas_poster_large_0San Andreas

Katastrophenfilm, 2015

Mit: Dwayne „The Rock“ Johnson

Hallo Filmfreunde,

als heimlicher Dwayne Johnson Fan habe ich mich schon seit längerem auf den Film gefreut. Ob es sich bei „San Andreas“ nun um einen Katastrophenfilm oder doch eher um eine Filmkatastrophe handelt, erfahrt ihr hier:

Kurzinhalt und Trailer:

Ein fatales Erdbeben verwüstet den US-Bundesstaat Kalifornien. Mittendrin der Rettungshubschrauberpilot Ray (Dwayne Johnson), der seine Familie aus den Trümmern San Franciscos retten muss.

Meine Gedanken zum Film:

Eigentlich gibt es sich zu diesem Film nicht viele Gedanken zu machen. „San Andreas“ bietet dem Zuschauer genau das, was er sich von einem solchen Film versprechen darf: Rasante Action und spektakuläre Effekte. Gerade letztere sind insgesamt wirklich überzeugend umgesetzt, wenn auch das ein andere Hochhaus und hier und da eine Welle optisch nicht zu 100% gelungen sind.

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Ray ist fassungslos. Etwas Gewaltiges kommt auf die Menschen in San Francisco zu…

Im Vorfeld hatte ich viele Stimmen gehört, die dem Film ein eher enttäuschendes Zeugnis ausstellten. Zu vorhersehbar, zu kitschig, zu wenig charakterliche Tiefe bei den Figuren und zu wenig Realismus. Auch wenn ich diese Kritikpunkte nicht gänzlich wegdiskutieren kann, fand ich den Film trotzdem unterhaltsam. Ich finde es nur immer wieder erstaunlich, dass Leute die oben genannten Punkte kritisieren und mir dann erzählen wollen, wie grandios „Avengers: Age of Ultron“ doch eigentlich ist. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Auch wenn es brennt oder die Erde bebt. "The Rock" hat alles im Griff...

Auch wenn es brennt oder die Erde bebt. „The Rock“ hat alles im Griff…

Man muss sich darauf einstellen, dass man mit Dwayne Johnson einen Mann in der Hauptrolle hat, der einfach alles kann, stets weiß was zu tun ist und im Zweifelsfall minutenlang beim Tauchen die Luft anhalten kann. Genauso wenig sollte man hinterfragen, ob es moralisch bedenklich ist, wenn „The Rock“ seine eigentliche Rettungsmission mal eben vernachlässigt, um stattdessen lieber seine eigene Familie zu retten. Ist man dazu bereit, macht der Film durchaus Spaß.

Denn die Effekte sind wie bereits erwähnt wirklich gut und auch die Darsteller neben Dwayne Johnon machen einen soldiden Job. Außerdem hat mir an „San Andreas“ gefallen, dass man bewusst darauf verzichtet die Katastrophe aus der Perspektive mehrerer Protagonisten zu zeigen. Der gesamte Film konzentriert sich auf Ray und seine Familie und verliert sich daher nicht in Nebenhandlungen. Trotzdem werden die für die übrigen Menschen verheerenden Folgen der Naturkatastrophe durch etliche Szenen durchaus deutlich gemacht. Und dazu benötigt der Film keine großen, traurigen Kinderaugen, die ihren Eltern zusehen wie sie in die Tiefe stürzen.

Bei aller Unterhaltung gab es aber auch ein paar Punkte, die das Vergnügen ein wenig trübten. So fand ich beispielsweise die beiden Brüder Olli (Art Parkinson) – den neunmalklugen und vorlauten jünegeren – und den älteren Ben (Hugo Johnstone-Burt) ebenso nervig wie Dwayne Johnsons zum Teil doch sehr platte Einzeiler. Und auch wenn ich weiter oben die Vohersehbarkeit der Handlung und die schablonenartigen Figuren verteidigt habe, fällt es dadurch letztendlich doch schwer „San Andreas“ als richtigen guten Film zu bezeichnen.

Auch in "San Andreas" ist das T-Shirt von Dwayne Johnson wieder etwas um die Brust herum. Gegen die Kraft der Natur ist aber auch er machtlos.

Auch in „San Andreas“ ist das T-Shirt von Dwayne Johnson wieder etwas eng um die Brust herum. Gegen die Kraft der Natur ist aber auch er machtlos.

Am Ende des Films bleibt uns die Erkenntis, dass nicht der Mensch die Natur beherrscht, sondern die Natur den Menschen. Staudämme und Hochhäuser zerbröseln wie Butterkekse und selbst ein Mann wie Dwayne Johnson hat dieser Kraft nichts entgegen zu setzen.

Fazit:

San Andreas“ bietet Spektakel und Sensationsbilder und offenbart welche immensen Kräfte in der Natur schlummern. Die Handlung und die Figuren sind allerdings zweitrangig und beliebig austauschbar, sodass der Zuschauer kaum emotional in die Geschichte eingebunden wird. Dafür wird er in ungläubiges Staunen versetzt, wenn sich plötzlich die Erde auftut und gigantische Wellen über die Stadt herfallen. Unterhaltsames Popcorn-Kino eben. Aber ich finde, dass darf es durchaus auch mal sein, oder? 🙂

Meine Wertung: Note 3 (in Sternen 6/10)

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Vielen Dank!

Bildquelle: warnerbros.com

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9 Antworten zu “Filmkritik: San Andreas

  1. Auch wenn das untertitelnd der Bilder im Stil von Boulevardmedien bestimmt Spass macht, finde ich Bilder die das Format des Textes beeinflussen störend.
    Und Filmtitel in Anführungszeichen und Kursiv ist doppelt gemoppelt.^^

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  2. Tja, ich habe den Film heute zusammen mit meinem Sohn im Kino angesehen und muss sagen, wir waren beide doch ziemlich enttäuscht.

    Wir empfanden ihn beide als seelenlos und blutleer und auch von der Action her wurden wir einfach nicht mitgerissen.
    Sicher, von den bombastisch aufgetragenen Special Effects (die aber in der Umsetzung durchaus Schwächen hatten) wurde man natürlich beinahe erschlagen, aber genau damit hat man es dann auch leider zu kräftig übertrieben.

    Erst schafft man es in letzter Sekunde gerade noch die Tsunami-Wellenfront hinauf, dann taucht in allerletzter Sekunde noch direkt vor einem ein riesiges Containerschiff auf, dessen Schiffsschrauben man dann gerade noch im aller-aller-letzten Moment entkommt, um dann aber beinahe von herabfallenden Containern zermatscht zu werden?
    Weniger ist manchmal mehr!

    Die Konzentration auf diese eine Familie empfand ich als überaus nachteilig, zumal trotz dieser Fokussierung die Zeit nicht genutzt wurde, um den Personen und deren Situation Tiefe zu geben.

    Da geschieht ein Erdbeben in LA und der ach so hochverdiente Rettungshubschrauberpilot fliegt völlig pflichtvergessen in einem ihm nicht gehörenden Rettungshubschrauber einfach mal eben so von LA nach SF, ohne dass er von seiner Basis in LA auch nur ein einziges Mal aufgefordert wird, Hilfe zu leisten oder zumindest deren Hubschrauber zurückzugeben?

    Und er selbst ist offensichtlich ja wohl völlig skrupellos und fliegt -ohne nach links oder rechts zu blicken- einfach drauf los, ohne auch nur ein einziges Mal Dritten zu helfen oder sich dem sich aufdrängenden moralischen Dilemma zumindest grundsätzlich zu stellen.

    Das macht die beiden Akteure nicht etwa unsympathisch, sondern -schlimmer!- einfach nur langweilig.
    Ein ganzer Film und eine riesige vom Erdbeben zerstörte Region, so viele Tote und Verletzte – und das alles nur als Ehetherapiestunde zur Rettung einer zerütteten Ehe?

    Aus dieser Thematik und speziell aus diesem Budget hätte man ja so viel mehr machen können.

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    • Hallo Frank,

      Ich kann dir in keinem der aufgeführten Punkte widersprechen. Vor allem Rays Pflichtbewusstsein ist schon bedenklich. Daher verstehe ich schon, dass ihr enttäuscht wart. Ich persönlich war es wie bereits erwähnt nicht und habe mich gut unterhalten gefühlt. Deine Kritik kann ich aber nachvollziehen. Liebe Grüße,
      Ma-Go

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  3. Mir persönlich gefallen die Bilder und deren Untertitel, vor allem das eine mit dem „eng liegenden T-Shirt“. ^-^
    Deine Bewertung klingt ziemlich professionell, beim Lesen kam mir vom Schreibstil her kein Unterschied wie bei denen von Filmstarts.de & Co. 😉
    Ich selbst bin ja ein großer Fan von Special-Effects und epischen Bildern (Heißt das so? Ich kenn mich nicht wirklich gut aus o.O), und weil du „San Andreas“ eben für solche Leute wie mich empfohlen hast, und ich eh schon im Sinne hatte, diesen Film mit meinen Freunden zu gucken, mache ich das jetzt einfach. Also nicht jetzt, sondern irgendwann mal…

    Auf jeden Fall weiter so..! (Thumb up)

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    • Solche Leser gefallen mir und sind hier natürlich gerne gesehen 😉 Vielen Dank für die lobenden Worte! Es freut mich natürlich sehr, wenn mein Geschreibsel hier auch tatsächlich jemanden interessiert und weiterbringt. Ich hoffe dir gefällt der Film. Wenn nicht, nehme ich natürlich von meiner Empfehlung wieder Abstand 😛 Lass mich wissen, wie er dir gefallen hat.
      Ich hoffe du schaust in Zukunft häufiger hier vorbei. Liebe Grüße, Ma-Go

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  4. @ Frank

    natürlich ist dies alles überzogen. Mehr erwartet man von Popcornkino heute auch nicht mehr. Das auch nicht alles logisch erscheint, wie du bereits aufgezählt hast, grenzt schon an selten dämlicher Filmkunst.

    Allerdings zu sagen er fliegt nur drauf zu, ohne links oder rechts zu schauen, und es würde ihn unsympathisch machen ist meiner Meinung nach stark übertrieben. Ich würde ja mal gerne sehen wie du dich in so einer Situation verhältst, wenn deine noch Ehefrau im obersten Stock eines Hochhauses festsitzt und du dann später erfährst deine Tochter steckt in ner Tiefgarage fest, eingeklemmt in einem Fahrzeug.

    Würdest du hier mal eben anhalten um fremde zu retten wenn du dadurch die Chance verspielst deine Familie zu retten? Würdest du einfach weiter zu deinem Rettungseinsatz fliegen wenn deine Frau gleich abkratzt und du sie noch retten kannst? Ich glaube nicht!

    Diese Scenen sind näher an der Realität, näher am menschlichen Verhalten, als würden sie ne Mutter Teresa im Film verwenden die an jeder Ecke stehen bleibt. Das wurde den Film noch schlechter machen als er eh schon ist, auch wenn die Effekte natürlich in meinen Augen überragend sind und hier glaube ich sogar noch nichtmal großartig übertrieben wurde zu was unsere Natur fähig ist.

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  5. Das ist eine wirklich gut geschriebene Kritik und ich stimme in nahezu allen Punkten zu. Das ist ganz leichte Kino-Kost und sie hat definitiv ihre Berechtigung.
    Es darf aber auch immer zwei Meinungen geben. Ich verstehe alle, die sagen, dass das zu wenig Inhalt und zu viel vom Rest war. Man kann es ja nicht jedem recht machen. Der Film ist halt echt für Dwayne Johnson gemacht. Ich mochte den Film auch sehr, allerdings war er das Eintrittsgeld nicht wert.

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