Filmkritik: Die Frau in Gold

Die Frau in Gold

Drama; 2015

Mit Helen Mirren, Ryan Reynolds

Woman in Gold - Poster

Hallo Filmfreunde,

nach „The Avengers: Age of Ultron„, „Fast and Furious 7“ und „Mad Max: Fury Road„, war es jetzt mal wieder an der Zeit für einen etwas ruhigeren Film. Vor kurzem noch im Rahmen der Berlinale zu sehen, kommt das Drama „Die Frau in Gold“ mit Helen Mirren nun am 04.06.2015 in die deutschen Kinos. Ob sich der Ticketkauf meiner Meinung nach lohnt, erfahrt ihr hier:

Kurzinhalt und Trailer:

Die Holocaust-Überlebende Maria Altmann (Helen Mirren) kämpft 50 Jahre nach ihrer Flucht in die USA vor Gericht darum, das Porträt ihrer Tante zurückzubekommen, das während des zweiten Weltkriegs von den Nazis beschlagnahmt wurde.

Meine Gedanken zum Film

Eigentlich liegt dem Film mit dem auf Tatsachen beruhenden Fall der Maria Altmann eine ausgesprochen interessante und gleichzeitig brisante Thematik zu Grunde. An Helen Mirrens Figur wird mal wieder deutlich, dass der Schrecken des zweiten Weltkriegs für viele Betroffene noch nicht verjährt ist und die Folgen noch bis heute nachhallen. Durch zahlreiche Rückblenden ins Wien der späten 1930er und frühen 1940er Jahre, erhält der Zuschauer verstörende Einblicke in das Leben der jüdischen Bevölkerung unter dem NS-Regime. Anhand passend ausgewählter Episoden wird deutlich, wie das Wirken der Nazis Marias Familie zerstört und um ihren Besitz bringt

Rückblende in Sepia: Maria muss mit ihrem Mann vor den Nazis fliehen.

Rückblende in sepia: Die junge Maria muss mit ihrem Mann vor den Nazis fliehen.

Gleichzeitig porträtiert der Film den Charme und den künstlerischen Reiz der österreichischen Hauptstadt in der Vergangenheit und der Gegenwart. Der Haupthandlungsstrang ist jedoch ein leider ziemlich langatmig erzähltes Justizdrama, welches dem interessanten Grundthema leider nicht gerecht wird. Hier und da etwas zu viel Kitsch und eine vereinfachende Schwarz-Weiß Malerei, lassen ein komplexes Problem zu Weilen wie eine Banalität erscheinen. Die juristische Frage nach dem rechtmäßigen Besitzer der besagten Kunstwerke, überlässt der Film nicht dem Gericht, sondern beantwortet diese bereits sehr früh einfach selbst: Die Bilder gehören Maria Altmann. Punkt. Diskussionen sind nicht erwünscht. Den juristischen Schritten und Anhörungen vor den verschiedenen Gremien und Gerichten fehlen dann die nötige Emotionalität und Spannung und so folgt der Zuschauer den beiden Hauptfiguren von Verhandlung, zu Verhandlung, zu Verhandlung.

Ryan Reynolds und Helen Mirren kämpfen vor Gericht. Daniel Brühl ist auch dabei...

Ryan Reynolds und Helen Mirren kämpfen vor Gericht. Daniel Brühl ist auch dabei…

Obwohl „Die Frau in Gold“ mit Helen Mirren und Ryan Reynolds in den Hauptrollen eigentlich hochkarätig besetzt ist, gelingt es dem Film auch auf dieser Schiene nicht so richtig zu punkten. Während Reynolds über den gesamten Film eher blass bleibt und nicht so recht in die Rolle des jungen Anwalts Randol Schoenberg passen will, spielt Helen Mirren, die ich eigentlich als Schauspielerin sehr schätze, für meinen Geschmack zu schrill und dramatisch. Gerade die Schlussszene wirkt beinahe schon lächerlich kitschig und deplatziert, was zugegebener Maßen nicht nur an Mirrens Performance liegt.

Fazit:

Der Film hat wirklich gute Ansätze und Ideen, wird dem komplexen juristischen Problem und der interessanten geschichtlichen Vorlage aber leider nicht gerecht. Der Film pendelt geschickt zwischen historischem Familien- und aktuellem Justizdrama hin und her, verpasst es aber leider in den entscheidenden Momenten Spannung aufzubauen und Kitsch zu vermeiden. Meine Wertung: Note 3-4 (in Sternen 5/10)

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Vielen Dank!

Bildquelle: The Weinstein Company

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4 Antworten zu “Filmkritik: Die Frau in Gold

  1. Habe den Film ob seiner Thematik schon lange vorgemerkt. Bin gespannt, ob ich danach Deine Meinung teile.

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  2. Ich hab ihn gestern in der OV-Sneak gesehen… also ich fand ihn richtig gut! Es dauert ja noch etwas bis ich bei der Kritik angelangt bin, aber ich glaube das er bei mir im oberen Drittel bei der Bewertung zu finden ist…

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Meine Kino-Hitlist 2015 (Plätze 40-21) | Ma-Go Filmtipps

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