Filmkritik: Mad Max: Fury Road

Mad MaxMad Max: Fury Road

Action; 2015

Mit Tom Hardy und Charlize Theron

Hallo Filmfreunde,

zu Beginn des Jahres hatte ich eine Liste mit meinen 10 Kino-Highlights des Jahres erstellt, auf der natürlich auch der vierte Teil der berühmten „Mad Max“ Reihe zu finden war. Obwohl mittlerweile schon eine Menge über den Film gesprochen und geschrieben wurde, muss natürlich auch ich hier noch meinen Senf dazu abgeben. Ob ich mich den allgemeinen Lobeshymnen anschließen kann, erfahrt ihr hier:

Kurzinhalt und Trailer:

In der postapokalyptischen Zukunft ist die Zivilisation längst zusammengebrochen und die Welt fast vollständig zu einer einzigen Wüste verkommen. Die Kriegerin Furiosa (Charlize Theron) befreit fünf Frauen aus den Fängen des bösen Tyrannen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) und will mit ihnen Richtung Heimat entkommen. Auf der Flucht vor Immortan Joe treffen die Frauen auf Max (Tom Hardy), der sich zunächst unwillig den Frauen anschließt.

Meine Gedanken zum Film:

Was ist man doch nicht immer skeptisch wenn es um Fortsetzungen geht. Im Falle von „Mad Max: Fury Road“ waren die meisten Zweifel jedoch unbegründet. Denn bei diesem vierten Teil, bei dem wie bei den ersten drei Filmen auch wieder George Miller auf dem Regiestuhl Platz nahm, handelt es sich meiner Meinung nach um den (bisher) besten Teil der Reihe.

Dabei greift Miller im Wesentlichen auf altbekannte Elemente zurück: Das aus den vorgängern bereits bekannte „Wasteland“ ist auch hier wieder der Schauplatz der Geschichte. Allerdings ist der Film auf Grund der zur Verfügung stehenden Technik wesentlich packender und bildgewaltiger inszeniert und versetzt den Zuschauer dadurch von der ersten Sekunde an mitten in die Action. Auf der offiziellen Seite des Films findet ihr übrigens eine lustige kleine Spielerei: Den Fury Filter. Dort könnt ihr mit Hilfe eines speziellen Filters eure eigenen Bilder hochladen und in den coolen Mad Max Look umwandeln. Probiert das echt mal aus!

Fury Filter: Ticket

Kinoticket unter dem Fury-Filter 🙂

Neben den grandiosen Bildern lebt der Film vor allem von den irren Stunts und den Actionszenen, die wirklich fast 80% des Films ausmachen und die „Fast and Furious 7“ wie ein gemütliches Cruisen durch die Innenstadt darstehen lassen. Diese sind toll choreografiert und umgesetzt, sodass der Film trotz des Mangels an Dialogen (und wenn man ehrlich ist auch an Handlung) zu keiner Zeit langweilig wird.

Max in Trouble...

Max in Trouble…

Das liegt auch an der Leistung von Tom Hardy als Max Rockatansky, der die Rolle von Mel Gibson übernahm und den ich auf Grund seiner Physis und Präsenz sogar für den besseren Max halte. Allerdings spielen da natürlich Sympathiewerte auch eine kleine Rolle 😉

Auf jeden Fall finde ich, dass Max‘ innere Qualen und auch seine angeschlagene Psyche viel greifbarer sind, als das in den Filmen mit Mel Gibson der Fall war. Doch obwohl Tom Hardy in seiner Rolle durchaus glänzen kann, stielt ihm eine Figur ganz klar die Show.

Die eigentliche Anführerin der Gruppe und damit die heimliche Hauptfigur des Films ist nämlich Imperator(in) Furiosa (Charlize Theron). Auch wenn einige Männerrechtler empört darauf reagierten, dass „Mad Max“ quasi zum Sidekick einer Frau dekradiert wird, habe ich mich sehr darüber gefreut auch mal eine starke Frau in einem Hollywood-Film zu sehen. Sorry Jungs! Und damit meine ich nicht nur physisch stark wie z.B. Black Widow in „The Avengers: Age of Ultron„. Nein, Furiosa bekommt durchaus das eine oder andere Mal eins auf die Fresse. Im Gegensatz zu vielen anderen weiblichen Figuren, hat Furiosa aber ein deutliches Profil und ein klares Ziel und ist damit die mit Abstand interessanteste Figur des Films. Wenn man es genau nimmt ist sie für die Handlung sogar wesentlich wichtiger als Max selbst, den man eigentlich durch einen anderen Krieger ersetzen könnte.

Charlize Theron sieht auch dreckig, ohne Haare und mit nur einem Arm toll aus...

Charlize Theron sieht auch dreckig, ohne Haare und mit nur einem Arm toll aus…

Fazit: Und jetzt das große „Aber“ …

Trotz der grandiosen Stunts, der Bildgewalt und der packenden Action, hätte ich mir unter dem Strich dann doch ein wenig mehr Handlung gewünscht. Wie bereits erwähnt wird der Film zu keiner Zeit langweilig, hat tolle Schauspieler in den Hauptrollen und ist insgesamt wirklich gut gemacht. Dennoch habe ich, wie übrigens in den alten Filmen auch, Einblicke in die postapokalyptische Welt vermisst. Gerade über das Leben der Menschen unter der Tyrannei des gruseligen Herrschers Immortal Joe, hätte ich gerne etwas mehr erfahren. George Miller setzt in seinen Mad Max Filmen den Schwerpunkt jedoch auf das Visuelle und die Action. Das funktioniert ohne Frage. Nur bleibt „Mad Max: Fury Road“ so für mich ein wirklich guter, aber eben kein sehr guter Actionfilm.

Meine Wertung: Note 2 (in Sternen 8/10)

Zum Schluss mein Tipp für die Unentschlossenen: Die alten Filme vorher anschauen oder nicht?

Diese Frage hatte ich mir vor dem Kinobesuch gestellt und sie für mich mit „Ja“ beantwortet. Auch wenn man dem Film inhaltlich problemlos auch ohne „Mad Max“-Vorkenntnisse folgen kann, empfehle ich trotzdem die alten Filme zur Einstimmung anzuschauen. Auf diese Weise fiel es mir glaube ich leichter, mich auf die im Film päsentierte Welt einzulassen, weil ich einfach wusste was mich erwartet. Außerdem dient gerade „Mad Max – Der Vollstrecker“ (Teil 2) als idealer Selbsttest. Wer den Film mag, wird „Mad Max: Fury Road“ lieben. Wer ihn hingegen zu verrückt und überdreht findet, sollte lieber einen Bogen um das Kino machen.

Ach ja, wenn ihr euch für einen Kinobesuch entscheidet: Das 3D ist sicher nicht übel, kann man sich aber auch sparen.

Was sagt ihr zum Film?

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Und eure bearbeiteten Fury-Filter Bilder dürft ihr natürlich auch gerne auf meiner Facebook-Seite posten.

Vielen Dank!

Bildquelle: http://www.madmaxmovie.com/

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17 Antworten zu “Filmkritik: Mad Max: Fury Road

  1. Da bin ich mal gespannt. Habe die alten Filme noch nicht gesehen (oder kann mich nicht mehr an sie erinnern), von daher gehe ich – falls ich in Mad Max gehe und nicht in einen anderen – ganz ohne Vorwissen oder Vergleichsmöglichkeiten hinein.

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  2. Also, ich hatte nur den ersten Teil gesehen, bevor ich „Mad Max: Fury Road“ geguckt habe. Nachträglich habe ich jetzt den zweiten Teil gesehen, der dritte Teil steht bereits auf meiner Liste 😉 Ich denke, man versteht den Film auf jeden Fall auch ohne Vorkenntnisse, aber ich fand’s ganz hilfreich, Max‘ Vorgeschichte zu kennen, das gibt einfach noch einen kleinen Mehrwert, weil man über ihn in „Fury Road“ kaum etwas erfährt.

    Den zweiten Teil vorher zu schauen ist sicher auch nicht verkehrt, um sich schonmal auf die Atmosphäre einzustimmen und Max‘ zunehmenden Verlust an Menschlichkeit besser nachvollziehen zu können.

    +++Spoiler+++

    Dass Max und die Frauen am Ende wieder zurückfahren und den ganzen Weg quasi völlig umsonst gefahren sind, symbolisierte für mich hervorragend, wie vollkommen absurd die Welt geworden ist. Da hätten Albert Camus („Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“) und Ionesco („Die Nashörner“, „Die kahle Sängerin“, etc.) sicher ihre helle Freude daran gehabt.

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  3. „Back Widow“ 😉
    Und 8 Sterne, Verlässt da etwa jemand sein Schulnotensystem?
    Der Kurzinhalt erzählt ja den halben Storyarc.

    Inhaltlich bietet Fury Road deutlich mehr Endzeit als die alte Trilogie. er macht es nur weniger offensichtlich. Und in den letzten Jahren erschien kein vergleichbarer Film in dem Genre.

    „Darüber hinaus fand ich die Story und Themes des Films sogar erstaunlich tief für einen Action Film. Sklaverei, Unterdrückung, Körper als Eigentum, ein totalitäres Regime in einer Welt, in der man nur davon definiert wird, was man einer Gesellschaft zu bieten hat, religiöser Fanatismus, Gehirnwäsche, etc. Alles Themen, die man in einem normalen Actionfilm eigentlich nicht so findet.“ (Night Hunter Gamepro Forum)
    Je nach dem, wie deine inhaltliche Kritik am Film gemeint war.

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    • Danke für den dezenten Hinweis. Da war der Tippfehlerteufel mal wieder fleißig am Werk.

      Die inhaltlichen Punkte sind wie schon im zweiten Teil durchaus vorhanden. Ich finde nur, dass der Film diese zu oberflächlich präsentiert, bzw. nur andeutet. Die Welt, in der die Figuren leben, hat so viel erzähltechnisches Potential, das aus meiner Sicht nicht genug ausgeschöpft wird. Das war im zweiten Teil schon so und hier noch viel krasser. Zumindest ging es mir so.

      Zur Bewertung: Euch ist das also aufgefallen, ja? 😉
      Ich behalte die Schulnoten natürlich weiterhin bei, habe mein System aber leicht modifiziert. Ich mache dazu demnächst einen kurzen Erläuterungsartikel 🙂

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  4. christianneffe

    Für mich war das Maß an Story in diesem Film genau richtig. Gerade Actionfilme haben ja das Problem, dass sie viel an Tempo verlieren und möglicherweise ein wenig gestreckt wirken, wenn zu viel Handlung vorhanden ist (siehe The Raid 2). Kann den Kritikpunkt aber verstehen, ist halt Geschmackssache 😉

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  5. Ich finde – gerade, nachdem ich den Film noch ein zweites Mal gesehen habe -, dass der Film eigentlich schon viel Inhalt hat, was freilich nicht mit „Plot“ gleichzusetzen ist. Wie Quadrataugenrunde oben zitiert: es gibt einfach sehr viele Themen, die hier angeschnitten werden, und weitaus tiefgehender, als in vielen anderen Actionkrachern. Die Handlung ist schnell erzählt, aber dahinter steckt sehr viel.

    Aber soo weit auseinander liegen wir ja auch gar nicht mit unserer Einschätzung. 😉 Ich finde interessant, dass dir Tom Hardy besser als Mel Gibson gefällt. Das muss ich glatt nochmal austesten; ich habe nämlich die alte Filme vorher nicht nochmal angesehen. Damals fand ich Mel Gibson ja schon toll (inzwischen mag ich ihn nicht mehr so), aber Tom Hardy ist grandios! Immer!

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  6. Hallo 🙂
    ich habe natürlich die alten Filme nicht gesehen und hatte auch wenig Ambition diesen zu sehen (bin aber mal wieder mitgeschleppt worden), bin im Endeffekt doch aber relativ positiv überrascht worden vom Film. Für mich als Nichtkenner der ursprünglichen Filme fehlen eindeutig ein paar Hintergrundinformationen. Ich meine die Welt ist ja nicht ohne Grund so geworden und gerade mit Maxs Visionen konnte ich halt überhaupt nichts anfangen. Vielleicht sollte ich mich dann doch einmal den alten Filmen zu wenden.
    Ich glaube über das Maß an Handlung lässt sich streiten. Es hätte noch einmal weniger sein können, dann wären weniger Fragen offen geblieben, es hätte aber durchaus etwas mehr sein können, um gerade die offenen Fragen zu beantworten. Das war eine ziemliche Gradwanderung, aber im Endeffekt bin ich froh, dass sie nicht zu viel Handlung mit hineingenommen haben, denn dann wären viele coole Actionszenen gekürzt worden.
    Meine Kritik folgt in den nächsten Tagen 😉

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  11. Ja na klar, der Film hat nicht wirklich viel Handlung, aber komischerweise hat mich das hier – wie schon bei „Dredd“ – gar nicht wirklich gestört, sondern kam mir hier eher wie ein positives Beispiel für „Weniger ist mehr“ vor. Sicherlich hätte man die Gesellschaft der apokalyptischen Zukunft mehr beleuchten können, hätte man mehr über Max erfahren können oder die Ursprünge der Warboys zeigen können. All das hätte in meinen Augen aber nur vom großartigen Spektakel abgelenkt, das der Film letztlich geworden ist.
    Meine ausführlichere Meinung hab ich hier aufgeschrieben:
    https://uebelator.wordpress.com/2016/01/11/mad-max-fury-road/

    Gefällt 1 Person

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