Filmkritik: The F-Word: Von wegen gute Freunde!

The F-Word: Von wegen gute Freunde

Liebeskömödie; 2013

mit Daniel Radcliffe, Zoe Kazan

Hallo Filmfreunde,

kennt ihr das, wenn ihr erwartungsfroh in der Sneak Preview sitzt und euch denkt: „Mensch, heute hätte ich mal so richtig Lust auf eine schöne romantische Komödie.“ Nein? Ich auch nicht. Trotzdem möchte ich mich an dieser Stelle gegen das Vorurteil wehren, dass Männer das Genre der Rom-Com von vorne rein ablehnen und Filme dieser Art aus Prinzip schlecht reden. In der richtigen Stimmung können nämlich auch gut gemachte Liebeskomödien unterhaltsam sein. Ob „The F-Word“ dazu gehört, erfahrt ihr hier.

Kurzinhalt und Trailer:

Der in der Liebe glücklose Wallace (Daniel Radcliffe) verliebt sich auf einer Party in die hübsche Chantry (Zoe Kazan). Diese steckt jedoch seit fünf Jahren in einer Beziehung und sieht in Wallace lediglich einen guten Freund. Eine verzwickte Situation, in der sich beide über ihre Gefühle klar werden müssen.

Meine Gedanken zum Film:

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum. Das erste was mir zu „The F-Word“ in den Sinn kommt, ist tatsächlich das F-Wort. Fuck, ist dieser Film schlecht!

Ich gebe ja zu, dass selbst gute Liebeskomödien, was den Plot angeht, in der Regel ziemlich vorhersehbar sind und häufig nach dem selben Grundprinzip verlaufen. Deshalb würde ich „The F-Word“ genau diesen Umstand auch nicht negativ ankreiden wollen.

Was mich den Film jedoch nur sehr schwer ertragen ließ, waren die absurd dummen Dialoge, von denen verständlicher Weise keiner im oben verlinkten Trailer gezeigt wird. So wird fröhlich über Reste von Exkrementen in den Körpern toter Promis geplaudert, über den Nährstoffgehalt des eigenen Kots gefachsimpelt oder über die Tatsache philosophiert dass Bedienungsanleitungen genauso wenig „gefingerpoppt“ werden wollen wie Frauen.

Ebenso schwer nachzuvollziehen ist an einigen Stellen die Handlung, die selbst für das Genre mal zu abgedreht, mal zu kitschig und dann wieder tatsächlich realistisch ist. Es passt einfach alles von vorne bis hinten nicht zusammen.

Welchen Sinn beispielsweise eine Szene hat, in der Wallace bester Freund (mit angezogener Hose) Sex am Frühstückstisch hat, während Wallace seelenruhig daneben sitzt und isst, bleibt für mich ein Rätsel. Von den Dialogen der beiden erregten Gemüter während des Aktes will ich erst gar nicht anfangen. Einen kleinen Teil dieser Szene finden wir übrigens als Eröffnungsszene des Trailers.

Ebenso findet man quer über den Film verteilt einige Slapstick-Elemente, die unter gewissen Umständen amüsant sein können. Wir haben einen Mann, der aus dem Fenster stürzt, eine Frau, die sich in einem Kleid verfängt und sich nicht mehr befreien kann und eine betrunkene Latina, die rückwärts die Treppe herunterstürzt. In diesem Film jedoch wirkten die genannten Szenen auf mich jedoch alles andere als witzig.

An einer Stelle des Film entschuldigt sich Wallace bei Chantry für eine gleich folgende peinliche Szene, als plötzlich Wallace Exfreundin auftaucht. Was dann folgt ist tatsächlich eine peinlich Szene, in der die bereits genannten dummen Dialoge ihren Höhepunkt erreichen.

Ich denke ihr merkt worauf diese Kritik hinausläuft. Allerdings möchte ich noch betonen, dass mir die beiden Hauptdarsteller Daniel Radcliffe und Zoe Kazan wirklich leid tun. Die beiden machen den Umständen entsprechend ihre Sache wirklich gut. Doch das Drehbuch und vor allem die Dialoge sind einfach zu schlecht, als dass die beiden noch irgendwas retten könnten. Ein weiterer kleiner Pluspunkt erhält „The F-Word“, weil man bis zum Schluss nicht sicher sein kann, ob die beiden Protagonisten am Ende wirklich zusammenfinden oder wie z.B. in „500 days of summer“ (den ich übrigens sehr nett fand) eben getrennte Wege gehen.

Bleibt die Gretchenfrage, um die sich all das oben beschriebene rankt: Können Männer und Frauen wirklich einfach nur Freunde sein? Aus meiner persönlichen Erfahrung muss ich die Frage mit einem eindringlichen „Aber Selbstverständlich!“ beantworten, da zwei meiner engsten Freundinnen eben Frauen sind. Trotzdem verstehe ich, wenn diese Situation in Filmen wie z.B. dem Klassiker „Harry und Sally“ als problematisch dargestellt wird. In „The F-Word“ ist diese Frage jedoch eigentlich hinfällig, da einer der beiden handelnden Personen bereits von Beginn an in den anderen verliebt ist. In diesem Fall ist eine funktionierende Freundschaft aus meiner Sicht auf jeden Fall ausgeschlossen.

Fazit:

Gute Schauspieler können einen schlechten Film in den seltensten Fällen retten. So auch hier. Lächerliche Dialoge, absurde Szenen und eine vollkommen misslungene Balance zwischen Komik und Tragik lassen den Film so dahin plätschern, ohne dass der Zuschauer sich emotional in die Handlung oder die Figuren hineinversetzen kann.

Meine Wertung: Note 4-5

P.S: Den Film habe ich in weiblicher Begleitung gesehen. Und die Dame fand ihn noch schlechter als ich…

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10 Antworten zu “Filmkritik: The F-Word: Von wegen gute Freunde!

  1. Öha, da kam ich zu einer ganz anderen Wertung: https://singendelehrerin.wordpress.com/2015/04/04/what-if-dt-the-f-word-von-wegen-gute-freunde-michael-dowse-irlandkanada-2013/

    Vielleicht liegt’s aber auch ein bisschen an der Synchro? Ich hab den Film im Original gesehen und fand die Dialoge eigentlich ganz witzig.

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  2. Pingback: Mein Kinojahr: April | Ma-Go Filmtipps

  3. Okay, auch wenn meine Kritik etwas netter ausfällt, gebe ich Dir was Kumpel Allan und seine Gesprächsthemen angeht Recht. Ich finde die auch mehr als unterirdisch, allerdings gehören sie für mich nicht zur eigentlichen „Love-Story“, die ich dann doch irgendwie davon lösen konnte. Aber selbstredend gehören auch Allans Konversationen zum Film und ich kann nachvollziehen, wenn man den deshalb abwertet.

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