Filmkritik: Kingsman: The Secret Service

Kingsman: The Secret Service

Action-Komödie; 2015

mit Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson

Hallo Filmfreunde,

bereits vor einigen Tagen habe ich in der Sneak den Film Kingsman: The Secret Service gesehen. Einen Film, für den ich wahrscheinlich nach Sichtung des Trailers nicht ins Kino gegangen wäre. Nun habe ich ihn doch gesehen und mittlerweile einige gute Kritiken und Kommentare dazu gelesen. Ich selbst habe ein paar Tage gebraucht um zu entscheiden, ob mir Kingsman nun gefallen hat oder nicht. Zu welchem Ergebnis ich gekommen bin erfahrt ihr hier:

Kurzinhalt und Trailer

Eine streng geheimer britischer Geheimdienst rekrutiert den jungen Tunichtgut Eggsy (Taron Egerton) für die Ausbildung zum Agenten. Mitten in der Ausbildung tritt der Superschurke Valentine (Samuel L. Jackson) auf den Plan. Können die Agenten von Kingsman ihm das Handwerk legen und die Welt retten?

Meine Gedanken zu Film

Nachdem ich mich in meinem letzten Artikel Gedanken zu Begriffen wie Verarschung, Parodie und Hommage gemacht habe, passt es ja ganz hervorragend hier einen davon einzustreuen. Kingsman ist nämlich eine recht unterhaltsame Hommage an die alten James Bond Filme. Ich denke, Kingsman ist einer dieser Filme, die am besten wirken, wenn man möglichst wenig darüber weiß. Deshalb versuche ich meine Kritik dazu auch eher kurz und knapp zu halten.

Wenn ich an James Bond denke, denke ich zugegebener Maßen als erstes an Daniel Craig. Hier sind aber die klassischen James Bond Filme gemeint. Bei diesen Filmen kommen mir Schlagworte wie Superschurken, lässige Sprüche in perfektem Oxford-Englisch und coole Agentenausrüstungen in den Sinn. All das nimmt Kingsman auf und vermischt diese klassischen Elemente des Agentenfilms mit einer gehörigen Portion an Kampfszenen und (blutigem) Gemetzel. Daraus entsteht dann ein trotz der über zwei Stunden Laufzeit ziemlich kurzweiliger Streifen.

Der Film ist voll von Referenzen und Anspielungen auf andere Filme, was nicht nur bei Film-Fans für den ein oder anderer Schmunzler sorgt. Harry Hart (Colin Firth) meint an einer Stelle des Films, dass die alten Bond-Filme immer nur so gut waren wie ihr Schurke. Schaut man sich den Schurken in Kingsman genauer an, kann jeder für sich selbst relativ schnell entscheiden, ob man den Film mögen wird oder nicht. Man stelle sich einen verrückten Weltverbesserer und Interner-Milliardär vor, der Millionen unschuldiger Menschen töten will, selbst aber kein Blut sehen kann und Gewalt verabscheut. Die meiste Zeit tritt er in albernen Trainingsanzügen und/oder im Gangster-Look auf und hat zu allem Überfluss einen auffälligen Sprachfehler. Unter dem Strich also eine recht absurde Figur. Und genauso absurd ist der Film selbst dann auch. Wer bei der Personenbeschreibungen des Schurken Valentine die Stirn in Falten legt und die Nase rümpft, sollte von dem Film lieber die Finger lassen.

Es fällt jedoch schwer Kingsman die z.T. ziemlich absurde Story als echte Schwäche auszulegen, da der Film sich und das Genre offensichtlich nicht immer ernst nimmt. Das wird zum einen an der musikalischen Untermalung der Action und Kampfszenen, aber auch an einigen witzigen Dialogen deutlich, in denen klar wird, dass Kingsman eben nicht „einer dieser Filme“ ist.

Auch wenn es etliche amüsante und auch überraschende Momente im Film gab (ich danke da an die Szene in der Kirche, die ich einfach brillant finde!), wirkt der Film irgendwie überladen. Zu viele Andeutungen, zu viele Figuren, zu viel britische Eloquenz, zu viel Action, zu viel Absurdität. Dazu birgt der Film irgendwo zwischen all den genannten Aspekten auch noch eine versteckte politische Botschaft, die jedoch vollkommen im Feuerwerk an Gewalt und Action untergeht.

Fazit

Insgesamt recht unterhaltsames Popcorn-Kino, das jedoch hier da über das Ziel hinaus schießt. Kingsman: The Secret Service ist nicht unbedingt etwas für Freunde des klassischen Spionage-Films, in dem Sean Connery noch die Lizenz zum Töten hatte. Wer sich jedoch mit den genannten Absurditäten, mit handfester Action und Gewaltexzessen anfreunden kann, wird an dem Film seinen Spaß haben.

Meine Wertung: Note 2-3

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9 Antworten zu “Filmkritik: Kingsman: The Secret Service

  1. Kann die Einschätzung nachvollziehen, aber: Der Film entscheidet sich nicht, was er sein will: solide Hommage oder absurder Gewaltexzess, anarchistischer Spaß oder echter Thriller und am Ende noch ein Portiönchen American-Pie-Humor? Wir kamen damit nicht klar. (Podcast: http://schoener-denken.de/blog/kingsman/)

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    • Genau das meinte ich, als ich sagte mir kam es vor als wäre der Film überladen. Zu viel von allem, was zu einem ziemlich großen Durcheinander wird. 😉 Wie gesagt ich fand ihn trotzdem unterhaltsam und den „American Pie“-Niveau Gag am Ende fand ich um ehrlich zu sein recht amüsant 😀

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  2. Ich glaube, wenn man den Film nicht so ernst sieht, dann hat man wirklich Spaß. Wenn man schon einige Filme mit Colin Firth gesehen hat, dann hat man gleich doppelt Spaß. Der Kontrast zwischen den biederen, fast schüchternen Figuren, die er sonst so spielt, und dem eleganten englischen Powerpaket könnte nicht größer sein. Die Kirchenkampfszene war der absolute Wahnsinn. Nur, das was danach kam, hat mir dann nicht mehr so gefallen. Ein einfacher Schuss, was für ein unspektakulärer Abgang.

    Meine Rezension: https://filmkompass.wordpress.com/2015/03/17/kingsman-the-secret-service-2014/

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    • Gerade den Abgang fand ich total krass! Schon seit ich klein war hab ich mich immer gefragt, warum tötet der Böse die Helden nicht einfach? Warum erklärt er jetzt en detail den Masterplan? Egal ob bei den Power Rangers, den Turtles oder was auch immer. Als es bei Kingsman dann anders war, war ich schockiert und begeistert zur gleichen Zeit :O
      Und du hast natürlich recht. Man darf den Film natürlich nicht zu ernst nehmen. Immerhin ist es ja eine Bond-Verarschung 😛

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  6. den fand ich dafür beinahe perfekt,ich habe mich köstlich unterhalten gefühlt 🙂 !,habe jedoch dezente angst vor teil 2

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