Filmkritik: Whiplash

Whiplash

Musik/Drama, 2014

Hallo Filmfreunde,

heute gibt es eine kurze Kritik zu einem weiteren Oscar-Nominierten Film, der sich etwas im Schatten der großen Favoriten bewegt. Die Rede ist von Whiplash, einem Musik-Drama um einen ambitionierten Jazz-Drummer. Ob der Film meiner Meinung nach die Nominierung in der Kategorie Bester Film verdient und wie ich ihn sonst so fand erfahrt ihr hier.

Kurzinhalt und Trailer:

Der junge Jazz-Drummer Andrew (Miles Teller) möchte einer der größten Schlagzeuger seiner Zeit werden und ordnet dem Erfolg alles unter. Um in der angesehen Schulband zu spielen begibt er sich unter die Fittiche des tyrannischen Dozenten Fletcher (J.K. Simmons), der seine Schüler an die Grenze des Zumutbaren treibt, um das Maximale aus ihnen heraus zu holen.

Meine Gedanken zum Film:

Vor der Sichtung des Films war ich ziemlich skeptisch, da ich mit der Musikrichtung Jazz herzlich wenig anfangen kann. Und was soll man in einem Musikfilm, dessen Soundtrack einem nicht gefällt? Weit gefehlt! Dank der tollen Aufnahmen, des grandiosen Tons und Andrews intensiven Spiels beim Üben und bei der Probe, ist die Energie der Musik förmlich spürbar. Auch als Nicht-Jazz-Fan packt es einen da einfach irgendwann.

Neben dem coolen musikalischen Teil brilliert J.K. Simmons hier in seiner Rolle als charismatischer, gleichzeitig aber auch bedrohlich und einschüchternd wirkender Mentor Terrence Fletcher. Völlig zu Recht ist Simmons für den Oscar als Bester Nebendarsteller nominiert.

Durch seine enorme Ausstrahlung und Präsenz, so wie z.T. heftige verbale und physische Entgleisungen gegen seine Schüler, treibt er die Musiker an ihre körperlichen, psychischen und musikalischen Grenzen. Dabei verzichtet der Film (erfreulicher Weise) auf ein unnötiges Charakterportrait der Person Terrence Fletcher. Über den Mann hinter der Fassade erhält der Zuschauer nur sehr spärliche Informationen. Die wenigen vorhandenen reichen vollkommen aus.

Leider fallen die Szenen und Dialoge ohne Simmons und abseits der Bühne qualitativ etwas ab. Allerdings dauern diese nie sonderlich lange, da der Film sich jedes mal schnell wieder auf seinen eigentlichen Kern, die Musik, konzentriert.

Abgesehen von der Musik und einem herausragenden Nebendarsteller, ist Whiplash aber auch ein gut erzähltes Drama. Es geht um Träume, Ehrgeiz, Selbstverwirklichung und Leidenschaft bis hin zur Selbstaufgabe. Als Zuschauer weiß man bis zum Abspann nicht, ob man Andrew wünschen soll seinem Ziel wirklich näher zu kommen. Je besser er wird und je näher er dem großen Durchbruch kommt, desto mehr muss er von sich selbst aufgeben. Das Loslassen seines Traums, wäre für Andrew zwar ein Scheitern. Allerdings muss man sich die Frage stellen, wie viel seiner Persönlichkeit und seines Lebens man dem Erfolg und dem Erreichen seiner Ziele tatsächlich unterordnen sollte.

Fazit:

Whiplash ist ein klasse Musikfilm, ein gutes Drama und hat seine Nominierung als Bester Film durchaus verdient. Nach dem Kinobesuch war ich sowohl elektrisiert wie nach einem Konzert, aber auch nachdenklich wie nach einem guten Film. Lediglich die kleinen erzähltechnischen Schwächen abseits der Musikszenen und ohne J.K. Simmons sorgen für einen kleinen Punktabzug.

Meine Wertung: Note 1-2

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5 Antworten zu “Filmkritik: Whiplash

  1. Pingback: Mein Kinojahr: Februar | Ma-Go Filmtipps

  2. Für mich jetzt schon einer der Highlights des Jahres 2015. Und wirklich alle sind im Kino bis zum letzten Abspann sitzen geblieben! Das erlebt man auch nicht alle Tage.

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  3. heimkinotagebuch

    Schöne Kritik, der ich absolut beipflichten kann. Ein echtes Highlight auch für mich, der ich ebenfalls kein Jazzliebhaber bin. Der Film packt auch bei der zweiten Sichtung weiterhin enorm und das mach ihn für mich zu einem kleinen modernen Klassiker.

    Gefällt 2 Personen

  4. Pingback: Liebster Award (7) | Ma-Go Filmtipps

  5. Toller Film, den ich inzwischen schon ein drittes Mal angesehen habe und der auch beim wiederholten Schauen punktet.

    https://filmkalender.wordpress.com/2015/02/24/whiplash/

    Gefällt 1 Person

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