Filmkritik: Mortdecai – Der Teilzeitgauner

Mortdecai – Der Teilzeitgauner

Action-Komödie, 2015

Der Lebemann und Kunsthändler Charlie Mortdecai (Johnny Depp) ist in letzter Zeit finanziell gehörig in Schieflage geraten. Da kommt der Auftrag des MI-5 ein veschwundenes Goya-Gemälde zu finden und wieder zu beschaffen genau recht. Ärger ist dabei garantiert…

Nachdem meine letzten beiden Kritiken zu The Imitation Game und Birdman eher ausführlich waren, habe ich zu diesem Film eigentlich eher wenig zu sagen.

Wenn man sich den Trailer anschaut wird schnell deutlich, welche Art von Humor man in Mortdecai erwarten darf. Leider hat man die witzigsten Szenen dann auch schon gesehen. Die Komik des Films liegt fast ausschließlich in den Dialogen, allem voran natürlich in Mortdecais elaboriertem und vornehmen Gehabe. Lustige Szenen oder Handlungen wurden zwar eingebaut, allerdings zünden diese viel zu selten. Über Humor lässt sich bekanntlich nur schwer streiten. MICH hat der Film jedoch nur sehr selten zum Lachen gebracht.

Über Johnny Depps Performance in diesem Filme habe ich vor der Sichtung viel Widersprüchliches gehört. Insgesamt fand ich ihn eigentlich gut. Allerdings fällt es schon auf, dass er in den letzten Jahren scheinbar ständig die gleiche Rolle spielt. Nur das Setting scheint sich zu ändern. Da ein Vampir, hier ein Pirat, dann zur Abwechslung mal ein Indianer und nun also ein britischer Aristokrat. Bewegungen, Mimik und Gestik bleiben jedoch stets gleich. In Mortdecai kommt es zum Beispiel zu einer Fecht-Szene, die doch sehr stark an Jack Sparrows (fehlt da nicht irgendwo ein „Captain“?) Gehoppse erinnert. Obwohl ich großer Fan der Abenteuer des unfähigsten Piraten aller Zeiten bin, wirkt diese ständig wiederkehrende Figur spätestens in Mortdecai recht ermüdend.

Eine kleinere Rolle spielt übrigens auch Ewan McGregor als MI-5 Agent und Mortdecais persönlichem Kontrahenten. So gerne ich McGregor normaler Weise sehe, in dieser Rolle fand ich ihn total fehlbesetzt. Seine Figur ist zu keiner Zeit witzig und auch das Zusammenspiel mit Depp passt hinten und vorne nicht zusammen.

Wenn nun schon die Figuren nicht überzeugen können, muss zumindest ein pfiffiger Plot her. Leider sucht man diesen in Mortdecai ebenfalls vergeblich. Die Story plätschert so vor sich hin und hinterließ bei mir so manches Fragezeichen. Es wirkte fast so, als hätte man alles auf die Karte Johnny Depp gesetzt und sich über die eigentliche Jagd nach dem kostbaren Goya nur so mittelmäßig viele Gedanken gemacht.

Fazit: Ein paar Lacher sind schön und gut. Leider nutzt sich Johnny Depps Universal Charakter Captain Barnabas Tonto-Mortdecai langsam ab und kann die flache Story nicht auffangen. Dennoch ist es alleine Depps Performance, die den Film vor dem totalen Debakel bewahrt. Trotzdem ist Mortdecai unter dem Strich ein Film für die Tonne.

Meine Wertung: Note 4-5

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7 Antworten zu “Filmkritik: Mortdecai – Der Teilzeitgauner

  1. Pingback: Mein Kinojahr: Januar | Ma-Go Filmtipps

  2. Hm! Bei mir hat sich die Filmfigur „lustiger Johnny Depp“ noch nicht so abgenutzt wie wohl bei Dir – vielleicht wäre mein Urteil insgesamt da noch ein kleines Stückchen besser mit geworden.
    Aber trotzdem war es wohl nicht unbedingt ein grober Fehler, stattdessen in „John Wick“ zu gehen…

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  3. Ich kann dir da wirklich nicht beipflichten. Müsste ich dem Film eine Note geben, dann hätte er eine 2+ (1,7) bekommen, weil ich mich nie gelangweilt gefühlt habe und die Komödie sich nie überreizt hat, sich jedoch ein wenig mehr an der Handlung orientieren hätte können.

    Ich bin noch gespannt auf die originale englische Vertonung, die deutlich besser sein soll. Ich sag nur: „Sie tuen so charmant, aber sie sind es gar nicht!“ 😀 (sinngemäßes Zitat 😉 )

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  4. Der Humor kam wohl bei keinem an. Also die Kritiken zum Film sind sehr eindeutig.

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  5. Pingback: Die 10 schlechtesten Filme 2015 | Ma-Go Filmtipps

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