Filmkritik: Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis

Thriller, 2014

OT: Nightcrawler

Der nach Erfolg und Karriere strebende Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) sucht vergeblich einen Job, in dem er sich nach oben arbeiten kann. Eher zufällig entdeckt er den „Beruf“ des Nightcrawlers für sich und geht in seiner neuen Aufgabe voll auf. Diese besteht darin, möglichst schockierendes Videomaterial von Unfall- oder Tatorten zu beschaffen und an Nachrichtensender zu verkaufen. Um an die besten Aufnahmen zu kommen, ist er zu allem bereit.


Viele Kritiken und Rezensionen zu Nightcrawler loben Jake Gyllenhaals Performance als soziopathischer Lou Bloom. Auch wenn Gyllenhaal in seiner Rolle brilliert und uns einen der unangenehmsten Charaktere der letzten Jahre beschert, hat der Film mir aus einem anderen Grund gefallen.Nightcrawler ist ein herausragender Film, weil er es schafft den Medien und damit der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Alleine dadurch hebt er sich aus meiner Sicht vom Einheitsbrei Hollywoods ab.
Bereits zu Beginn des Films wird deutlich, dass es für Bloom keine Rolle spielt, welchen Job er ausführen soll. Es geht im ausschließlich um Anerkennung seiner Arbeit und die Möglichkeit in seiner Branche Karriere zu machen. Letztlich bieten die sensationsgeilen Medien ihm erst diese Gelegenheit. Was mich noch mehr schockierte als die Skrupellosigkeit mit der Bloom seiner Arbeit nachgeht, war die Freude der Redakteure über das quotenbringende Material, auf dem die toten oder verletzten Opfer von Verbrechen zu sehen sind. „Sex sells“ war gestern. „Blood sells“ ist die neue Formel für gewinnbringendes Fernsehen. Im Laufe des Films erhält man nebenbei auch einen Einblick in die Arbeitsweise der Sender, die durch gezielte Manipulation der Geräuschkulisse in den Beiträgen die Wirkung auf den Zuschauer beeinflussen. Zudem schüren die Moderatoren durch kleine und unscheinbare Anmerkungen Ängste und Gefühle bei den Zuschauern, die letztendlich nicht anders können als weiter hinzusehen.

Allerdings hat Nightcrawler auch ein paar Schönheitsfehler. So wirkt die Arbeit der Polizei in einigen Situationen unprofessionell und stümperhaft. Man fragt sich manchmal schon, wieso Bloom ungehindert Tatorte betreten und filmen kann, oder wie lange es dauert bis die Rettungsfahrzeuge an den Tatorten eintreffen. Ebenso wirken die Ermittlungen der Polizei gegen Bloom selbst halbherzig und inkonsequent.

Fazit: Schockierend, anders und extrem sehenswert. So würde ich Nightcrawler kurz und knapp zusammenfassen. Ein brillanter Jake Gyllenhaal und ein stark umgesetztes Thema machen den Film zu einem Highlight des Kinojahres 2014!

Meine Wertung: Note 1-2

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Alle bisher auf dieser Seite veröffentlichten Filmkritiken gibt es hier.

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Eine Antwort zu “Filmkritik: Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis

  1. Pingback: Die besten Filme 2014 (Plätze 5 – 1) | Ma-Go Filmtipps

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