Filmkritik: Die Mannschaft

Sportdokumentation, 2014

Kinostart: 13.11.2014

Die deutsche Fußballnationalmannschaft feiert bei der WM in Brasilien den vierten Weltmeistertitel und gewährt den Fans einen Einblick hinter die Kulissen.

Auch wenn das keine bahnbrechende Erkenntnis ist: Dieser Film ist nur etwas für echte Fußballfans. Wer die WM 2014 nicht oder nur sporadisch verfolgt hat, wird mit diesem Film absolut nichts anfangen können und braucht die folgende Kritik gar nicht zu lesen. Für alle anderen versuche ich als Fan den Film so objektiv zu bewerten wie es in diesem Genre möglich ist.

Der Fußballsommer 2014 war für mich ein absolutes Highlight. Tolle Spiele, tolle Abende und am Ende den Pokal bejubeln. Dementsprechend groß war die Vorfreude auf diesen Film. Die Fußball-WM noch ein mal erleben und dabei Einblicke ins Innenleben der Mannschaft und das ganze Drumherum bekommen. Leider wurde diese Vorfreude absolut enttäuscht…

Der Film besteht zu 90% aus offiziellem FIFA Bildmaterial, sodass so gut wie alle Bilder und Impressionen bereits während der WM gezeigt wurden. Jogi Löw alleine am Strand, Poldi und Co beim Kicken mit brasilianischen Kindern, Spieler-Selfies mit der Kanzlerin usw. All das haben wir während der Vorberichte zu den Spielen bereits gesehen. Ohne zu viel zu verraten die wenigen Highlights:

Hintergrund des „Freistoß-Stolperers“ von Thomas Müller

Christoph Kramer beim Ritual zum ersten Länderspiel

Spieler und Verantwortliche sprechen von der tollen Atmosphäre im Campo Bahia und von unvergesslichen gemeinsamen Abenden. Alles was der Zuschauer zu sehen bekommt, sind Spieler, die alleine entspannen und mit ihrem Handy beschäftigt sind. Einblicke in die Hausgemeinschaften oder die Tagesgestaltung abseits des Trainingsplatzes bleiben aus.

Die Zusammenschnitte der Spiele sind gelungen und verursachten bei mir wie beim Live-Spiel eine Gänsehaut. Der bearbeitete Ton, wenn der Ball an den Pfosten schlägt oder Spieler zusammenprallen (Neuer vs. Higuain) geben einem das Gefühl, mitten im Spiel zu sein. Allerdings ist das aus meiner Sicht auch der einzige positive Punkt an diesem Film.

Gerade wenn man den Film mit „Deutschland. Ein Sommermärchen“ vergleicht, wirkt „Die Mannschaft“ geradezu fifaesk steril und zensiert. Die Kabinenansprachen vor den Spielen (u.a. von Kapitän Lahm) wirken auswendig gelernt und gestellt.

Fazit:

Insgesamt vermittelt der Film nur wenig neue Einblicke und ist im Vergleich mit ähnlichen Dokus emotional nur selten packend. Als Einstimmung kurz vor kommenden Weltmeisterschaften im Heimkino durchaus sehenswert. Einen Kinogang rechtfertigt „Die Mannschaft“ aber leider nicht.

Meine Wertung:

Für Nicht-Fans: Note 6

Für Fans: Note 3-4

Alle bisher auf dieser Seite veröffentlichten Filmkritiken gibt es hier.

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4 Antworten zu “Filmkritik: Die Mannschaft

  1. Oh, das wundert mich dann doch. Hatte im „Stern“ noch was darüber gelesen, da klang es so, als hätten die endlos viel Exklusiv-Material…dass dann da doch so viel bekanntes Zeug drin ist, ist natürlich echt ärgerlich!

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  2. Pingback: Meine Kinobesuche 2014… | Ma-Go Filmtipps

  3. Die Meinung über den Film teile ich. Ein glattgebügeltes und oberflächliches PR-Produkt. Hier meine ausführliche Meinung: https://dienachtderlebendentexte.wordpress.com/2014/11/12/die-mannschaft/

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