Filmkritik: Ruhet in Frieden – A walk among the tombstones

Krimi/Thriller, 2014

Kinostart: 13.11.2014

OT: A walk among the tombstones

Der Ex-Cop und trockene Alkoholiker Matt Scudder (Liam Neeson) hält sich als privater Ermittler über Wasser. Als er den Auftrag erhält die Mörder der Frau eines Klienten zu finden, führen ihn seine Ermittlungen durch die New Yorker Unterwelt auf die Spur zweier psychopathischer Killer. Um weitere Morde zu verhindern, nimmt Scudder das Gesetz selbst in die Hand und macht sich auf die Jagd.

Der Film basiert auf Lawrence Blocks Romanreihe um den Privatdetektiv Scudder und ist die Verfilmung des gleichnamigen Einzelromans. Da ich die literarische Vorlage nicht kenne, betrachte ich im Folgendem ausschließlich den Film als Einzelwerk.

Liam Neeson spielt seine Rolle so wie man sie wohl spielen muss. Leider ist seine Figur und die gesamte Handlung so schlecht geschrieben, dass auch er den Film nicht retten kann. Kurze Episoden aus Scudders AA-Treffen und die sich entwickelnde Vater-Sohn-Beziehung zu dem obdachlosen Waisenkind TJ (Brian Bradley) sollen der Hauptfigur ein persönliches Profil verleihen. Dies gelingt zum Teil. Allerdings ist vor allem die Figur des TJ als ambitionierter Junior-Detektiv für den Fortlauf der Handlung von keinerlei Bedeutung und lenkt sogar meistens vom eigentlichem Plot ab.

Dabei weiß A walk among the tombstone atmosphärisch durchaus zu überzeugen. Die Schauplätze und Figuren wirken hart, hoffnungslos und real und erzeugen dadurch (trotz der schlecht erzählten Story) eine gewisse Spannung. Hinzu kommt die Bedrohliche Wirkung der beiden Antagonisten Ray und Albert (David Harbour und Adam David Thompson) auf Grund ihrer Kaltblütigkeit und sadistischen Neigungen. Diese schockieren den Zuschauer an einigen Stellen des Films, obwohl es nur wenige explizite Gewaltdarstellungen im Bild zu sehen gibt. Allerdings reichen die Andeutungen und Beschreibungen vollkommen.

Fazit:

Der Film hat gute Momente, ist jedoch insgesamt eher enttäuschend. Er hat zu wenig Dynamik für einen Action-Film ala 96-Hours, eine zu schwache Story für einen packenden Thriller und ist zu vorhersehbar für einen Krimi.

Meine Wertung: Note 4

Alle bisher auf dieser Seite veröffentlichten Filmkritiken gibt es hier.

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5 Antworten zu “Filmkritik: Ruhet in Frieden – A walk among the tombstones

  1. Das deckt sich irgendwie mit dem, was im Trailer so rüber kommt…den fand ich zum Teil von den Bildern her schon ganz nett, und die Musik war sehr gut gewählt, aber der Rest…meh.

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    • Dann hab ich mich vom Trailer täuschen lassen. Ich dachte der Film wäre deutlich actionlastiger. Die Anfangssequenz geht auch direkt so los. Da dachte ich eigentlich: „Wow, da geht’s zur Sache…“ leider ging es das dann doch nicht 😦

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  2. Wir haben uns den Film heute angeschaut. Dem Trailer zufolge sollte der Film sehr Actionlastig sein. War er aber leider nicht/ teilweise schwach vertreten.
    Zum Drehbuch selbst kann man sagen, dass es noch viel mehr Potenzial hat. Viele Szenen lassen sich kürzen, ohne den Effekt zu schwächen. Dafür hätte man woanders noch einen draufsetzen können.
    Solche Szenen wie mir den Drogenfahndern war leider ins Klo gegriffen. Die kamen einmal zum Einsatz um evtl. Irgendwelche Gedankenlücken der Zuschauer zu schließen und die Szene abzuhaken. Man hat mehr erhofft.
    Nach 96 Hours hat man sehr hohe Ansprüche was Liam Neeson angeht. Er hat seine Rolle nach wie vor tadellos hervorragend herüber gebracht, jedoch zu wenig an Action gezeigt.
    Wenn man einen Detektivfilm anschaut, möchte man selbst nachdenken und sich nach und nach die Geschichte erahnen und dann von allem überrumpelt werden. HIER wusste man schon von Anfang an wer die Täter sind. Man wartet nur auf das Zusammentreffen.
    P.S. die angeschnittenen Finger sind wirklich zu nichts zu gebrauchen gewesen.
    Hoffen, dass der nächste Film durchdachter sein wird.

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    • Hey Tina, viele Szenen lassen sich nicht nur kürzen, sondern sogar ganz wegstreichen. Z.B. die, in der der Arzt TJs Krankengeschichte erzählt und wir von seiner Sichelzellenanämie erfahren. Da dachte ich mir im Kino: „Jetzt bin ich aber gespannt, wie das noch relevant werden soll…“ Wurde es ja letztendlich auch nicht. Ich kann mir das nur damit erklären, dass mehrere Teile geplant sind und das alles irgendwann noch bedeutsam wird.

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  3. Pingback: Meine Kinobesuche 2014… | Ma-Go Filmtipps

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