Filmkritik: Pride

Lesbians and Gays Support the Miners (LGSM)

Dieser Name einer Aktivistengruppe im England der 80er Jahre beschreibt die Handlung des Films in nur wenigen Worten. Basierend auf einer wahren Geschichte beschließt die Gruppe LGSM die streikenden Minenarbeiter durch Spenden finanziell zu unterstützen. Allerdings nimmt nur ein kleines walisisches Bergarbeiterdorf die Hilfe der gesellschaftlich gemiedenen Homosexuellen an. Sexistische Haltungen und diskriminierende Vorurteile müssen zuerst überwunden werden, um etwas Großes zu bewegen.

Als ich im Kino saß, wusste ich in vielen Szenen nicht, ob ich lachen oder entsetzt den Kopf schütteln sollte. Fast beiläufig wird die Situation der Schwulen und Lesben in Großbritannien im Jahr 1984 dargestellt. Dabei werden dem Zuschauer sowohl naive Vorurteile (Sind alle Lesben Vegetarier?), als auch ernsthafte Diskriminierungen, die sich in körperlicher und seelischer Gewalt ausdrücken, präsentiert.

Obwohl der Trailer vielleicht etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich bei Pride um keine reine Komödie, da die allgemeine Stimmung des Films viel zu ernst und beklemmend ist. Ich persönlich finde die Balance zwischen komischen Elementen und geschichtlicher Betrachtung übrigens nicht immer gelungen.

Die Handlung des Films ist fast so bunt wie die Outfits der homosexuellen Protagonisten. Es geht um Freundschaft, Loyalität, aber auch um politisches Engagement und gesellschaftliche Missstände. Leider versucht der Film all das in zu vielen Nebengeschichten auf einmal zu erzählen. Ein Teenager, der seine Homosexualität vor seiner Familie verstecken muss, ein Mann, der auf Grund seiner Homosexualität aus seiner Heimatstadt vertrieben wurde, die politische Situation rund um die Arbeiterklasse und dazu einen Einblick in die Disco-Kultur der Schwulen- und Lesbenszene und die Stärke zu einer Freundschaft zu stehen, die Gesellschaftlich nicht angesehen wird. All das sorgt dafür, dass der Film mit zwei Stunden Laufzeit so seine Längen hat.

Einen dicken Pluspunkt bekommt Pride von mir, da er am Ende doch zum Nachdenken anregt. Wie tolerant ist unsere Gesellschaft fast 30 Jahre später wirklich? Mediale Hetzkampagnen und öffentliche Diskriminierungen, die im Film dargestellt werden wirken aus heutiger Sicht unvorstellbar. Trotzdem bleibt das Thema Homosexualität in vielen Bereichen der Gesellschaft ein unangenehmes Thema.

Fazit:
Auch wenn ich mich den zum Großteil sehr guten Kritiken nicht ganz anschließen kann, handelt es sich bei Pride um einen sehenswerten Film. Man lacht und leidet mit den Protagonisten, auch wenn die Geschichte etwas kürzer hätte erzählt werden können.

Meine Wertung: 3

 

Alle bisher auf dieser Seite veröffentlichten Filmkritiken gibt es hier.

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3 Antworten zu “Filmkritik: Pride

  1. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können 😀

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